Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

8.0
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(36:48, CD, Vinyl, Digital, Metro Beach / A Tant Réver Du Roi, 2019) VvvV fahren ihre Sounds auf analogen Synthesizern ab. Vintage ist das neue Cool, was vielleicht daran liegt, dass hier irgendwelche Déjà-vus am Arbeiten sind und aufgebrochen werden. Die beiden hier Aktiven, Bardou-Jacquet und Le Mage, kennt man sonst vom Techno-Outfit Franco Divine sowie den Psychedelic Doomern von Year Of No Light. Hier nun, mit VvvV, bündeln die Beiden ihre soundtechnischen Vorlieben und katapultieren uns ins EBM’n Wave’n Industrial und Electro-Beat-Universum der Achtziger. Die Maschinenbeats scheppern und marschieren. Und das nun in zweiter Instanz, ist "The Wreck" doch…

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9.0
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(24:40, CD-R, Digital, Sound In Silence, 2019) "Phantom Lights" erschien schon 2018 als limitierte Tour-CD, was so nicht bleiben konnte, da es ein größeres Publikum verdient hätte, mit den hier enthaltenen knapp 25 Minuten äußerst anschmiegsamen Sounds konfrontiert zu werden. Hauptklangkörper im Klangbild der Band ist die Hammered Dulcimer von Joel Hanson (Judgement Of Paris), wobei dessen KollegInnen wie Gitarrist und Multiinstrumentalist Richard Adams (Hood, The Declining Winter, Western Edges), Violinistin Sarah Kemp (Lanterns On The Lake, Brave Timbers), Pianist Gareth S Brown (Hood) sowie Multiinstrumentalist Chris Cole (Movietone, Manyfingers) die Musik von Memory Drawings um mehr als nur Nuancen…

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13.0
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(39:05, CD, Vinyl, Digital, Rare Noise Records, 2019) Diese Kollaboration funktioniert nun schon zum zweiten Mal und soll, dem Titel zufolge, noch eine weitere konstruktive Zusammenarbeit nach sich ziehen. Dabei entstand das erste Produkt dieser Symbiose, "Vortex", noch relativ spontan – Torn wurde von Sonar als Produzent am Bord geholt, klinkte sich dann aber ob steigender Begeisterung für das, was die Schweizer Progressive Jazzer hier inszenierten, alsbald in die Aufnahmen ein. Eine spontane Entscheidung, die Früchte tragen sollte, trafen sich die Musiker doch im Mai dieses Jahres im Studio von Sonar, um die überaus kreative Wechselwirkung des Zusammenspiels fortzusetzen. Nur…

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12.0
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(34:50, CD, Vinyl, Digital, Erased Tapes/Indigo, 2019) Anne Müller präsentiert also endlich ihr erstes Soloabum. Wobei das 'solo' wirklich für solo steht, hat die Musikerin, die bis dato auf Produktionen für und mit Lubomyr Melnyk, Ólafur Arnalds und (dem auch hier mitwirkenden) Nils Frahm zu hören war, auf "Heliopolis" von den Kompositionen bis hin zur Produktion alles im Alleingang bewältigt. Die klassisch ausgebildete Cellistin/Komponistin geht thematisch dabei bis ganz weit nach draußen, bis zu den Grenzen unseres Sonnensystems, der Heliosphäre. Also bis dorthin, wohin der Sonnenwind nicht mehr reicht. Und es einmal mehr so richtig kalt ist. Müller flaniert dezent…

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7.0
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(33:39, CD, Vinyl, Digital, Sireena Records/Broken Silence, 2019) Da hat sich einer einen Traum erfüllt. Und zwar ein Album, aufzunehmen, wie es so Anfang der Siebziger geklungen hätte. Inklusive zeitgeistige Atmos und Stimmungen. Diesen Traum erfüllte sich Jakob Künzel alias Jakob K. nun mit "Your Great Imagination". Der Musiker, der in den Siebzigern bei Schweizer Kapellen wie Hammerfest sowie der Lazy Poker Blues Band aktiv war, füllte sein Album also mit zehn Semi-Standards, bei denen mehr als nur ein dezentes Déjà-vu aufkommt. Gut, hier ist eine Phase von 'Summertime' herauszuhören ('Pale Singer'), dort gibt es ein wirkliches Wiedererkennen. Und das…

