Katatonia – City Burials

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(49:54, CD, Digital, Vinyl, Peaceville, 2020)
Herbstmusik zum Frühling. Traurigkeit als Inspiration. Vier Jahre nach dem letzten Studioalbum “The Fall Of Hearts” und einer im Anschluss der nachfolgenden Tour angekündigten Bandpause, kehren Katatonia mit “City Burials” in gewohnt düsterer Manier auf die Bildfläche zurück. Jonas Renkse (Gesang), Anders Nyström (Gitarre), Niklas Sandin (Bass), Daniel Moilanen (Schlagzeug) und Roger Öjersson (Gitarre), sowie die beiden Gäste Frank Default (Keyboards) und Anni Bernhard (Gesang), setzten einmal mehr auf getragene Stimmungen im atmosphärischen Bereich zwischen Progressive und Dark Metal, aufgelockert durch gelegentliche härtere Riffs.

So fühlt man sich beim Anhören sofort zu Hause. Wunderbare Melodien, griffige Arrangements, sowie ein moderater Härtegrad setzen die nordische Melancholie in bekannter Weise in Szene. Katatonia haben sich in ihrer eigenen Nische, im stetigen Prozess von Verlust und Untergang, dem Durchleben verschiedener Emotionen, mittlerweile recht gut eingerichtet. Selbst wenn von Bandseite von einer gewissen Neuorientierung, einer vermehrten Heavy Metal Ausrichtung gesprochen wird, sind diese Veränderungen keinesfalls zu offensichtlich. Noch am ehesten sind leichte Modernisierungen am Soundbild erkennbar.

Die musikalische und kompositorische Qualität stimmt, nur macht sich damit in gewisser Weise leichte Langeweile breit. Denn die Schweden verharren zu stark im kreativen Dilemma der eigenen Erfolgsformel. Es fehlt einfach an aufrüttelnden Momenten, an überraschenden Einfällen. Klingt jetzt schlimmer, als es für viele Sympathisanten der Band sicherlich erscheint und wie dieses Album von anderen Schreiberlingen betrachtet wird. Denn nur wenige Bands wagen es nun mal, mit einer seit vielen Jahren gefundenen Erfolgsformel konsequent zu brechen.

Neben dem regulären Album mit 11 Titeln ist “City Burials” (das Artwork stammt übrigens von Lasse Hoile) ebenfalls als Doppel-LP, sowie als Deluxe-Mediabook-CD mit zwei Bonustracks erhältlich.
Bewertung: 10/15 Punkten

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Abbildungen: Katatonia / Peaceville

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Katatonia – City Burials

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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