
Dark Post Rock • Alternative
(47:02; Vinyl, CD, Digital; Argonauta Records; 29.05.2026)
Lange Songs, dunkler Gesang, ein trister, grauer, nebliger Gesamtsound – etwas verwaschen, uneindeutig und genretechnisch nicht in einer Schublade zu verorten.
Etwas Pathos, die Tristesse der guten alten 90s Swans, der stoische Post-Punk einer Band wie I Like Trains, ein durchgehend melancholisch verregnetes Fundament mit Ecken und Kanten – dank dynamischer Heavyness den Landsleuten von Crippled Black Phoenix ebenfalls nahestehend.
Die Briten sitzen somit entspannt zwischen den Stühlen, die Atmosphäre und der emotionale Tenor haben ein tieferes Gewicht als jede eindeutige Klassifizierung.
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'No Solace' führt dich psychedelisch und düster mit erzählerischen Vocals und einer etwas ziellos driftenden Gangart ins Album hinein. Der Sound ist seltsam roh, aber atmosphärisch; die Vocals sitzen nicht immer perfekt. Mit 'Star Sapphire' wird es dann wesentlich konkreter: treibende Wave-/Post-Punk-Akkorde schaffen Halt und klingen nach einem grauen, verregneten Tag. Hier merkt man irgendwie auf strange Weise, wie sehr dieser verwaschene, triste Gesamtsound den Kern des Album-Gemüts prägt – sogar definiert.
Das viel zu kurze 'Tao To Earth' bleibt mit ebenfalls nach vorn preschender Rhythmik und einem wunderbar eingängigen Post-Punk-Touch im gleichen Fahrwasser. Die Vocals, wieder eher Sprechgesang als reiner Gesang, erinnern mich frappierend an eine meiner Lieblinge I Like Trains.
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Mit 'Flickering Flame' wird es dann wieder eher schwermütig und schleppend. Melancholische Akkorde, ein nass-schweres Grau zieht den Hörer in die Tiefe. Die Vocals sind einen Hauch windschief, erzählen in aufbrechenden Wellen ihre traurigen Geschichten – und genau das passt hervorragend zur Stimmung. Viel Hall, Effektgitarren und hintergründige, aber Tiefe erzeugende Synths schaffen Dichte, Halt und Zugang zum Szenario.
Heavy und langsam, mit ordentlich Delay auf den Gitarren, schleicht 'Carved Skull' fast acht Minuten durch den stillen Abend. Auch hier ist der theatralische Gesang vermutlich entweder die passende Tinktur oder er nervt maßlos. Ich mag den psychedelischen Gitarrensound – dieses fast Goth-Rockige der Fields Of The Nephilim blitzt im eher rohen Gerüst der Briten vorsichtig auf.
Die pathetischen frühen Swans, aber auch immer wieder Crippled Black Phoenix sind ebenfalls Spurenelemente und Geister im Soundgeflecht von Abrasive Trees. So driftet man mit diesen Delay-Gitarren und etwas Post-Rock-Pathos durch seine Schlechtwetter-Songs und kann dieses Grau, diesen Nebel auf eigenwillige Weise durch die Boxen transportieren.
'I Didn't Mean To Hurt You' perlt mit schönen Gitarren, gibt sich mit langsamer Steigerung ordentlich Zeit, um aufzublühen und etwas Licht zu erzeugen. Getragene Streicher, wummernder Bass und orchestrale Strukturen driften für Minuten, bevor sie ruckartig aufbrechen in einen fließend rockigen Post-Punk-Rhythmus. 'Megadrone' – als Bonus-Track deklariert – führt stimmig mit dunkler Erzählerstimme, plinkerndem Piano und trippigen Grooves aus dem Album hinaus.
Wer also gerne mit dieser Art Tristesse im Post Punk, dunklem Alternative/Wave Rock und postiger Dynamik zwischen Swans, Crippled Black Phoenix und etwas Slowcore in den Abend geht – natürlich ohne die Vorbilder wirklich zu erreichen –, der kann mit diesem kurzweiligen Melancholie-Bad eine feine Auszeit finden.
Bewertung: 11/15 Punkten
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Besetzung:
• Jay Newton - Guitars, baking vocals
• Matthew Rochford - Vocals, guitars, synth
• Will Tyler - Drums, bass, backing vocals
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Grand Sounds PR zur Verfügung gestellt.

