(38:30, CD-R, Digital, Sound In Silence, 2021) Eigentlich und vor allem ist Jason Sweeney mit seinem Alias Panoptique Electrical unterwegs, unter dem er Drone-lastige Meditationsklänge unter seine Hörerschaft streut. Mit Sweeney nun empfiehlt er sich unter seinem eigenen Namen (was die Sache nicht unbedingt einfacher macht, sind doch bereits einige Künstler unter eben diesem musikalisch unterwegs) nun schon zum dritten Mal (und auch zum dritten Mal auf Sound In Silence) als Singer-/Songwriter der etwas spezielleren Art. Mittels bizarren elektronischen Soundscapes, Drones und ambienten Texturen erschafft JSweeney auch hier mit „Misery Peaks“ endemisch wirkende Sounds und Songs, welche die Musik irgendwo…
Autor: Carsten Agthe
(39:29, CDr, Digital, Sound In Silence, 2021) Musik an der Grenze zum Stillstand. Michael Cottone, der schon ungezählte Reputationen vorweisen kann, ist mit seinem aktuellen Album, dem gefühlt zwanzigsten als The Green Kingdom beim Label Sound In Silence angekommen, um hier eben solche Stillleben in Klang zu zelebrieren (dass er nebenbei auch noch Projekte wie Dustcraft und Pinesong vorweisen kann, ist wieder eine andere Story). Hier nun inszeniert er Soundscapes mit einer derartigen Behutsamkeit, dass man fast schon eine Nadel fallen hören könnte, was die Stücke auf „Solaria“ an der Grenze zur Stille entlangbalancieren lässt. Ähnlich gelagerte Acts wie The…
(30:18, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Daath Records, 2021) Mit Multiinstrumentalist Bertrand Wolff und Schlagzeuger Damien Ravnich empfiehlt sich ein weiteres Projekt, das via „New From Nowhere“ im März mit einem Debüt aufwartete. Mittels reichhaltigen Tasteninstrumenten und Schlagzeug kann man soundtechnisch schon einmal ein Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen. Sicher sind hier und da Parallelen zu French-House-Acts wie Jus†ice zu erkennen beziehungsweise zu erahnen (da Postcoïtum aus Marseille kommen, liegt das mit dem French-House gar nicht einmal so weit entfernt). Dennoch ist das uns jetzt interessierende Duo in jedem Fall auch auf progressiveren Pfaden unterwegs. Das Schlagzeug von Ravnich beamt den Sound…
(42:37, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2021) „Rausch (…) auch das verwandte Phänomen der Ekstase wird als „Rausch der Sinne“ beschrieben. Umgangssprachlich werden einige Drogenräusche auch als Trip (Reise) bezeichnet“ (Wikipedia). Soweit, relativ nüchtern betrachtet, die Definition zum neuen Klangkunstwerk von Sounds Of New Soma. Dabei ist der 40-minütige, in A- und B-Seite aufgesplittete „Trip“ aber weit davon entfernt, den geneigten Hörer in ‚Ekstase‘ zu versetzen. Viel lieber bewegen sich Alexander Djelassi und Dirk Raupach auf ihrer jüngsten psychoaktiven Reise in Refugien, die als ambient eingestuft werden dürften. Was im Allgemeinen bedeutet, dass man an der Grenze zum gerade noch…
(40:21, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 2021) Mit dezent guter Laune und schrägen Takten in eine strahlende Zukunft. Obwohl letztere dann doch noch ungewiss ist, wird diese von Bend The Future für uns fürsorglich vorgeformt und passend gemacht. In der Konstellation Gitarre, Bass Saxophon, Keyboards und Drums deckt die Band aus dem französischen Grenoble vollkommen Hybris-befreit alle positiven Facetten aus dem Jazz-, dem Prog- und auch dem Folk-Rock ab. Wichtig ist bei jedem der sieben hier enthaltenen instrumentalen Stillleben (nur die lässigen Progrocker ‚Merely‘ und ‚We Aim Higher‘ kommen mit Vocals und Camel-Flair) der angenehm gleitende…
