Atmospheric Art Pop
(44:11; Vinyl, CD, Digital; Foghorn Records; 15.05.2026)
In welchem Tempo Steve Kilbey (The Church-Fronter) und Martin Kennedy (All India Radio) ein schönes Album nach dem anderen in den Äther schießen, ist nahezu unglaublich! Mir als Fan seiner Stimme und der wundervollen Klanglandschaften soll es nur recht sein und "Things We Did On Earth" ist in diesem Fall ein sehr geradliniges Stück atmosphärischer Rock/Pop Musik, so wie ich gute Pop Musik verstehe.
Melancholische Melodien, dazu Kilbey's Gesang, wie immer über jeden Zweifel erhaben und in der immer noch schier unbesiegbaren Kraft und Blüte des zweiten Frühlings. Die Songs sind auf diesem Album im eher Radio-affinen Format kurz gehalten und gehörten in einer gerechten und qualitativ wertigen Radiolandschaft auch ohne weiteres in die erste Reihe. Akustisch fließende Elemente, melodietrunken und immer einen Hauch über den Boden schwebend, verzücken mit dieser ganz speziellen Art von reifer Innenschau und diesem warmen Hauch von Glückseligkeit.
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Mit welcher Leichtigkeit die beiden Musiker hier wieder einen Hit an den anderen reihen ist der Wahnsinn und jede der elf Kompositionen schmeichelt und spielt Kilbey mehr als nur ein bißchen in die Arme. Dass ich seine Stimme genieße, ist seit längerem kein Geheimnis und Kennedy weiß mit seinen perfekt produzierten, sehr weiten/vollen Sounds und Harmonien den maximal harmonischen Melancholie-Teppich als Fundament zur Verfügung zu stellen. Ob balladesk oder verträumt rockig, die Vocals des The Church-Leaders sind einfach wie geschaffen für so sehnsüchtige Ohrwürmer wie das liebliche 'Jezebel' oder die träumerischen Abfahrten in 'Reverie' und 'Serafina'.
Angenehmer Druck auf den Drums, ein pumpender Bass, vorsichtige Postrock-Elemente schieben und mobilisieren Kompositionen wie 'Dryad' oder 'Dysphoria' gerne in eine kleine Wall of Sound. 'Turkey' ist organisch/treibender Wave Rock mit Ethno-Elementen, perlenden Gitarren und wunderschönen Melodien. 'You Are The One' spielt mit ähnlich folkigen Wave Pop Versatzstücken wie im 80's-Klassiker 'Under The Milky Way', tänzelt glücklich und weltvergessen unterm Mondlicht.
In die Wanne aus Harmonie und melancholischer Weite lege ich mich erneut nur zu gerne hinein und komme aus dem Repeat schwer hinaus. Die beiden haben es einfach raus miteinander, klingen wie ein niemals versiegender Jungbrunnen und verkürzen wie immer gekonnt die lange Wartezeit innerhalb der The Church-Diskographie. So darf und sollte vollmundig-stimmungsvoller Art-Rock/Pop im Jahre 2026 klingen.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Abbildungen: Kilbey Kennedy/Bandcamp



3 Kommentare
Ich kommentiere wirklich selten, aber danke für diese Rezension! Ich hatte K&K ein bisschen aus den Augen (bzw, Ohren verloren zuletzt), aber das Album ist wirklich wieder traumhaft geworden – ich höre es gerade rauf und runter.
Ich bin immer wieder erstaunt über die Ähnlichkeit im Musikgeschmack bei Deinen Renzensionen (The Northern Territories, Seigmen – und jetzt auch Kilbey & Kennedy).
Hi Lars, freut mich sehr. Ja Kilbey ist ein nicht versiegender Brunnen oder? Alles was die anfassen wird zu Gold! Ja die NT und Seigmen sind 2 absolute DNA-Bands seit Mitte der 90s. Da kommt nix ran bei mir! Also mal aufn Bier oder Wasser.. oder? LG
Hi Rajko,
ja, Kilbey ist schon unglaublich – ich liebe die Stimme, ich mag aber auch die Lyrics, weil sie so viel Interpretationsspielraum lassen. Starfish und insbesondere UTMW hat mich dazu gebracht Gitarre zu lernen.
Die letzten „The Church“-Alben fand ich aber nicht mehr so toll.
Kilbey & Kennedy mal live zu sehen, wäre ein Traum. Das wird aber wohl aus diversen Gründen ein Traum bleiben. Steve Kilbey meinte z.B. nach einem The Church Konzert in Köln vor einigen Jahren, dass Martin nicht gerne live auftritt.
„Also mal aufn Bier oder Wasser.. oder? “
Auf jeden Fall 🙂
LG aus der Mitte Niedersachsens