(44:05, Digital, Eigenvertrieb, 2018) Es ist schon irgendwie logisch, dass gerade einmal zwei Jahre nach der regulären Veröffentlichung von „Amaryllis“ dieses Werk in remasterter Form noch einmal erscheint, ist diesem progressive metallischen Epos doch einst nicht die Aufmerksamkeit zuteil geworden, die es eigentlich verdient hätte. Nun also erscheint das schon stark beeindruckende Debüt technisch aufgepimpt und, obwohl erst einmal nur in digitaler Form, mit neuem, aufwendigen und die hier erzählte Story bebildernden Artwork versehen. https://www.youtube.com/watch?v=5vjHE6AOT08 „Amaryllis“ selbst ist eine Laudatio auf Tech Metal und Progressive Rock, wobei sich beide Anteile lässig die Waage halten. Die in einer fernen Zukunft spielende…
Autor: Carsten Agthe
(35:31, CD, Vinyl, Download, Riding Easy, 2018) Da ist man schon ein wenig erstaunt - „II“? Da muss das Debüt "I" von 2016 irgendwie unbeachtet an uns vorbeigerauscht sein. Merkwürdig, da die Jungs erst einmal aus Norwegen kommen und eigentlich (fast) alles von hier für gut zu befinden ist. Und weil die Band außerdem quasi den Weg des geringsten Widerstands geht. Inwiefern das? Nun, weil sich, welch Überraschung, auch Dunbarrow dem Sound der frühen Siebziger verschrieben haben und man schon einst gängige Acts wie Led Zeppelin und Black Sabbath heraushört. Aber wieso auch das Rad noch einmal ganz neu erfinden?…
(44:55, CD, Vinyl, Digital, The Sign /Cargo, 2018) Irgendwie schaffen es Wheel In The Sky auch in zweiter Instanz, nämlich mit ihrem demensprechenden Album, beindruckende Wohlfühlmomente zu inszenieren. Die Schweden legen sich dabei nicht unbedingt stilistisch fest sondern geben sich als Wirbelwinde, die zwischen Psychedelic, Garage und Stoner Rock sowie Weird Folk umher driften. Dabei passiert alles mit einer Leichtig- und Lässigkeit, die jedem der hier enthaltenen Songs beeindruckende Hooklines beschert, welche Initiator für die beschriebenen Wohlfühlmomente sind. https://www.youtube.com/watch?v=pkCVKhlsPd8 Die beiden Longtracks (wenn man denn sieben bzw. acht Minuten vereinnahmende Songs denn als Longtracks festmachen kann) ‚Rivers Of Dust‘ sowie…
(43:37, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music, 2018) „All sounds improvised by Spectrum Orchestrum…“. Nun weiß man nicht, ob das nun nur Info oder schon Drohung ist. Das Quintett aus dem französischen Lille hat es mit Improvisationen. Und das hör- sowie eben auch spürbar. So trägt ein Album des Spectrum Orchestrums schon einmal den Titel „Improvisarium III“ und enthält mit dem halbstündigen '20121027' (knapp an '2112' vorbei, d. alberne Schlussred.) gerade einmal einen Track. Und der wurde dann natürlich vollständig aus einer Laune heraus improvisiert. Wie auch sämtliches Material auf „It’s About Time“, dem neuen Oeuvre der Franzosen, das gerade einmal…
(37:58, 35:15, MC, Digital, Eigenveröffentlichung, 2018) "Привет, дорогие друзья психоактивных звуков. Здесь, на данный момент, появляются приятные музыкальные пути Балтийского моря." Bzw.: Der VEB Kombinat Robotron war der größte Computerhersteller der ehemaligen DDR und einer der bedeutendsten Produzenten von Informationstechnologie im RGW. Als Volkseigener Betrieb und Kombinat unterstand er dem Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik. Die Marke „Robotron“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Wortteilen Roboter und Elektronik“ (Wikipedia). Mitnichten kann man hingegen diesem Kieler Vierer vorwerfen, ein Kunstobjekt zu sein. Dafür ist die Musik der psychoaktiv Reisenden zu organisch und wie aus der Ursuppe menschlicher Musikwerdung entstanden. Hier, auf…
