(34:08, CD, Vinyl, Digital, Eigenvertrieb, 2020) Zwei Mann, keine Spielchen, keine Kompromisse. "Embolism" kann, nach der 2-Track-EP "The Road", als das zweite offizielle Release des Michigan-Duos angesehen werden. Und obwohl es sicherlich keinen Rekord bezüglich überbordenden Materials aufstellt, ist das Album ein Monolith vor dem Herrn, auch wenn dieser aus der Unterwelt kommen sollte. Langsam aber unaufhaltsam steigern sich die ambienten Soundscapes von 'The Other' zu postrockigen Dystopien in 'The Other 1', so dass gleich einmal der Weg für 'The Other 2' geebnet wurde, in welchem es sich Tiny Tree bezüglich metallischen Somnambulismus so richtig gut gehen lassen. Dabei schaffen…
Autor: Carsten Agthe
(41:40, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2020) Die Band selbst beschreibt die Musik zu ihrem neuen, immerhin schon vierten Album, als ‚only a moment in time‘, aufgenommen am 04. Juni 2018, als sich Whale Fall wieder einmal in Gänze in Los Angeles getroffen haben. Fast vergessen wurde die Session dieses Abends knapp ein Jahr später wiederentdeckt. Fasziniert und überrascht davon, was an diesem Abend aufgenommen wurde und möglich war, entschloss man sich, diese nebst einiger winziger aber notwendiger Overdubs doch noch als Album zu veröffentlichen, dessen Intention schon im Titel zu erahnen ist – "It Will Become Itself". Diese…
(40:17, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records / Plastic Head Distribution, 2020) Weiter geht es im Text zum Shaman Elephant. Im Gegensatz zum fulminanten Debütalbum "Crystals", das uns das Quartett aus dem norwegischen Bergen fast aus dem Nichts kommend um die Ohren knallte, werden mit "Wide Awake But Still Asleepy" (der Spruch könnte doch tatsächlich von mir stammen!) noch einige Schippen Enthusiasmus und Verspieltheit in die glodernde Lut rituell inszenierten Progressive Rocks hineingeschmissen. Schon der dezent ausufernde Titeltrack jammt sich durch Orgel-lastigen Highenergy-Stuff, wobei sich hier eine der Vorlieben der Band, nämlich Motorpsycho, tendenziell heraushören lassen. In dieser Intensität geht es…
(46:53, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Soulfood, 2020) Bezüglich ihrer sechs Alben in fünfzehn Jahren Bandgeschichte kann man schon mal von einem guten Schnitt ausgehen, der hier nachgelesen werden kann. Mit „Madness And Magic“ kommt nun Album Nummer Sieben, mit dem die Trondheimer ihren Retro-Prog-Status gehörig und intensiv ausbauen. Dieses Mal wurde die Rhythmussektion mit zwei Drummern schon gehörig aufgestockt, derweil das Werk aus der Blaupause eines Retro-Prog-Albums gestanzt wurde. Die Hammond röhrt (fast) ohne Unterlass, was vor allem bei einem Track wie dem in hardrockige Gefilde vorstoßenden ‚Lullaby For Modern Kids, Part 1‘ auch mal ein wenig zuviel des Guten…
(44:56, CD, Vinyl, Digital, Sulatron Records/ Broken Silence, 2020) Man konnte es wohl nicht auf sich beruhen lassen, dass es sich bei „You Can See The Sound Of …“ von 2012 nur um ein Kleinformat handelte, weil eben so viel noch im Argen beziehungsweise Unveröffentlichten lag. Mit seinen gerade mal drei Tracks reichte die EP gerade so, um locker flockig abzuheben, eine sichere Landung blieb jedem ob der unzureichend geklärten Lage selbst überlassen. Dieses Manko soll nun ein Ende finden, wurde das Werk doch noch einmal um genau die gleiche Dosis in Tracking und Lauflänge aufgewertet, aufgepimpt und somit erweitert.…
