Rainbow Face – Stars‘ Blood

0

Rainbow Face – Stars’ Blood (Eigenproduktion, 30.10.20) (47:29, Digital, Eigenproduktion, 2020)
Der Name ist Programm, wechselt die Band aus Oregon doch ihre Sounds, Stimmungsbilder und Genres im Minutentakt. Derweil es farbig, überaus extravagant schimmert und man ob der bunten Vielfalt ins Staunen kommt, entpuppt sich das Rainbow Face als Januskopf, der meistens jovial lächelt, manchmal aber sein wahres, unkontrollierbares Antlitz zeigt. So geht es reichlich spektakulär zu, auf dem Debüt des Trios um Sänger Jake Rose, welches sich hierfür eine Reihe an Gästen als musikalischen Beistand leistete. Eben weil das Album mit ‚Pirates‘ schon mal einen fast schon als klassisch zu bezeichnenden Progsong in erster Instanz auf der Habenseite hat, der mit Floydigen Stimmungsbildern die „Gates Of Delirium“ einen Spalt breit aufschiebt. Aber wie gesagt, man sollte nicht allzusehr Vertrauen in das Rainbow Face legen, da das Janusgesicht immer präsent ist und mit dem Garage-punkigen ‚Purgatory‘ ein verschmitzt-böses Lächeln zeigt. Mit seinen zweieinhalb Minuten hat dieser Song auch genau die dafür benötigte Länge. ‚Lord Give Me Strength‘ ist dafür eine fast schon heilige Andacht, ehe dann mit dem zwölfminütigen Haupttrack ‚Waves‘ die geballte Progpower mit viel Brimborium über den Hörer schwappt. Die zwischen Tom Waits und Pall Jenkins (Black Heart Procession) rangierenden Vocals Roses sorgen dafür, dass man es sich nie zu bequem macht, da hierüber doch immer ein wenig Aggressivität in die Musik einfließt. ‚The Old Gang Of Mine‘ präsentiert sich mit reichlich Lamento dann auch dezent heavyesk.

Und wer schließlich der Meinung ist, dass ‚The Fighter Pilot‘ und ‚Back In The Bottle‘ auch einem Nick Cave gut ins Repertoire passen würden, der hat vielleicht gar nicht einmal so unrecht. Mit dem musikalischen Trauerfall ‚Massaged By Bullets‘ beginnt der Regenbogen dann endgültig in allen Schattierungen von grau zu schimmern.
Bewertung: 10/15 Punkten

Surftipps zu Rainbow Face:
Facebook
Bandcamp

Abbildung: Rainbow Face

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Rainbow Face – Stars‘ Blood

von Carsten Agthe Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
0