(42:33, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Irgendwie kommen hierbei Assoziationen zu einer Band wie Sunn O))) auf, die allerdings komplett in die Irre führen, weil echolons))) - spätestens seit die Triple-Klammer das Bandkonterfei ziert - mehr als eine Schippe Echos in ihren Sound packten und mit ihrer EP „Mount Neverest“ fast in die Nähe von Biffy Clyro und Mars Volta gerückten waren. Nun also das zweite Album, mit welchem man sich eine eigene Nische zimmert, die bezüglich des hier Dargebotenen überdimensioniert bemessen wurde. Hier trifft alles zusammen, was zusammen gehört – progressive Ausuferungen, lässiger, anschmiegsamer Postrock, krawalliger Alternative Pop…
Autor: Carsten Agthe
(43:21, CD, Vinyl, Digital, 4AD/Rough Trade, 2019) Dass einem die sieben Jahre zwischen dem letzten offiziellen Efterklang-Album „Pyramida“ und dem neuen Werk „Altid Sammen“ gar nicht einmal so lang erschienen sind, mag wohl daran liegen, dass zwischendurch das Live-Zeugnis „The Pyramida Concert“ sowie die bandeigene Oper „Leaves: The Colour Of Falling“ erschienen und die Mitglieder mit Liima ein Sideproject an den Start hievten, welches nun auch schon zwei Veröffentlichungen vor-weisen kann. Nach dieser mehr oder weniger intensiven Auszeit stehen die Weichen nun auf Zäsur und Neuanfang. Denn es hat sich doch ein wenig geändert bei Casper Clausen, Mads Brauer und…
(47:20, CD, Vinyl, Digital, Prophecy Productions/Soulfood, 2019) Dieses Debüt macht sich nach einer gefeierten Tour mit den kultigen Amenra mehr als notwendig. E-L-R beeindrucken auch auf "Mænad" mit hypnotischem Metalriffing, welches einen schon in erster Instanz in seinen Bann zieht, wöhrend man sich nach und nach in einem Netz aus schamanischen Vocals, Voodoo-Rhythmen und selbstvergessenem Abdriften in dunkelbunte Refugien verheddert. E-L-R, das sind Gitarristin S.M., Bassistin I.R. sowie Schlagzeuger M.K., und obwohl die Schweizer den extravaganten sphärisch erhebenden Doom nicht neu erfunden haben, machen die dabei doch eine überaus gute Figur. Scheinbar endlos schleifen sich transzendente metallische Breitseiten durch Raum…
(36:51, CD, Digital, Atypeek Music / Bruillance, 2019) Die Info ist so gut, die muss jetzt erst einmal zum Besten gegeben werden: „Dead Hippies is five guitars (Fender Jazzmaster) on stage, live they offer to reconcile body and mind, dance and pure feedback; a bit like Foreign Beggars flirting with Mogwai or Sonic Youth being remixed by The Bloody Beetroots.“ Was in ungefähr beschreibt, was bei den Dead Hippies alles so abgeht beziehungsweise zu erwarten ist. Die Hippies sind tot, es leben die Hippies. Auf "Resister" kollabiert die Institution aus Nantes mit einem Tohuwabohu aus Noise, Elektro, Gaga und Punkrock.…
(22:19, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Rosetta überraschen uns immer wieder mit sympathischen Kleinformaten, welche es dann auf der bandeigenen Bandcamp-Seite dann auch zum ‘name your price’-Tarif gibt. Nach dem gar gewaltigen Album "Utopioid", welches vor zwei Jahren erschien, ‚beglückte‘ uns das Postrock‘n Metal Collective from Philadelphia Anfang diesen Jahres mit der überaus sympathischen "Sower Of Wind"-EP (die es nebenbei in verschiedenen Farbvariation als Vinyledition beim ebenso sympathischen Label Pelagic Records gibt), so folgt in noch nicht einmal Jahresfrist mit "Terra Sola" ein weiteres Kleinod, das auf gerade einmal zwanzig Minuten eine Menge zu bieten hat. Das gewaltige Titelstück, das mehr als…
