Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

11.0
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(35:04, CD, Vinyl, Digital, !K7 / Indigo, 2020) „We don’t live in a bubble, we are not too big to fail...“ sinniert Clock-Opera-Sänger Guy Connelly bereits im Opener, der ersten Single-Auskopplung ‚Be Somebody Else‘, und weist so schon darauf hin, dass sich eine Menge geändert hat und noch ändern wird. Und das im Makro- sowie auch im Mikrokosmos. Familiäre Veränderungen sowie der Weggang von Gitarrist Andrew West, was die Band zum Trio schrumpfen ließ, hat zunächst im kleinen Bereich viel dazu beigetragen, dass alles schon ein wenig anders ist in der Welt der Londoner Institution. Nach ihren schon ein wenig…

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10.0
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(76:12, CD, Sireena Records / Brokensilence, 2020) Sicher ist Phil Shoenfelt eine Hausnummer. Mit seiner ersten Band, dem Khmer Rouge, spielte er Anfang der 90er regelmäßig im kultigen CBGB’s in New York, tourte zusammen mit Nick Cave, The Fall, The Clash oder The Gun Club und veröffentlichte bis heute über dreißig Platten. Mit seinen Bands Southern Cross (Prag) sowie Fatal Shore und Dim Locator (Berlin) ist der schon seit Längerem in Prag lebende Musiker noch immer regelmäßig auf Tour. Mit „Cassandra Lied“ gibt es indes Phil Shoenfelt pur, wobei Gastmusiker auf den Soloplatten des dunklen Singer-/Songwriters schon immer willkommen waren.…

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11.0
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(34:26, Vinyl, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Orange Swan haben mehrere Optionen (beziehungsweise Perspektiven) auf der Habenseite. Erst sind da die flirrenden, postrockenden Gitarr-Eneskapaden, die sich bis zum Gehtnichtmehr verdichten und mit welchen das Trio schon auf dem Opener ‚The Hulking Lows‘ eine immens Suspense los tritt. Eine Suspense, die sich dann in metallische Lavabecken (Option zwei) ergießt und hierbei dann auch ihre spannungsfördernde Auflösung erfährt. Dass schon dieser Track die elf Minuten stemmt, kann als Überleitung vom Debütalbum „Sealed“ gesehen werden, auf dem sich Orange Swan schon einmal in epischen Formen (und Farben) austobten. Mit knapp 35 Minuten ist das zweite…

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11.5
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(54:23, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records / Cargo, 2020) Ein wenig Tohuwabohu herrschte schon bei den japanischen Vorzeige-Post-Hardcore-Recken. 2016 verließ die Hälfte der Musiker die Band, inklusive Sänger Tetsuya Fukagawa. Als der verbliebene Rest 2018 endlich Ersatz fand, stand auch Fukagawa wieder auf der Matte und alles konnte wie gewohnt weitergehen. Fast. Denn plötzlich warten Envy mit einer dreifach besetzten Gitarrenspitze auf, was den sowieso schon druckvollen und energischen Sound nur noch druckvoller und energischer werden lässt. So kommen soundtechnisch hoch versierte Temperamentsausbrüche wie 'Statement Of Freedom', 'A Faint New World', 'Fingerprint Mark' und das wie befreiend wirkende 'Marginal Thread'…

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11.0
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(76:37, CD, Vinyl, Digital, RareNoiseRecords, 2020) Auf ihr spezielles Umfeld bezogen ist das hier ein Treffen der Superlative. Schlagzeuger Bobby Previte, der für und mit Musikern wie Tom Waits, Marc Ducret oder Victoria Williams spielte und darüber hinaus für epochale Soundtracks wie Robert Altmans „Short Cuts“ zuständig zeichnete, Keyboarder Jamie Saft und Gitarrist Nels Cline, der seit 2004 gitarrentechnisch frischen Wind in die Band Wilco brachte, veranstalteten im letzten Jahr eine kurze Tour, welche nun dieses Album zur Folge hat. Auf „Music From The Early 21st Century“ machen die Musiker, was sie am besten können, nämlich nach bestem Wissen und…

