(38:17, CD, Vinyl, Digital, Noisolution/Indigo, 2019) Eigentlich sind ja Claudius Abesodo Gamiel Winston King Pratt alias Gamiel Stone und Matthias Arbo Klein alias Colonel Taz aka F.W. Smolls erfolgreich bei der Reverend Shine Snake Oil Co. unterwegs. Dort scheint man aber nicht unbedingt ausgelastet zu sein, so dass dem Duo nichts anderes übrig blieb, als mit Boi Holm aka Tenboi Levinson etwas Neues zu wagen. Reduziert bis auf das absolute Minimum überzeugen Hodja nun mit schweißtreibender Energie und roher Magie, eine Kombi, mit der man inzwischen bereits mit vier Alben auf Erfolgskurs ist. Hodja verkünden auch mit "We Are The…
Autor: Carsten Agthe
(42:29, Digital, Eigenvertrieb/Inouïe Distribution, 2019) Das muss man erst einmal checken. mokroïé zeichnen doch wirklich, inklusive „MACHINES & SOUL“, schon für acht Platten verantwortlich. Und auch „MACHINES & SOUL“ beinhaltet vor allem die Ingredienzen, die hier groß plakatiert werden – Maschinen und Seele. Erstere pluckern und stampfen zwischen EBM und Trip-Hop, die Seele lässt man hin und wieder in Bowie-esker Manier baumeln, obwohl hin und wieder Manson’sche Boshaftigkeit die manchmal zu offensichtlichen Atmos durcheinanderwirbelt. Die Vocals stammen vor allem von MC und Sänger Allonymous, der schon für The Roots, The Cinematic Orchestra, Les Nubians oder Jimi Tenor hinter dem Mikro…
(30:57, CD, Vinyl, Digital, The Big Oil Recording Company, 2019) Drei Jahre brauchte Anja Tietze Lahrmann für die Fertigstellung von „O Horizon“. Die Musikerin, die man als Frontfrau von Ice Cream Cathedral her kennen müsste, reduziert sich auf „O Horizon“ vom soundtechnischen Standpunkt her auf das maximale Minimum. Sparsame Sounds, hin und wieder ein paar die Szenerie auflockernde Beats und viel Freiraum für Lahrmanns Vocals, den sie auch ausnutzt. Mit ihrer Spielart von durch Vintage Electronica eingefärbtem Art Pop ist die Musikerin nicht allein auf weiter Flur, sorgen doch Aktivistinnen wie Grimes oder FKA twigs hier seit einiger Zeit für…
(43:09, CD, Vinyl, Digital, TonZonen Records/a>/Soulfood, 2019) Nach „The Shit Singles“ nun also „Splitter Phaser Naked“. Die DogHunters beweisen Humor. Dieser Humor färbt dann auch auf die Musik des Kölner Fünfers ab, der hiermit sein Fulltime-Debüt an den Start hievt. In Single-kompatiblen Formaten rocken sich The DogHunters durch zwölf Songs in vierzig Minuten und lassen dabei wirklich alle Hüllen fallen. Nicht, was man jetzt, auch bezogen auf den Albumtitel, denken mag. Hier offeriert man seine musikalischen Vorlieben und entblößt sich ob der stilistischen Bandbreite dabei bis auf die Knochen. Mit dem vielsagenden ‚The On Going Story Of Rodrigo Amazonas Jah…
(27:54, CD, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Gut, nach dem zweiten Release kann man noch nicht von Tradition sprechen. Gute eineinhalb Jahre nach ihrer EP "The Good Night" beehren uns Trita nun wiederum mit einer EP. Und das gut halbstündige Spektakel ist dermaßen abwechslungsreich geraten, dass man schon ein wenig erstaunt ist, dass hier wirklich nur eine Band am werkeln ist. Das Trio um Bassist und Sänger Taylor Froehlich hakt hier nämlich sämtliche stilistische Besonderheiten ab, die dem Postrock/-metal zu eigen sind. Dabei kommt man mit dem 'The Isolationist' beängstigend kompromissbereit und weichzeichnerisch. Beängstigend deshalb, weil man weiß, dass die Stimmung schnell…
