Katatonia – Dead Air

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Katatonia - Dead Air (Peaceville, 13.11.20)(42:31 + 45:37, CD, DVD, Digital, Vinyl, Peaceville, 2020)
Die derzeitige Situation verlangt vielen Künstlern mehr denn je Innovationen und frische Ansätze ab. Eigentlich wollten Katatonia nach der Veröffentlichung ihres aktuellen Studioalbums „City Burials“ auf ausgiebige Tour gehen, doch dann kam auch bei ihnen ein gewisser Virus dazwischen. Nachdem die Schweden gezwungen waren erst einmal alle Konzertaktivitäten auf Eis zu legen, spielte man im Mai diesen Jahres in den Gröndahl-Studios in Stockholm unter dem Namen „Lockdown Sessions“ eine Art „Best Of“ der Fan-Favoriten der 2000er Jahre im Streaming-Format ein, das nun unter dem Titel „Dead Air“ auch als Tonträger vorliegt.

Oder um Gitarrist Anders Nyström zu Wort kommen zu lassen: „Aufgrund der überwältigenden Nachfrage sind wir stolz darauf, bestätigen zu können, dass unser Lockdown-Livestream von Gröndahl zu Beginn dieses Jahres nun physisch veröffentlicht wird, sodass man die 20 beliebtesten Songs wieder erleben kann, die exklusiv von unseren Fans rund um den Globus ausgewählt wurden. Dieser besondere Abend vom 9. Mai wird uns für immer als etwas gleichermaßen Merkwürdiges und Fantastisches in Erinnerung bleiben, daher fühlt es sich essenziell an, ihn als etwas zu veröffentlichen, das man auch anfassen und für immer besitzen kann.“

Auf 88 Minuten bringt es die Veröffentlichung, wobei das aktuelle Album lediglich mit drei Titeln vertreten ist, dafür erstaunlicherweise durch Auswahl der Fans auf das 2006er Werk „The Great Distance“ ein gewisser Schwerpunkt gelegt wurde, und man ansonsten einen repräsentativen Querschnitt durch die Alben der letzten beiden Jahrzehnte präsentiert. Im Gegensatz zu den besinnlichen Akustik-Live-Alben der letzten Jahre, geht es diesmal wesentlich kraftvoller und voll elektrifiziert zur Sache. Die Aufnahmen wirken roher, direkter, energetischer im Vergleich zu den ursprünglichen Studioaufnahmen. So atmet das Album also durchaus ein gewisses Live-Flair, nur halt rein virtuell und ohne wahrnehmbares Publikum.

Etwas bizarr daher, wenn die „thank you very muches“ nach allen Songs im Nichts verhallen. Aber vielleicht gibt es für dieses „Live im Studio“-Vorgehen, dann doch in nächster Zeit Nachahmer. Eventuell folgt nach der „Unplugged“-Schwemme vor vielen Jahren ja nun eine „Unaudienced“-Welle? Wie dem auch sei, der melancholische Rock bzw. Progressive Metal der Skandinavier wirkt für sich alleine, hat hier die nötige Power und Abwechslung, die man auf dem letzten Album etwas vermisste.

Das Album ist in unterschiedlichen Formate (Limited Edition 2CD und DVD, Doppel LP, Digital) erhältlich.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Peaceville

Abbildungen: Katatonia / Peaceville

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Katatonia – Dead Air

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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