Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.0
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(31:15, LP, CD, Digital, The Lasting Dose, 2018) Kurz, prägnant, schmerzhaft. So muss es sein, um sich in heutigen reizüberfluteten Zeiten abzuheben, in die Synapsen einzubrennen und seine Duftmarken zu hinterlassen. Grin, das ist ein neues Ding aus Berlin. Wobei ‚Ding‘ eine brauchbare Vokabel für das ist, was sich hier auf den Hörer zubewegt. Das Ding aus dem Sumpf? Das Ding aus einer anderen Welt? Eher das Ding aus den Tiefen des Sludge. Es handelt sich um das Debüt des aus dem Ehepaar Sabine (Bass) und Jan Oberg (Drums, Noises) bestehenden Duos, die nebenbei oder besser hauptberuflich bei Earthship mäandern.…

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10.5
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(49:25, CD, Digital, Layered Reality Productions, 2018) The Misplaced Childhood auf Postrock’n Metal - wie auch der Meilenstein des Progressive Rock gehen es Hillsphere auf „Florescence“ konzeptmäßig an. Der Unterschied: bei "Florescende" handelt es sich um ein Debüt, das als Konzept die Zeitspanne von der Kindheit bis hin zum Erwachsenen behandelt. Womit die Sache auf der nach oben offenen Progressive-Skala schon einmal einen Punkt höher angesetzt werden könnte. Sicher sind die Gitarrenovationen durchaus von allen Facetten des mit "Post-" klassifizierten Genres gekennzeichnet. Wobei die Niederländer in energisch-aggressiven Momenten schon ein wenig ProgMetal-mäßig das Dream Theater-Maskottchen heraushängen lassen. Hingegen sind es…

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12.0
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(56:16, CD, DoLP, Digital, RareNoise Records, 2018) Es gibt Kollaborationen, auf die scheint die Welt gewartet zu haben. Nach drei ganz speziellen Alben, die den Art Rock von King Crimson mit groovenden Minimal Jazz verquickten, kam das Schweizer Quartett in Kontakt mit David Torn. Der wusste um die Qualitäten der Band und war nicht abgeneigt, das nächste Sonar-Album zu produzieren. Doch da zwei derartige Ausnahmetalente, Sonar auf der einen, Torn auf der anderen Seite, aufeinandertrafen, blieb es nicht beim bloßen Produzieren. https://www.youtube.com/watch?v=t1o08CcoiNY Torn ließ es sich nämlich nicht nehmen, erst auf einem, dann auf allen Stücken die Band mit seinem…

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10.0
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(34:47, LP, CD, Digital, Tonzonen Records/H‘Art, 2018) Alles so schön bunt hier. Denn farbenfroh geht es wirklich zu, auf dem neuen Album des Kölner Trios Mouth. Dabei ist nicht einmal das Cover gemeint, das ob seiner farbenfrohen geometrischen Strukturen fast schon Augenherpes verursacht. Auch die Musik, mit welcher uns Mouth auf ihrem dritten offiziellen Album beglücken, vermittelt mächtig Lavalampen-intensiviertes Couleur. Erst einmal gibt es eine Art Déjà-vu in Form des das Album eröffnenden „Floating (Reprise)“. Und auch wirklich ist da ein nicht abstreitbares Wiederkennen am Wirken, ist eben das doch das letzte Aufbäumen des Vorgängeralbums „Vortex“, das mittels dieses Hidden…

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9.5
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(48:52, LP, Digital, Space Rock Productions, 2018) Ein Space Trip ist immer eine feine Sache. Ein Space Alien Planet Trip noch viel mehr. Und eben dieser - ausgeführt von Dr Space aka Scott Heller - die Krönung von allem. Nun ist eben dieser Dr Space Haus- und Hoftastateur des Øresund Space Collectives. Womit auch gesagt ist, dass Herr Doktor sich mit Trips in the inner mind und darüber hinaus dann auch auskennt. Nun schwurbelt sich unser Protagonist beinahe solo durch unendliche Weiten, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Und hier schon in zweiter Instanz. Durch die Gitarristen Stefan Krey…

