Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

10.5
Reviews

(32:35, CD, Digital, Future Archive Recordings, 2020) CNJR (stands for: Conjure) schaufelt in seinen in den tiefsten Katakomben musikalischer Anti-Exzesse dräuenden Dark Wave mächtig Rock und Pathos, auf dass die neueste Verlautbarung des Musikproduzenten zum bombastischen Sud aus Collapse Under The Empire und (zum Teil) instrumentaler Sisters Of Mercy gerät. „I Can See The Burning Through The Binoculars“ wäre so der geeignete Soundtrack zu einer dystopischen Neuverfilmung von „Once Upon A Time in The West“, wobei das die Endzeit einleitende Motiv von ‚The Destroyers‘ mit seinen dramatischen Gitarren das geeignete ‚Lied Vom Tod 2‘ abgeben würde. Der auf ein ‚Burning‘…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(36:11, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis, 2020) Jochen Gutsch macht auf Geschichtenerzähler. Wohl durch sein letztes Werk, die EP "Sollbruchstelle" (2018), auf den Geschmack gekommen,favorisiert der nach Australien ausgewanderte deutsche Musiker nun kammermusikalische Werke, bei denen er mit den "Seven Tales" nun ein neues Kapitel aufschlägt. Das Album enthält dann, tja, wie soll es auch anders sein, sieben Geschichten, erzählt beziehungsweise sangestechnisch vorgetragen von Nicole Smede, die ihre Intentionen seitens des Vortrages auf gehobene Kunst ausrichtet. Irgendwie sind die "Seven Tales" dann auch eben wirklich "Kunst", sprich eher E- denn U-Musik. Mit einem kammermusikalischen Ensemble aus zwei Violinen, Cello…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(45:32/56:14, 2CD, Digital, Sulatron Records / Brokensilence, 2020) Nun gehen die 2012er Sun Dial’schen Psych-Exzesse bezüglich "Mind Control" in ihre zweite Inkarnation. Kam schon die erste 2015 mit zwei Bonustracks, so hat es die aktuelle Edition einmal mehr in sich, wie uns bereits der Titel unmissverständlich signalisiert. "The Ultimate Edition" kommt nämlich mit einer Bonus-CD und diese wiederum mit zwei weiteren Bonustracks, was den Trip der Institution um Bewusstseins-Guru Gary Ramon auf einhundert Minuten psychoaktive Anti-Ekstase verlängert. War das Original-Werk schon ein Hort aus Floyd’schem 'Set The Control ...' Trancesequenzen ('Mountain Of Fire And Miracles'), fiktiven Soundtracks für fiktive Halluzinationen…

Weiterlesen
9.0
Reviews

(32:21, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music, 2020) Die ersten gutgelaunten Grungy-Hooklines, der ohrwurmige Effekt, der schon nach den ersten Takten des ersten Songs ‚Envision‘ zuschlägt, machen schwer auf Foo Fighters. Die (leichte bis mittelschwere) Kurskorrektur kommt bei Watertank dabei nicht von ungefähr, gab es doch in Gitarre und Bass eine nicht unerhebliche Umbesetzung bei der Band aus Nantes. Weshalb das dritte Watertank-Album mit weniger Post-Metal- und Shoegaze-touchig daherkommt. Stattdessen enthält es mehr als nur homöopathische Anteile von Alternative Rock, die schwer auf amerikanisch machen. Knapp etwas über dreißig Minuten lang konzentriert man sich hier auf das Wesentliche – nämlich Songs,…

