Alternative Rock • Grunge Pop • Indie Rock
(42:44; Vinyl, CD, Digital; Noisolution; 21.08.2026)
Für dieses achte Studio-Album ging es für das Dortmunder Trio erneut nach Amiland, wo Tony Reed (Pentagram, Mos Generator) Hand anlegte und der Band gehörig amerikanische Alternative-/Grunge-Rock-Vibes verpasste. Ich durfte die drei mit ihrer Live-Power auf dem schönen Blue Moon in Cottbus 2025 feiern, und ja, das hatte Energie in jeder Sekunde.
Ich bin mit Grunge, alternativem Rock ebenfalls gut sozialisiert worden in den frühen Neunzigerjahren, und innerhalb weniger Sekunden befeuert der Opener 'Heart Of Bones' mit seinen spröden Riffs und rockigen Tunes jedes nostalgische Déjà-vu. Unweigerlich sehe ich den schrulligen J. Mascis mit seinen glorreichen Dinosaur Jr. vor dem geistigen Auge.
Keine Menschenmassen, stattdessen amerikanisch-ländliche Weite, und schon bin ich wieder drüben, mitten im Nirgendwo. Das macht Laune fürs Erste, und mit 'Workout' bleibt man gleich im treibenden Fahrwasser. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie diese Songs bei "120 Minutes" auf MTV mit passendem Video Airplay bekommen hätten. Die frühen Screaming Trees, Sugar, Buffalo Tom und unzählige mehr konnten seinerzeit im Musikfernsehen die Karohemden-Fraktion begeistern. Der eher unspektakuläre männliche Gesang, die unaufgeregte, aber sonnige Melodik, die zwar keinen Hit abwirft, aber mit catchy, schmissigen Grooves und eingängigen Akkorden gute Laune vermittelt, hat mich somit schnell für sich eingenommen.
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'Fake A Smile' flaniert dann auch wieder mit diesen rockigen Indie-Pop-Vibes, aber hier wird's etwas zu wiederholend, und die Melodie finde ich weniger zentriert. 'Chains' nimmt dann etwas Tempo raus, und dieser Break ins etwas Schleichende, Melancholische ist dann nicht weit weg von den Wegbereitern aus Seattle. Der vorsichtige, eher verzweifelte Tune der Vocals von Sänger Danny und die so typischen, rockigen Power-Grooves Richtung Song-Ende tun hier natürlich ihr Übriges.
Die Single 'BTK' hat dann so richtig Ausrufezeichen-Charme, wirft dank der stoisch-weiblichen Vocals von Bassistin Mercedes eine ganz andere Nuance ins Geschehen, schrammelt simpel, lässig wie Sonic Youth zu den Hochzeiten des Alternative Rock. Immer etwas Pop im Grunge, wieso eigentlich nicht? Ich hatte die Dortmunder live wesentlich rockiger in Erinnerung, die Einflüsse aus College Rock und Grunge Pop stehen der Band aber ohne Weiteres.
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Am Ende geht dem Trio etwas die Luft aus. Daily Thompson kennen auf alle Fälle ihre Vorbilder, haben über die gesamte Länge des Albums eine gut funktionierende Dramaturgie und hätten um 1994 sicher fast die Titelseite gerockt. Mir macht es Spaß, die Songs gehen meist dynamisch über das Radioformat hinaus und werfen doch einige nette Nostalgie-Referenzen in die Waagschale. Die Band wirkt auf der Bühne wie Klebstoff, ein Energiefeld, und dies untermauert man mit "Glue" ohne Weiteres.Bewertung: 11/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Noisolution zur Verfügung gestellt.


