Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

11.5
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(8:40, CD, Digital, FinestNoise/CDBaby, 2018) Manchmal reichen nur Momente, um sich ein Bild von einer Angelegenheit zu machen beziehungsweise dafür, dass sich diese Sache irgendwo hineinbrennen kann. Mit noch nicht einmal neun Minuten meinen es die Businessmen hinsichtlich selbst auferlegter Kurzweil mit uns schon irgendwie gut. Gerade einmal drei Tracks umfasst des Debüt der Stonerweirdos aus, nein, nicht dem Joshua Tree, sondern aus Berlin-Marzahn. Geht nicht? Geht doch! Das Trio beweist mit „This Means Business“, dass gut abgehangener Rock nicht auf bestimmte territoriale Eigenschaften beschränkt sein muss. https://youtu.be/zz_QOQZRiMo Die Businessmen’n women sind in ihrem selbst auserwählten Biz dann auch reichlich…

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12.0
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(37:52, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Soulfood, 2018) Minus und minus ergibt natürlich plus. Was nicht bedeutet, dass man sich das neue Relikt von Krakow zweimal hintereinander genehmigen muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Das macht man ohnehin vollkommen freiwillig. Für „minus“ wurde ein Jahr lang Material gesammelt, wieder verworfen und bis zu seiner maximalen Wirkung reduziert. Sechs Songs müssen reichen, um aus „minus“ ein Werk brachialer bis ausufernder Schönheit zu machen. Mit siebenunddreißig Minuten ist das Album zwar nicht unbedingt ein Großkaliber Sludge-infizierter Postrock’n Metal-Exzesse, wobei „minus“ aber keine längere Laufzeit benötigt, um mit seiner wahrhaftigen Genialität zu punkten.…

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12.5
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(45:45, Vinyl, Digital, Elusive Sound, 2018) Irgendwann erwischt es uns knallhart. Nämlich dann, wenn die Natur zurückschlägt, die über die letzten Jahrhunderte arg von der Spezies Mensch starkin Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine Wechselwirkung, eine „Holy Chemistry“, findet schon längst nicht mehr statt – wir fahren auf Verschleiß ohne Chance auf Regeneration. Stimmt alles, aber es ist schon ein harter Brocken, an welchen sich die texanischen Postrocker Glasir mit ihrem Debüt inhaltlich heranwagen. „New Dark Age“ kommt komplett instrumental, die Bilder von einerseits erdrückender Schönheit, andererseits kompromissloser Zerstörung entstehen einmal mehr ohne inspirierende Worte bzw. Gesang vor dem inneren Auge. Wenn…

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(43:34, CD, Vinyl, Digital, KScope/Edel, 2018) Bruce Soord machte es seinen Fans nicht immer leicht, waren Qualität und Ausrichtung seiner bisherigen Platten, immerhin elf an der Zahl, ein ständiges Auf und ab musikalischer Selbstfindung, die eine gewisse Orientierungslosigkeit nicht ausschließt. War das eine Album geprägt von progressiver Opulenz versank The Pineapple Thief schon ein Album später fast schon in der Bedeutungslosigkeit von Pop und Mainstream. In diesem Zusammenhang und unter diesen Umständen ist „Dissolution“, der zwölfte Longplayer des Bruce Soord-Unternehmens, eines der besseren, wenn nicht sogar das beste Album der Band. Ein Grund dafür ist sicherlich in dem Umstand zu…

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8.0
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(43:00, CD, Digital, Drag City/Rough Trade, 1980/2018) Aus Death wurde einst das 4th Movement – aus der Sympathie für den Tod eine Band mit eindeutig christlicher Prägung. Aber irgendwie klappte es damals mit beiden Sachen nicht so richtig, weder mit den von ‘71 bis ‘77 aufspielenden Death noch mit dem sich sofort nach deren Ableben (sic!) formierenden The 4rd Movement. Die Wiederbelebung von Death im Jahr 2009, die immerhin bis heute anhält, weckte dann nicht nur das Interesse an den Backkatalog der Band um die drei Brüder Hackney sondern eben auch eine gewisse Zuneigung zum lichterfüllten Nachfolger, der auf seinem…

