Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

8.5
Reviews

(40:38, Vinyl, Digital, Atypeek Music, 2020) Da das Projekt von Dead Hippies Arnaud Fournier und Ex-Dead Hollywood Star(s) Hervé Thomas schon seit 1993 Bestand hat und bis heute besteht, kann man eine Sammlung von unveröffentlichtem Material, das in diesem Zeitraum entstand, ohne falsche Bescheidenheit als "Rarities Of Two Centuries" bezeichnen. Und da Hint ihre persönlichen Kontakte, mit welchen man die Bühne teilte, pflegte und diese hin und wieder zu sich ins Studio holte, geraten die Eloberate von diesem dann auch zu einem kaum zu kontrollierendem Crossover. Denn die Gäste entfalteten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Musik des Duos hatten…

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(59:49, CD, Vinyl, Digital, Dur Et Doux/Broken Silence, 2020) Das Überraschungsmoment hat das Oktett aus Lyon sicherlich auf seiner Seite, da bei Le Grand Sbam EXPERIMENT groß, ganz GROSS geschrieben wird (vgl. dazu auch unsere exklusive Streaming-Premiere zu "Furvent"). Das mit den Überraschungen hat auch schon das um schräge Extravaganzen nie verlegene Würzburger Freakshow-Festival erlebt. Nämlich dass es zwar normalerweise immer noch eine Steigerung gibt. Aber nach diesen Franzosen eigentlich doch nicht mehr. Mit gleich fünf Sänger*innen liegt das Hauptaugenmerk bei Le Grand Sbam und deren zweiten Album „Furvent“ auf stimmlichen Eskapaden, die dann auch alles entäußern, was es…

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12.5
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(40:23, CD, Vinyl, Digital, FSOL Digital, 2020) Was für eine Konstellation! Die hauptamtlichen Bubblebath-Schwurbler vom The Future Sound Of London-Sidekick The Amorphous Androgynous, holten sich für ihre neue psychoaktive Heldentat in Mr. Van der Graaf Generator Peter Hammill wahrhaft namhaften Beistand in ihr Spaceship. Aber nicht nur das, treffen sich doch außerdem mit Paul Weller sowie Spencer Davis Group/Ian Gillan Band-Gitarrist Ray Fenwick und Caravan/Soft Machine-Saxophonist Brian Hopper schon Hochkaräter zum ausgelassenen Stelldichein. Außerdem sorgen der 50-köpfige Chesterfield Philharmonic Choir und ein Streichorchester für den erforderlichen Bombast. Und wer bisherige The Amorphous Androgynous-Großtaten wie „The Issness“ oder „Alice In Ultraland“…

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13.0
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(401:57, 6 CD, Vinyl, Digital, Fruits de Mer Records/Just For Kicks, 2020) Unser Freund Swordfish will es nun wissen und veröffentlicht mit „The Darkest Voyage“ knapp sieben Stunden neues Material, das zusammen mit Freunden, Bekannten und musikalischen Weggefährten, die sich so über die letzten dreißig Jahre angesammelt haben, und über die letzten Monate einspielt wurde. Dabei war der Traumdeuter mit seinem Projekt, das sich 1990 aus der Magic Mushroom Band heraus bildete, schon in diversen stilistischen Schubladen unterwegs, schwurbelte anfangs in psychedelischen Trance, später in Goa und Drum’n Bass, nur um spätestens mit dem 2014er Album „Wind On Water“ endgültig…

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8.0
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(45:20, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music / Araki Records, 2020) Da wird das Herz der Sonic Youth schon ein wenig höher schlagen. Denn A Shape aus dem Großraum Paris / Toulouse macht ebenfalls auf sympathisch lärmenden Noiserock und hat in Sasha Andres obendrein eine Sängerin, welche als Sirene die sowieso schon blank liegenden Nervenenden schmirgelnd strapaziert. Besagte Sasha malträtiert sich ebenfalls durch die ähnlich gelagerten Heliogabale (derweil deren Gitarrist Philippe Thiphaine hier beim Ohrenbluter 'Echoes' mitlärmen darf). "Iron Pourpre" gerät so dezent zum Hören mit Schmerzen, aber das wollten wir ja so. So beglückt uns die singende Grazie…

