Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

8.0
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(42:34, Vinyl, CD, Digital, Forward Music Group / Broken Silence, 2019) Entschleunigung bis hin zur Ohnmacht. Da, wo Michael Feuerstack 2011 mit seinem Soloprojekt Snailhouse aufhörte, setzte er zwei Jahre später unter Michael Feuerstack wieder an und veröffentlicht seine Alben seither unter eigenem Namen. Das bedeutet aber nicht gleich, dass der Musiker nun zum Eremiten und Eigenbrötler mutiert wäre. Hier, auf "Natural Weather" sind unter anderem ein Jeremy Gara am Schlagzeug und eine Sarah Neufeld an den Strings, beide von Arcade Fire, zu vernehmen. Wie zu erwarten tupft Michael Feuerstack Songs wie zarte Pastellfarben auf die Leinwand, die das Leben…

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10.5
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(43:31, Vinyl, Digital, Fuego, 2019) Mit diesem Namen hätte man sicher auch in einer anderen Branche Karriere gemacht. Respekt! Judas Hengst spielen dann auch mit Härten. Mächtigen Härten. Obwohl man dieses Debüt-Album keineswegs mit dem Genre Metal in Verbindung bringen möchte. Selbst nennen die Bremer Stadtmusikanten ihren zu Ohren gehenden Style ‚Postcore‘, mit ‚Post‘ an erster und ‚Core‘ an zweiter Stelle. Das kann man so stehen lassen. Weil Judas Hengst mächtig auf die Tube drücken, hier aber eben auch noch freie Spitzen für ein atmosphärisches Abdriften auszumachen sind. Eigentlich sind es vor allem die semi-brutalen Voxes, welche die "Death Tapes"…

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11.5
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(26:09, Vinyl, Digital, Tonzonen Records / H‘Art, 2019) Obwohl relativ zeitlos, hängen Mouth dann doch in eben dieser fest. Mit "Past Present Future" pendelt das Trio nämlich in seinen eigenen Zeitebenen und präsentiert sich in Inkarnationen, die einmal waren, noch sind und eventuell irgendwann einmal passieren könnten. Mit ihrem offiziellen Live-Bootleg "Live ‘71" sorgte man hier schon einmal für Verwirrung. Dabei ist das Nächstliegende immer so einfach, entstanden die Aufnahmen doch 2071 und wurden in der Zeit, ins Hier und Jetzt, zurückgebeamt. Die von Schicksalsschlägen gebrandmarkte Band (2017 starb Produzent Guido Lucas, ein Jahr später Bassist Gerald Kirsch) raffte sich…

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11.0
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(40:50, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2019) Songs von Bonnie Stewart sind dann auf jeden Fall gleich Bonniesongs. Nach ein paar Demos sowie einer EP kommt nun das Debütalbum der Australierin, die hier einmal mehr die staubigen Stimmungsbilder des Outbacks in musikalische Strukturen fasst. Wem Björk in der letzten Zeit ein wenig zu anstrengend geworden ist und eine Joanna Newsom zu sehr nach Wunderblume klingt, dürfte hier, mit „Energetic Mind“, gerade richtig liegen. Das Album ist das musikalische Pendant zum Yin und Yang. Die Unterschiede, das eigentlich nicht zusammen Harmonierende bildet hier eine Einheit – ein Konglomerat aus zartem…

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8.0
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(35:57, Digital, Eigenvertrieb, 2019) „Mother Of All Trees“ ist, nach „Rivers & Shores“ und „Tales Of The Night Forest“, mithin schon das dritte Split-Album von Sébastien Touraton, alias heklAa und Black Hill. Split-Album deswegen, gehen die beiden Musiker hier doch eine Kollaboration ein, bei der jeder für sich jeweils ein halbes Dutzend solistischer Stillleben beisteuert. „‚Mother of all trees‘ is a split album featuring 2 musicians, 4 seasons, 12 tracks…“. Die Mutter aller Bäume steht für Ewigkeit und die Kraft der Erde. Was schon einmal ein Ansatz ist, mit dem sich bezüglich der konzeptionellen Ausrichtung fast schon unendliche Möglichkeiten auftun.…