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6.0
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(26:58, CD-EP, Vinyl, Digital, Heavy Psych/Cargo, 2018) Das Hören mit Schmerzen ist in diesem Zusammenhang gewollt und somit dann auch eine Charaktereigenschaft von Ecstatic Vision. Verstanden hat man es ja nicht unbedingt, wieso die Psychkrawallos bisher auf Relapse Records veröffentlichten, passte man doch nicht unbedingt zu metallischen Großmeistern wie Mastodon, Baroness, Neurosis & Co. „Under The Influence“ nun, der Ecstatic Vision-Einstand bei Heavy Psych, geht mit seinen sechs sich auf 26 Minuten breitmachenden Tracks auf jeden Fall als EP durch und zeigt uns die Einflüsse auf, die Ecstatic Vision sicher zu dem machten, was sie sind. So enthält das Release…

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10.0
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(63:05, CD, Vinyl, Digital, Denovali Records/Cargo, 2018) Der Albumtitel zeugt auf jeden Fall davon, dass wir es mit einem neuen Sankt Otten-Oeuvre zu tun haben. Der Albumnamewie auch die Songtitel, die, zwischen Shortstorys und Aphorismen, fast schon komplette Geschichten zu erzählen haben. Man nehme etwa ' Ein bisschen Mitschuld bringt dich nicht gleich um'. Dazu der gewohnt relaxte Sound des Duos, der wieder flächendeckend auf Entspannung ausgelegt ist. ZWISCHEN DEMUT UND DISCO by Sankt Otten Die Electronics sind auf analog gebürstet, das dementsprechend angesetzte Schlagzeug von Stephan Otten sowieso. Inklusive der harmonisch dräuenden Gitarren von Oliver Klemm – „Zwischen Demut…

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9.0
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(36:44, CD, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2018) Wenn man es nicht so mit klassischen Metal-Projekten hat dann sollte man hier vorsichtig sein, macht Alberto Rigoni im Vivaldi Metal Project doch sonst auf metallische Kantaten (oder auf was auch immer). Aber, keine Angst, die weiteren Betätigungsfelder des Musikers geben sich weniger pathetisch Orchester-schwadronierend. Der umtriebige Bassist, der auf jeden Fall auch solistisch mächtig etwas auf der Pfanne hat und nebenbei auch noch im Alliance Project sowie bei Twinspirits anzutreffen ist beziehungsweise war, kommt hier mit seinem siebenten (!) Album unter seinem Namen, einem Album, das, wenn man so will, etwas Besonderes in…

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11.0
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(38:10, CD, Vinyl, Digital, The Sign Records/Cargo, 2018) Hier wird die Frauenquote gut erfüllt! Souverän retro-rocken sich Matilda, Johanna, Linn und Sofia alias Maidavale nun auch durch ihren zweiten Longplayer. Seit ihrem Debüt „Tales Of The Wicked West“ haben die Schwedinnen nicht nur an Selbstvertrauen gewonnen sondern auch noch mächtig aus dem Psychedelic-Bong inhaliert. Wieder einmal frönt eine relativ junge Band einem Sound, den sie eigentlich nur aus dem Plattenschrank der eigenen Eltern kennen dürfte. Weil sich auch MaidaVale vom Sound her in jenen Siebzigern wiederfinden, wo sie am transzendentesten waren. Eine sympathische Tatsache, die schon mit dem souveränen Einsteiger…

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13.0
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(48:08, CD, Digital, Honeysound, 2018) Wer aus einem deutlich überschaubaren Nest kommt, muss nicht auch deutlich überschaubare Musik machen. Schon mit ihren wahrlich mit pathetischen Momenten ausstaffierten Werken „Fetus In Fetu“, „Odyssea“ und „Ophelia“ zeigten sich Indignu [lat.] als Meister der großen Gesten, welche nun, auf und mit „Umbra“ nur noch intensiviert und somit erhabener werden. Erhabenheit ist auf jeden Fall eine der offensichtlichsten Stärken der Band aus dem portugiesischen Barcelos, die sich dann auf Tracks manifestiert, die sich ins Unendliche zu winden scheinen. Dabei fängt alles sehr dezent an. Wie aus dem Nichts mäandern sich Soundcapes an die Oberfläche,…