Weiterlesen
11.5
Reviews

(38:34, CD, Vinyl, Digital, Sixteentimes Music/Czar Of Crickets Productions/Soulfood, 2020) Das Yin und Yang der unheiligen Zweifaltigkeit manifestiert sich bei Echolot einmal mehr im Wechsel von brutalen vs. clean Vocals sowie von ambienten und sludgy Breitwandflächen. So sind die Baseler ein weiterer Beleg für ‚Gegensätze ziehen sich an'. Auffallend auch auf dem dritten Fulltimer ist der Hang zum Epischen – eine Gigantomanie, die auf „I“, das gleich mal mit einen Vierzigminüter zu glänzen wusste, ihren Anfang nahm und mit dem vier Langstrecken-Doombrocken enthaltenden „Volva“ fortgesetzt wurde. Das Trio kann wohl nicht anders und kommt auf „Destrudo“ ganz stilecht mit den…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(55:12, CD, Vinyl, Digital, Art As Catharsis / Kozmic Artifactz, 2020) Neues aus Doom Under. Kamen die Australier vor zwei Jahren mit ihrem Debüt, das sich ob seiner gerade mal halbstündigen Spielzeit eben nur als Kleinstwerk definieren ließ, meint man es nun ein wenig besser und liefert eine Platte ab, die ihrem Titel alle Ehre macht. Das Kollektiv aus Sydney, das im Zeichen des ausgedörrten Schildkrötenschädels das australische Outback unsicher macht (nicht ohne den Heiligtümern der Aborigines den gebührenden Respekt entgegenzubringen), verschmilzt hier Space-, Kraut-, Psychedelic-Rock sowie Doom zu einem gewaltigen, tja, Monolithen eben, wobei der klare Satzgesang und die…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(69:06, CD, Digital, Sulatron Records / Broken Silence, 2020) Die Mondgötter des gehaltvollen Schwurbelns sind wieder ... am Schwurbeln! Je höher, desto besser. Ohne Netz und doppelten Boden. Ob der Abstinenz gehaltvoller Liveevents macht sich eine Veröffentlichung wie eben vorliegende mehr als nötig. Mit der entsprechenden Vordröhnung gibt es mit diesem konservierten Gig dann auch die Doppeldröhnung. Inklusive Applaus und Zugabe. Im letzten Jahr fuhren dann Komet Lulu, Sula Bassana und Pablo Carneval beim kultigen Freak Valley Festival zur bestätigten Hochform auf, machten sich einmal mehr daran, wertloses Metall in musikalisches Gold zu verwandeln und fuhren einen Wall Of Sound,…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(48:31, CD, Vinyl, Digital, Gondwana Records, 2020) Mit Mammal Hands haben wir wieder einmal eine Jazz-Formation auf dem Schirm, die Jazz auch für Nichtjazzer spielt – sprich keine endlosen Soli, keine Free-Jazz-Attacken und auch keine Polyrhythmik. Dabei ist das, was das Trio aus Norwich hier kreiert, aber auf keinen Fall einfache Muzak für das Nebenher. Auch auf ihrem vierten Album entspannen Saxophonist Jordan Smart, Pianist Nick Smart und Schlagzeuger Jesse Barett erst sich und dann uns, da „Captured Spirits“ vor allem tiefenentspannt hinträufelt und man Schläge nur als vom Jazzbesen herrührende Luftzirkulationen zu spüren bekommt. Sicher ist das noch Jazz,…

Weiterlesen
9.0
Reviews

(36:58, 41:02, 2CD, Digital, Sireena Records/Broken Silence, 2020) Da haben wir es dann wohl mit einem Jahrhundertprojekt zu tun. Wann genau der Grundstein zu diesem Unterfangen gelegt wurde, ist so recht nicht mehr nachzuvollziehen. Es muss sich aber irgendwann in den 80ern zugetragen haben, als sich Hauke Harms und Axel Ermes zum ersten Mal in musikalischer Hinsicht über den Weg liefen. Immerhin heuerte Ermes (Cancer Barrack) später beim Harms-Projekt Girls Under Glass an, womit die Zielrichtung für ein gemeinsames Unterfangen dann wohl auch klar wäre, waren oder sind doch beide dieser Bands dem Gothic-Rock verpflichtet. Nun lässt eben diese Hauptbeschäftigung…

Weiterlesen
11.5
Reviews

(40:36, CD, Vinyl, Digital, Antigony Records, 2020) Vier mehr oder weniger wuchtig ausstaffierte Alben haben Threestepstotheocean schon auf dem Kerbholz. Stolze Leistung, gibt es die Band aus Italien doch nun auch schon knapp 15 Jahre. Grund genug, noch ein wenig Gewichte mehr auf die Waage metallischer Extravaganzen draufzupacken, um nun mit "Del Fuoco" ein Album zu schmieden, das in der Lage ist, mächtige Breitseiten von mit Psychedelia getränktem Postmetal abzufeuern. Für ihre ausufernden Instrumentals greifen die Mailänder dann auch ganz tief in die Trickkiste bis zum Anschlag gespannter Spannungsbögen, womit, auf die Grundstimmung bezogen, Threestepstotheocean eine unheilige Familienbande zu Institutionen…