(47:34, CD, Digital, Tchookar/Inouie, 2019) Da ist aber einer vehement auf den Spuren von Steven Wilson bzw. Porcupine Tree. Michel Teyssier, der die Fields of Næcluda 2018 als Soloprojekt gegründet hat, macht aus seinen Vorlieben hörbar keinen Hehl. So könnte sein Debütalbum, welches er zusammen mit Schlagzeuger Mathieu Schricke einspielte, auch eine entspanntere und nicht ganz so anstrengende Variante eines Outputs von o.a. Superhero des Prog sein. Wobei Fields of Næcluda schon dezent bis vehement in Richtung Pop und Schönklang tendieren, derweil die Gitarren nur hin und wieder, wie etwas im hittigen 'Strange Days', dem rockigen 'Cannot', dem schwelgerischen 'Thinking…
(42:00, CD, Vinyl, Digital, My Proud Mountain, 2020) Was für ein Album! Wie ein Malstrom zähflüssiger Lava ergießt sich das neue (Mach-)Werk von Tesa über den ahnungslosen Hörer. "Control"? Weit gefehlt. Die hat man an dieser Stelle, wiewohl schon beim ersten Ton des neuen Albums der Band aus Riga verloren. Zwar wurde "Control" in sechs Teile aufgegliedert, wirkt aber letztendlich wie ein uferloser, 42-minütiger Track. Derweil das sechste Album des Trios auch das erste rein instrumentale ist, gräbt man in Sachen postmetallischer Soundfindung noch einige Schichten tiefer. Alles scheint hierbei tiefer gestimmt und noch monotoner zu sein, wobei es gerade…
(71:10, CD, Digital, Cassette, Slowsnow Records, 2020) Irgendwie scheint Andrey Novozilhov in Black-Gaze-spezifischer Hinsicht mit seiner Band Trna noch nicht so richtig ausgelastet zu sein. Wie sonst lässt es sich erklären, dass er 2016 mit Olhava ein weiteres Projekt an den Start brachte, das vom schwarzmetallischen Standpunkt gar noch intensiver und kompromissloser geriet als seine Hauptband, die vor gut zwei Jahren mit dem gewaltigen „Earthcult“ glänzte. Nun ist „Ladoga“ auch schon das dritte Album von Novozilhovs Nebenbeschäftigung, die also gar nicht so recht als Sideproject durchgehen will. Erschien beispielsweise im letzten September das Machwerk „Olhava“, das gerade mal zwei Tracks…
(40:34, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music / Brigante Records, 2020) Ein Album, auf das wir gewartet haben - ohne falschen Pathos knallen uns Untitled With Drums ihr Debüt vor die Füße und kommen dabei mit einer Frische und die Ohren reinigenden Brise daher, die wir so seit den heroischen Cave In oder Jesus & Mary Chain nicht mehr erfahren haben, weil „Hollow“ Songfutter enthält, das als lässig, noisig und klirrend beschrieben werden kann. https://youtu.be/eHZzqOXN78s Der Fünfer aus dem französischen Clermont-Ferrand fackelt dabei nicht lang, hakt dreißig Jahre Alternative und Grunge-Rock im Schnelldurchgang ab und kann sich auf die Agenda schreiben,…
(44:24, CD, Vinyl, Digital, Crunchy Frog Recordings, 2020) Eigentlich sind Wüsten immer gleich. Öde, einsam und leer. Denkt man. Wenn man eben nicht den Sinn für die Kleinigkeiten, die Details hat. Für die Tautropfen, die sich in den Morgenstunden auf den umherliegenden Steinen bilden, die zahlreichen Spuren im Sand diverser Lebewesen oder hin und wieder eine nur aus dem Augenwinkel wahrnehmbare Bewegung. Dann ist es eigentlich egal, ob man sich in Wüsteneien in Afrika, Nordamerika oder der inneren Mongolei befindet. Yune ist eine neue Band aus dem mit gar nicht einmal so viel Trockengebieten aufwartenden Dänemark. Und doch haben sie…
