Slowcore • Shoegaze • Dream Pop
(39:03; Vinyl, CD, Digital; Squarma Records; 18.09.2026)
Drei junge Berliner Musiker, die jeder für sich eigentlich komplett unterschiedliche musikalische Präferenzen haben, sei es Folk, Avantgarde oder Electronica, kommen in dieser Konstellation zum zweiten Male zusammen und ja, lassen eine Art unkonkreten Schwebezustand zurück.
Natürlich ist all das im Shoegaze Pop der Neunziger verhaftet, atmet 'nen vorsichtigen Hauch Grunge Pop. Slowcore, Dream Pop, Drone- und Ambient-Nuancen bilden den Kern der Musik von Roomer.
Hauchdünne Vocals erinnern schnell an das zarte Gewächs Mazzy Star, die ebenfalls mehr verhuscht als klar akzentuiert ihre kleinen melancholischen Luftballons in den Äther entließ.
Die Band versuchte wohl im Gegensatz zum Debüt, wo die Songs schon lange in vielen Live-Frequenzen reifen durften, mehr auf Improvisation, auf den Moment zu schauen, es vielleicht einfach nur fließen zu lassen.
Ich meine, diesen Aspekt fühlt man "Staircase Made Of Rope" über weite Strecken gut nach. Die Songs haben was wunderschön Unkonkretes, driften mehr, als dass man den großen Moment, den einprägsamen Refrain provoziert. Dieses Verwaschene, skizziert Nebulöse, Tagträumerische gibt Tracks wie 'Sundown' oder dem Titelsong diesen Hauch entrückten Flow – langsam und unbestimmt schreitet man in diesen langsamen Pop-Songs aus einem drückend heißen, sonnendurchfluteten Tag.
Der Hauch von Gesang, die perlenden Akkorde erinnern mich an die vielen guten Indie-Bands vor gut 20 Jahren, sei es Low, Slowdive, The Moon Seven Times, Sophia, Lanterna, die Red House Pointers uvm. zwischen Slowcore, Indie und Shoegaze.
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Der große Moment bleibt in jedem Fall aus. Den braucht dieses Album auch nicht, funktioniert es doch genau auf diese eine bestimmte Weise im Halblicht, in Träumen und der Stille. Wenn man schläfrig ist, dann nimmt Dich bestenfalls dieser statische, trippige Raum liebevoll auf und Du sinnierst zu all diesen sanften, warmen Gitarrensounds, die so schön friedlich und unschuldig ins Sonnenlicht blinzeln.
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Roomer haben ein liebevolles, in Hall getränktes Indie-Album aufgenommen. Viele kleine, aufmerksame Momente, die als großes Gesamtes eine warme Decke ergeben, in der jedes Bild zwar unscharf, aber in warmen Farben daherkommt. Ich mag diese Platte ohne Hit.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Ronja Schößler
• Luka Aron
• Ludwig Wandinger
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Beats International zur Verfügung gestellt.