(42:17, CD, Vinyl, Digital, Phonofile/Rillbar, 2018) Hier also wieder einmal ein Artefakt der Sorte "Hören mit Schmerzen": die dänischen Avantgarderocker, mittlerweile auf ein Trio modifiziert beziehungsweise mutiert, greift auch mit seinem fünften Album in die Vollen der eigenen Kreativität und des eigenen Anspruchs. Letzterer ist dann auch wieder einmal ganz hoch angesetzt. So hoch, das sich auch der geneigte Hörer strecken muss, um bei der Stange zu bleiben. Denn die „Virgin Cuts“ irritieren, strangulieren und massakrieren. Nicht unbedingt immer in der Reihenfolge aber mit relativer Sicherheit. Wenn sich Strukturen vernehmen lassen, dann sind diese aus der Chaostheorie entliehen. Zwar nähert…
(16:08, CD, Vinyl, Digital, Slovenly Records/Cargo Records, 2018) „Here Comes…“. Ja, was denn nun? Genau! Tommy And The Commies kommen mit ihrem ersten Album. Aber weniger ist hier nun einmal mehr. Oder auch nicht. In acht Tracks versucht sich Tommy und seine Commies in Mod-Punk beziehungsweise Hooligan Pop. Was immer das auch ist. Der kanadische Dreier ist dabei aus, ins Guinness-Buch der Rekorde zu geraten. Acht Tracks in sechzehn Minuten - das ergibt einen respektablen Schnitt von zwei Minuten pro Song. Und diese tragen sympathische Titel wie 'Straight Jacket', 'Suckin‘ In Your 20s', 'Reggie Rocks' oder 'So Happy' („In the…
(45:28, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2018) Auch hier zeugt der Name von Kreativität. Was für eine Art von Musik kann es nur sein, die sich hinter diesem schwergewichtigen Titel verbirgt? Lange Rede, gar kein Sinn - natürlich machen auch Bear The Mammoth sympathisch auf Post-Rock, kommen, was noch sympathischer ist, from Down Under, und setzen mit ihrem aktuellen Album „Years Under Glass“ einen weiteren Meilenstein in diesem Genre für den fünften Kontinent. Weil das Album wahrhaft ein Fest für die Sinne ist. Die sieben hier enthaltenen Tracks sind eigentlich eher aus der DNA des Progressive Rock gezogen, Metal-lastige…
(31:35, CD, World In Sound/Rough Trade, 2017) Da muss jemand Promethea schon ein wenig verärgert haben, wenn diese gleich ein Armageddon vom Zaun bricht. Zugegeben würde es unter diesen Umständen kaum Unschuldige treffen. Nun macht der spanische Dreier aus der Not eine Tugend und zimmert sich unter diesem Sachverhalt seinen zweiten Fulltimer. Und da einem unterm Strich relativ wenig Zeit bleibt, ist Eile vonnöten. Mit seinen 32 Minuten ist „Mk. II / Promethea’s Armageddon“ also relativ überschaubar. Was jedoch nun einmal mehr nicht für die Musik zutrifft, geben sich Prisma Circus eben als Bringer des Feuers, welches sie uns unter…
(39:57, CD, Vinyl, Digital, Riding Easy Records, 2018) Sicher stellt das Cover des aktuellen Here Lies The Man-Outputs den definitiven Kontrapunkt zur Musik einerseits und zum Cover des selbstbetitelten Debüts andererseits dar. Die beiden Albinoknaben mögen nicht so recht zum Seventies-geprägten Afrorock der Los Angeles Institution um die beiden Antibalas Marcos Garcia und Geoff Mann (natürlich nicht identisch mit dem Twelfth Night-Großmeister, R.I.P.) passen. Oder vielleicht doch! Denn es sind auch wieder die Gegensätze, welche das Wesen auch von „You Will Know Nothing“ ausmachen. You Will Know Nothing by Here Lies Man Die Songs wurzeln tief im afrikanischen Untergrund der…