(61:29, Cassette, Digital Coffin Up Blood Records, 2020) Hier hat der 'Dopesmoker' von Sleep so richtig eingeschlagen. Im langanhaltenden Nachtschatten dieses Sludge’n Dopegewächses, das mit seiner über einstündigen Spielzeit zum Nonplusultra rauchgeschwängerter Extremfreuden gehört, erwuchs der Earthbong zum mächtig zähen Brocken. Schon das Debüt mit dem vielsagenden Namen "One Earth One Bong" wartete mit vier großzügig ausstaffierten Schwergewichten im Viertelstundentakt auf, welche die SloMo in neue Dimensionen hievten. Ein persönlicher Rekord, der von der Church Of Earthbong selbst nun nochmals übertroffen wird. Hier wird die Bong zur heiligen Reliquie, wenn man denn 'heilig' für Riten wie diese geltend machen könnte.…
Auf der Suche nach Erleuchtung Für ein Debüt greift „Unfold The God Man“ mächtig gewaltig in die Trickkiste aus Progressive’n Postrock, Metal und Crossover. Und hat dabei sogar noch richtig 'was zu bieten. Nämlich eine Story über das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Beziehungsweise über Religion, Spiritualität und Philosophie. Dementsprechend gewaltig, episch und pathetisch gerieten die Songs, die vom reichlich Tool-anvisierenden Opener 'All I Saw As A Huge Monkey‘ bis hin zum sechzehnminütigen Schlusspunkt ‚Nothing Is Consciousless‘ reichlich genrespezifischen Interpretationsmöglichkeiten offen lassen. Doch die klärt erledigt die belgische Band, jedenfalls im Ansatz, an dieser Stelle dankenswerterweise für uns.…
(40:05, CD-R, Digital, Sound In Silence, 2020) Auch hier ist wieder der Name Programm. Auch mit seinem siebenten Album, dem ersten für ‚Sound In Silence‘, ist Oleksiy Sakevych gut für relaxte Stimmungsmache. Völlig unaufgeregt gleitet die Endless Melancholy dabei auf Wogen grenzenloser Entspannung und wo Kollegen für die jeweilige Idee sicherlich eine seitenfüllende Angelegenheit gemacht hätten, hält sich der Kiewer an relativ übersichtliche Soundscapes, die dann auch noch viel Raum nach oben haben. Immerhin bringt es ein Track wie 'Immersion' auf sechseinhalb Minuten, was gerade ausreichend ist, weit nach draußen zu segeln, derweil an den Rückweg erst mal nicht gedacht…
(44:01, CD-R, Digital, Sound In Silence, 2020) Ryan Bissett hat die Ruhe weg. Aber sowas von. Auf seinem fünften Album unter dem Moniker Halftribe beweist er, dass das Leben ein sanfter, ruhiger Fluss sein kann und einfach so dahinplätschert. Manchmal. Das heißt, bei Bissett eigentlich immer. Jedenfalls für die Dauer eines Albums. Auch "Archipelago" ist wieder gefüllt mit Stillleben, mit ganzen elf an der Zahl, welche das mit dem ‚still‘ dann aber mehr als nur wortwörtlich nehmen. "Archipelago" besteht vor allem aus dezent schimmernden Ambientflächen und hin und wieder aus einem Farbtupfer in Form einer verhuschten Pianonote, die dann schon…
(44:27, CD, Vinyl, Digital, Profound Lore Records, 2020) Es ist wieder einmal Zeit für Sonnenbrillen, Lederkutten und ganz viel Nebelkerzen. Fotocrime lassen die lässigen Mid-Eighties wieder auferstehen und wandeln auch mit ihrem zweiten Album in den gar nicht einmal zu großen Fußspuren der Sisters, der Lorrys, der Fields und der Chains. Inklusive eines Dr. Avalanche, der hier zum Teil für die straigth zelebrierten Maschinenbeats verantwortlich zeichnet. R. (Ryan Patterson, d. Schlussred.), der Macher hinter all dem, inszeniert seinen Gothic-Rock mit entsprechend Pathos, dunklem Timbre uns monochromer Ausstattung. So setzt Fotocrime dann auch nicht auf Farbe, die vorherrschenden Töne beschränken sich…
