
Singer-/Songwriter • Folk • Indie
(36:22; Vinyl, CD, Digital; Taxi Gauche Records; 22.05.2026)
Mit seinem doch schon vierten Soloalbum (inklusive drei mit seiner Post-Punk-Band Corners, die er bis 2016 am Start hatte) ist auch ein Tracy Bryant am Rand einer Zäsur angekommen. Ganze sieben Jahre nach seinem letzten Album "Hush" gibt sich der Singer-/Songwriter reichlich tiefenentspannt, die hin und wieder sperrig in die Szenerie eingrätschenden Indie-Elemente gehören demnach der Vergangenheit an.
Der Tod seines Vaters, die Geburt seines ersten Kindes und die bleiernen Jahre der Pandemie haben Spuren hinterlassen – nachdenkliche wie freudige. "The Well" präsentiert sich tatsächlich als sprudelnder Quell fluffiger und anheimelnder Songs, die gleichermaßen zeitlos wie genreübergreifend geraten sind. Tracy Bryant bewegt sich dabei galant zwischen Pop, Psychedelia, lässigem Krautrock und klassischem Singer-/Songwritertum.
Hier klingt tatsächlich noch ein wenig Indie an ('Famished'), dort drückt ein wenig Westcoast-Feeling ('Weight') oder The-Church-lässiger Wavepop ('Danny') durch. „It’s a long road to a small door you know / a farewell on a cold floor,” singt Bryant schon im Opener 'Cold Floor' und obwohl diese Zeilen abgrundtief traurig scheinen, ist es dieser Song keineswegs. Der Musiker schein mit einer Gelassenheit beschenkt zu sein, die ihm die Ereignisse der letzten Jahre verkraften lassen.
Das Piano steht hierbei und überall im Vordergrund und verleiht dem Album eine Erhabenheit, die ihresgleichen sucht. Immerhin waren Bryant-Kompositionen schon in Serien wie "Riverdale" und "People Of Earth" sowie Filmen wie "Josephine" (mit Channing Tatum) und "Glass" (von M. Night Shyamalan) zu hören.
Bewertung: 11/15 Punkten
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