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11.0
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(53:08, CD, DoLP, Digital, RareNoise, 2018) November im Frühjahr. Passiert wettertechnisch schon mal, geht aber eigentlich gar nicht. Wenn da nicht ein Album mit dem Titel „In November“ wäre. Auf seinem immerhin schon siebenten Werk präsentiert sich der Trompeter Joshua Trinidad zusammen mit dem Gitarristen Jacob Young und dem norwegischen Ausnahmedrummer Ståle Liavik Solberg als Trio. Was hier - wegen der aufspielenden Schwergewichte, einem Trio mit gleichberechtigter Gewichtung gleichkommt. Der Trompeter, der bei Größen wie Ron Miles, Al Hood und Walter Barr in die Lehre ging, verleiht entgegen dem in diesem Genre vorherrschendem Credo elitären Aufspielens seiner Hingabe und Leidenschaft…

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11.5
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(68:47, CD, Digital, Freia /FMLS, 2018) Downriver Dead Men Go sind, wie fast alle Vertreter dieses Genres, Verfechter ganz großer Gesten. Und das nicht nur auf den Namen bezogen. Nomen est omen. Mit breitgewandeter Epik kommt der postrockende Fünfer aus dem niederländischen Leiden nun auch schon mit seinem zweiten Album. Nach „Tides“, mit welchem man sich in diesem Metier schon einen nicht als zu gering zu erachtenden Achtungserfolg einspielte, wollen DDMG nun mit „Departures“ hörbar alles klar machen. Auf den siebzig hier anfallenden Minuten regiert die pure Coolness und Lässigkeit, was damit zusammenhangt, dass die Niederländer vor allem in Downtempo-Bereichen…

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10.5
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(45:46, CD, LP, Digital, Denovali Records/Cargo Records, 2018) Da heißt es wohl mal wieder, sich warm anziehen (passend zum tagesaktuellen Aprilwetter, d. Schlussred.). Alicia Merz versprüht zwar keine Eiseskälte, wohl aber einen wohligen Schauer des Fröstelns. Vier Jahre ist es nun schon her, dass die neuseeländische Musikerin als Birds Of Passage mit „This Kindly Slumber“ ihr letztes Album veröffentlicht hat. Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. Und schon gar nicht aus den Ohren. Zu sehr haben uns die elektrisierenden Sound-Landschaften aus Drones, dezenten Electronics und Field Recordings, welche die Musikerin vor uns ausbreitete, fasziniert. Umso mehr schürt ein…

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10.0
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(39:20, CD, LP, Digital, Denovali Records/Cargo Records, 2018) Wieder einmal ein Werk, dessen Titel bereits einigen Aufschluss darüber gibt, was hier zu erwarten ist. „The Endless Sea“ schließt nicht nur vom Sound her an das Terminal Sound System-Vorgängeralbum „Dust Songs“ an, es bildet auch zusammen mit dem 2013er Longplayer „A Sun Spinning Backward“ den letzten Teil einer ganz speziellen Dreifaltigkeit. Skye Klein, der alles symbolisiert, was das Terminal Sound System ausmacht, war von jeher nicht darum verlegen, was die Quellen seiner Klangerzeugung anbelangte. Ob nun mit defekten Kassettenrekordern, verstimmten Gitarren oder diversen Störsignalen - nichts war zu abgefahren, um nicht…

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10.0
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(49:31, LP, Digital, Aural Music, 2018) Das Vorgängeralbum von Messa, „Belfry“, galt in manchen hierfür ausgelegten Gazetten als das "Doom album of the year 2016". Wobei das jeder halten kann, wie er will. Obwohl die mächtigen Sounds schon hin und wieder in solcherart Regionen herum lamentieren, entzaubern gerade die sakral-lasziven Vocals von Sängerin Sara dahingehende Tendenzen auch wieder. Und es ist eben auch Sara geschuldet, dass einen „Feast For Water“ nicht grenzenlos nach unten zieht. Der italienische Vierer ist nämlich da zu Hause, wo auch Acts wie Pentagram, The Obsessed oder Saint Vitus ihre unheimlich unheiligen Rituale abhielten. Tief in…