(46:24, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis / Bird’s Robe Records, 2020) Einmal quer durch das Farbspektrum und wieder zurück. Für das Album "3+3.1", das aus einer Kombination der beiden EPs "3" (2017) und "3.1" (2019) besteht, beschränkten sich die Australier ganz unspektakulär auf das CMYK-Farbmodell und betitelten ihre Tracks auch folgerichtig nur mit 'Cyan', 'Magenta', 'Yellow', 'Imperfect Black', 'Absolute Black', 'Translucence' sowie 'Clarity'. Doch kommt es auf das richtige Mischungsverhältnis an. Und eben dieses bietet Möglichkeiten, die ins Unendliche gehen. Weil "3+3.1" voller Einfälle, musikalischer Vielfalt, voll des abrupten Hakenschlagens und voll mit beeindruckendem Wendungsreichtum ist, was die einzelnen…
(74:54, Vinyl, Digital, Wolves & Vibrancy Records, 2020) Abriss auf ganzer Linie. Nach ihren Arvo Pärt-Adaptionen besinnen sich Walk Through Fire wieder auf das Wesentliche, das darin besteht, den maximal möglichen Slow Down zu erreichen. Auf "Vår Avgrund" läuft das auf eine Drosselung bis zum scheinbaren Stillstand hinaus. Auf dem dritten Album der schwedischen Sludge-Institution steht man nicht nur thematisch am Abgrund. Und nach dem ambienten Opener 'Avgrund' ist man sogar noch einen Schritt weiter. Die metallisch harschen Soundeskapaden wurden dabei gestreckt und bis ins Unendliche gedehnt, was die Amplituden der Ereignishorizonte gleichrichtet, so dass kaum noch nachweisbare Ausschläge messbar…
(42:18, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2020) Einmal mehr bürgt der Name für Qualität. Und zwar liefern Smokemaster aus dem Großstadtmoloch Köln ein psychoaktives Stöffche in Form ihres Debütalbums. Trotz aller Übersichtlichkeiten, sechs Tracks auf gut 40 Minuten, birgt es so manche Überraschungen, da jeder Track eine weitere musikalische Nuance der Smokemaster veräußert. Für die erste augenscheinliche Stimmungsmache sorgen erst einmal die wohl durchdachten Titel wie ‚Solar Flares‘, ‚Ear Of The Universe‘, ‚Sunrise In The Canyon‘ oder ‚Astronaut Of Love‘ – Hauptsache nicht hier, Hauptsache, ganz weit weg. Gerade im zehnminütigen ‚Ear Of The Universe‘ mäandern sich Smokemaster, wiewohl der…
(76:42, Digital, AmygdaLand Music, 2020) 'Evening Star'? Und das in gleich dreifacher Ausführung? Man kann sich bei den beiden ausführenden Musikern schon irgendwie einen Reim darauf machen, dass die Parallelen zum gleichnamigen 75er Ambientklassiker vom kongenialen Duo Fripp / Eno nicht gerade zufällig sind. Womit wir mittendrin sind, im "Crazy Continuum", welches sich aber nicht gerade crazy, sondern eher bedächtig und sphärisch gibt. Leander Reininghaus war ehedem selbst Eleve beim King Crimson-Mastermind, Dirk Schlömer kennt man als Gitarristen der letzten Ton Steine Scherben-Inkarnation, vor allem aber als Macher hinter den Projekten Das Zeichen, Schl@g sowie und essentiell Ornah-Mental. Hier nun…
(41:37, Vinyl, Download, Kapitän Platte/ Cargo Records, 2020) Wie man sich schon denken konnte, fahren Meanwhile Project Ltd auch auf ihrem zweiten Album die größtmögliche Grandezza. Dass es lange Zeit relativ ruhig war um Marcell Birreck und Marcus Adam – geschenkt. Natürlich muss das Duo auch auf „Marseille“ auf reichlich Unterstützung zurückgreifen, unter anderem sind Musiker vom Subway Jazz Orchestra hier mit dabei, zur Erzielung maximaler arrangementtechnischer Effekte. Dabei bedienen Meanwhile Project Ltd eine Palette, die energisch Chanson, Folk, Swamp Blues, Americana, Vaudeville, Post Pop und Indie Rock aus den jeweiligen Tuben quetschte, wobei es natürlich gewollt ist, dass sich…