Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.5
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(44:41, Vinyl, Digital, The Sign Records, 2019) Vom Kitschcover einmal abgesehen, das für den hier in Szene gesetzten Sound sicher ein wenig zu lieblich und bunt geriet, ziehen Vokonis eigentlich mächtig vom Leder. Obwohl man sich der Bio zufolge auch von Pink Floyd beeinflusst sieht, sind die Schweden doch eher auf der dunklen Seite der Macht zu suchen. Auf ihrem dritten Album wurden die Gitarren einmal mehr bis ins Bodenlose tiefer gestimmt, was den Sound knietief im Modder von melodiösem Sludge’n Doom waten lässt. So kann es schon mal passieren, dass man sich dabei ertappt, Parallelen in Richtung bestätigter Hardrockhelden…

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12.0
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(35:18, CD, Vinyl, Digital, Erased Tapes / Indigo, 2019) Gut ist, wenn sich ein Auftragswerk zum eigenen Leben entwickelt. Genial, wenn es dann auch noch eine Größe erreicht, die von faszinierender Erhabenheit ist. Der Komponist Kieran Brunt, welcher immerhin schon mit Terry Riley zusammenarbeite, wurde vom Londoner Barbican Centre mit der Idee konfrontiert, eigens für das Possibly Colliding Festival von Nils Frahm einen Chor zusammenzustellen. Mit elf Sängerinnen und Sängern, allesamt Freunde und Bekannte des Musikers, gründete Brunt schließlich Shards, mit denen er seine vor allem auf menschlichen Stimmen basierenden Klangforschungen weiter ausbaute, ja, auf die Spitze trieb. Das Projekt…

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8.0
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(39:14, CD, Vinyl, Digital, Steamhammer / SPV, 2019) Merkwürdige Konstellation mittlerweile. Einer der Schmid-Brüder, nämlich Christopher, verließ die Band, aber nicht ohne sich noch eine Option offen zu lassen. Mithin schreibt er noch die Texte für die Gothik-Veteranen, derweil Julian Larre jetzt den Vocal-Part übernahm. Nun, da Gitarrist Oliver Nikolas Schmid der einzige Verbliebene der Urbesetzung ist, wäre der Weg auf zu neuen Ufern geebnet. Wäre! Aber, warum einen sich einmal als erfolgreich erweisenden Sound, welcher die Band den Weg durch die halbe Welt ebnete, ad acta legen? Und trotz aller Vorhersehbarkeit kann man "Bleeding The Stars" nicht vorwerfen, ohne…

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9.0
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(49:21, CD, Vinyl, Digital, Prophecy Productions/Soulfood, 2019) Paris ist um einen Traum reicher. Einen Traum in Musik. Weil sich Pencey Sloe anmutig auf vor allem traumwandlerischen Pfaden bewegen. Obwohl man sich den Bandnamen von J.D. Salinger auslieh, könnte das Sloe gleichsam für Slow stehen. Das Trio um Sängerin Diane Pellotieri schmeichelt sich auf seinem Debüt mit einer sympathisch weithin hallenden Mischung aus Dreampop und Shoegaze in des Hörers Ohr und obwohl die Gitarren von Valentin Beaucourt schon einmal schneidend die Szenerie beleben und Schlagzeuger Clemént Aulnois eher Rock- als Pop-affin zu Werke geht wirkt, „Don’t Believe, Watch Out“ wie aus…

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10.0
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(45:53, CD, Vinyl, Digital, H42 Records/Broken Silence, 2019) Ein Interimsalbum, das dem letzten SOAC-Werk „Continuum“ auf den Fuß folgt. Mit ihrem letzten Release etablierten sich die Schwergewichte aus Kent als ernstzunehmendes Argument auf dem Terrain des Post-Metal, wobei dieser Schritt ein langwieriger war, lagen doch zwischen dem Debütalbum und „Continuum“ ganze elf Jahre. Umso erstaunlicher, dass die Meister des gar nicht einmal so dezenten Riffs gerade einmal ein Jahr später mit ihren „Buried Memories“ wieder auf der Matte stehen. Wobei die Sache aber nicht aus eigener Energie entstanden ist, nahmen sich doch namhafte Zeitgenossen einiger SOAC-Songs an, um sie ihrer…