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11.0
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(56:20, CD, Digital, Eigenvertrieb, 2020) Warum kommen einem beim Hören von „Lush Desolation“ Bilder in den Sinn, die dem Film "The Hunter" mit Willem Dafoe entsprungen zu sein scheinen? Vielleicht deshalb, weil die Platte in eben jener auch dort gezeigten Landschaft in der Wildnis Tasmaniens entstand. Über vier Jahre ließen sich Sens Dep (stands for: Sensory Deprivation) Zeit für ihr Debüt. Zeit, die man „Lush Desolation“ in seiner entschleunigten Zeitlosigkeit dann auch anhört. Neuseeland ist ja nicht allzuweit entfernt, weshalb die Verbindung zu Graeme Revell und seinen SPK gegeben ist, jedenfalls in erster Instanz. New Dawn by Sens Dep Aber…

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11.0
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(64:54, CD, Vinyl, Dowload, Season Of Mist/Soulfood, 2020) Was mit einer hervorragenden Idee begann, nämlich mit einer eigens für einen besonderen Anlass, dem fünften Todestag von The Devil’s Blood Frontmann Selim Lemouchi, gegründeten Band zum 2019er Roadburn Festival zu spielen, entwickelte nach und nach ein Eigenleben, aus welchem sich die beteiligten Musiker nicht mehr so ohne weiteres ausklinken konnten. Benannt nach dem letzten Track auf Lemouchis erstem und einzigen Soloalbum „Earth Air Spirit Water“ geriet Molasses auch hinsichtlich der beteiligten Protagonist*innen zur Supergroup. Neben Lemouchis Schwester Farida, die auch schon auf The Devil’s Blood zum festen Stamm der Band gehörte,…

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10.0
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(34:35, Vinyl, CD, Download, Medication Time Records, 2020) Post Metal für den aufgeweckten Headbanger. Mit der Kraft gleich zweier Drums (!), dreier Gitarren (!!!), Bass und Vocals, welche direkt aus den Dungeons bösester Alpträume zu uns hoch schallen, haben Ingrina mächtige Argumente. In direkter Fortsetzung des Debüts „Ether Lys“ versetzen die französischen Atmospheric-Metaller mit ihrem neuen Album Berge, bringen Meere zum Einfrieren und modellieren so Landschaften mit äußerst bizarren Formgebungen, die vor allem durch einen eisigen Charakter geprägt sind. Schon auf ‚Jailers‘ - dem zehnminütigen Opener und auch gleich längsten Track dieses Machwerks - nutzen Ingrina alle zur Verfügung stehenden…

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9.0
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(40:41, CD, Vinyl, Digital, The Sign Records, 2020) Hier türklingeln die Fender Rhodes und röhren die Hammonds, dass es eine helle Freude ist. Und überhaupt lassen sich bei dem Debüt von Sealand Airlines eine Menge Anspielungen vernehmen, die in den goldenen Seventies ihren Ursprung haben. Die Band aus der Ukraine klingt dabei dermaßen authentisch, dass man sich mehrmals vergewissern muss, es hier wirklich mit einer Produktion von 2020 zu tun zu haben. Die acht vor allem Single-kompatiblen Songs, die nur selten wie etwa bei dem Siebenminüter ‚Salia Ana‘ einmal über dieses Ziel hinausschießen, geraten zu Semi-Hits mit Déjà-Vu-Bonus, da man…

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10.0
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(29:41, CD, Digital, Eigenproduktion, 2020) Da muss schon was im Argen liegen, wenn man sein aus Herzschmerz geborenes Sideproject Silent Eyes nennt. Es soll allerdings auch einen Paul Simon-Song gleichen Namens geben. Wie auch immer - es trug sich zu, dass sich Keelan Butterick (Stare At The Clouds) eines Silvesterabends allein in seiner Wohnung in Sydney wiederfand. Man bedenke – wenn hier Winter ist, ist Down Under heißester Sommer, also nicht unbedingt Depri-Wetter. Dennoch oder gerade deswegen gab er sich düsteren Gedanken ob einer ungewissen Zukunft hin. Die dann Katalysator für ein neues Projekt - eben Silent Eyes - wurden,…

