Bolt Gun – Begotten

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Bolt Gun - Begotten (Art As Catharsis, 2020) (56:27, Digital, Art As Catharsis, 2020)
In Sound gepackter Schmerz. Bolt Gun machen ihrem Namen einmal mehr alle Ehre und hieven die zu Musik gewordene Pein und Ausweglosigkeit in eine neue Dimension. Sicher ließ sich ein Werk wie das letzte Album der Band aus dem australischen Fremante – „Man Is Wolf To Man“ (2017, hier Carstens Rezension) – in all seiner greifbaren Tristesse und sich schmerzhaften Windens nicht nochmals wiederholen, geschweige denn übertreffen. Somit vollzog das Quartett um Scream-Weirdo Andrew Trevenen und Schlagzeugerin (!) Talya Valenti nun eine dezente Phasenverschiebung. Noise kollabiert mit Metal, Post Rock und Ambient, wobei „Begotten“ durchaus so geartet ist, dass sich auch ein ‚Black‘ als voranstehendes Charakteristikum exzellent machen würde.

Der Opener ‚Existence is Exile – Nothingness, Home‘ gibt sich als instrumentales Stillleben, bei dem still dieses Mal auch wirklich zutrifft. Mit seinen schweren Keyboardflächen, den dezenten Gitarrenlicks und der bis zum Bersten gespannten Atmosphäre gibt sich der Track als ein ‚Shine On You Crazy Diamond‘ aus einem in schwarz getauchten Paralleluniversum. Das nachfolgende ‚They Herd Together To Bleat Their Hopes‘ gibt sich als schlingerndes Nachtschattengewächs, wobei auch hier die Intentionen der Band nach entsprechend eindringlichen Moods offen zu Tage treten. Erst auf ‚How Long The Same?‘ tritt Trevenen in Erscheinung und ist auch umgehend präsent.

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW14/2020

Wo sich bisher ein Hort trügerischer Entspannung breitmachte, die durchaus mit den Eigenschaften von Institutionen wie Swans oder Bohren & der Club Of Gore liebäugelte, schlägt die Stimmung umgehend in verzweifelte Seelenpein um, obwohl die Musik selbst beängstigend lässig ihre Bahnen und Kreise zieht. Ähnlich gelagert zeigt sich das spröde ‚Crawling Like An Insect Under The Shadow Of God‘. Und während die drei folgenden Kleinode ‚To Lay Like Worms Amongst The Silence‘, ‚Dragged To The Wood Pile‘ und ‚Congretation‘ wiederum recht überschaubare instrumentale Soundscapes sind, hauen Bolt Gun inklusive deren Frontmann in ‚The Altar Of Lies Will Not Be Destroyed‘ noch einmal alles raus und geben in diesen acht Minuten einen Einblick, was alles möglich ist …
Bewertung: 14/15 Punkten (CA 14, KR 13)

Surftipps zu Bolt Gun:
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Rezension “Wolf To Man” (2017, #TotW
Interview mit Andrew Trevenen, Bolt Gun

Abbildungen: Bolt Gun / Art As Catharsis

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Über den Autor

Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

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Bolt Gun – Begotten

von Carsten Agthe Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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