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11.0
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(43:13, CD, Vinyl, Digital, Lupus Lounge / Soulfood, 2019) Atmos über Atmos. Lupus Lounge nahm sich des Werks von Markov Soroka an und kommt erst einmal gewaltig, neben dem Drown-Monolith "Unsleep", der hier auch auf der Agenda steht, mit dem 2014er Aureole-Debüt "Alunar", das alle Ingredienzen enthält, was uns an dieser Spielart ambienten Metals so am Herzen liegt. Mithin wurde 2016 schon der Nachfolger "Aurora Borealis" veröffentlicht, aber erst einmal step by step. Gut Ding will Weile haben. Und "Alunar" ist wirklich gut. Sehr gut. Die dezent extremen Vocals halten sich in Grenzen, zaghaft und verhuscht trauen diese sich nicht…

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9.0
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(47:47, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Da wird uns doch gleich gezeigt, dass wir uns auf einem Unendlichkeitstrip befinden. Ähnlich der Nachkommastellen der Zahl „Pi“ manifestieren sich hier Endlosschleifen in Sound aus wabernden Nebelmassen, die farbenfroh reflektieren. In der Besetzung Gitarre/Keys, Bass und Schlagzeug verkörpern auch Nazca Space Fox die heilige Dreifaltigkeit von stoned psychedelischen Exzessen. „Pi was recorded in several live sessions…“ weiß das Info erst einmal zu berichten, was bedeutet, dass auch auf „Pi“ der Augenblick zählt, dass der Wagen dann am Rollen ist, wenn die vor allem aus spontanen Improvisationen bestehende Basis ihren Höhepunkt erreicht und…

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11.0
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(27:54, Digital, Art As Catharsis, 2019) Arrangement-technisch versiertes Breitwandspektakel in der Kurzfassung. Für ihre neue EP legte sich das australische Duo Zeitgeber kurzerhand mit der Biologie an und breitete diese als instrumentales Konzept galant vor uns aus. Die Tracks hören auf die Titel '1010110 (Self)', '1010110 (Other)', '11010 (Self)' sowie '11010 (Other)' - Zahlencodes als Handlungsstrang. 'Die EP ist von der Philosophie von Alan Watts geprägt und untersucht die Vernetzung des Universums und die Beliebigkeit von Grenzen und dualistischen / binären Kategorien.' Womit sich Zeitgeber den eigenen Anspruch gesichert haben. Mittels exotischem Instrumentarium aus Handpan, Didgeridoo, Klarinette, Harmonium, Trompete und…

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9.0
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(45:47, CD, Vinyl, Digital, Unique Records/Rough Trade, 2019) Mit Rumpelfolk, näselnden Vocals und Mundharmonika machen Kenneth Minor schwer auf die Nachlassverwalter von good old Bob. Und das mittlerweile schon in dritter Instanz. Mit „On My Own“ veröffentlicht die Band um Singer/Songwriter Bird Christiani nun schon ihr drittes Album. Aber, während zwischen dem Debüt „In That They Can Not Help It“ (2010) und „Phantom Pain Reliever“ (2017) ganze sieben Jahre lagen, scheint der Pro-duktionsfluss nun ein wenig anzuziehen. Die Folkrocker aus Frankfurt am Main strafen ihrer Herkunft auch hier Lügen und spielen sich durch staubig anmutende Soundlandschaften, bei welchen man sich…

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10.0
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(30:53, Vinyl/Digital, Barhill Records / Cargo Records, 2019) Größe durch Reduktion. Erhabenheit durch intensives Weglassen. Energie durch Minimum. Als Duo lassen es Gemini One schon mächtig krachen. Je weniger, desto besser. So leben die Songs, hier vier an der Zahl, von spontanen Eruptionen und konsequentem Weglassen. Eine Band wie Slint kommt einen in den Sinn. Und vor allem deren Großtat "Spiderland", die von bestätigten Stellen schon einmal als die Geburtsstunde des Postrock geadelt wird. Nach längerer Pause, das letzte Lebenszeichen erschien 2012 mit der EP "Float/ Levitate", wurde Gemini One wieder aktiviert, dieses Mal erneut als Duo, womit die Konstellation…