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10.0
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(61:18, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Da wird der eigene Anspruch von Anfang an mächtig hoch gehalten. Die Hannoveraner Band gründet das Konzept ihres Debüt-Albums schon einmal auf Trugbilder, auf ‚Mirages‘, denen sich der Protagonist der hier erzählten Geschichte stellen muss, um zu einer höheren Bewusstseinsebene zu gelangen. Hörbar ließen sich Lead Inc. dabei von einer Band wie Tool beeinflussen, wobei hier ein spieltechnisches Niveau erreicht wird, welches diesen Vergleich auch fast ohne Abstriche zulässt. Die einzelnen Songs erreichen ob der Ausreizung sämtlicher zur Verfügung stehenden Suspense schon einmal zehn Minuten, die wendungsreichen Rhythmusstrukturen zelebrieren den progressiv rockenden Voodoo und die Gitarrenlicks…

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9.0
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(38:47, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Einen irrwitzigen Sud, den die Band aus Kiew hier zusammenbraute. Vovk kommen hierbei mit ihrem Debütalbum, das im Vorbeigehen alles an Einflüssen mitnimmt, denen man habhaft werden konnte. Stoner trifft dabei krachend auf Hardrock, Psychedelisches auf Sludge, Doom, Garage und Alternative Rock. Einen mächtigen Klotz, den sich Vovk hier ans Bein banden. Aber dieser Klotz entpuppt sich als Siebenmeilenstiefel, springt man doch behände aus einer Ursuppe ekstatischer Soundfindung in die nächste. Berserkerhaft rockten sich Vovk dabei durch einen wildwuchernden Garagerocker wie 'Ancient Times', der in drei Minuten alles das sagt, was es hier zu sagen gibt.…

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10.0
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(49:57, CD, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Postrock aus Italien ist eher spärlich anzutreffen. Das hängt wohl mit dem Dolce Vita zusammen, dem sonnenverwöhnten Temperament, welches hochmelancholische Selbstfindungsprozesse, die sich in der Musik ausdrücken sollen, wohl unmöglich macht. Auf die Schnelle fallen mir dann auch nur Vertreter wie Giardini di Mirò, Klimt1918 und Arctic Plateau ein. Womit Irina Nëstor dann schon in respektabler Gesellschaft sind. Da der römische Fünfer in seinen instrumentalen Stillleben gar nicht einmal so hochsentimental vor sich hin dräut wie diverse ähnliche Gesellen, kommt hier doch hin und wieder der eine (und auch andere) Sonnenstrahl ans Tageslicht (okay, die…

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7.0
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(53:35, Vinyl, CD, Digital, Apollon Records/Plastic Head, 2019) Ob hier wohl die Debüt-EP von Mayhem Pate stand? Immerhin teilte man auch schon einmal die Bühne mit den Skandalschwarzmetallern. Nun sind diese Norweger aber, obwohl den Tiefen der Garagen entsprungen, nicht unbedingt Black Metal, wobei ihre Gitarren eindeutig-kompromisslos zu schrammeln wissen. Die Drei um Sängerin beziehungsweise Sirene Linn Lystadnes geben sich, obwohl die Brachialität, Kompromisslosigkeit und Lo-Fi-ness es zunächst nicht vermuten lässt, als Multiinstrumentalisten, die hier, auf ihrem ersten regulären Album, alles in den Ring werfen, was irgendwie spektakuläre Noises erzeugt. https://m.youtube.com/watch?v=veljxuO0tGs Gibt sich der Opener 'Ego' noch ein wenig songorientiert…

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10.0
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(76:38, CD, Digital, Bellerophon Records, 2019) ‚Ümit! is a band‘ steht in erklärender Weise auf der Bandcamp-Seite der Institution aus Rommerskirchen, was, wenn wir es nicht schon längst wüssten, vielleicht sogar Sinn machte. Nach und nach legte die ‚Band‘ um Sänger / Gitarrist Jochen Oberlack die eigenen Intentionen offen, angefangen bei dem Fulltime-Album "The Spirit Of Ümit!", das von den Kleinformaten "The Gospel Of Ümit!", "The Curse Of Ümit!", "The Rise Of Ümit!" und "The Wake Of Ümit!" begleitet wurde. Dieser Reigen musikalischer Selbstoffenbarungen wurde erst neulich durch das mächtige Klangkunstwerk "The Testament Of Ümit!" komplettiert, womit wir erst einmal…