(35:27, CD, Vinyl, Digital, Black Candy Records, 2019) Was für die Stimmungsmache bei Ronin zuständig ist? Vor allem die Tatsache, dass 90 Prozent der Kompositionen in Moll passieren. Mit „Bruto Minore“ präsentiert Ronin-Macher Bruno Dorella nun seine neue Band, wobei man Gitarrist/Violinist Nicola Manzan, Bassist/Klarinettist Roberto Villa sowie Schlagzeuger Alessandro Vagnoni von der einen oder anderen Band kennen müsste (The Gang, Baustelle, Bologna Violenta). Vor allem die Vorlieben seiner neuen Mitmusiker in Sachen Geige und Klarinette eröffnen Ronin nun gänzlich neue Facetten, die zwar nicht unbedingt dafür zuständig sind, dass man glaubt, es hierbei nun mit einer gänzlich neuen Band…
(34:00, CD, Vinyl, Digital, Sleeping Giant Glossolia, 2019) Picastro-CDs fielen schon immer durch ihre liebevolle Gestaltung auf, welche von der Band selbst kreiert wurde. Ob nun ein Scratching der Hülle oder ein selbst gemaltes Cover, die Band aus Toronto machte aus ihren Veröffentlichungen wahre Kunstwerke. Die 1998 gegründete Band um Sängerin und Gitarristin Liz Hysen veröffentlichte dann auch bis 2010 in schöner Regelmäßigkeit Platten und etablierte sich so nicht nur in ihrer Heimatstadt zur respektablen Institution in Sachen Slow-Core und Post-Rock. Danach ließ man es etwas gemäßigter angehen, brachte 2014 noch den Longplayer „You“ heraus und kommt nun, fünf Jahre…
(40:52, Vinyl, Digital, Escape From Today, 2019) Neben seinen mannigfaltigen Soundtracks, Kollaborationen und Arbeiten für diverse andere Musiker hat Paolo Spaccamonti wirklich noch die Zeit für solistische Avancen. Folgerichtig handelt es sich in diesem Zusammenhang um sein viertes Album unter eigenem Namen, weshalb man dem Gitarristen nicht unbedingt Untätigkeit vorwerfen kann. „Volume Quattro“ basiert dann, bis auf eine kleine Ausnahme (die Beats im bedrohlichen ‚Ablazioni‘ stammen von Davide Tomat) einzig und allein auf Spaccamontis spektakulären Gitarrensounds, die tief in Swamp-Bllues verankert sind und an jene eindringlichen Atmosphären erzeugen, die einst schon Neil Young mit seinem Soundtrack zu „Deadman“ in Szene…
(43:35, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Argonauta Records, 2019) Queen Elephantine konfrontieren uns mit Grenzerfahrungen in Sachen Doom’n Sludge. Die Band aus Hong Kong, die sich mittlerweile in Philadelphia niederließ, knarzt und schwurbelt auf ihrem sechsten Album und besiegt so die eigene Schwerkraft. ‚Mars‘, ‚Unbirth‘, ‚To See Eyes‘ sowie ‚Mercury‘ heißen die monolithischen Gewaltbrocken, die alles aus uns herauswuchten, was ein wenig zu locker sitzt. Mit einmal dreizehn und dreimal zehn Minuten schaffen Queen Elephantine die geeignete Basis für hypnotische Tiefenwirkungen, denen trotz gelegentlicher Härten und harscher Momente etwas Transzendentes/Hypnotisches anhaftet. Gar nicht zierlich windet sich der Dickhäuter durch eiskristalline Soundstrukturen,…
(42:21, Vinyl, Digital, BeCoq Records, 2019) Ssssssspektttttttakkkkkkulärrr? Wwwwwwegwwwwweisenddd? Sicher, aber und auf jeden Fall mächtig innnnteeeressssssannnt. Es war das Timezone-Festival, als sich der Percussionist Giovanni Todisco, Synthesist Giuseppe Candiano alias Trrmà und der amerikanische Komponist/Pianist Charlemagne Palestine über den Weg liefen, das gegenseitige Schaffen für gut befanden und es so ebenfalls für gut befanden, eine Kollaboration in die Wege zu leiten. Diese passierte dann auch gleich hier, im italienischen Bari. Die hieraus resultierenden „sssseegmmeentss frrooom baaari“ beinhalten dann derer zwei, nämlich jeweils über zwanzigminütige freigeformte Tracks, die ihre Kraft und Suspense aus dem Augenblick ziehen. Langsam aber sicher kommen die…
