
Progressive Rock • New Artrock • Post Rock
(53:10; CD, Digital; Eigenveröffentlichung/Just For Kicks; 24.11.2025)
"Chasm" ist nach "If/ When" bereits das sechste Studioalbum der in Europa noch nicht so populären US-Prog-Band The Tea Club. Verwunderlich ist das aber nicht, zumal der Zugriff auf amerikanische Bands des Genres eher etwas eingeschränkt ist. Umso mehr ist es erfreulich, wenn kleinere Labels oder Online-Anbieter die Möglichkeit anbieten, Musik von jenseits des großen Teichs kennenzulernen. So auch im Fall der aus Philadelphia, Pennsylvania, stammenden US-Amerikaner The Tea Club. Ob sich der Bekanntheitsgrad in naher Zukunft deutlich steigert, muss man schauen, denn auch interessante Alben sind nicht immer ein Garant für den nachhaltigen Erfolg, und dieses gilt vor allem für Progressive Rock.
Mit einigen Monaten Verspätung ist "Chasm" nun auch in Deutschland erhältlich. Das Album ist beileibe kein Schnellschuss, so vergingen gut fünf Jahre mit dem Schreiben, Arrangieren, Aufnehmen, Mixen und Mastering. Wie die Band selber betont, durchlief sie in dieser Zeit eine Reihe von Lebens-, Tod- und Wiedergeburtszyklen. Die Musik entstand als Spiegelbild dieser Zeit. Bei genauerer Betrachtung sicherlich eine durchaus zutreffende Beschreibung ihres aktuellen Werkes.
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Musikalisch wird das Album zwar dem New Artrock bzw. dem Post Rock zugeordnet, weist im Gegensatz zu den üblichen Progressive-Rock-Scheiben mit den typisch epischen Longtracks vierzehn Tracks in radiotauglicher Länge von drei bis fünf Minuten auf. Am Ende sagt die Tracklänge allerdings nur wenig darüber aus, ob "Chasm" tatsächlich ein Kandidat für Massenkompatibilität ist. Die Songs haben grundsätzlich die geeignete Länge, sind aber bei weitem keine durchgehend leichte oder stets eingängige Kost. The Tea Club vermischen komplexe Kompositionen, vielschichtige Arrangements, schräge Rhythmen, Harmonie, eingängige Melodien, Psychedelic-Elemente und natürlich persönliche Emotionen zu einem Potpourri der Überraschungen. Stilistisch mischen die Amerikaner Alternative, New Artrock, Electronic, Experimental Rock, Post Rock, Progressive Rock und Rock zusammen. Das Ergebnis dürfte so manches Fragezeichen, aber auch bei dem ein oder anderen ein Lächeln hinterlassen. Für dieses Album benötigt man ein wenig Geduld, ein Hördurchgang wird wohl nicht ausreichen.
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Fazit: "Chasm" ist ein seltsames, aber durchaus interessantes Werk, ohne dabei dem üblichen Prog-Klischee zu entsprechen. Es besticht besonders durch unerwartete Kreativität und Vielfältigkeit, ergänzt durch ein surreal wirkendes Cover-Artwork.Bewertung: 9/15 Punkten
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Besetzung:
• Dan McGowan- Vocals, Guitar
• Patrick McGowan - Vocals, Guitar, Mandoline
• Joe Dorsey - Keyboards
• Jamie Wolff - Bass
• Dan Monda - Drums, Percussion
Surftipps:
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Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: The Tea Club