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11.5
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(47:17, CD, LP, Digital, Moment Of Collapse Records/Broken Silence, 2018) Hier schichten Red Apollo wieder palettenweise Wut und Ängste auf. "Pathologische Ängste" wohlgemerkt, was der Sache eine ganz spezielle Bedeutung und einen eigenen Twist verschafft. Diese Eskapaden klappten bisher dermaßen geschmeidig, dass die Dortmunder nun schon in dritter Instanz mit eben diesen hausieren gehen. Der Sound ist mächtig und dafür ausgelegt, in endlose Weiten abzudriften. Ist dieses einmal nicht möglich, werden eventuelle störende Barrieren niedergemäht und platt gewalzt. Doch dies nur, um letztendlich auf der so entstandenen ebenen Plattform den eigenen Monolithen zu erreichen. Tiefschwarz und sich in den Himmel…

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10.0
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(35:17, Download, Art As Catharsis, 2018) Es ist wunderbar, Visionen zu haben, die als Ansporn und Motivation dafür dienen, eben nicht bloß Visionen zu bleiben. Über drei Jahre lang arbeitete Sängerin und Multiinstrumentalistin Kat Hunter an ihren musikalischen Visionen, wobei sie die so entstandenen Tracks bis auf ein paar wenige klassische Instrumente selbst einspielte und produzierte. Unter dem Moniker Lack The Low entstand nun mit „One Eye Closed“ ein merkwürdiger, dafür aber nur umso beeindruckenderer und fesselnder Hybrid aus Artpop, Avantgarde und Semiklassik, wobei man den acht hier enthaltenen Songs wirklich den langen Entstehungsprozess anmerkt und –hört. Nichts wurde dem…

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9.7
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(18:57, Cassette, Digital, Art As Catharsis, 2018) Da gehen wohl einmal wieder die Pferde mit den Protagonisten durch. Frei (oder unfrei) nach dem Motto "schneller – weiter – höher" zeigen uns Instrumental (adj.) wo der Hammer bezüglich ungestümen Progressive Rock mit metallischen Tendenzen hängt. Es geht immer noch schneller, verfrickelter und wendungsreicher. Dass der Hörer wieder einmal komplett auf der Strecke bleibt, geschenkt. Es sein denn, eben dieser ist masochistisch veranlagt und ergeht sich freiwillig in chinesischer Tropfenfolter. Wo anfangs, nämlich mit 'Yours', dem ersten Tune des Dreiers „Reductio Ad Absurdum“, noch auf ein wenig Harmonie gesetzt wird, bricht das…

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10.5
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(65:20, CD, Tonzonen Records/H‘Art, 2018) The Shadow Lizzards - nur echt mit dem Doppel-Z! Und wieder einmal bürgt der Name für Qualität. Als fulminanter Dreier, von dem sich Jochen Leistner am Gesang, Bass und der Orgel wohl ein wenig zu viel aufgebürdet hat, beschwören die Nürnberger in gewohnter Weise die hoch(h)eiligen Sixties. Von Erwecken kann dabei freilich kaum noch die Rede sein, befinden sich doch mittlerweile schon Heerscharen auf dem Weg in genau dieses prophezeite musikalische Retro-Nirvana. Der hin und wieder reichlich intensive Orgeleinsatz, mit dem sich die Nürnberger mächtig ins Zeug legen, ist natürlich der Hauptbestandteil im Sound des…

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11.0
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(44:01, CD, Stickman Records/Soulfood, 2018) Lonely Kamel wollen es wissen und zeigen klare Kante. "Hate no stronger, need no longer, Throw 'em back to see, Millions struggling, numbers growing, The fight is endless, haters all around…". Bei dem ‚Fascist Bastard‘ geht es mächtig zur Sache. Thematisch wie auch musikalisch. Mehr als nur ein wenig heavyeasker als noch auf ihren vorangegangenen Releases kommen die Norweger mit „Death’s-Head Hawkmouth“ als Dampframme, die aber immer noch genügend psychoaktive Neben-der-Spur Rumpeleien mit sich führt, um allzu glatt durchzulaufen. Mit neuem Gitarristen (Vegard Strand Holthe, der hier noch als additional musician angeführt wird) zimmerten Lonely…