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12.0
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(56:31, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Cargo Records, 2019) Wir haben schon einige Seuchen an der Backe. Nein, nicht solche, die uns in eine so üble Lage bringen, welche die Protagonisten von "The Walking Dead" zu bewältigen haben. Doch es reicht schon aus, um mehr als nur dezente Sorgen auftauchen zu lassen. Zwar liefern uns The Shaking Sensations mit ihrem vierten Output nicht unbedingt ein Rezept, wie man diese bekämpfen könnte - obwohl man das vollmundig ankündigt. Wohl aber setzt das Ensemble aus Kopenhagen alles daran, uns ein wenig Licht in die manchmal schon extrem dystoptische Szenerie des Alltags zu bringen.…

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10.0
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(38:17, CD, Vinyl, Digital, Noisolution/Indigo, 2019) Eigentlich sind ja Claudius Abesodo Gamiel Winston King Pratt alias Gamiel Stone und Matthias Arbo Klein alias Colonel Taz aka F.W. Smolls erfolgreich bei der Reverend Shine Snake Oil Co. unterwegs. Dort scheint man aber nicht unbedingt ausgelastet zu sein, so dass dem Duo nichts anderes übrig blieb, als mit Boi Holm aka Tenboi Levinson etwas Neues zu wagen. Reduziert bis auf das absolute Minimum überzeugen Hodja nun mit schweißtreibender Energie und roher Magie, eine Kombi, mit der man inzwischen bereits mit vier Alben auf Erfolgskurs ist. Hodja verkünden auch mit "We Are The…

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10.0
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(42:29, Digital, Eigenvertrieb/Inouïe Distribution, 2019) Das muss man erst einmal checken. mokroïé zeichnen doch wirklich, inklusive „MACHINES & SOUL“, schon für acht Platten verantwortlich. Und auch „MACHINES & SOUL“ beinhaltet vor allem die Ingredienzen, die hier groß plakatiert werden – Maschinen und Seele. Erstere pluckern und stampfen zwischen EBM und Trip-Hop, die Seele lässt man hin und wieder in Bowie-esker Manier baumeln, obwohl hin und wieder Manson’sche Boshaftigkeit die manchmal zu offensichtlichen Atmos durcheinanderwirbelt. Die Vocals stammen vor allem von MC und Sänger Allonymous, der schon für The Roots, The Cinematic Orchestra, Les Nubians oder Jimi Tenor hinter dem Mikro…

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10.0
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(30:57, CD, Vinyl, Digital, The Big Oil Recording Company, 2019) Drei Jahre brauchte Anja Tietze Lahrmann für die Fertigstellung von „O Horizon“. Die Musikerin, die man als Frontfrau von Ice Cream Cathedral her kennen müsste, reduziert sich auf „O Horizon“ vom soundtechnischen Standpunkt her auf das maximale Minimum. Sparsame Sounds, hin und wieder ein paar die Szenerie auflockernde Beats und viel Freiraum für Lahrmanns Vocals, den sie auch ausnutzt. Mit ihrer Spielart von durch Vintage Electronica eingefärbtem Art Pop ist die Musikerin nicht allein auf weiter Flur, sorgen doch Aktivistinnen wie Grimes oder FKA twigs hier seit einiger Zeit für…

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9.0
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(43:09, CD, Vinyl, Digital, TonZonen Records/a>/Soulfood, 2019) Nach „The Shit Singles“ nun also „Splitter Phaser Naked“. Die DogHunters beweisen Humor. Dieser Humor färbt dann auch auf die Musik des Kölner Fünfers ab, der hiermit sein Fulltime-Debüt an den Start hievt. In Single-kompatiblen Formaten rocken sich The DogHunters durch zwölf Songs in vierzig Minuten und lassen dabei wirklich alle Hüllen fallen. Nicht, was man jetzt, auch bezogen auf den Albumtitel, denken mag. Hier offeriert man seine musikalischen Vorlieben und entblößt sich ob der stilistischen Bandbreite dabei bis auf die Knochen. Mit dem vielsagenden ‚The On Going Story Of Rodrigo Amazonas Jah…