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11.0
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(57:24, CD, Digital, Eigenveröffentlichung/No Name Records, 2018) Dass sich die St. Petersburger Wohlklangfraktion nach dem russischen Raumfahrtpionier Ziolkowski benannte, zeigt in ungefähr beziehungsweise eigentlich ganz deutlich, wohin hier die Reise geht. Циолковскaя steuern mit ihrem aktuellen Trip "Автомат Прошлого" (means: Vergangenheitsmaschine) zwar nicht unbedingt mit Warp-Geschwindigkeit, wohl aber unweigerlich und vehement in Richtung Walhalla, das irgendwo ganz weit da draußen zu suchen und zu finden ist. Die Band um Yegor Svysokihgor bedient sich hierfür der transzendenten Kraft der Mantras, die sich hier in einen psychedelisch anmutenden, aber nie ausartenden Rausch hineinmanövriert. Eine hin und wieder auftauchende melancholisch vor sich hin…

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12.0
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(37:59, CD, Digital, Art As Catharsis, 2019) The Biology Of Plants sind Jazz und auch wieder nicht, Prog Rock, aber nicht unbedingt, oder auch Minimal Music, aber nicht zwingend, da sich die australische Combo allem entzieht und im nächsten Augenblick wieder voll in die entsprechenden Nischen kracht. Nach der im letzten Jahr erschienenen EP "Vol. 1" folgt nun das quasi Fulltime-Debüt, obwohl "Vol.2" auch nicht zu ausschweifend geraten ist. Trotz allem haben The Biology Of Plants genügend Zeit, den Großteil ihrer wunderblumigen Extravaganz auszupacken und so ein ums andere Mal zu überraschen. In der Konstellation Cello, Bass, Synths und Schlagzeug…

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10.5
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(41:55, CD, Digital, Art As Catharsis, 2019) Songs vom Ende der Welt. Und das in zweierlei Hinsicht, da sich das australische Trio Lisathe auf seinem Debüt-Album Kompositionen von Künstlern aus Island vorgenommen hat. Was ja, für australische Verhältnisse, dann auch der nächste Weg ist. In der Besetzung Bass/Gitarre/Schlagzeug werden die Ursprungskompositionen aufgedröselt, kräftig durcheinandergewirbelt und lose wieder zusammengesetzt. Trotzdem ist ein Wiedererkennen in den meisten Fällen zwingend nötig, wenn man denn die Originale kennt, beziehungsweise im Hinterkopf hat. Mit Björks 'Pagan Poetry' kommt die wohl bekannteste Vertreterin isländischer Popkultur gleich am Anfang. Die Grundstruktur des Songs, der hier, wie alle…

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11.0
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(40:01, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2019) Erfrischender Jazz, Progressive, Post, Experimental und was auch immer, auf jeden Fall aber reichlich und beeindruckend spannender Instrumentalrock aus Dublin. Hier kommt wahrlich etwas Großes auf uns zu. Und das nicht nur, weil ein Track des neuen Alarmist-Output auf den Namen ‚Bronntanasaurus‘ hört. Aber die scheinbare Schwere löst sich alsbald auf, wird in ihre Bestandteile zerlegt, welche eben die weiter oben aufgezählten wären, wobei jedes dieser Ingredienzen auf jeden Fall auch für sich Bestandsschutz genießt. Weithin hallend verstrickt sich der Dreier dabei in manchmal wunderbar melancholischen Soundgeflechten aus Drums, Gitarre und Synths,…

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8.0
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(44:37, CD, Digital, Sound In Silence, 2019) Auf seinem Album „Alting Falder I Samme Rum“ - was auf Deutsch in etwa „Alter Falter bin ich (r)um“ bedeuten könnte - geht es Paw Grabowski überaus bedächtig an. Der dänische Musiker, der hier als øjeRum veröffentlicht und vorher schon mit diversen Releases auf verschiedenen Labels von sich reden machte, kommt mit einer analog-elektronisch geprägten Wabermasse, die es im Endeffekt auf eine Dreiviertelstunde bringt und, obwohl in sechs Tracks eingeteilt, als ein großes Ganzes durchgehen kann. Ähnlich dem früheren Werk eines Brian Eno oder Harold Budd kommen øjeRums Soundscapes dermaßen weitausladend und flächig,…