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13.0
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(46:34, CD, Digital Fysisk Format/Cargo, 2018) Erweiterten Spurv mit ihrem letzten Album, dem epochalen „Skarntyde“ den Postrock um einige Nuancen, geht die norwegische Formation mit „Myra“ mehr als einen Schritt weiter. Bestand nämlich das Vorgängerwerk aus fast endlos erscheinenden, weithin hallenden Flächen, was zur Folge hatte, dass auch die Kompositionen selbst ins schier Endlose tendierten, bleibt es auf „Myra“ relativ übersichtlich. Wobei die Betonung auf "relativ" liegt, eben weil wir es hier mit einer Band wie Spurv zu tun haben. Hier auf „Myra“, geht es um Leben und Tod, was sich auch auf die Stimmung des Albums ausschlägt. Die nämlich…

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11.5
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(29:55, Digital, Art As Catharsis, 2018) Willkommen auf Skull Island. Würde man Australien als eine Insel betrachten (eine ganz große!), dann könnte man das auch so stehen lassen. Mit seinen knapp dreißig Minuten und vier Tracks ist dieses Debüt-Dingens wohl nur als EP zu betrachten. Aber Zeit ist letztendlich relativ. Auch bei der Formation aus Sydney, die sich darauf spezialisiert hat, die Soundscapes psychedelischer Transzendenz auszuloten und für sich gefügig zu machen. Tonnenschwerer Fuzz erdet die Tracks von Turtle Skull ein wenig, was aber längst noch kein Grund ist, eben nicht abzuheben und in Klanggalaxien vorzudringen, die nie ein Mensch…

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11.0
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(40:13, CD, Digital, Eigenveröffentlichung, 2018) Wer noch nicht ganz mitbekommen hat, wie sehr es in psychedelisch-doomiger Hinsicht in Sankt Petersburg rumort, der kann dieses Manko nun ganz schnell beheben. Denn was da mit den Flynotes über uns kommt, das muss man gehört beziehungsweise gefühlt haben. Immerhin weiß das russische Trio genau, was es tut, kommt es doch schon mit seinem vierten Album in Form von „Child In The Woods“. Die acht Tracks, allesamt Instrumentals, legen sich mit allem an, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Doch obwohl man leichtfertig schon mal dem Psychedelic-, Stoner-, Doom-, Progressive- sowie Post-…

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8.5
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(39:49, CD, Vinyl, Digital, Listenable/Edel, 2018) Was macht eine sich auf Krach machen spezialisierende und ein wenig Sabbath-Flair offerierende Institution am liebsten? Genau, sich aufs Krach machen spezialisieren und ein wenig Sabbath-Flair offerieren. Auch mit ihrem neuen, werweißwievielten Album kracht das Trio um Tony Reed einmal mehr in die Kerbe, die in den langen Jahren ordentlich bearbeitet wurde. Das Rad wird bei dieser Anhäufung lieb-gewonnener Stoner’n Hardrock-Klischees zwar nicht neu erfunden, was aber an dieser Stelle vollkommen egal ist, rockt sich das Trio doch angenehm durch die favorisierten Jagdgründe. Am Anfang steht natürlich das Riff, das fast immer in einen…

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10.0
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(31:44, CD-EP, Digital, Atypeek Music, 2018) Wieder einmal eine Wunderlichkeit aus dem Hause Atypeek Music, die allerdings nicht ganz so extrem wie jenes daherkommt, was man sonst von diesem Label gewohnt ist. Weil es sich Mia Vita Violenta auch mit ihrer dritten EP (auch hier ist man konsequent) im Postrock bequem machen, wobei man es sich nicht nehmen lässt, diesen mit eloquenten Momenten aus Hardcore und Noise zu veredeln. Man soll es sich nicht zu heimelig machen mit den sechs Tracks dieser EP, weswegen die Pariser Institution diese schon mal mit Dornen und Scherben auspolstert. Die heftigeren Ausbrüche schlagen vehement…

