(31:35, CD, World In Sound/Rough Trade, 2017) Da muss jemand Promethea schon ein wenig verärgert haben, wenn diese gleich ein Armageddon vom Zaun bricht. Zugegeben würde es unter diesen Umständen kaum Unschuldige treffen. Nun macht der spanische Dreier aus der Not eine Tugend und zimmert sich unter diesem Sachverhalt seinen zweiten Fulltimer. Und da einem unterm Strich relativ wenig Zeit bleibt, ist Eile vonnöten. Mit seinen 32 Minuten ist „Mk. II / Promethea’s Armageddon“ also relativ überschaubar. Was jedoch nun einmal mehr nicht für die Musik zutrifft, geben sich Prisma Circus eben als Bringer des Feuers, welches sie uns unter…
Autor: Carsten Agthe
(39:57, CD, Vinyl, Digital, Riding Easy Records, 2018) Sicher stellt das Cover des aktuellen Here Lies The Man-Outputs den definitiven Kontrapunkt zur Musik einerseits und zum Cover des selbstbetitelten Debüts andererseits dar. Die beiden Albinoknaben mögen nicht so recht zum Seventies-geprägten Afrorock der Los Angeles Institution um die beiden Antibalas Marcos Garcia und Geoff Mann (natürlich nicht identisch mit dem Twelfth Night-Großmeister, R.I.P.) passen. Oder vielleicht doch! Denn es sind auch wieder die Gegensätze, welche das Wesen auch von „You Will Know Nothing“ ausmachen. You Will Know Nothing by Here Lies Man Die Songs wurzeln tief im afrikanischen Untergrund der…
(16:51, Vinyl, Time As A Color, 2018) Manchmal darf, ja MUSS es ein wenig lauter sein. In diesem Zusammenhang ist vorliegende Split-EP wahrlich eine gute Partie. Sieben Label, nämlich Time As Color, Friendly Otter, Keep Hope Productions, HC4LZS, Adorno Records, Dingleberry und Dreaming Gorilla Records waren an dieser Produktion beteiligt, welche dann vier Bands aus vier Ländern präsentiert. Im Großen und Ganzen rangiert die Split 12“ unter dem File Post Metal/Screamo, was ja recht eine weit gefasste Kategorisierung ist. Sie wird den vier auf diesem Split-Release enthaltenen Vertretern eben dieser dann aber auch gerecht wird. Mit Moss Rose aus Großbritannien,…
(45:43, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2018) Langsam aber sicher macht sich nun auch Australien auf der zerklüfteten Landkarte monolithischer Soundscapes mit Hang zur Entfesselung diverser Naturkatastrophen breit. Es ist nun auch nicht unbedingt verwunderlich, dass das emsige Label Art As Catharsis erneut einmal mehr mit einem weiteren, sicher wieder aufsehenerregenden Debüt punktet. Skullcave erhebt sich als ein weiteres tiefschwarzes Monument aus der australischen Westküste, in welcher schon einige Fixpunkte gewaltiger Erhebungen auszumachen sind. Das Trio aus der Metropole Perth setzte 2015 mit der EP „Climbing“ schon ein erstes Zeichen seines Hangs zu spröden Sounds und noch spröderem Gesang, zu…
(38:28, Digital, Art As Catharsis, 2018) Die Kreativität des auf der Distanz New York/Sydney agierenden Duos Ground Patrol scheint nahezu grenzenlos, erscheint doch gerade einmal neun Monate nach dem Release des Debüts „Drift“ der kongeniale Nachfolger „Search“. Wieder vier mehr oder minder ausufernde Tracks schwer wirbeln Gitarrist Kyle Sanna und Schlagzeuger Alon Ilsar auch hier wieder so alles auf, was ihnen unter die Finger kommt. https://youtu.be/-Cb3LsM6sl4 Erwähnt werden muss, dass sowohl „Drift“ als auch „Search“ am 18. und 19. Oktober 2016 in den New Yorker Summercamp Studios Brooklyn eingespielt wurde, was die soundtechnische Verwandtschaft erklärt. Auch „Search“ rangiert mit seinen…