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12.0
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(60:58, CD, Vinyl, Digital, Puscifer Entertainment/BMG/ Warner, 2020) Corona und die damit verbundene gecancelte Tour von Tool spielte dem Maynard James Keenan-Nebenprojekt gewissermaßen elegant in die Karten, konnte sich der Sänger hier doch voll und ganz auf Puscifer konzentrieren. Sowieso ist nicht bekannt, wo seine Prioritäten genau liegen, ob nun bei Tool oder bei Puscifer (A Perfect Circle kann man an dieser Stelle getrost ignorieren). Erst einmal zeigt sich Keenan zu Tool-Konzerten konsequent im Puscifer T-Shirt und weiterhin liegt der Output-Pegel seiner quasi Interimsband bedeutend höher. Zwar ist „Existential Reckoning“ erst das vierte offizielle Puscifer-Album, zahllose EPs und Remix-Veröffentlichungem lassen…

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10.0
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(47:29, Digital, Eigenproduktion, 2020) Der Name ist Programm, wechselt die Band aus Oregon doch ihre Sounds, Stimmungsbilder und Genres im Minutentakt. Derweil es farbig, überaus extravagant schimmert und man ob der bunten Vielfalt ins Staunen kommt, entpuppt sich das Rainbow Face als Januskopf, der meistens jovial lächelt, manchmal aber sein wahres, unkontrollierbares Antlitz zeigt. So geht es reichlich spektakulär zu, auf dem Debüt des Trios um Sänger Jake Rose, welches sich hierfür eine Reihe an Gästen als musikalischen Beistand leistete. Eben weil das Album mit ‚Pirates‘ schon mal einen fast schon als klassisch zu bezeichnenden Progsong in erster Instanz auf…

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12.0
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(40:59, CD, Vinyl, Digital, Timezone Records/ Timezone Distribution, 2020) Ob es mit der Monarchie in Großbritannien nun wahrhaftig zu Ende geht, lässt sich an dieser Stelle wirklich nicht klären. Fakt ist, dass sich Elizabeth the last, das deutsche Trio wohlgemerkt, auf seinem dritten Album zur nicht mehr zu übersehenden Institution im Refugium instrumentaler postrockender Exzesse hierzulande aufschaukelt. Nach dem nach der Band selbst betitelten zweiten Album fühlt sich „Task“ wie das Schwester- bzw. Bruderalbum zum Vorgänger an. Fünf dezente Knochenbrecher in Post Rock mit verhuschten Metal-Einschüben - bis auf den Interimstrack ‚Watchmen‘ kontern Elizabeth the last auch hier wieder mit…

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10.0
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(44:44, CD, Digital, Art As Cathaarsis, 2020) Wieder einmal wird eine falsche Fährte gelegt. Und zwar, weil Sydneys Arcing Wires recht ungestüm in ihr Debütalbum starten. Aufgrund der Kraft zweier Gitarren klingen die hier abgefahrenen Riffs schwer nach Djent, was so auch eine Zeit lang hätte weitergehen können. Doch die Australier stünden zu Unrecht ganz oben auf der Jazz-Rock-Skala ihres Landes, wenn da nicht noch irgendetwas in dieser Richtung passieren würde. Und in der Tat braucht man auf diesbezügliche Exzesse nicht lange zu warten - so kommt Saxophonist Nish Manjunath alsbald zur Sache und lässt erkennen, wer bei Arcing Wires…

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13.0
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(59:41, CD, Vinyl, Digital, Full Time Hobby/ Rough Trade, 2020) Was für eine Freude allerseits, als 2018 zum Album „Songs You Make At Night“ Gründungsmitglied Sam Genders, der eigentlich die Band ob seiner Livephobie verlassen hatte, zurück in den Schoß von Tunng kam und man sich so plötzlich in der Konstellation von 2007 wiederfand. Was aus diesem Release und starken Songs, ja, quasi Hits wie ‚Dark Heart‘, ‚Flatland‘ oder ‚ABOP‘, das bis dato erfolgreichste Album von Tunng machte. Aber Sam Genders wäre eben nicht er selbst, wenn er nicht noch ein paar Asse in Ärmel hätte. Aber dieses Mal geht…