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11.0
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(27:54, CD, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Gut, nach dem zweiten Release kann man noch nicht von Tradition sprechen. Gute eineinhalb Jahre nach ihrer EP "The Good Night" beehren uns Trita nun wiederum mit einer EP. Und das gut halbstündige Spektakel ist dermaßen abwechslungsreich geraten, dass man schon ein wenig erstaunt ist, dass hier wirklich nur eine Band am werkeln ist. Das Trio um Bassist und Sänger Taylor Froehlich hakt hier nämlich sämtliche stilistische Besonderheiten ab, die dem Postrock/-metal zu eigen sind. Dabei kommt man mit dem 'The Isolationist' beängstigend kompromissbereit und weichzeichnerisch. Beängstigend deshalb, weil man weiß, dass die Stimmung schnell…

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9.0
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(35:27, CD, Vinyl, Digital, Black Candy Records, 2019) Was für die Stimmungsmache bei Ronin zuständig ist? Vor allem die Tatsache, dass 90 Prozent der Kompositionen in Moll passieren. Mit „Bruto Minore“ präsentiert Ronin-Macher Bruno Dorella nun seine neue Band, wobei man Gitarrist/Violinist Nicola Manzan, Bassist/Klarinettist Roberto Villa sowie Schlagzeuger Alessandro Vagnoni von der einen oder anderen Band kennen müsste (The Gang, Baustelle, Bologna Violenta). Vor allem die Vorlieben seiner neuen Mitmusiker in Sachen Geige und Klarinette eröffnen Ronin nun gänzlich neue Facetten, die zwar nicht unbedingt dafür zuständig sind, dass man glaubt, es hierbei nun mit einer gänzlich neuen Band…

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11.0
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(34:00, CD, Vinyl, Digital, Sleeping Giant Glossolia, 2019) Picastro-CDs fielen schon immer durch ihre liebevolle Gestaltung auf, welche von der Band selbst kreiert wurde. Ob nun ein Scratching der Hülle oder ein selbst gemaltes Cover, die Band aus Toronto machte aus ihren Veröffentlichungen wahre Kunstwerke. Die 1998 gegründete Band um Sängerin und Gitarristin Liz Hysen veröffentlichte dann auch bis 2010 in schöner Regelmäßigkeit Platten und etablierte sich so nicht nur in ihrer Heimatstadt zur respektablen Institution in Sachen Slow-Core und Post-Rock. Danach ließ man es etwas gemäßigter angehen, brachte 2014 noch den Longplayer „You“ heraus und kommt nun, fünf Jahre…

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10.0
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(40:52, Vinyl, Digital, Escape From Today, 2019) Neben seinen mannigfaltigen Soundtracks, Kollaborationen und Arbeiten für diverse andere Musiker hat Paolo Spaccamonti wirklich noch die Zeit für solistische Avancen. Folgerichtig handelt es sich in diesem Zusammenhang um sein viertes Album unter eigenem Namen, weshalb man dem Gitarristen nicht unbedingt Untätigkeit vorwerfen kann. „Volume Quattro“ basiert dann, bis auf eine kleine Ausnahme (die Beats im bedrohlichen ‚Ablazioni‘ stammen von Davide Tomat) einzig und allein auf Spaccamontis spektakulären Gitarrensounds, die tief in Swamp-Bllues verankert sind und an jene eindringlichen Atmosphären erzeugen, die einst schon Neil Young mit seinem Soundtrack zu „Deadman“ in Szene…

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9.0
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(43:35, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Argonauta Records, 2019) Queen Elephantine konfrontieren uns mit Grenzerfahrungen in Sachen Doom’n Sludge. Die Band aus Hong Kong, die sich mittlerweile in Philadelphia niederließ, knarzt und schwurbelt auf ihrem sechsten Album und besiegt so die eigene Schwerkraft. ‚Mars‘, ‚Unbirth‘, ‚To See Eyes‘ sowie ‚Mercury‘ heißen die monolithischen Gewaltbrocken, die alles aus uns herauswuchten, was ein wenig zu locker sitzt. Mit einmal dreizehn und dreimal zehn Minuten schaffen Queen Elephantine die geeignete Basis für hypnotische Tiefenwirkungen, denen trotz gelegentlicher Härten und harscher Momente etwas Transzendentes/Hypnotisches anhaftet. Gar nicht zierlich windet sich der Dickhäuter durch eiskristalline Soundstrukturen,…