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10.5
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(20:31, CD, Digital, Sound In Silence, 2019) Nein, keine Angst, wir wollen hier mitnichten eine Diskussion bezüglich Klimaerwärmung vom Zaun brechen. Weil der Augenblick, in welchem uns HIN verweilen lassen, einfach zu schön ist. Auf zwanzig Minuten kuscheln sich Message To Bears Jerome Alexander und The Kids And The Cosmos Justin Lee Radford in Sounds, die eben wie gemacht sind für ein „Warmer Weather“, also für den Sommer, in dem das Lebensgefühl schon ein ganz anderes ist. Schon auf ‚The Lower Heat‘ lehnt man sich an einem Sommerabend zurück, wenn die zirkulierenden Winde ein wenig Erfrischung versprechen und die Cocktails…

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11.0
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(41:44, CD, Vinyl, Digital, Fuzzorama Records/Soulfood, 2019) Valley Of The Sun spielen sich auf ihrem neuen Album in jene Bereiche, in welche niemals ein Sonnenstrahl kommt. Und huldigen den alten Göttern. Den ganz alten. Jenen, die ob der neuen Götter, die da, der kultigen Serie „American Gods“ zufolge Society, Technology sowie Globalization, wären, im Hier und Jetzt eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr haben dürften. Valley Of The Sun setzen diesen auf ihre Art und Weise ein Denkmal, wobei gerade diesbezüglichen soundtechnischen Stillleben wie 'Gaia Creates', 'Shiva Destroys' sowie 'Buddha Transcendents' zu lässigen Interimstunes im sonst überaus dynamischen und energiegeladenen Powersound geraten.…

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9.0
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(46:55, CD, Digital, Samum Publishing / Just For Kicks, 2019) Ja, die Russen aus den Staaten scheinen geradezu prädestiniert zu sein für die Lost World, die verlorene Welt, in der alles auf Anfang gesetzt wurde und auf klischeebelastete Befindlichkeiten überhaupt kein Wert gelegt wird. Wieso auch, ist doch keiner da, der so etwas goutieren würde. So präsentiert sich das immerhin schon 1991 im schönen Moskau gegründete Ensemble um den Multiinstrumentalisten Andy Didorenko auf seinem aktuellen Longplayer im Stil der Tanzkapelle Flotte Sohle – nett, freundlich, sympathisch - aber eben auch verdammt langweilig. Aber der äußere Eindruck täuscht dann wohl. So…

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10.0
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(46:23, Vinyl, CD, Digital, Sulatron Records / Broken Silence, 2019) Da darf doch mal wieder ganz tief im musikalischen Wohlbefinden umhergeschlurft werden. War Craig Williamson bisher schon für bezeichnende Trips wie "The Cosmic Union", "Echo In Light", "From The Mystic Rays Of Astrological Light", "Acid Mantra" oder "Transcendence" verantwortlich, so beamt uns der Soundguru in seinem zwölften Klangerlebnis geradewegs in die vierte Dimension. Wie auch zuvor gibt es hier, auf "Align In The Forth Dimension", keinerlei Aufreger. Das wäre der Sache, die der Arc Of Ascent / Datura Sänger und Bassist schon seit den frühen 2000ern veranstaltet, auch nicht dienlich.…

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9.0
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(39:23, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Solar Flare Records/Broken Silence, 2019) Das ist doch einmal eine klare Ansage – „Total Dump“. Was für alles, aber sicher nicht für die Franzosen von Sofy Major selbst zutrifft. Dreieinhalb Jahre nach dem mächtig rumpelnden „Waste“ vertrauen Mathieu Moulin, Mathieu Desternes und Thomas Dantil wieder auf die produktionstechnische Unterstützung von Dave Curran (Unsane), der aus dem Trio eben das Notwendigste herauskitzelt. So kommt „Total Dump“ schon von Anfang an beeindruckend druckvoll und direkt auf die Zwölf krachend. „So it is time. I fear this moment but I won’t run away. Inside it’s all flooding and…

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