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11.0
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(51:40, Vinyl, Digital, Midsummer Records, 2020) Das ist dann wohl einmal wieder ein Fall von und für grenzenlosen Herzschmerz. Nach dem Ende der Metalcorer Watch Them Fade hatte deren Macher Marc Fischer nichts Eiligeres zu tun, als gleich aus dem Stand ein neues Format an den Start zu bringen, mit welchem er seinen Seelenzustand sofort in dementsprechende Soundfontänen fassen konnte. Six Days Of Calm heißt das neue Projekt des Musikers, das nun mit dem 7-Track Debüt „The Ocean’s Lullaby“ daherkommt. Welcher Protagonist hier gefragt ist, ob nun der Atlantische, der Indische, Pazifische, Billy oder gar Danny wird indes nicht geklärt.…

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12.3
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(63:05 (77:49), CD, Vinyl, Dowload, Season Of Mist/ Soulfood, 2020) Sólstafir können es doch noch: Nämlich so richtig vom Gletscher ziehen. Das letzte Werk der Isländer „Berdreyminn“ war vom Prog-Gehalt zwar überaus hochwertig, doch vom Willen, als Sieger aus der Schlacht zu gehen, war kaum noch etwas zu spüren. Doch es scheint nun wirklich, als würde sich Aðalbjörn Tryggvason hier auf dem neuen und siebenten Album allen Frust aus der Seele hämmern. Und wer darf schon ein Album gleich mit einem Zehnminüter beginnen, wenn nicht Sólstafir?! So ist ‚Akkeri‘ dann auch das längste Stück in einem an Longtimern reichen Album.…

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11.0
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Jack Of All Trades (Centrozoon, Tuner, Stickman, Crimson ProjeKct…) und ‚Living The Dream‘-Aktivist Markus Reuter kann auch in der Konzert- und Tour-freien Ära nicht anders. Wenn schon nicht touren, dann wenigstens die Zeit mit ‚Gleichgesinnten‘ im Studio verbringen. Zugegeben liegen die Aufnahmen für die drei uns hier beschäftigenden Releases noch vor 2020, die Zeit der Besinnung wurde jedoch genutzt, um ihre Bearbeitung und Veröffentlichung zu forcieren. So erscheinen beziehungsweise erschienen Anfang August nun gleich drei Alben des Komponisten und Touch-Guitareros. Und in erster Instanz nun gleitet Reuter zusammen mit seinen Buddies Tim Motzer (Gitarre, Bass) und Kenny Grohowski (Drums) tief…

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9.0
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(24:48, Digital, Rock CD Records, 2019) Da schneite die Tage doch trotz diesbezüglichen eher kontraproduktiven Wetters eine Sache herein, die schon vor einem Jahr das Licht der Welt beziehungsweise ob seines only digital-Status das des World Wide Webs erblickte. Samedi b.c. nennen sich die leicht angeschrägten Zeitgenossen, die aus Spanien kommen und mit "The Infinite Sea Of A Doubt" im Juli letzten Jahres ihre Album-, oder, ob der ein wenig begrenzten Spiellänge eher – ihre EP-Debüt-Präsentation initiierten. Im Infotext ist zu lesen: "Influenced by bands like King Crimson, Amon Duul II or New Wave bands like Joy Division ...", womit…

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11.2
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(45:46, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Plastic Head, 2020) Heidewitzka. Hier wird wieder geproggt, bis der Arzt kommt. Schon in fünfter Instanz, nämlich mit dem ebenso vielten Album, empfehlen sich die Norweger als Speerspitze des Vintage Prog und biedern sich somit erneut bei all denjenigen an, welche die alten Zeiten von Yes, Genesis oder ELP noch für das Beste halten, was der Rock an sich zu bieten hatte. Wobei hier, bei Wobbler, eher eindeutig zu Yes Stellung bezogen wird. Der Bass von Kristian Karl Hultgren mäandert sich durch bassläufige Abgründe, Keyboarder Lars Fredrik Frøislie präsentiert ein Repertoire der schwarzen und weißen…

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