(35:34, CD, Vinyl, Digital, Jansen Records/Membran, 2018) Was die beiden Musiker Øyvind Blomstrøm (El Cuero, Bare Egil Band) und Chris Holm (Bloody Beach, The Alexandria Quartet) dazu trieb, mit einer neuen Band auf musikalische Selbstfindung zu gehen, wissen wahrscheinlich nur die Beiden selbst. In Landsmann Kim Åge Furuhaug fand man schließlich den dritten im Bund für ein Unterfangen, das sich dem Blues ebenso verschrieben hat wie den Soundtracks von Softcore-Schinken der Siebziger (immerhin klaute ein diesbezüglicher ‚Klassiker‘ wie „Emmanuelle“ einst ungehemmt bei King Crimson, weshalb diese Revanche dann auch irgendwie in Ordnung geht). Nun weiß man nicht, ob man diese…
(47:55, Vinyl, Digital, Midsummer Records/Cargo Records, 2018) Es gibt Dinge, die ziehen ganz nach unten. Abgrund-tief. Und es gibt Dinge, die ziehen nach unten. Posi-tief. Dieser Patient hier ist von der Sorte Hypochonder – von tiefsten Selbstzweifeln zerfressen aber doch eigentlich kerngesund und ganz gut drauf. „Feel cold inside. Lost myself in you, found myself in truth. Found myself in you. Never been so close to you my ledger. No day to exit. Feel cold…“. Na dann. Chasma by Patient, Patient Die Kölner waten auch auf ihrem zweiten Album (das erste, „Of Illusions And The Way To Find“ erschien 2015…
(52:59, CD, Vinyl, Digital, Noisolution/Indigo, 2018) Dafür, dass sie schon mehr als zwanzig Jahre auf den Buckel haben, bleibt die Band irgendwie schemenhaft und nicht greifbar. Und das, obwohl die Band aus Los Angeles Psychgrößen wie Helios Creed, Nik Turner und Dave Catching, die auch hin und wieder auf Platten des Spacerocker auftauchen, als Fans verzeichnen kann. Nun kommt also, nach zahlreichen Fulltimern, EPs und Split-CDs mit „This Capsule“ ein weiterer Longplayer dieser Institution. Und es scheint, dass Farflung in den letzten Jahren bezüglich der eigenen Kreativität an Fahrt aufgenommen haben, ging es ab 2016 nach acht Jahren relativer Stille…
(37:29, CD, Digital, Art As Catharsis, 2018) Mit Projekten wie Hashshashin machte sich das australische Label Art As Catharsis nun auch einen Namen in Sachen World Music. Diese interessante Ausrichtung wird nun mit dem Eishan Ensemble auf beeindruckende Art und Weise fortgeführt. Der in Sydney lebende und wirkende Multiinstrumentalist Hamed Sadeghi scharrte eine Handvoll befreundeter Musiker um sich und begründete mit dem Eishan Ensemble eine weitere Schnittstelle zwischen Orient und Okzident. Nim Dong by Eishan Ensemble Hauptingredienz für die sieben Tracks dieses Debüt ist die Tar, ein vor allem in Vorder- und Zentralasien beheimatetes Saiteninstrument, das in Klang und Entstehung…
(8:40, CD, Digital, FinestNoise/CDBaby, 2018) Manchmal reichen nur Momente, um sich ein Bild von einer Angelegenheit zu machen beziehungsweise dafür, dass sich diese Sache irgendwo hineinbrennen kann. Mit noch nicht einmal neun Minuten meinen es die Businessmen hinsichtlich selbst auferlegter Kurzweil mit uns schon irgendwie gut. Gerade einmal drei Tracks umfasst des Debüt der Stonerweirdos aus, nein, nicht dem Joshua Tree, sondern aus Berlin-Marzahn. Geht nicht? Geht doch! Das Trio beweist mit „This Means Business“, dass gut abgehangener Rock nicht auf bestimmte territoriale Eigenschaften beschränkt sein muss. https://youtu.be/zz_QOQZRiMo Die Businessmen’n women sind in ihrem selbst auserwählten Biz dann auch reichlich…