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7.0
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(42:21, Vinyl, Digital, BeCoq Records, 2019) Ssssssspektttttttakkkkkkulärrr? Wwwwwwegwwwwweisenddd? Sicher, aber und auf jeden Fall mächtig innnnteeeressssssannnt. Es war das Timezone-Festival, als sich der Percussionist Giovanni Todisco, Synthesist Giuseppe Candiano alias Trrmà und der amerikanische Komponist/Pianist Charlemagne Palestine über den Weg liefen, das gegenseitige Schaffen für gut befanden und es so ebenfalls für gut befanden, eine Kollaboration in die Wege zu leiten. Diese passierte dann auch gleich hier, im italienischen Bari. Die hieraus resultierenden „sssseegmmeentss frrooom baaari“ beinhalten dann derer zwei, nämlich jeweils über zwanzigminütige freigeformte Tracks, die ihre Kraft und Suspense aus dem Augenblick ziehen. Langsam aber sicher kommen die…

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9.0
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(56:01, Digital, Eigenvertrieb, 2019) „It was made inside a hospital during a one year treatment against cancer…“. Womit das aktuelle Album des brasilianischen Elektronikers André Perim zu einer wahrhaften Herzensangelegenheit wurde. Und dieser Umstand mag dann auch eventuell die melancholische Düsternis erklären, welche die Basis der „Side Effects“ bildet. So startet der Elektroniker dann auch dementsprechend nachdenklich mit ‚Digital Drugs‘, derweil dieser Art Drogen schon fast ausreichend sind, den Hörer in einen dämmerähnlichen Zustand zu versetzen. Derweil die hoch modulierten Synthesizerklänge in ‚Egodrome‘ - mit seinen siebzehn Minuten einer der beiden Hauptracks - ‚Echoes‘-Ambivalenzen zulassen, gerät das ebenfalls in seiner…

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11.0
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(41:25, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) „If ‚The Court Of The Crimson King‘ was never produced, if France Gall had no reason to sing, what have been the muse?“ Das sind wirklich essentielle Fragen, die uns ‚The Baptist Preacher‘ anfangs hier stellt. Fragen, die wir uns so noch nie gestellt haben. Man möchte zwar nicht wissen, in welchem Gehirn man hier festsitzt, eben dieses wabert aber Lavalampengleich vor einer bunten Energie, die alles in sich bündelt, was einst, und hier ist die Zeit vor 40 bis 50 Jahren gemeint, irgendwie hip war. Die Orgel dräut auf krautrockigen Pfaden (der…

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7.0
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(40:07, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/La Face Cachée, 2019) Ein Doppelnelson kann beim Gegner reichlich unangenehme Auswirkungen zur Folge haben, die bis hin zu Verletzungen der Halswirbel führen können. Also, am besten einen großen Bogen um Double Nelson machen? Nicht unbedingt. Obwohl die Band/das Duo, das mittlerweile schon seit 1986 zusammen ist und (so etwas wie) Musik macht, schon reichlich grenzwertig ist. Anhand der bisherigen Lebensdauer kann man davon ausgehen, dass Double Nelson schon jede Menge auf dem Kerbholz haben müssten. Haben sie auch. So ist „Erreur 89450“ das neunte Album der Institution, die sich schon mal als Trio zeigte,…

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10.0
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(19:37, CD, Digital, Atypeek Diffusion/Le Cri du Charbon, 2019) Wie muss man drauf sein, um so einen Sound zu fahren, wie es Shelter aktuell auf ihrer EP tun? Sicher reichlich schräg. Der mit Speed-Attacken beseelte Mathrock der Lyoner verdankt seinen Jazz-Aspekt einer durch diverse Filter und Effektgeräte gefeuerten Trompete, die an den Grenzbereichen des noch Aushaltbaren herumschmirgelt. Veröffentlicht schon in 2017, wird der 4-Track-Shortplayer nun via Atypeek rereleased, womit „Spetsnaz“ nun als physisches Relikt über den oder die geneigten Hörer kommt. Hier bekommt der Begriff ‚Brutal Prog‘, der vor kurzem irgendwo herumgeisterte, eine gänzlich neue Bedeutung. Dass es die Gitarren,…

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