(56:44, CD, Vinyl, Digital, Sulatron Records/Broken Silence, 2021) Der Macher von Saturnia macht wieder. Dieses Mal via Sulatron Records. Luis Simões nutzte die Zeit des kollektiven Stillstandes und die ihm gebotenen Möglichkeiten sowieso, zog sich aufs Land zurück, von dem es in Portugal jede Menge geben soll, und nahm sein neues Album dann auch wieder (fast) im Alleingang auf. Hier, zwischen Weinhügeln und Olivenhainen, nährte der Multiinstrumentalist seine bis hinein in psychoaktive Bereiche dringende Kreativität und kommt nun mittels „Stranded In The Green“ mit einem Album voller Geheimnisse, mythologischer Anspielungen und fast schon grenzenlosem Tiefenrausch. Das Ansinnen findet dabei in…
(40:04, CD, Vinyl, Digital, Antigony Records, 2021) Großes Kino ohne große Worte. Die Tracks zum zweiten A River Crossing-Longplayer heißen ‚Ashes‘, ‚Hidden‘, ‚Torn‘, ‚Death‘, ‚Spines‘ und ‚Tar‘, bringen im Schnitt sieben Minuten auf die Waage und loten bezüglich Pathos und Bombast die der Band zur Verfügung stehenden Mittel dann auch großzügig aus. Hier stoßen die Schweizer Abgründe zu den dunkelsten Orten ihrer schwarzen Seelen auf, die Gitarren kommen mit einer dermaßen ungezügelten Wucht (ohne jedoch gleich in den Metal abdriften zu wollen oder auch zu müssen), als würden sie mit dem Plektrum des Teufels gespielt. Wobei auch ab und zu…
(41:30, CD, Vinyl, Digital, Artoffact Records/Membran, 2021) Das ist großes Kino, das hier via Kauan in Sound und Story inszeniert wird. „Ice Fleet“ behandelt die Entdeckung einer Flotte komplett vereister Schiffe in den dreißiger Jahren im russischen Nordpolarmeer. Die damalige Regierung der UdSSR vertuschte alle Unterlagen und Beweise zu dieser spektakulären Entdeckung, so dass bis heute nicht geklärt werden konnte, um was genau es sich bei diesem Fund handelte. Natürlich bietet so etwas spannenden Stoff für ein ausuferndes Konzept, das von der Band aus dem russischen Tscheljabinsk den eigenen Intentionen entsprechend umgesetzt wurde. Harsche blackmetallische Gitarren sorgen für dem Konzept…
(41:50, CD, Vinyl, Digital, WWNBB Collective (We Were Never Being Boring)/Sulatron Records/Broken Silence, 2021) Und die Maschine läuft und läuft. Mit dem unbeirrbaren Rhythmus von Can und dem psychedelischen Freigeist von Hawkwind schwimmen sich A/lpaca auf ihrem Debüt erst einmal frei und lösen sich von sämtlichem störenden Ballast. „Make It Better“! Macht man ja! Und das gleich mit dem bezeichnenden „Beat Club“, der ob seiner röhrenden Hammond und seinem stoischen Beat wirkt wie der kleine Bruder von 22 Pistepirkkos ‚Frankenstein‘. Man gibt Vollgas. Und das von Anfang an und mit wachsender Begeisterung. So wähnt man sich beim Titeltrack mit seinen…
(39:36, Vinyl, Digital, Elusive Sound, 2021) Hier ist es also, das Debüt-Album der französischen Postrocker Bruit ≤, die sich vor drei Jahren schon mit ihrer EP Monolith als ernstzunehmende Institutionsanwärter in diesem Metier etablierten. Der Vierer, der mit Cello und Violine nicht nur einen Hauch, sondern gleich eine beachtliche Dosis eines semi-klassischen Aspekts in seine opulenten Klanggemälde einwebt, setzt mit „The Machine Is Burning And Now Everyone Knows It Could Happen Again“ (so viel Zeit muss sein!) eben dort an, wo man bei „Monolith“ aufhörte. Nur, wartete das Kleinformat mit zwei epischen Songbrocken auf, so kommt das Fulltime-Release mit derer…