(37:52, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Soulfood, 2018) Minus und minus ergibt natürlich plus. Was nicht bedeutet, dass man sich das neue Relikt von Krakow zweimal hintereinander genehmigen muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Das macht man ohnehin vollkommen freiwillig. Für „minus“ wurde ein Jahr lang Material gesammelt, wieder verworfen und bis zu seiner maximalen Wirkung reduziert. Sechs Songs müssen reichen, um aus „minus“ ein Werk brachialer bis ausufernder Schönheit zu machen. Mit siebenunddreißig Minuten ist das Album zwar nicht unbedingt ein Großkaliber Sludge-infizierter Postrock’n Metal-Exzesse, wobei „minus“ aber keine längere Laufzeit benötigt, um mit seiner wahrhaftigen Genialität zu punkten.…
(45:45, Vinyl, Digital, Elusive Sound, 2018) Irgendwann erwischt es uns knallhart. Nämlich dann, wenn die Natur zurückschlägt, die über die letzten Jahrhunderte arg von der Spezies Mensch starkin Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine Wechselwirkung, eine „Holy Chemistry“, findet schon längst nicht mehr statt – wir fahren auf Verschleiß ohne Chance auf Regeneration. Stimmt alles, aber es ist schon ein harter Brocken, an welchen sich die texanischen Postrocker Glasir mit ihrem Debüt inhaltlich heranwagen. „New Dark Age“ kommt komplett instrumental, die Bilder von einerseits erdrückender Schönheit, andererseits kompromissloser Zerstörung entstehen einmal mehr ohne inspirierende Worte bzw. Gesang vor dem inneren Auge. Wenn…
(43:34, CD, Vinyl, Digital, KScope/Edel, 2018) Bruce Soord machte es seinen Fans nicht immer leicht, waren Qualität und Ausrichtung seiner bisherigen Platten, immerhin elf an der Zahl, ein ständiges Auf und ab musikalischer Selbstfindung, die eine gewisse Orientierungslosigkeit nicht ausschließt. War das eine Album geprägt von progressiver Opulenz versank The Pineapple Thief schon ein Album später fast schon in der Bedeutungslosigkeit von Pop und Mainstream. In diesem Zusammenhang und unter diesen Umständen ist „Dissolution“, der zwölfte Longplayer des Bruce Soord-Unternehmens, eines der besseren, wenn nicht sogar das beste Album der Band. Ein Grund dafür ist sicherlich in dem Umstand zu…
(43:00, CD, Digital, Drag City/Rough Trade, 1980/2018) Aus Death wurde einst das 4th Movement – aus der Sympathie für den Tod eine Band mit eindeutig christlicher Prägung. Aber irgendwie klappte es damals mit beiden Sachen nicht so richtig, weder mit den von ‘71 bis ‘77 aufspielenden Death noch mit dem sich sofort nach deren Ableben (sic!) formierenden The 4rd Movement. Die Wiederbelebung von Death im Jahr 2009, die immerhin bis heute anhält, weckte dann nicht nur das Interesse an den Backkatalog der Band um die drei Brüder Hackney sondern eben auch eine gewisse Zuneigung zum lichterfüllten Nachfolger, der auf seinem…
(26:58, CD-EP, Vinyl, Digital, Heavy Psych/Cargo, 2018) Das Hören mit Schmerzen ist in diesem Zusammenhang gewollt und somit dann auch eine Charaktereigenschaft von Ecstatic Vision. Verstanden hat man es ja nicht unbedingt, wieso die Psychkrawallos bisher auf Relapse Records veröffentlichten, passte man doch nicht unbedingt zu metallischen Großmeistern wie Mastodon, Baroness, Neurosis & Co. „Under The Influence“ nun, der Ecstatic Vision-Einstand bei Heavy Psych, geht mit seinen sechs sich auf 26 Minuten breitmachenden Tracks auf jeden Fall als EP durch und zeigt uns die Einflüsse auf, die Ecstatic Vision sicher zu dem machten, was sie sind. So enthält das Release…