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12.0
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(40:42, CD, Vinyl, Digital, Fluttery Records, 2018) Erstaunlich, wie weit sich Sairen als Einmannprojekt auf die opulent-pathetischen Ebenen des Postrock vorwagte. Und das noch überaus erfolgreich. Aber nach Großtaten wie „Her Animae“ und „Ultima Lux“ kann von "wagen" eigentlich gar nicht mehr die Rede sein, da sich der Multiinstrumentalist aus der französischen Bretagne mittlerweile durch eine beeindruckende Beständigkeit, die nun mit „Neige Nuit“ einen Status erreicht, der als Opus Magnum gewertet werden kann, auszeichnete. Sairen erschafft eine zu Sound gewordene Weiße Nacht, die „Neige Nuit“ – kalt, harsch und von einem diffusen Zwielicht geprägt, das bei näherer Betrachtung einmal ausgemachte…

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12.5
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(50:53, CD, Vinyl, Digital, Fluttery Records, 2018) Fluttery Records nahm sich nun auch dieser Band aus Phoenix/Arizona an, um die Kunde davon hinaus in die weite Welt zu tragen. „Assimilation“, im Frühjahr erschienen, greift die melancholische Atmosphäre des „Twin Peaks“-Soundtracks auf, ohne jedoch mit der Frage zu konfrontieren, wer nun Laura Palmer getötet hat. Das interessiert hier auch keinen, da der Sound von Ghost Island eine Bank für sich ist, der mit allen Vorzügen kommt, die der Postrock so mit sich bringt. Dabei gerät „Assimilation“ zum schmerzhaft sehnsüchtigen Klanggemälde, welches mit Titeln wie 'Your Hope', 'Your Joy', 'Your Doubt', 'Your…

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5.0
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(53:30, 39:40 / 57:35, 44:20, CD, Picture-Vinyl, Cherry Red, 2018) Zugegeben zählen beide Releases der Twin-Guitars nicht unbedingt zu den Sternstunden von Wishbone Ash – weder von den Songs noch vom Cover, welche grenzwertig („Twin Barrels Burning“) bis absolut vergeigt („To The Bone“) daherkommen. Die Band war in den Achtzigern angekommen – kein gutes Jahrzehnt für sie, obwohl man mit einem Album wie „Just Testing“ noch ganz gut begann, da es mit Songperlen wie 'Living Proof' und 'Helpless' aufwarten konnte. Auffallend war weiterhin der Verschleiß an Bassisten. Der in Proggerkreisen geschätzte John Wetton hatte 1981 für das Album „Number The…

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3.5
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(64:45, CD, The Right Honourable Recording Company /Cherry Red /Rough Trade, 2018) Ob man hier nun von Grenz- oder darüber hinausgehende Erfahrungen philosophieren kann ist an keineswegs klar. Weil das vorliegende Album konventionelle, in Richtung Rock tendierende Hörgewohnheiten nicht nur auf die Probe stellt. Sondern diesen mittels „Better Together“ schon eine Menge abverlangt. Hinter Ted verbirgt sich kein Geringerer als Ted Turner, Gründungsmitglied von Wishbone Ash und somit Mitbegründer des Twin-Guitar-Rocks. Nun kann man den Gitarristen eigentlich nicht als konstantes oder gar beständiges Mitglied in dieser Institution harmonisch mäandernder Rockmusik werten. Zweimal, nämlich von 1969 bis 1974 sowie von 1987…

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8.0
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(72:31/76:57, 2 CD + DVD, Digital, Cherry Red/Rough Trade, 2018) Neben Andy Powell, der nach einigem juristischen Hickhack als einziger den Namen Wishbone Ash weiterführen darf streift auch ein Martin Turner mit dem gleichen Anliegen durch die Lande. Nämlich der Bewahrung des kollektiven Wishbone Ash-Erbes (und eines gewissen Wasserstandes im Portemonnaie, steht zu vermuten, d. Schlussred.). Erst als "Martin Turner’s Wishbone Ash", später - nach einigen juristischen Spannungen mit seinem ex-Kollegen - unter dem Motto "Martin Turner ex Wishbone Ash". Wie auch bei diesem Release. Immerhin hat diese Band einen dermaßen umfangreichen Backkatalog, dass es für mehrere Inkarnationen reicht. Mit…

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