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10.0
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(40:58, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Longrail Records, 2020) Hier haben wir es wie es aussieht mit einer bedrohten Spezies zu tun – The Glad Husbands. Es soll ja nicht mehr so viele Exemplare hiervon geben, die letzten verbliebenen sind längst nur noch in abgeschirmten Reservaten zu beobachten. Nun lärmt das italienische Trio schon seit 2011 unter diesem Moniker und gibt sich auch sonst recht aufgeschlossen. Mit dem Album „God Bless The Stormy Weather“ legten The Glad Husbands noch im selbigen Jahr den Grundstein für ihre Karriere und gaben sich dann eben so – als "stormy weather", welches weitaus mehr war…

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11.0
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(42:02, CD, Vinyl, Digital, Dunk! Records, 2019) "Wir wollen, dass die Leute Hoffnung und Freude von unserer Platte mit nach Hause nehmen und nicht, dass sie traurig und verzweifelt sind, wie es sonst bei Postrock- oder Instrumentalmusik üblich ist. Wir versuchen, etwas Positives zu vermitteln." Gitarrist Bruce Malley und seine Band Pray For Sound wissen genau, was sie mit ihrem neuen - dem vierten - Album erreichen wollen. Nicht, dass Pray For Sound nun in regelrechte Jubelarien ausbrechen, trotzdem ist man hin und wieder kurz davor. Und es scheint wirklich, dass uns das Quartett aus Boston auf "Waves" ein wenig…

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10.0
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(59:51/59:59/58:35, CD, Digital, Aural Films, 2019) Der Weltraum, unendliche Weiten… Ebenso könnten die Bestrebungen dieser von Aural Films initiierten "Astronauts"-Reihe beginnen: "Astronauts is a series of releases by electronic space music artists inspired by the NASA moon landing and exploration of the universe", womit die Intentionen hinter allem hier wohl ein wenig klarer scheinen. 2019 jährte sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal und obwohl danach bezüglich der Eroberung des Kosmos beziehungsweise besagter unendlicher Weiten nicht mehr allzu viel passiert ist, ist das allemal ein Grund, dieses Ereignis gebührend abzufeiern. Den Anfang machte Christian Fiesel, Michael Brückner folgt gleich mit einem…

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10.0
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(40:59, Vinyl, Digital, Subsound Records, 2019) Die Pleiadees debütieren mit einer EP, welche es mit 20-, zehn- sowie elfminütigen Übergewichten auch hinsichtlich der Spielzeit ganz gut meint. Diese ausladenden Strukturen sind für den Sound, den das italienische Trio hier fährt, dann auch zwingend notwendig, brauchen die Kolosse in Dark Jazz eben diesen Raum zum großzügigen Manövrieren. Überhaupt ist auf "Pleiadees" alles ein wenig größer und weiter als üblich bemessen – 'How to step out of solidity and vaporize yourself', 'They offer platitudes, you will learn to breathe underwater' und 'A diamond hidden in the mouth of a dragon' nennen sich…

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11.0
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(47:08, Vinyl, Digital, Big Scary Monsters/Art As Catharsis, 2020) Anfänglich wirkend wie der nächste Kandidat auf das Rennen zum Anwärter auf den nächsten Queens Of The Stone Age-Lookalike, wissen InTechnicolour ihre Vorzüge doch tatsächlich nach und nach hervorzuheben. Es scheint, als ob das Quartett aus dem englischen Brighton anfänglich erst einmal Dampf ablassen muss, was die schnell durchgehechelten Stonerbrocken ‚Miami Funk‘, ‚Under The Sun‘ und ‚Big Sleeper‘ auch erklären dürfte. Bezüglich ‚Under The Sun‘ könnte gerade dieser Track ob seines Riffs und Melodieführung als ‚No One Knows‘ (QOTSA) Part II durchgehen. Nun wollen wir InTechnicolour aber mitnichten Epigonentum unterstellen, weil…

