Melodic Rock • Blues Rock • Hard Rock • Unplugged
(69:14, 71:38; 70:37; CD, digital; MiG Music; 30.01.2026)
Epitaph wurden 1969 in Dortmund gegründet und haben bereits so viele Veröffentlichungen auf dem Buckel, dass die hier zu besprechende Box bereits die dritte History Box ist. Zwischen 1971 und 1974 wurden drei Alben veröffentlicht, dann gab es eine Pause, bis es 1979 bis 1982 mit vier Alben (davon eine Live Scheibe) weiter ging. Man hatte als Vorband von Omega vor 30.000 Zuschauern gespielt, was dazu führte, dass sie 79 einen Vertrag bei Polydor unterschreiben konnten. Danach spielten sie zwar noch einige Zeit live, aber es kam nicht mehr zu einer Veröffentlichung, bis 2004 mit "Resurrection – The Reunion Concert" eine neue Phase eingeläutet wurde. Drei Jahre später folgte ein Rockpalast Live Album und im gleichen Jahr dann die erste Scheibe, die auf dieser Box Berücksichtigung findet. Also satte 35 Jahre nach dem letzten Studiowerk "Danger Man".
Von Epitaph sollte man nicht Progressive Rock erwarten, sie sind mit 70er Hard Rock groß geworden. Im Lauf der Jahrzehnte hat es viele Besetzungswechsel gegeben, der Stil hat sich aber nicht grundlegend geändert. Mit dem Briten Cliff Jackson und Bernd Kolbe sind zwei Urmitglieder und Mitbegründer nach wie vor dabei, und auch der ehemalige Schlagzeuger Jim McGillivray, der auch mal kurz bei Eloy spielte, ist als Gast hier mit von der Partie.
Die meisten Songs auf "Remember The Daze" spielen sich im 4-5 Minuten Bereich ab, sind kurz und prägnant auf den Punkt gebracht und können durch gute Gesangsarrangements überzeugen. Angesichts der Besetzungsliste ist es nicht verwunderlich, dass die Gitarren tonangebend sind. Dabei sind sie moderat heavy unterwegs, die Saitenfront ist sehr mannschaftsdienlich unterwegs, nur selten sind groß angelegte Soli zu hören. Stattdessen geht es um Songs, und die sind durchaus gelungen. Dass sie schöne Ohrwürmer können, belegen sie auf 'Ships (In The Dark)'. Ein Titel mit Potenzial zum Klassiker.
Ähnlich geht es auf dem 2009er Werk "Dancing With Ghosts" weiter. Griffige Melodic Rock Songs mit gelungenen Hooklines, gelegentlich gibt es auch mal Ausflüge in den Blues Rock Bereich wie im Song 'Sun Goes Down'. Auch hier gilt: prima Gitarren-Rock, bei dem nur selten auch mal der Gastmusiker an den Tasteninstrumenten herauszuhören ist. Ein Pluspunkt sind sicherlich die guten Stimmen der beiden Urmitglieder, und auch der Hintergrundgesang passt perfekt ins gute Gesamtbild. 'On Your Knees' ist ein gutes Beispiel dafür, das ist schon durchaus radiotauglich.
Auf "The Acoustic Sessions" (2014) wird dann genau das gemacht, was zu erwarten ist, nämlich ihre Songs werden unplugged präsentiert. Und auch das machen sie wirklich gut. Dabei sind viele Lieder dabei, die nicht auf den vorangegangenen Studioalben dabei sind, was das Ganze auch lohnenswerter macht. Für diese Produktion bedankt sich die Band bei einigen Gästen, wie unter anderem Roger Wahlmann und Klaus Henatsch, beide Keyboarder. Auf jeden Fall ist auf 'Woman' auch eine Geige zu hören.
Alle drei Alben werden durch Tracks von "Live At The Capitol" auf rund 70 Minuten Spielzeit aufgebläht. Für den Fan lohnt es sich auf jeden Fall.
Bewertung: 9/15 Punkten
Tracklist:
Disc 1: Remember The Daze
- East Of The Moon (05:55)
- Evermore (03:58)
- Cold Rain (05:11)
- Remember The Daze (06:35)
- Middle Of The Night (04:59)
- Ships (In The Dark) (04:00)
- Hole In My Head (04:57)
- Psychedelic Eyes (05:23)
- Lookin’ For A Friend (04:42)
- Dead Man’s Train (04:57)
- A Number No Name (05:08)
- Hole In My Head (06:37)
- Dead Man’s Train (06:42)
Bonustracks taken from "Live At The Capitol":
Disc 2: Dancing With Ghosts
- Dancing With Ghosts (03:56)
- Another Bloody Day (05:13)
- Ride The Storm (07:14)
- Can’t You See (05:44)
- One That Got Away (06:57)
- Fall From Grace (05:15)
- Sun Goes Down (05:30)
- A Sad Song (03:37)
- Twist Of The Knife (05:02)
- On Your Knees (04:24)
- Dancing With Ghosts (05:08)
- Another Bloody Day (06:13)
- Ride The Storm (07:16)
Bonustracks taken from "Live At The Capitol":
Disc 3: The Acoustic Sessions
- Little Maggie (05:07)
- Woman (03:15)
- Villanova Junction (03:59)
- All Along The Watchtower (04:02)
- Moving To The City (04:36)
- Summer Sky (03:34)
- Outside The Law (04:55)
- Looking For A Friend (04:29)
- Ships (In The Dark) (03:57)
- Early Morning (04:27)
- On Your Knees (04:07)
- Ride The Storm (05:35)
- Another Bloody Day (04:44)
- Visions (Acoustic) (04:13)
- A Sad Song (04:28)
- In Your Eyes (Acoustic) (04:57)
Bonustracks taken from "Live At The Capitol":
Besetzung:
• Cliff Jackson - 6 and 12 string guitars / vocals / mandola
• Bernd Kolbe - bass / vocals / acoustic bass
• Heinz Glass - guitars / dobro / backing vocals / classical guitar
• Achim Poret - drums / percussion / backing vocals
Gäste:
• Jim McGillivray - additional drums
• Roger Wahlmann - keyboards
• Lisa Ohm - backing vocals
• Hattie St. John - backing vocals
Surftipps:
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Abbildungen: MiG Records