(24:04, CD, Vinyl, Download, Heavy Psych Sounds, 2020) Supergroup? Supergroup! Noch nicht einmal ein Jahr nach dem Debüt-Album "Vision Beyond Horizon" holt das ‚Nebenbeiprojekt‘ von Fu Manchus Bob Balch, den beiden Yawning Men Gary Arce und Bill Stinson sowie Mos Generator Tony Reed zum nächsten Schlag aus. Der kommt mit dem 25-minütigen "Lavender Blues" dann zwar ‚nur‘ als EP. Doch die hat es, Big Scenic Nowhere-mäßig, doch wieder in sich. Mit hochrangigen Gastmusikern wie Per Wiberg (Opeth, Spiritual Beggars), Daniel Mongrain (Voivod) sowie Chris Goss (Kyuss, Masters Of Reality) mäandert sich Big Scenic Nowhere also durch den "Lavender Blues", der…
(45:11, CD, Vinyl, Digital, Ronin Rhythm Records, 2021) Musik, die auf Nik Bärtschs Label ‚Ronin Rhythm Records‘ erscheint, verspricht nicht nur außergewöhnliche Klangerlebnisse, sondern löst dieses Versprechen dann auch sofort und konsequent ein. Eines der besten Beispiele ist dann wohl das Kali Trio, das uns hinsichtlich "Loom" nun auch schon mit seinem zweiten Album beehrt. Die vier hier enthaltenen außergewöhnlichen Kompositionen mit einer Gesamtspielzeit von 45 Minuten kommen mit raumübergreifenden Atmosphären, die viel Luft nach oben haben und diese Möglichkeiten auch konsequent aufgreifen. Minimal Music trifft auf Slow Core, jazzy und trippy Beats sowie cineastische Farbenspiele in Kali-Color. Man kann…
(76:09, CD, Sireena Records/Brokensilence, 2021) Vom musikhistorischen Standpunkt betrachtet sind diese Aufnahmen überaus wertvoll, kommen „The Complete Schlössl Recordings“ doch mit allen jemals aufgenommenen Tracks der Land- und Musikkommune, die zwischen 1971 und 1974 im Altmühltal ihrem Herrn diente. Hier auf ihrem Hof, dem ‚Schlössl‘, wurden über die Jahre so manche Sessions abgehalten, bei denen so mancher einstige Krautrocker auftauchte und mitwirkte. So manifestierte sich der Ruf der Lord’s Family über die Grenzen von Bayern, derweil auch die Funk- und Printmedien nicht umhinkamen, über den bunten Haufen, der die frohe Botschaft verbreitete, zu berichten. Hier involvierte Musiker wie Georg Frisch…
(59:37, CD, Digital, Tribal Stomp/Cargo, 2021) Hier präsentierte Tom Redecker alias The Perc quasi seine Prä-Electric Family. Ein Jahr vor dem spektakulären Herzberg-Konzert, bei dem sich die ebenso spektakuläre Electric Family gründen sollte, absolvierte der Musiker die Tour zu seinem ersten Soloalbum „The Worldlocker“ (die überaus erfolgreiche Konstellation The Perc meets The Hidden Gentleman mit Emilio Winschetti wurde kurz zuvor auf Eis gelegt) mit den Incredible Lovegodz. Die wurden aus Musikern rekrutiert, die man später auch bei der Electric Family antreffen sollte, darunter Bassist Harry Payuta und Gitarrist Jochen Schoberth. Zufällig fand sich eine DAT-Kassette von der 95er Tour dieser…
(34:23, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music, 2020) Da greift man auch wieder ganz tief in die Trickkiste post-apokalyptischer Tristesse. Moaan Exis zelebrieren den Sound stillgelegter oder gar zerstörter Maschinenhallen (derweil man den Grund dieser Zerstörungswut schon irgendwie erahnen kann) und flankieren ihren elektronisch und metallisch erzeugten Noise mit Zutaten von EBM, Punk und Elektro. Mathieu Caudron, einzig festes Mitglied bei Moaan Exis (welcher live noch Unterstützung in Drummachine Xavier findet), ist vom Aggressionspotential her betrachtet ein regelrechter Wackelkandidat, will man doch nach den ersten Klängen von ‚Everyday Is A Simulation‘ erst einmal noch nicht wahrhaben, was für eine Tortur der…