(16:51, Vinyl, Time As A Color, 2018) Manchmal darf, ja MUSS es ein wenig lauter sein. In diesem Zusammenhang ist vorliegende Split-EP wahrlich eine gute Partie. Sieben Label, nämlich Time As Color, Friendly Otter, Keep Hope Productions, HC4LZS, Adorno Records, Dingleberry und Dreaming Gorilla Records waren an dieser Produktion beteiligt, welche dann vier Bands aus vier Ländern präsentiert. Im Großen und Ganzen rangiert die Split 12“ unter dem File Post Metal/Screamo, was ja recht eine weit gefasste Kategorisierung ist. Sie wird den vier auf diesem Split-Release enthaltenen Vertretern eben dieser dann aber auch gerecht wird. Mit Moss Rose aus Großbritannien,…
(45:43, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2018) Langsam aber sicher macht sich nun auch Australien auf der zerklüfteten Landkarte monolithischer Soundscapes mit Hang zur Entfesselung diverser Naturkatastrophen breit. Es ist nun auch nicht unbedingt verwunderlich, dass das emsige Label Art As Catharsis erneut einmal mehr mit einem weiteren, sicher wieder aufsehenerregenden Debüt punktet. Skullcave erhebt sich als ein weiteres tiefschwarzes Monument aus der australischen Westküste, in welcher schon einige Fixpunkte gewaltiger Erhebungen auszumachen sind. Das Trio aus der Metropole Perth setzte 2015 mit der EP „Climbing“ schon ein erstes Zeichen seines Hangs zu spröden Sounds und noch spröderem Gesang, zu…
(38:28, Digital, Art As Catharsis, 2018) Die Kreativität des auf der Distanz New York/Sydney agierenden Duos Ground Patrol scheint nahezu grenzenlos, erscheint doch gerade einmal neun Monate nach dem Release des Debüts „Drift“ der kongeniale Nachfolger „Search“. Wieder vier mehr oder minder ausufernde Tracks schwer wirbeln Gitarrist Kyle Sanna und Schlagzeuger Alon Ilsar auch hier wieder so alles auf, was ihnen unter die Finger kommt. https://youtu.be/-Cb3LsM6sl4 Erwähnt werden muss, dass sowohl „Drift“ als auch „Search“ am 18. und 19. Oktober 2016 in den New Yorker Summercamp Studios Brooklyn eingespielt wurde, was die soundtechnische Verwandtschaft erklärt. Auch „Search“ rangiert mit seinen…
(35:34, CD, Vinyl, Digital, Jansen Records/Membran, 2018) Was die beiden Musiker Øyvind Blomstrøm (El Cuero, Bare Egil Band) und Chris Holm (Bloody Beach, The Alexandria Quartet) dazu trieb, mit einer neuen Band auf musikalische Selbstfindung zu gehen, wissen wahrscheinlich nur die Beiden selbst. In Landsmann Kim Åge Furuhaug fand man schließlich den dritten im Bund für ein Unterfangen, das sich dem Blues ebenso verschrieben hat wie den Soundtracks von Softcore-Schinken der Siebziger (immerhin klaute ein diesbezüglicher ‚Klassiker‘ wie „Emmanuelle“ einst ungehemmt bei King Crimson, weshalb diese Revanche dann auch irgendwie in Ordnung geht). Nun weiß man nicht, ob man diese…
(47:55, Vinyl, Digital, Midsummer Records/Cargo Records, 2018) Es gibt Dinge, die ziehen ganz nach unten. Abgrund-tief. Und es gibt Dinge, die ziehen nach unten. Posi-tief. Dieser Patient hier ist von der Sorte Hypochonder – von tiefsten Selbstzweifeln zerfressen aber doch eigentlich kerngesund und ganz gut drauf. „Feel cold inside. Lost myself in you, found myself in truth. Found myself in you. Never been so close to you my ledger. No day to exit. Feel cold…“. Na dann. Chasma by Patient, Patient Die Kölner waten auch auf ihrem zweiten Album (das erste, „Of Illusions And The Way To Find“ erschien 2015…