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10.5
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(65:35, CD, Vinyl, Digital, Shunu Records, 2019) Keine leichte Sache, die sich das Kompressor Experiment hier vorgenommen hat. Und zwar wird durch die schweizerische Institution hier versucht, Stanley Kubricks philosophischen Weltraum-Klassiker „2001: A Space Odyssey“ in entsprechende Musik zu fassen. Das Resultat kommt derweil weniger philosophisch, dafür eher überaus monolithisch daher. Und auch wirklich tragen hier vor allem die epischen Ausuferungen diese Charaktereigenschaft im Titel. So nimmt der auf drei Parts aufgedröselte 'Monolith' mit insgesamt 35 Minuten schon mehr als die Hälfte der hierfür vorgesehenen Spielzeit ein. Macht Sinn, ist es doch eben jener Monolith, der mit seiner Symbolkraft neben…

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10.5
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(69:05, CD, Digital, Eigenvertrieb, 2020) Im März 2009 erschien mit „Dependere“ das Debütalbum der Dresdener Progressive Metaller THYBEAUX. Nun ganze elf Jahre später folgt mit dem nach der Band selbst betitelten zweiten Werk nun doch endlich der Nachfolger. "This album evolved between 2009 and 2018‘"gibt die Band selbst zu Protokoll und zeigt damit an, dass sie mitnichten die lange Zeit zwischen den beiden Album untätig gewesen ist, sondern dass man diese Zeit auch wirklich genutzt hat. Nun ist „THYBEAUX“, das Album, auch aus jedem Blickwinkel gewaltig, wohl durchdacht und ausgefeilt: Angefangen von der Spielzeit von (in der CD-Ausgabe) siebzig Minuten,…

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10.0
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(35:31, CDr, Digital, Sound In Silence, 2020) Beim Label Sound In Silence ist der Titel Programm, räkelt man sich doch auf allen seinen Releases in einem wohligen Spannungsfeld aus Electronica und Ambient, wobei das mit der ‚Spannung‘ dann schon eher mit Entspannung in Verbindung zu bringen ist. worriedaboutsatan nun, welches als Einmannprojekt von Gavin Miller begann, mit Thomas Ragsdale zum Duo avancierte, nur um Mitte letzten Jahres wieder zum ursprünglichen Solounternehmen zurückzukehren, passt sich mit seinem jüngsten Release voll und ganz den Intentionen seines neuen Labels an. Hier auf „Crystalline“ inszeniert Miller Flächen, die sich deutlich reduzierter als bisherige soundtechnische…

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13.0
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(54:54, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2020) Mit „Metempsychosis“ wandeln Hubris. tief in der griechischen Antike und lassen dabei Protagonisten wie ‚Hepius‘ (=Asclepius), ‚Dionysus‘, ‚Adonis‘, ‚Icarus‘, ‚Dadelius‘ sowie ‚Heracles‘ auflaufen. So gerät das zweite Album der schweizerischen Postrock-Fraktion zur musikalischen Wandelhalle für Götter, Helden und Antihelden, wobei jede der hier agierenden Figuren seinen angemessenen Platz zugewiesen bekommt. Hier, auf „Metempsychosis“, reinkarnieren diese zu gewaltig ausladenden Soundflächen, in welchen sich deren glorreichen oder gar nicht einmal so glorreichen Taten widerspiegeln. Die (fast) durchweg zehnminütigen Klanggebilde (dass gerade der ‚Icarus‘ mit fünf Minuten eher ein bescheidenes Dasein fristet, mag dessen abruptes…

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9.5
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(44:45, CDr, Digital, Sound In Silence, 2020) Wenn man denkt, es geht nimmer entspannter und entschleunigter, dann kommt irgendwann ein neues Ambient-Album um die Ecke, das einen sofort eines Besseren belehrt. Nun ist Lee Nicholson, der Verursacher dieser ganzen unaufgeregten Aufregung, mitnichten Neuling oder Eleve, macht der Kanadier doch schon seit über zwanzig Jahren mehr oder minder sphärische Musik – erst bei Bands und Projekten wie Formula One und Domstic4, dann als Duo mit Future Peasant oder solistisch als Electrohome. Mit „Music For The Towers“ veröffentlicht Nicholson nunmehr sein drittes Album als Test Card, wobei er sich dieses Mal noch…