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10.7
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(54:09, CD, Digital, Wrong Notes Music/Nova MD, 2019) Yeah, of course. “Somewhere In This Universe, Somebody Hits a Drum”…, and somewhere in this universe, somebody listens to this stuff… Die titelgebende Drum wird erst einmal von keinem Geringeren als Marco Minnemann (The Aristocrats, Steven Wilson…) gespielt. Womit bei den Yuval Ron-Unkundigen erst einmal klar sein dürfte, wohin hier die Reise geht. Nämlich, wie soll es auch sein, in Richtung Progressive Rock. Und das mit Doppel-Warp und dezenten Zeitsprüngen. Der Berliner Musiker setzt bei seinem neuen Album wahrlich alles auf eine Karte und durcheilt nun einmal fünfzig Jahre Progressive Rock auf…

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13.0
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(53:36, Vinyl, CD, Digital, Ninja Tune/Rough Trade, 2019) "Are you able find your ground, other people, falling down, Tell the world then, sign your, head for hell, I can be your someone, you believe in, something you can believe ...". Was kann man glauben, was nicht? Das Informationszeitalter ist ein Hort von Halbwahrheiten und Fake-News, von falschen Propheten und Verschwörungstheoretikern. Unter diesen Umständen deutet nichts auf eine rosige Zukunft hin. Erst recht nicht auf eine goldene. Darin sind wir uns einig. "To Believe"! Zwölf Jahre hat das Cinematic Orchestra gebraucht, um den Nachfolger des epochalen Albums "La Fleur" auf die…

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11.0
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(35:28, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Bertus, 2019) Hier klingt alles nach true north. Bandnamen, Titel (‚Floating‘, ‚Above‘, ‚Hidden‘, ‚Dark‘) und der Sound, den die Kölner auf ihrem Album Nummer zwei breitfächern, sowieso. Ob der auch hier, auf „Omission“ obsessierten Klangflächen, macht sich nicht nur ein Hauch eiskristalliner Zirkulationen bemerkbar, hin und wieder gehen diese in einen Sturm über, der gefühlt den Atem sichtbar macht. Das zarte Tröpfeln, das jedem der vier Stillleben vorausgeht, ist das erste Anzeichen für die Entfesselung der Urgewalten, das von Noorvik mal mehr, mal weniger kompromisslos angegangen wird. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass man…

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11.0
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(65:19, Vinyl, CD, Digital, RareNoiseRecords, 2019) Sean Noonan bevorzugt die Bezeichnung 'rhythmic storyteller'. Weil hier eigentlich alles drin ist, was den Vorzeigeschlagzeuger auszeichnet. Der Schlagzeuger, der 2016 die "Zappanation Rock Opera" verzapfte und sich seit 1999 mit Projekten wie The Hub, dem MoonWard Duo, dem Memorable Sticks Trio oder mit diversen, im Universum ethnischen Drummings flanierenden Soloveröffentlichungen einen Namen machte, hat seit 2014 einen ganz speziellen Trumpf im Ärmel. Hier erschien nämlich "There's Always The Night", das Debüt seines Pavees Dance, mit welchem er eine Riege an hochkarätigen Mitstreitern präsentierte. Da ist erst einmal Malcolm Mooney, ehemals Sänger der legendären…

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9.0
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(33:47, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Aswekeepsearching machen Postrock. Und zwar, so viel Zeit muss sein, Hindi-Postrock. Mit in Hindi vorgetragenen Texten, traditionell indischen Harmonien und der Urgewalt des Postrock entsteht hier, auf „Rooh“, ein sympathisch kraftvolles Konglomerat aus Tradition und Moderne, welches schon Alleinstellungsmerkmale besitzt, die ins Endemische reichen. Und das nun schon in vierter Instanz. Mithin in ihrer Heimat schon so etwas wie eine Institution, die immerhin schon die Bühne mit keinen geringeren Zeitgenossen als Steven Wilson, 65daysofstatic oder God Is An Astronaut teilte, sich also auch schon in unseren Breiten einen Namen erspielten, sind aswekeepsearching schon längst über den…