(52:33, Vinyl, Digital, Dunk! Records, 2019) Das Genre des Post-Rock meint es in der letzten Zeit mit Gewaltigkeiten überaus gut mit uns. Nun kommt mit Ranges eine weitere dieser Art. Verzückte uns das Quartett aus Montana vor zwei Jahren schon einmal mit ihrem Vollzeitepos "The Ascensionist", so gibt es nun mit "Babel" eine satte Effektsteigerung. Hier vertonte man den Turmbau von Babel als mächtig gewaltige Postrock-Materialschlacht mit allem, was das Herz der Anhänger dieser soundtechnisch meist instrumental gehaltenen Musikspezies begehrt. Und so machen sich Ranges daran, Schicht für Schicht an Sound übereinanderzustapeln. Wobei der Bau recht zügig von sich geht,…
(44:41, Vinyl, Digital, The Sign Records, 2019) Vom Kitschcover einmal abgesehen, das für den hier in Szene gesetzten Sound sicher ein wenig zu lieblich und bunt geriet, ziehen Vokonis eigentlich mächtig vom Leder. Obwohl man sich der Bio zufolge auch von Pink Floyd beeinflusst sieht, sind die Schweden doch eher auf der dunklen Seite der Macht zu suchen. Auf ihrem dritten Album wurden die Gitarren einmal mehr bis ins Bodenlose tiefer gestimmt, was den Sound knietief im Modder von melodiösem Sludge’n Doom waten lässt. So kann es schon mal passieren, dass man sich dabei ertappt, Parallelen in Richtung bestätigter Hardrockhelden…
(35:18, CD, Vinyl, Digital, Erased Tapes / Indigo, 2019) Gut ist, wenn sich ein Auftragswerk zum eigenen Leben entwickelt. Genial, wenn es dann auch noch eine Größe erreicht, die von faszinierender Erhabenheit ist. Der Komponist Kieran Brunt, welcher immerhin schon mit Terry Riley zusammenarbeite, wurde vom Londoner Barbican Centre mit der Idee konfrontiert, eigens für das Possibly Colliding Festival von Nils Frahm einen Chor zusammenzustellen. Mit elf Sängerinnen und Sängern, allesamt Freunde und Bekannte des Musikers, gründete Brunt schließlich Shards, mit denen er seine vor allem auf menschlichen Stimmen basierenden Klangforschungen weiter ausbaute, ja, auf die Spitze trieb. Das Projekt…
(39:14, CD, Vinyl, Digital, Steamhammer / SPV, 2019) Merkwürdige Konstellation mittlerweile. Einer der Schmid-Brüder, nämlich Christopher, verließ die Band, aber nicht ohne sich noch eine Option offen zu lassen. Mithin schreibt er noch die Texte für die Gothik-Veteranen, derweil Julian Larre jetzt den Vocal-Part übernahm. Nun, da Gitarrist Oliver Nikolas Schmid der einzige Verbliebene der Urbesetzung ist, wäre der Weg auf zu neuen Ufern geebnet. Wäre! Aber, warum einen sich einmal als erfolgreich erweisenden Sound, welcher die Band den Weg durch die halbe Welt ebnete, ad acta legen? Und trotz aller Vorhersehbarkeit kann man "Bleeding The Stars" nicht vorwerfen, ohne…
(49:21, CD, Vinyl, Digital, Prophecy Productions/Soulfood, 2019) Paris ist um einen Traum reicher. Einen Traum in Musik. Weil sich Pencey Sloe anmutig auf vor allem traumwandlerischen Pfaden bewegen. Obwohl man sich den Bandnamen von J.D. Salinger auslieh, könnte das Sloe gleichsam für Slow stehen. Das Trio um Sängerin Diane Pellotieri schmeichelt sich auf seinem Debüt mit einer sympathisch weithin hallenden Mischung aus Dreampop und Shoegaze in des Hörers Ohr und obwohl die Gitarren von Valentin Beaucourt schon einmal schneidend die Szenerie beleben und Schlagzeuger Clemént Aulnois eher Rock- als Pop-affin zu Werke geht wirkt, „Don’t Believe, Watch Out“ wie aus…