(31:07, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Ideal Crash, 2021) Hier geht es einmal wieder reichlich extrem zur Sache. Wie um das Versäumte ganz schnell nachholen zu wollen (das Valse Noot-Debüt „So Straight Architecture“ stammt auch schon wieder von 2014), setzt man alles auf eine Karte und fährt einmal mehr bezüglich Hardcore’n Roll in jeglicher Instanz am Limit. Und das bezüglich Speed, der Lautstärke oder auch vom Klirrfaktor her. Dabei ist ein Zweiminutenjob nicht so das Ding der Band aus dem französischen Brest, bearbeitet man doch vor allem Fünf- beziehungsweise Sechsminüter, was die Tortur ins fast schon Unendliche dehnt. Gut, die wahnsinnigen…
(38:19, CD, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Araki Records, 2021) Irgendwie hängt in der Pariser Hardcore-Szene alles zusammen. Eine Großstadt ist in diesem Zusammenhang dann doch nur ein Dorf. So hängen die hier Anwesenden Emmanuel Boeuf, Clement Matheron und Stephane Vion, die sich übrigens auch schon eine Ewigkeit kennen, in Bands wie Sons Of Frida, Velocross, A Shape, Emboe, Diagonale du Fou und Dernière Transmission ab. Da man dann doch noch freie Spitzen zu haben scheint, gründete man 2018 kurzerhand Echoplain, mit welchen man dann auch gleich eine selbstbetitelte EP veröffentlichte. Nun also das Debütalbum, das mit „Polaroid Malibu“ gleich einmal anzeigt,…
(41:08, Vinyl, Digital, Atypeek Music/Bruillance Records, 2021) Das knallt wieder rein wie eine Tube Pattex auf ex inhaliert. Nach den „Rareties Of Two Centuries Vol.1“ kommt folgerichtig der zweite Teil. Man möchte die Nachwirkungen des Chaos', welches man verursachte, noch kräftig ausnutzen. Der Titel ist dabei ein Fakt, gründeten Arnaud Fournier und Hervé Thomas ihr sympathisches Projekt doch schon 1993. Seither teilte man sich die Bühne mit entsprechend klirrenden Zeitgenossen wie Unsane, Mono, The Young Gods oder den Pitchshifters, weshalb man von Hint, auch schon hinsichtlich ihres enormen Outputs, von einer gestandenen Institution des Noise’n Industrial-Rock sprechen kann. Auf dem…
(33:03, CD, Digital, Fluttery Records, 2020) „Morula“ steht zwar für das Anfangsstadium der embryonalen Entwicklung. Und obwohl man deshalb davon ausgehen könnte, dass eben dieses Stadium auch für Pictures From Nadira zutrifft, ist es dies mitnichten. Denn „Morula“ ist, nach „Nadira“ eben schon das zweite Album des Münchner Postrock-Vierers, der hier eine gewisse Neuausrichtung zeigt. Der 4-Track-Fulltimer (gut, knapp 33 Minuten sind schon ein wenig knapp bemessen, um den Begriff ‚voll‘ ins Spiel zu bringen, aber immerhin heißt es – in der Kürze…), der wieder mit Höhen und Tiefen in Suspense, Tempo und Härtegraden aufwartet tendiert dabei noch stärker in…
(42:35, CD, Download, Eigenproduktion, 2021) Warum klingen solche Bands alle gleich? Ob nun Audioslave, Creed usw. usf. - bezeichnend ist der Hang zu in metallischen Pathos verpackter Einfallslosigkeit. Sicher ist das für den Augenblick ganz reizend, headbangend, wenn das denn möglich ist, alles um sich herum zu vergessen. Nur eben ist kurz danach auch der Song, um den es vorher ging, mit eingeschlossen – kennst du einen, kennst du alle. Immerhin hat die Band aus Washington DC ein überaus gutes Renommee, teilte schon mit allen bekannten Acts dieses Genres die Bühne und gewann 2019 bei den Washington Area Music Awards…