(56:01, Digital, Eigenvertrieb, 2019) „It was made inside a hospital during a one year treatment against cancer…“. Womit das aktuelle Album des brasilianischen Elektronikers André Perim zu einer wahrhaften Herzensangelegenheit wurde. Und dieser Umstand mag dann auch eventuell die melancholische Düsternis erklären, welche die Basis der „Side Effects“ bildet. So startet der Elektroniker dann auch dementsprechend nachdenklich mit ‚Digital Drugs‘, derweil dieser Art Drogen schon fast ausreichend sind, den Hörer in einen dämmerähnlichen Zustand zu versetzen. Derweil die hoch modulierten Synthesizerklänge in ‚Egodrome‘ - mit seinen siebzehn Minuten einer der beiden Hauptracks - ‚Echoes‘-Ambivalenzen zulassen, gerät das ebenfalls in seiner…
(41:25, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) „If ‚The Court Of The Crimson King‘ was never produced, if France Gall had no reason to sing, what have been the muse?“ Das sind wirklich essentielle Fragen, die uns ‚The Baptist Preacher‘ anfangs hier stellt. Fragen, die wir uns so noch nie gestellt haben. Man möchte zwar nicht wissen, in welchem Gehirn man hier festsitzt, eben dieses wabert aber Lavalampengleich vor einer bunten Energie, die alles in sich bündelt, was einst, und hier ist die Zeit vor 40 bis 50 Jahren gemeint, irgendwie hip war. Die Orgel dräut auf krautrockigen Pfaden (der…
(40:07, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/La Face Cachée, 2019) Ein Doppelnelson kann beim Gegner reichlich unangenehme Auswirkungen zur Folge haben, die bis hin zu Verletzungen der Halswirbel führen können. Also, am besten einen großen Bogen um Double Nelson machen? Nicht unbedingt. Obwohl die Band/das Duo, das mittlerweile schon seit 1986 zusammen ist und (so etwas wie) Musik macht, schon reichlich grenzwertig ist. Anhand der bisherigen Lebensdauer kann man davon ausgehen, dass Double Nelson schon jede Menge auf dem Kerbholz haben müssten. Haben sie auch. So ist „Erreur 89450“ das neunte Album der Institution, die sich schon mal als Trio zeigte,…
(19:37, CD, Digital, Atypeek Diffusion/Le Cri du Charbon, 2019) Wie muss man drauf sein, um so einen Sound zu fahren, wie es Shelter aktuell auf ihrer EP tun? Sicher reichlich schräg. Der mit Speed-Attacken beseelte Mathrock der Lyoner verdankt seinen Jazz-Aspekt einer durch diverse Filter und Effektgeräte gefeuerten Trompete, die an den Grenzbereichen des noch Aushaltbaren herumschmirgelt. Veröffentlicht schon in 2017, wird der 4-Track-Shortplayer nun via Atypeek rereleased, womit „Spetsnaz“ nun als physisches Relikt über den oder die geneigten Hörer kommt. Hier bekommt der Begriff ‚Brutal Prog‘, der vor kurzem irgendwo herumgeisterte, eine gänzlich neue Bedeutung. Dass es die Gitarren,…
(42:33, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Irgendwie kommen hierbei Assoziationen zu einer Band wie Sunn O))) auf, die allerdings komplett in die Irre führen, weil echolons))) - spätestens seit die Triple-Klammer das Bandkonterfei ziert - mehr als eine Schippe Echos in ihren Sound packten und mit ihrer EP „Mount Neverest“ fast in die Nähe von Biffy Clyro und Mars Volta gerückten waren. Nun also das zweite Album, mit welchem man sich eine eigene Nische zimmert, die bezüglich des hier Dargebotenen überdimensioniert bemessen wurde. Hier trifft alles zusammen, was zusammen gehört – progressive Ausuferungen, lässiger, anschmiegsamer Postrock, krawalliger Alternative Pop…