(45:53, CD, Vinyl, Digital, H42 Records/Broken Silence, 2019) Ein Interimsalbum, das dem letzten SOAC-Werk „Continuum“ auf den Fuß folgt. Mit ihrem letzten Release etablierten sich die Schwergewichte aus Kent als ernstzunehmendes Argument auf dem Terrain des Post-Metal, wobei dieser Schritt ein langwieriger war, lagen doch zwischen dem Debütalbum und „Continuum“ ganze elf Jahre. Umso erstaunlicher, dass die Meister des gar nicht einmal so dezenten Riffs gerade einmal ein Jahr später mit ihren „Buried Memories“ wieder auf der Matte stehen. Wobei die Sache aber nicht aus eigener Energie entstanden ist, nahmen sich doch namhafte Zeitgenossen einiger SOAC-Songs an, um sie ihrer…
(43:13, CD, Vinyl, Digital, Lupus Lounge / Soulfood, 2019) Atmos über Atmos. Lupus Lounge nahm sich des Werks von Markov Soroka an und kommt erst einmal gewaltig, neben dem Drown-Monolith "Unsleep", der hier auch auf der Agenda steht, mit dem 2014er Aureole-Debüt "Alunar", das alle Ingredienzen enthält, was uns an dieser Spielart ambienten Metals so am Herzen liegt. Mithin wurde 2016 schon der Nachfolger "Aurora Borealis" veröffentlicht, aber erst einmal step by step. Gut Ding will Weile haben. Und "Alunar" ist wirklich gut. Sehr gut. Die dezent extremen Vocals halten sich in Grenzen, zaghaft und verhuscht trauen diese sich nicht…
(47:47, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Da wird uns doch gleich gezeigt, dass wir uns auf einem Unendlichkeitstrip befinden. Ähnlich der Nachkommastellen der Zahl „Pi“ manifestieren sich hier Endlosschleifen in Sound aus wabernden Nebelmassen, die farbenfroh reflektieren. In der Besetzung Gitarre/Keys, Bass und Schlagzeug verkörpern auch Nazca Space Fox die heilige Dreifaltigkeit von stoned psychedelischen Exzessen. „Pi was recorded in several live sessions…“ weiß das Info erst einmal zu berichten, was bedeutet, dass auch auf „Pi“ der Augenblick zählt, dass der Wagen dann am Rollen ist, wenn die vor allem aus spontanen Improvisationen bestehende Basis ihren Höhepunkt erreicht und…
(27:54, Digital, Art As Catharsis, 2019) Arrangement-technisch versiertes Breitwandspektakel in der Kurzfassung. Für ihre neue EP legte sich das australische Duo Zeitgeber kurzerhand mit der Biologie an und breitete diese als instrumentales Konzept galant vor uns aus. Die Tracks hören auf die Titel '1010110 (Self)', '1010110 (Other)', '11010 (Self)' sowie '11010 (Other)' - Zahlencodes als Handlungsstrang. 'Die EP ist von der Philosophie von Alan Watts geprägt und untersucht die Vernetzung des Universums und die Beliebigkeit von Grenzen und dualistischen / binären Kategorien.' Womit sich Zeitgeber den eigenen Anspruch gesichert haben. Mittels exotischem Instrumentarium aus Handpan, Didgeridoo, Klarinette, Harmonium, Trompete und…
(45:47, CD, Vinyl, Digital, Unique Records/Rough Trade, 2019) Mit Rumpelfolk, näselnden Vocals und Mundharmonika machen Kenneth Minor schwer auf die Nachlassverwalter von good old Bob. Und das mittlerweile schon in dritter Instanz. Mit „On My Own“ veröffentlicht die Band um Singer/Songwriter Bird Christiani nun schon ihr drittes Album. Aber, während zwischen dem Debüt „In That They Can Not Help It“ (2010) und „Phantom Pain Reliever“ (2017) ganze sieben Jahre lagen, scheint der Pro-duktionsfluss nun ein wenig anzuziehen. Die Folkrocker aus Frankfurt am Main strafen ihrer Herkunft auch hier Lügen und spielen sich durch staubig anmutende Soundlandschaften, bei welchen man sich…
