Anubis – Homeless

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(41:19, CD, LP, Digital, Anubis Music/Just For Kicks, 2020)
Nach einem Live– und einer Art Unplugged Album legen Anubis mit “Homeless” ihr erstes Studioalbum seit dem abwechslungsreichen Konzeptalbum “The Second Hand” (2017) vor. Bisher boten die Australier mit ihrer Art des melodischen Art Rock bzw. Neo Prog immer einen guten Mix aus kernigen, kompakten Stücken und weit ausholenden epischen Longtracks. Doch die neun Tracks auf “Homeless” sind im Vergleich zu den Vorgängerwerken weit weniger von Dynamikwechseln und Bombast durchzogen. Alles wirkt wohl absichtlich wesentlich komprimierter und fokussierter ausgerichtet.

Der Sechser aus Sydney – Robert James Moulding (Gesang, Gitarre, Percussion, Programming), David Eaton (Synthesizer, Orgel, Mellotron, Programming, Gesang), Douglas Skene (Gitarre, Ukulele, Gesang), Dean Bennison (Gitarre, Lap Steel, Gesang), Anthony Stewart (Bass, Gesang), Steven Eaton (Schlagzeug, Percussion, Gesang) – verzichtet damit ganz bewusst auf Songs in Überlänge und setzt auf die eigenen Songschreiberqualitäten.

Der Opener ‘Reflective’ ist mit über 7 Minuten der längste Track des Albums, vereint dynamische Wechsel und wunderbare atmosphärische Instrumentalausflüge in typischer Anubis Manier. Der folgende 4-Minüter ‘Entitled’ setzt auf modernen Art Rock mit Gitarrenriffs, hohen Melodieanteil und etwas Bombast in songdienlicher Herangehensweise. Genau nach dieser aufs Wesentliche zurückgefahren Art geht es auf den folgenden Titeln weiter. Somit fehlen zwar wie gesagt die ausladenden Momente. Stattdessen gibt es hymnische Melodiebögen und opulente Gesangsharmonien zuhauf.

Das wirkt natürlich im Gesamteindruck weniger überraschend, in gewisser Weise straighter und direkter, mehr am Mainstream angelehnt. Leider werden manche Tracks gerade in jenen Momenten ausgeblendet, wenn etwas interessantes zu entstehen erscheint, wenn die Songs Raum mehr zum Atmen bekommen. Das führt stellenweise dazu, dass manches etwas gehetzt erscheint, da man einfach schneller auf den Punkt kommt. Logischerweise sind ebenfalls Gitarren- und Keyboardsoli weniger ausufernd angelegt. Dass das Album abschließende ‘Gone’, setzt mit Streichern und ruhigen Arrangement schließlich ein stimmungsvolles Ende.

“Homeless” ist damit griffig und melodisch auf den Punkt gebracht und gut ins Ohr gehend, aber es fehlen eben die ausladenden, atmosphärischen Momente, die man von Anubis bisher kannte. Schade, dass sich das Sextett aus Down Under hier selbst beschränkt, aber letztendlich wollte die Band wohl für sich etwas Neues ausprobieren.
Bewertung: 9/15 Punkten (DH 11; KS 9)

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Video – Creating ‘Homeless’

Abbildungen: Anubis

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Anubis – Homeless

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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