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10.5
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(52:14, Digital, Eigenvertrieb, 2019) Egor Fedotov ist ein Macher. Nicht nur, dass der Musiker und Multiinstrumentalist aus dem russischen Samara Musik für diverse Videospiele kreierte und nebenbei unter seinem eigenen Namen Platten veröffentlicht, er hob mit Ships Fly Up auch ein Projekt aus der Taufe, mit welchem er seine hörbare Vorliebe für überaus atmosphärischen Post-Rock auslebt. Und das, wie nicht anders zu erwarten, ebenfalls im Alleingang. https://www.youtube.com/watch?v=x0cSLeA658E Auf Bandcamp, und nur dort (sowie auf YouTube, s.o., die Endred.), erscheint mit „Ghost Kingdom“ nun, nach „Journey To Ranucan“ sowie "Dream Maker" sein dritter Longplayer unter diesem Alias. Dieser beginnt dann auch…

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12.0
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(33:55, Vinyl, Digital, Green Chimney Records/Art As Catharsis, 2019) Jahrelang hielt das Projekt aus dem australischen Brisbane sich mit Kleinformaten, sprich diversen EPs über Wasser. Wenn man bedenkt, dass die diesbezügliche "A Very Short Story" vor nunmehr zehn Jahren veröffentlicht wurde, ahnt man schon, welch langen Weg Big Dead gehen mussten, um jetzt mit "Bone White Branches" aufwarten zu können. Wie sehnsüchtig erwartet, kommt das Album dann mit einer beeindruckenden Sehnsucht und Melancholie, die ihre Energien aus einem Crossover aus Cinematic Jazz und Artrock zieht. Die Band selbst nagelt schon einmal Einflüsse wie das Cinematic Orchestra, die Jaga Jazzists, Radiohead…

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10.5
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(35:02, Digital, Art As Catharsis, 2019) Postrock from Sydney. Das heißt, Postrock der Neunziger, als dieses Genre noch mit Bands wie Tortoise, Slint, den späten Talk Talk oder Bark Psychosis gleichgesetzt wurde. Das Trio macht dann auch keinen Hehl daraus, diesen Sound ein wenig verinnerlicht zu haben und kommt bezüglich des Titeltracks gleich mit einem 35-minütigen Track, der im 19/16-Takt auf filigrane Kunstfertigkeiten setzt. https://www.youtube.com/watch?v=OsJ7VktdJ4c Gitarrist David Stattout zufolge war die Taktwahl dabei gar nicht einmal so lässig zu bewältigen, brauchte die Band doch 341 Durchläufe, ehe die Sache letztendlich im Kasten war. Nun ist es nicht so, dass man…

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12.0
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(46:37, CD, Vinyl, Digital, Long Branch Records/SPV, 2019) Tides From Nebula befinden sich auf dem Selbstfindungstrip. Was gar nicht so verwunderlich ist, war und ist die Musik des polnischen Trios doch bisher schon immer Selbstfindung und Erleuchtung pur. Apropos Erleuchtung. Eben das ist „From Voodoo To Zen“ für die Band als auch für den Hörer, welcher sich hinsichtlich Tides From Nebula sicherlich bisher weder mit solch einer Erhabenheit noch solches einem Pathos konfrontiert sah. Was heißt, dass das fünfte Album schon einmal in jeglicher Kategorie ein Schwergewicht ist. Die Band aus Warschau stapelt hier die Sounds lässig in schwindelerregende Höhen,…

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11.5
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(43:25, Vinyl, CD, Digital, RareNoiseRecords, 2019) Da muss denn wohl der alte Platon wieder einmal als Vehikel zum Transport und für die Umsetzung von Ideen herhalten. Was bei Chat Noir aber gar nicht mal so verwunderlich beziehungsweise noch nicht einmal so weit hergeholt ist, gestaltet sich der Sound des mittlerweile siebten Albums der italienischen Klangfraktion doch wirklich wie der Soundtrack für das von Platon entworfene Reich, in welchem alle Dinge, jedenfalls die Vorstellungen von diesen, gesammelt werden. Also eine ganz schöne Bürde, die sich Chat Noir mit "Hyperuranion" aufgebürdet haben. Mittlerweile zum Quartett erwachsen präsentiert sich das Kollektiv um Keyboarder…

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