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10.0
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(43:32, CD, Digital, Eigenproduktion, 2019) Oooops, das klingt doch hochdramatisch: ‚For fans of Karnivool, Tool, Porcupine Tree, Katatonia, Riverside ...‘. Da wurden aber gleich einmal die ganz Großen heran bemüht. Blasphemie und Sakrileg? Immerhin muss sich die 2016 gegründete französische Band erst einmal in den stürmischen Gestaden des Progressive Rocks bzw. Metals behaupten. Und das taten Catchlight in erster Instanz und mit dem Debütalbum „Amaryllis“ von 2017, das durchaus in eben jene Nische der o.a. Protagonisten zielte. Und nun das zweite Album, das vom Titel für Großes gemacht wurde (da harren wir doch der Dinge, die noch kommen sollen) und…

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8.5
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(36:43, CD, Vinyl, Digital, Crazysane Records, 2020) Der goldene Knochenbrecher geht an dieser Stelle an Grin, die mit „Translucent Blades“ bezüglich harter, spröder und knochentrockener Heftigkeit den Vogel abgeschossen haben. Sabine (Bass) und Jan Oberg (der ganze ‚Rest‘, ja, wir haben es hier doch wirklich mit einem Ehepaar zu tun, was man in diesem Metier so oft nicht antrifft) machen dann auch niemals einen Hehl daraus, wo ihre Intentionen zu suchen und hinsichtlich ihres zweiten Albums wohl auch zu finden sind – im kompromisslosen Sludge. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn auch Harmonien fehl am Platz sind – das…

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12.0
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(52:16, CD, Vinyl, Digital, Napalm Records/Universal, 2019) Die Schweizer entwickeln sich immer weiter zu einer unverzichtbaren Bank - einer Wohlfühlgarantie zwischen psychoaktivem Drahtseilakten und geerdeter Stonerplauze. Derweil man bisher sowieso in ferne Welten vorgestoßen ist, die nie ein Mensch zuvor gesehen beziehungsweise sich erhört hatte („The 5th Sun“, „Beyond The Black Sky“, „Astra Symmetry“), werden mit Album Nummer sechs erneut die Tore zu höheren Dimensionen und Sphären aufgestoßen. Von letzteren gibt es hierbei ganze sechs – ‚Spirals‘, ‚Axis‘, ‚Prism‘, ‚Mass‘, ‚Ida‘, ‚Ellipsis‘ …, kurz, knapp, prägnant und leicht zu merken. Und schon von Anbeginn, quasi aus der Ursuppe bewusstseinserweiternder Wabermasse,…

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7.0
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(45:21, CD, Digital, Sound In Silence, 2019) Stéphane Recrosio hat doch wirklich schon einen ganzen Stapel an Veröffentlichungen vorzuweisen. Und das nicht nur mit Acetat Zero, seinem Hauptprojekt, sondern vor allem mit Astatine, das schon als Soloding durchgehen kann. Hier hat sich der Pariser Musiker hauptsächlich auf Lo-Fi festgelegt. Ganze zwanzig Stücke umfasst "Global Exposure", wobei die Charakteristik "Stück" den hier vorliegenden Sachverhalt am besten beschreibt. Weil man sich als Hörer strikt weigert, den eher wie schnell angefertigte Skizzen wirkenden Stillleben das Prädikat Song aufdrücken zu wollen. Global Exposure by AstatineZwar gibt es homöopathische Versuche in die Song-Richtung, was vor…

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11.0
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(27:02, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Gut, nach zwei ausschließlich digitalen Releases ist es noch nicht an der Zeit darüber zu spekulieren, ob sich Walk Among Statues auf Kleinformate spezialisieren. Jedenfalls kommt die Band aus Wroclaw nach ihrem Debüt, welches gerade einmal zwei Tracks umfasste, nun auch wieder mit einer EP, die, was den Umfang anbelangt, auch nicht unbedingt schwerer wiegt. Aber, wie heißt es so schön, auf den Inhalt kommt es an. Und dieser hat es hörbar in sich. Mit den drei Neunminütern 'When', 'The Last Man' sowie 'Burst' (die vom Titel her schon einmal auf den Konzeptcharakter des Ganzen hinweisen)…

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