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11.0
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(20:55, Cassette, Digital, Eigenvertrieb, 2017) Da reicht es, nach dem 2016 veröffentlichten, nach der Band selbst benannten letzten Shorttimer, wieder "nur" für eine EP. Dabei hat die Band aus Minneapolis mit „The Narcoma“ durchaus schon ein ganzes Album auf der Habenseite. Weit wichtiger als die Laufzeit aber ist: „The Good Night“ zeigt die Band auf ihrem bisherigen Zenit. Die vier auf der EP enthaltenen Tracks offerieren uns ein überaus druckvolles Erlebnis, wenn man ein gehöriges Die-Ohren-Durchblasen nebst ein wenig Gehörgangbluten als Erlebnis bezeichnen möchte. https://www.youtube.com/watch?v=dnmoc4yKRyI Trita wünschen uns als unheilige Dreifaltigkeit auf ihre sympathische Art und Weise eine gute Nacht,…

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11.5
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(47:57, LP, Digital, Eigenvertrieb, 2018) Der Terminus 'ritual heavy music' trifft den Nagel auf den hochheiligen Kopf. Hier wird mit einer Ehrfurcht und Dringlichkeit der (un)heilige Geist beschworen, dass es eine Freude ist. Sunnata erschaffen mit "Outlands" ein Schwergewicht, bei dem die Bezeichnung ‚heavy‘ noch ein wenig untertrieben ist. Mit sakral dräuenden Beschwörungsformeln errichtet die Institution aus Warschau Kathedralen, die dann allen, die auserwählt wurden, zugänglich sind. Mit einer doppelten Gitarrenspitze und erhabenen Satzgesängen zelebrieren Sunnata Messen in Heavy Rock, wobei es hier eine weitere Alternative zu Himmel und Hölle gibt. Die Rhythmen erreichen Tool-lastige Voodoo-Grooves, das tiefer gestimmte Accessoire…

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12.5
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(62:07, CD, LP, Digital, Sixteentimes Music, 2017) Ein wenig führen Glaston schon aufs Glatteis, indem sie sich selbst unter dem Etikett Postrock einordnen. Gut, es gibt schon Gitarren im Line-up des Zürcher Quartetts. Genau gesagt eine, gespielt von Jake Gutzwiller, der hiermit reichlich Atmosphären erzeugt. Das geht aber nie weit genug, um „Inhale/Exhale“, das Albumdebüt seiner Band, in eine Art Rock-Kontext zu rücken. Viel eher inszenieren Glaston einen cineastischen, epischen, ja vielleicht etwas jazzigen Sound (in der Vorstellung der New Conception Of Jazz). Inhale / Exhale by glaston In der Besetzung Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug eröffnet sich das Quartett…

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10.5
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(18:45, Digital, Art As Catharsis, 2018) „Sollbruchstelle - Stelle in einem Bauteil o. Ä., die so ausgelegt ist, dass in einem Schadensfall nur hier ein Bruch erfolgt“. Soviel weiß der Duden zum Thema. Die „Sollbruchstelle“ ist in diesem Fall aber eine charmante Fußnote in der modernen Musik, hier speziell in der Neoklassik. Womit Hinterlandt ein weiteres Kapitel in seiner Karriere aufschlägt. Nach elektronischen („New Belief System“), Pop-orientierten („Automatic Teller Machine“), rockigen („All Things Considered“), experimentellen („Migration Motion Movement“), postrockenden („Cartography“) und neoklassischen („Ode To Doubt“) Exkursionen verschlägt es das australische Projekt um den deutschen Auswanderer Jochen Gutsch nun in kammermusikalische Bereiche.…

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10.0
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(65:56, LP, Digital, Elusive Sound, 2018) Das letzte Album der Petersburger Postmetaller hieß bezeichnenderweise „Lose Yourself To Find Peace“, wobei jeder für sich herausfinden konnte, wie man seinen inneren Frieden findet. TRNA waren nur der Katalysator für einen Selbstfindungsprozess. Oder auch nicht. Auf zwei Zwanzigminütern veranstaltete das Trio instrumentale Breitseiten, die nur bedingt etwas mit Frieden zu tun haben, wobei sich auch die Harmonie hier in Grenzen hielt. Sicher waren schon Momente innehaltender Exzesse zu vernehmen. Diese dienten für ein Werk wie dieses aber lediglich zur Effektsteigerung. Earthcult by Trna „Earthcult“, das mittlerweile dritte TRNA-Album, geht noch einen großen Schritt…

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