(30:53, Vinyl/Digital, Barhill Records / Cargo Records, 2019) Größe durch Reduktion. Erhabenheit durch intensives Weglassen. Energie durch Minimum. Als Duo lassen es Gemini One schon mächtig krachen. Je weniger, desto besser. So leben die Songs, hier vier an der Zahl, von spontanen Eruptionen und konsequentem Weglassen. Eine Band wie Slint kommt einen in den Sinn. Und vor allem deren Großtat "Spiderland", die von bestätigten Stellen schon einmal als die Geburtsstunde des Postrock geadelt wird. Nach längerer Pause, das letzte Lebenszeichen erschien 2012 mit der EP "Float/ Levitate", wurde Gemini One wieder aktiviert, dieses Mal erneut als Duo, womit die Konstellation…
(54:09, CD, Digital, Wrong Notes Music/Nova MD, 2019) Yeah, of course. “Somewhere In This Universe, Somebody Hits a Drum”…, and somewhere in this universe, somebody listens to this stuff… Die titelgebende Drum wird erst einmal von keinem Geringeren als Marco Minnemann (The Aristocrats, Steven Wilson…) gespielt. Womit bei den Yuval Ron-Unkundigen erst einmal klar sein dürfte, wohin hier die Reise geht. Nämlich, wie soll es auch sein, in Richtung Progressive Rock. Und das mit Doppel-Warp und dezenten Zeitsprüngen. Der Berliner Musiker setzt bei seinem neuen Album wahrlich alles auf eine Karte und durcheilt nun einmal fünfzig Jahre Progressive Rock auf…
(53:36, Vinyl, CD, Digital, Ninja Tune/Rough Trade, 2019) "Are you able find your ground, other people, falling down, Tell the world then, sign your, head for hell, I can be your someone, you believe in, something you can believe ...". Was kann man glauben, was nicht? Das Informationszeitalter ist ein Hort von Halbwahrheiten und Fake-News, von falschen Propheten und Verschwörungstheoretikern. Unter diesen Umständen deutet nichts auf eine rosige Zukunft hin. Erst recht nicht auf eine goldene. Darin sind wir uns einig. "To Believe"! Zwölf Jahre hat das Cinematic Orchestra gebraucht, um den Nachfolger des epochalen Albums "La Fleur" auf die…
(35:28, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Hier klingt alles nach true north. Bandnamen, Titel (‚Floating‘, ‚Above‘, ‚Hidden‘, ‚Dark‘) und der Sound, den die Kölner auf ihrem Album Nummer zwei breitfächern, sowieso. Ob der auch hier, auf „Omission“ obsessierten Klangflächen, macht sich nicht nur ein Hauch eiskristalliner Zirkulationen bemerkbar, hin und wieder gehen diese in einen Sturm über, der gefühlt den Atem sichtbar macht. Das zarte Tröpfeln, das jedem der vier Stillleben vorausgeht, ist das erste Anzeichen für die Entfesselung der Urgewalten, das von Noorvik mal mehr, mal weniger kompromisslos angegangen wird. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man…
(65:19, Vinyl, CD, Digital, RareNoiseRecords, 2019) Sean Noonan bevorzugt die Bezeichnung 'rhythmic storyteller'. Weil hier eigentlich alles drin ist, was den Vorzeigeschlagzeuger auszeichnet. Der Schlagzeuger, der 2016 die "Zappanation Rock Opera" verzapfte und sich seit 1999 mit Projekten wie The Hub, dem MoonWard Duo, dem Memorable Sticks Trio oder mit diversen, im Universum ethnischen Drummings flanierenden Soloveröffentlichungen einen Namen machte, hat seit 2014 einen ganz speziellen Trumpf im Ärmel. Hier erschien nämlich "There's Always The Night", das Debüt seines Pavees Dance, mit welchem er eine Riege an hochkarätigen Mitstreitern präsentierte. Da ist erst einmal Malcolm Mooney, ehemals Sänger der legendären…