(43:21, CD, Vinyl, Digital, 4AD/Rough Trade, 2019) Dass einem die sieben Jahre zwischen dem letzten offiziellen Efterklang-Album „Pyramida“ und dem neuen Werk „Altid Sammen“ gar nicht einmal so lang erschienen sind, mag wohl daran liegen, dass zwischendurch das Live-Zeugnis „The Pyramida Concert“ sowie die bandeigene Oper „Leaves: The Colour Of Falling“ erschienen und die Mitglieder mit Liima ein Sideproject an den Start hievten, welches nun auch schon zwei Veröffentlichungen vor-weisen kann. Nach dieser mehr oder weniger intensiven Auszeit stehen die Weichen nun auf Zäsur und Neuanfang. Denn es hat sich doch ein wenig geändert bei Casper Clausen, Mads Brauer und…
(47:20, CD, Vinyl, Digital, Prophecy Productions/Soulfood, 2019) Dieses Debüt macht sich nach einer gefeierten Tour mit den kultigen Amenra mehr als notwendig. E-L-R beeindrucken auch auf "Mænad" mit hypnotischem Metalriffing, welches einen schon in erster Instanz in seinen Bann zieht, wöhrend man sich nach und nach in einem Netz aus schamanischen Vocals, Voodoo-Rhythmen und selbstvergessenem Abdriften in dunkelbunte Refugien verheddert. E-L-R, das sind Gitarristin S.M., Bassistin I.R. sowie Schlagzeuger M.K., und obwohl die Schweizer den extravaganten sphärisch erhebenden Doom nicht neu erfunden haben, machen die dabei doch eine überaus gute Figur. Scheinbar endlos schleifen sich transzendente metallische Breitseiten durch Raum…
(36:51, CD, Digital, Atypeek Music / Bruillance, 2019) Die Info ist so gut, die muss jetzt erst einmal zum Besten gegeben werden: „Dead Hippies is five guitars (Fender Jazzmaster) on stage, live they offer to reconcile body and mind, dance and pure feedback; a bit like Foreign Beggars flirting with Mogwai or Sonic Youth being remixed by The Bloody Beetroots.“ Was in ungefähr beschreibt, was bei den Dead Hippies alles so abgeht beziehungsweise zu erwarten ist. Die Hippies sind tot, es leben die Hippies. Auf "Resister" kollabiert die Institution aus Nantes mit einem Tohuwabohu aus Noise, Elektro, Gaga und Punkrock.…
(22:19, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Rosetta überraschen uns immer wieder mit sympathischen Kleinformaten, welche es dann auf der bandeigenen Bandcamp-Seite dann auch zum ‘name your price’-Tarif gibt. Nach dem gar gewaltigen Album "Utopioid", welches vor zwei Jahren erschien, ‚beglückte‘ uns das Postrock‘n Metal Collective from Philadelphia Anfang diesen Jahres mit der überaus sympathischen "Sower Of Wind"-EP (die es nebenbei in verschiedenen Farbvariation als Vinyledition beim ebenso sympathischen Label Pelagic Records gibt), so folgt in noch nicht einmal Jahresfrist mit "Terra Sola" ein weiteres Kleinod, das auf gerade einmal zwanzig Minuten eine Menge zu bieten hat. Das gewaltige Titelstück, das mehr als…
(52:33, Vinyl, Digital, Dunk! Records, 2019) Das Genre des Post-Rock meint es in der letzten Zeit mit Gewaltigkeiten überaus gut mit uns. Nun kommt mit Ranges eine weitere dieser Art. Verzückte uns das Quartett aus Montana vor zwei Jahren schon einmal mit ihrem Vollzeitepos "The Ascensionist", so gibt es nun mit "Babel" eine satte Effektsteigerung. Hier vertonte man den Turmbau von Babel als mächtig gewaltige Postrock-Materialschlacht mit allem, was das Herz der Anhänger dieser soundtechnisch meist instrumental gehaltenen Musikspezies begehrt. Und so machen sich Ranges daran, Schicht für Schicht an Sound übereinanderzustapeln. Wobei der Bau recht zügig von sich geht,…