Melodic Symphonic Prog
(53:20; digital; Eigenproduktion; 13.02.2026)
Hinter dem Pseudonym The Applause Museum verbirgt sich der Musiker Jörg Meier, der 2024 sein erstes Album "Anachronistica" auf seiner bandcamp Seite veröffentlichte. Auch das Nachfolgewerk ist lediglich in digitaler Form auf seiner Seite erhältlich, und auch diesmal ist mehr oder weniger alles in Eigenregie abgelaufen.
Lediglich auf dem Song 'Home' hilft mit Markus Theilen ein Gastgitarrist aus. Ansonsten liegt alles in der Hand des Protagonisten, der hauptsächlich an diversen Tasteninstrumenten agiert, aber auch für viele Gitarrenparts zuständig ist. Der dezente Rhythmus ist wohl programmiert.
Nun liegt der Verdacht nahe, dass "Recursivita" vielleicht Richtung Mike Oldfield abzielen könnte. Dies passt insgesamt eher nicht, auch wenn es durchaus einzelne Passagen gibt, in denen es auch mal ansatzweise nach Oldfield klingen mag.
Der Opener 'Dancing With Demons' beginnt durchaus vielversprechend mit starken Keyboards, zunächst ein bisschen düster, dann orchestral – eine Gitarre gesellt sich unauffällig hinzu ... und dann kommt der Gesang. Und da sind wir dann gleich beim Knackpunkt und dem eigentlich einzigen, aber leider nicht unerheblichen Problem: die Stimme des Protagonisten. An dieser Stelle werden einige Zuhörer möglicherweise ihr Interesse verlieren, denn auf Dauer ist diese Schwachstelle dann doch zu dominant. Was sehr schade ist, nein, sogar ärgerlich, denn es wird hier durchaus eine Chance vertan, da doch einige Ideen und Ansätze durchaus gelungen sind.
Dabei hatte Meier durchaus nach Mitstreitern für seine Musik gesucht, doch offenbar hatte sich niemand gefunden, der beim Umsetzen seiner Ideen geholfen hätte. Hätte sich beispielsweise ein kompetenter, passender Sänger gefunden, sähe das Ganze schon gleich deutlich besser aus, auch ein Schuss Aggressivität in der Gitarrenarbeit und ein Drummer hätte gut tun können. Da sich aber niemand fand, hat der Musiker seine Ideen eben selbst umgesetzt, was sicherlich Respekt verdient und auch einen extra Sympathiepunkt einbringt. Aber so bleibt leider die Schwäche beim Gesang gleich beim ersten Durchgang hängen.
Auch wenn die Songs meist mittellang sind, sogar mit dem abschließenden 'Winter. Winter' ein Longtrack dabei ist, so sind letztendlich doch so viele Gesangspassagen dabei, dass man das nicht so einfach ignorieren kann. Das mag jetzt harsch klingen, soll es aber gar nicht. Einige Passagen zeigen ja durchaus, dass da Potenzial vorhanden ist, vielleicht findet sich für die Zukunft ja hinsichtlich der Kritikpunkte eine gute Lösung. Wir werden dies weiter beobachten.
Nettes Cover übrigens.
Bewertung: 7/15 Punkten
Tracklist:
- Dancing With Demons (08:13)
- King Me (10:14)
- Lucky (06:50)
- Home (05:54)
- Winter. Winter (22:09)
Besetzung:
Jörg Michael Meier - all instruments
Gast:
Markus Theilen - additional guitar on 'Home'
Surftipps:
bandcamp
Abbildungen: The Applause Museum


1 Kommentar
Ich habe mir gerade „Dancing With Demons“ angehört – und bin ziemlich begeistert. Großartiger Song, der durchaus auf Gesang hätte verzichten können. Leider drängt sich die Stimme etwas zu sehr in den Vordergrund und nicht alles wird sauber intoniert. Und dann ist eben auch deutlich die Herkunft des Sängers zu hören – so wie ich es bei einer der letzten Eloy-CDs sehr störend in Erinnerung habe.
Man muss keinen Sänger eines Kalibers wie Jon Anderson oder Edward Reekers zur Hand haben, aber im Notfall kann man ja auch Gesangsparts etwas dezenter gestalten oder eben ganz darauf verzichten. Hat Mike Oldfield ebenfalls so gehandhabt (während die Stimme seine Schwester Sally einfach nur großartig klingt) und sich bei Bedarf Verstärkung geholt wie Barry Palmer, der Triumvirat, Satin Whale und auch der in den 1970er Jahren oftmals BRAVO-prämierten Band Kenny seine super Stimme geliehen hat.