Weiterlesen
9.5
Reviews

(30:55 / 37:11 / 47:57, Digital, Atypeek Music, 2020) Queen Elephantine gehen in die "Pay What You Want"-Offensive. Denn die drei neuen Kleinformate gibt es, wenn man so will, für lau auf der Bandcamp-Plattform. Knapp zwei Stunden neue Merkwürdigkeiten vom schon ein wenig merkwürdigen Ensemble - da braucht man eigentlich nicht lange zu überlegen. Das vom indischen Musiker Indrayudh Shome in Hong Kong gegründete und heute von Philadelphia aus praktizierende Projekt, das noch im letzten Jahr mit dem hypnotischen Psychedelic-Doom-Brocken "Gorgon" beeindruckte, lebt auch hier seinen Hang zu ellenlangen Opfergaben an den Gott der langen Rille aus – nur eben…

Weiterlesen
10.5
Reviews

(29:37, CD, Vinyl, Digital, Eigenprodukion, 2020) Das schwere Gerät auf dem Cover spricht eine deutliche Sprache. Hier werden mittels Bulldozer und Planierraupen Argumente geliefert, denen man sich nur sehr schwer entziehen kann. Die Band aus Reutlingen kloppt in einer halben Stunde einem den Verstand aus dem Schädel und hinterlässt quasi eine Schneise der Verwüstung. Aber, wir haben es so gewollt und kommen nicht mehr mit einem Rückzieher durch. "In The Dirt" trifft die Sache mittels Punktlandung zielgenau und man spürt förmlich den Staub zwischen den Zähnen knirschen. Dabei touchieren Nataraja galant den Schrein für die Opfergaben an Black Sabbath und…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(50:14, CD, Vinyl, Digital, Sireena Records / Broken Silence, 2020) Nun wird aber Gas gegeben: ließ sich der Musik-Clan um Tom ‚The Perc‘ Redecker vor allem, was seine Veröffentlichungspolitik neuer Releases betrifft, nach der Jahrtausendwende ein wenig mehr Zeit, so klaffen zwischen "Terra Circus", dem letzten offiziellen Album, und "Echoes Don't Lie" gerade einmal vier Jahre. Man gelobte Besserung und die Großfamilie war um einige Mitglieder, wie etwa den Dissidenten Marlon Klein oder einem Roman Bunka (Embryo), reicher. Sowieso verstand sich die Electric Family, die im nächsten Jahr ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum feiert (unvergessen bis heute ist dann wohl ihr denkwürdiger…

Weiterlesen
9.0
Reviews

(34:03, CD-R, Download, Sound In Silence, 2020) Gehaltvolles Dahinplätschern in Reinkultur. Schon elf Alben lang hält Multiinstrumentalist Nao Kakimoto an seinem Konzept der Erschaffung des musikalischen Nichts fest – ein Nichts, das dennoch schön und betörend ist. Eigentlich sind die unaufgeregten Stillleben des Tokioter Musikers das geeignete Ohrenfutter für die Untermalung minutiöser Fahrstuhlfahrten. Und da die Bauten in dieser Großmetropole schon mal an den Wolken kratzen können, ist Nao Kakimoto mit seinem Projekt [.que] hier gar nicht einmal so schlecht aufgehoben. Mit der Lässigkeit ist es dennoch so ein Ding an sich, denn allzuviel davon kann schon so einiges zum…

Weiterlesen
10.5
Reviews

(21:33, CD, Vinyl, Download, Eisenwald/Soulfood, 2020) Nordic Folk rules. Was durch Bands wie Wardruna, aber auch Serien-Highlights wie „Vikings“ einmal mehr Bestätigung erlangt. Man würde aber Osi And The Jupiter nur bedingt gerecht, wenn man behaupten würde, dass das Duo auf den einmal in Fahrt gekommenen Zug des Neo und Dark Folk aufgesprungen wäre. Dafür haben Sean Katz und Cellist Kakophonix mit ihren Alben „Halls Of The Wolf" (2016), „Uthuling Hyl" (2017) sowie „Nordlige Rúnaskog“ (2019) schon zuviel Eigenständigkeit bewiesen. Mit „Appalachia“ taucht man tief ein in die Sagen- und Mythenwelt der Appalachen - obschon der Trip mit seinen zwanzig…