(52:59, CD, Vinyl, Digital, Noisolution/Indigo, 2018) Dafür, dass sie schon mehr als zwanzig Jahre auf den Buckel haben, bleibt die Band irgendwie schemenhaft und nicht greifbar. Und das, obwohl die Band aus Los Angeles Psychgrößen wie Helios Creed, Nik Turner und Dave Catching, die auch hin und wieder auf Platten des Spacerocker auftauchen, als Fans verzeichnen kann. Nun kommt also, nach zahlreichen Fulltimern, EPs und Split-CDs mit „This Capsule“ ein weiterer Longplayer dieser Institution. Und es scheint, dass Farflung in den letzten Jahren bezüglich der eigenen Kreativität an Fahrt aufgenommen haben, ging es ab 2016 nach acht Jahren relativer Stille…
(37:29, CD, Digital, Art As Catharsis, 2018) Mit Projekten wie Hashshashin machte sich das australische Label Art As Catharsis nun auch einen Namen in Sachen World Music. Diese interessante Ausrichtung wird nun mit dem Eishan Ensemble auf beeindruckende Art und Weise fortgeführt. Der in Sydney lebende und wirkende Multiinstrumentalist Hamed Sadeghi scharrte eine Handvoll befreundeter Musiker um sich und begründete mit dem Eishan Ensemble eine weitere Schnittstelle zwischen Orient und Okzident. Nim Dong by Eishan Ensemble Hauptingredienz für die sieben Tracks dieses Debüt ist die Tar, ein vor allem in Vorder- und Zentralasien beheimatetes Saiteninstrument, das in Klang und Entstehung…
(8:40, CD, Digital, FinestNoise/CDBaby, 2018) Manchmal reichen nur Momente, um sich ein Bild von einer Angelegenheit zu machen beziehungsweise dafür, dass sich diese Sache irgendwo hineinbrennen kann. Mit noch nicht einmal neun Minuten meinen es die Businessmen hinsichtlich selbst auferlegter Kurzweil mit uns schon irgendwie gut. Gerade einmal drei Tracks umfasst des Debüt der Stonerweirdos aus, nein, nicht dem Joshua Tree, sondern aus Berlin-Marzahn. Geht nicht? Geht doch! Das Trio beweist mit „This Means Business“, dass gut abgehangener Rock nicht auf bestimmte territoriale Eigenschaften beschränkt sein muss. https://youtu.be/zz_QOQZRiMo Die Businessmen’n women sind in ihrem selbst auserwählten Biz dann auch reichlich…
(37:52, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Soulfood, 2018) Minus und minus ergibt natürlich plus. Was nicht bedeutet, dass man sich das neue Relikt von Krakow zweimal hintereinander genehmigen muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Das macht man ohnehin vollkommen freiwillig. Für „minus“ wurde ein Jahr lang Material gesammelt, wieder verworfen und bis zu seiner maximalen Wirkung reduziert. Sechs Songs müssen reichen, um aus „minus“ ein Werk brachialer bis ausufernder Schönheit zu machen. Mit siebenunddreißig Minuten ist das Album zwar nicht unbedingt ein Großkaliber Sludge-infizierter Postrock’n Metal-Exzesse, wobei „minus“ aber keine längere Laufzeit benötigt, um mit seiner wahrhaftigen Genialität zu punkten.…
(45:45, Vinyl, Digital, Elusive Sound, 2018) Irgendwann erwischt es uns knallhart. Nämlich dann, wenn die Natur zurückschlägt, die über die letzten Jahrhunderte arg von der Spezies Mensch starkin Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine Wechselwirkung, eine „Holy Chemistry“, findet schon längst nicht mehr statt – wir fahren auf Verschleiß ohne Chance auf Regeneration. Stimmt alles, aber es ist schon ein harter Brocken, an welchen sich die texanischen Postrocker Glasir mit ihrem Debüt inhaltlich heranwagen. „New Dark Age“ kommt komplett instrumental, die Bilder von einerseits erdrückender Schönheit, andererseits kompromissloser Zerstörung entstehen einmal mehr ohne inspirierende Worte bzw. Gesang vor dem inneren Auge. Wenn…