
Alternative Rock • Post Hardcore • Metalcore • Screamo
(42:47; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 25.09.2026)
Wer generischen Metalcore bzw. Post-Hardcore liebt, bekommt mit der neuen Platte der Japaner ein regelrechtes Fest an Melodien, Hooks und großen Refrains vorgesetzt. Coldrain verstehen ihr Handwerk, keine Frage: Das kracht, treibt und klebt sich zuverlässig im Gehörgang fest. Auch die J-Rock-Einflüsse sorgen für etwas eigene Farbe im ansonsten bestens bekannten Mix.
Nur ändern sie wenig am eigentlichen Problem: dem mangelnden Alleinstellungsmerkmal. Dafür klingt das alles zu vertraut, zu austauschbar und zu sehr nach dem Genre-Baukasten, aus dem sich auch etliche andere Bands bedienen. Die großen Refrains, Shouts und Clean Vocals, Breakdowns und elektronischen Einsprengsel funktionieren zwar prächtig, Überraschungen bleiben aber rar. Selbst Bert McCracken bei 'Poison' und Kenta Koie bei 'Savior' bringen eher prominente Abwechslung als echte Eigenständigkeit.
Dabei passt das Albumkonzept rund um KI, Optimierungswahn und den Verlust menschlicher Individualität durchaus zum Ansatz der Band. Ironischerweise hätte gerade dieses Thema musikalisch etwas mehr Individualität vertragen können. Der Unterhaltungsfaktor ist zweifellos hoch – der Wiedererkennungswert leider deutlich niedriger.
Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Mit wem? Das kann man sich an dieser Stelle selbst aussuchen.
Bewertung: 8/15 Punkten

Besetzung:
• Masato Hayakawa - Gesang
• Y.K.C - Gitarre
• Sugi - Gitarre
• RxYxO - Bass
• Katsuma - Schlagzeug
Gastmusiker:
• Bert McCracken - Gesang bei 'Poison'
• Kenta Koie - Gesang bei 'Savior'
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