(63:05, CD, Vinyl, Digital, Denovali Records/Cargo, 2018) Der Albumtitel zeugt auf jeden Fall davon, dass wir es mit einem neuen Sankt Otten-Oeuvre zu tun haben. Der Albumnamewie auch die Songtitel, die, zwischen Shortstorys und Aphorismen, fast schon komplette Geschichten zu erzählen haben. Man nehme etwa ' Ein bisschen Mitschuld bringt dich nicht gleich um'. Dazu der gewohnt relaxte Sound des Duos, der wieder flächendeckend auf Entspannung ausgelegt ist. ZWISCHEN DEMUT UND DISCO by Sankt Otten Die Electronics sind auf analog gebürstet, das dementsprechend angesetzte Schlagzeug von Stephan Otten sowieso. Inklusive der harmonisch dräuenden Gitarren von Oliver Klemm – „Zwischen Demut…
(36:44, CD, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2018) Wenn man es nicht so mit klassischen Metal-Projekten hat dann sollte man hier vorsichtig sein, macht Alberto Rigoni im Vivaldi Metal Project doch sonst auf metallische Kantaten (oder auf was auch immer). Aber, keine Angst, die weiteren Betätigungsfelder des Musikers geben sich weniger pathetisch Orchester-schwadronierend. Der umtriebige Bassist, der auf jeden Fall auch solistisch mächtig etwas auf der Pfanne hat und nebenbei auch noch im Alliance Project sowie bei Twinspirits anzutreffen ist beziehungsweise war, kommt hier mit seinem siebenten (!) Album unter seinem Namen, einem Album, das, wenn man so will, etwas Besonderes in…
(38:10, CD, Vinyl, Digital, The Sign Records/Cargo, 2018) Hier wird die Frauenquote gut erfüllt! Souverän retro-rocken sich Matilda, Johanna, Linn und Sofia alias Maidavale nun auch durch ihren zweiten Longplayer. Seit ihrem Debüt „Tales Of The Wicked West“ haben die Schwedinnen nicht nur an Selbstvertrauen gewonnen sondern auch noch mächtig aus dem Psychedelic-Bong inhaliert. Wieder einmal frönt eine relativ junge Band einem Sound, den sie eigentlich nur aus dem Plattenschrank der eigenen Eltern kennen dürfte. Weil sich auch MaidaVale vom Sound her in jenen Siebzigern wiederfinden, wo sie am transzendentesten waren. Eine sympathische Tatsache, die schon mit dem souveränen Einsteiger…
(48:08, CD, Digital, Honeysound, 2018) Wer aus einem deutlich überschaubaren Nest kommt, muss nicht auch deutlich überschaubare Musik machen. Schon mit ihren wahrlich mit pathetischen Momenten ausstaffierten Werken „Fetus In Fetu“, „Odyssea“ und „Ophelia“ zeigten sich Indignu [lat.] als Meister der großen Gesten, welche nun, auf und mit „Umbra“ nur noch intensiviert und somit erhabener werden. Erhabenheit ist auf jeden Fall eine der offensichtlichsten Stärken der Band aus dem portugiesischen Barcelos, die sich dann auf Tracks manifestiert, die sich ins Unendliche zu winden scheinen. Dabei fängt alles sehr dezent an. Wie aus dem Nichts mäandern sich Soundcapes an die Oberfläche,…
(46:34, CD, Digital Fysisk Format/Cargo, 2018) Erweiterten Spurv mit ihrem letzten Album, dem epochalen „Skarntyde“ den Postrock um einige Nuancen, geht die norwegische Formation mit „Myra“ mehr als einen Schritt weiter. Bestand nämlich das Vorgängerwerk aus fast endlos erscheinenden, weithin hallenden Flächen, was zur Folge hatte, dass auch die Kompositionen selbst ins schier Endlose tendierten, bleibt es auf „Myra“ relativ übersichtlich. Wobei die Betonung auf "relativ" liegt, eben weil wir es hier mit einer Band wie Spurv zu tun haben. Hier auf „Myra“, geht es um Leben und Tod, was sich auch auf die Stimmung des Albums ausschlägt. Die nämlich…