Anubis – The Second Hand

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(68:54, CD, Anubis Music, 2017)
Mit seinem vierten Studioalbum „The Second Hand“ positioniert sich das australische Sextett Anubis einmal mehr recht souverän im Bereich des zeitgemäßen Artrock.

Verpackt in ein Erzählformat, geht es beim aktuellen Werk in der virtuellen Story um den Abstieg des alternden und kränkelnden Medienmoguls James Osbourne-Fox. Während man sich inhaltlich vor allem mit Medienkritik und Selbstreflexion auseinandersetzt, wird dies musikalisch in ein melodiös-progressives Format verpackt, in einen gut austarierten Mix aus hymnischen und fragilen Passagen. Mehr als ein Jahr dauerten die Aufnahmen, bis die Formation aus Sydney allem den finalen Feinschliff verpasst hatte.

Während die Band im ersten Teil vor allem ihre rockige Seite in den Vordergrund stellt, folgt ab Mitte des Albums eine deutliche Zuwendung zu atmosphärische Ausschmückungen mit einer gewissen Pink-Floyd-Affinität und sinfonischen Neoprog-Anleihen. Dabei bricht in erster Linie die Gitarre mehrfach zu gefühlvollen Höhenflügen auf, ohne dass Anubis ihre ganz eigene stilistische Färbung und ihren druckvollen Rockdrive aus dem Fokus verlieren. Die Band aus Down Under fügt geschmackvolle analoge Keyboardsequenzen ein (u.a. Mellotron), setzt ansonsten aber eher zurückhaltend auf die von anderem Gruppen so gerne verwendeten Retroelemente.

Die Musik von Anubis wirkt frisch und aktuell, allerdings erkennt man dass ihre Wurzeln in den progressiven 70ern und 80ern liegen. „The Second Hand“ ist bombastisches und euphorisches Album mit genügend Rockpotenzial und epischem Breitwandsound.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 9, KR 7, KS 11)

Anubis (Foto: Band)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Anubis – The Second Hand

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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