Weiterlesen
8.0
Reviews

(75:30, CD-R, Download, Sound In Silence, 2020) Nun heißt es erst einmal, es sich bequem zu machen, die Augen zu schließen und eins mit sich und der nun folgenden Musik zu sein. Musik, die klingt, wie aus einem anderen Universum und die dafür gemacht zu sein scheint, auf entspannten Bewusstseinsebenen entlangzusurfen. Wir sind dann auch völlig entspannt und entspannen immer weiter und weiter, wenn sich ein ‚Spiraling Light‘ kaum wahrnehmbar aus einem lichtdurchfluteten Kokon schält. Gefolgt werden diese Streicheleinheiten von den nicht minder heimeligen ‚Underwater Rays‘ oder der mit zwanzig Minuten schon mal hinsichtlich der Verschmelzung von Zeit und Raum…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(30:47, Download, Eigenproduktion, 2020) ‚Hast du schon alles erledigt?‘ fragen uns die Norddeutschen auf ihrem Debütalbum und wir gehen unter diesen besonderen Umständen tief in uns, um zu eruieren, was hier noch alles zu erledigen wäre. Mit schier grenzenloser Spiellaune kommt in erster Instanz ein ‚Gerippen Gegœmmelt‘ über uns, das in zwei Minuten bereits Weichen für die noch folgende halbstündige Instrumentaltortur stellt. Coping Mechanism machen hier dezent auf The Mars Folter ohne Gesang, was bedeutet, dass „Shiak Kasim“ zum mathrockenden Irrlicht gerät. Ein Irrlicht, welches dann auch noch in irrwitziger Geschwindigkeit die Richtungen ändert. Wie etwa im durchgeknallten ‚Crusty Croc‘,…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(43:55, CD, Vinyl, Digital, Sulatron Records/ Broken Silence, 2020) Na, da werden wieder vehement die psychedelisch animierten Stilblüten bestäubt. Die finnische Band Permanent Clear Light macht es sich hoch im Norden auch mit ihrem zweiten Album gemütlich und offeriert uns einen bunten Strauß lieblicher Melodien, deren Duft einerseits betörend bunt, aber auch gefährlich ist. Denn wie bei allem anderen auch macht es hier die Dosis, die bezüglich der „Cosmic Comics“ in ihrer suchtbildenden Wirkung schon in kleinsten Mengen angenehm zündelt. Sänger Matti Laitinen dehnt die Vokale hierbei gefährlich Liam Gallagher-like und irgendwie wirken die Tunes auch an sich in ihrer…

Weiterlesen
8.0
Reviews

(17:26, CD, Digital, Unique Records/Groove Attack, 2020) Vier Tracks, aber eine Menge dahinter. Zwar holt man ein- oder zweimal Luft, und das Debüt der NRW-Alternativen gehört mit seinen auf vier Songs verteilten siebzehneinhalb Minuten auch schon wieder der Vergangenheit an, aber es muss ja nicht immer alles bis zum eigenen Knock Out ausgereizt werden. Deswegen machen vier Tracks für eine (relativ) neue Band durchaus Sinn. Vor allem, wenn damit erreicht wird, das eigene Terrain abzustecken und schon mal vorzufühlen, was alles möglich sein könnte. In ihrer Zuwendung an den Psychedelic Pop/Rock, Shoegaze, Post Punk und gemäßigtem Alternative Rock machen Neumatic…

Weiterlesen
4.0
Reviews

(44:40, CD, Vinyl, Digital, Apollon Records/Plastic Head, 2020) Hier ist sie. Die endgültige Stadl-isation des Prog. Das Opium Cartel dealt an dieser Stelle und in diesem Hood einzig und allein mit Lakritzstangen und Lollipops. Auch auf seinem dritten Soloalbum wartet der Keyboarder der eigentlich ganz okayen norwegischen Progmetaller White Willow Jacob Holm-Lupo mit einem auch näher bezeichneten Arsenal an Tasteninstrumenten auf, die nicht nur verhindern können, dass „Valor“ in einem breiigen Sound aus Prog Pop und Prog Schlager versinkt, sondern diesen auch gnadenlos erschaffen. Mit Sängerin Silje Huleboer als Muse inszenierte Holm-Lupo beeindruckend spannungsarme Songs, die mit Rock so viel…

Weiterlesen