(43:54 + 45:02, 2LP, Adansonia, 2016) Rein improvisierte Musik ist eine bewunderungswürdige Disziplin, kann aber für die Hörer -beispielsweise aufgrund ausufernder Formlosigkeit - bisweilen auch etwas anstrengend geraten. Die recht experimentelle Spielart des SpaceRock-Quintetts Kungens Män ist in Punkto Überanstrengung jedoch fast völlig unverdächtig. Dafür sorgt allein schon der federnde Drive, der die krautigen Jams der Schweden unwiderstehlich nach vorne treibt. Wer nur irgendetwas mit beispielsweise Can, Knall, Frankensteins Ballet und Geistesverwandten anfangen kann, der sollte dieser Psychedelic (Martial) Art, dem Kungens Fu, unbedingt einmal eine Chance geben! Höhepunkt des durchgehend gelungenen Doppelalbums ist das eine ganze Plattenseite einnehmende 'Bortkopplad Från Tiden'.…
Autor: Klaus Reckert
(32:46 + 39:12, 2LP Adansonia, 2016) Gerade Leseratten kennen diesen Effekt: Ausgezeichnete Verlage wie beispielsweise Diogenes oder Haffmans seligen Angedenkens haben ein derartig kantig und qualitativ ausgeprägtes Profil, dass man – wenn einem ein Autor bzw. Titel aus dem Programm zusagt – mit fast blindem Vertrauen auch bei weiteren Bänden zugreifen kann. Was Musik-Verlage, also Labels, angeht, so wäre Manfred Eichers Edition of Contemporary Music (ECM) seit langem ein Beispiel für das gleiche Phänomen. Oder Stickman. Oder eben auch – seit etwas kürzer Zeit – die Angebote von Tonzonen und Adansonia. Mit den geschmackvoll ausgesuchten und ungewöhnlich liebevoll produzierten Veröffentlichungen…
(43:44, CD, Sulatron/Broken Silence, 2016) Mit diesem Album feiert Sula Bassana elektronischen Krautspacerock äußerst hart – aber ohne Raumschiffbruch zu erleiden. Zwar gründen die Songs von Dave Schmidts Soloprojekt wie das – natürlich mit einer Startsequenz das Album eröffnende - knapp zehnminütige 'Moonbase Alpha Alpha' stark auf Loops. Doch ihm gelingt es, viel Spannung aufzubauen. Und er experimentiert mit vielen reizvollen Klangfarben, sodass die Schwebeerfahrungen über und auf der Mondbasis nie langweilig werden. 'Shushi Express' beispielsweise wird von Didgeridoo- und Orgel-Sounds belebt, 'No Time – No Eternity' von warmem Glockenspiel-Klang. Shipwrecked by Sula Bassana Der 'Planeta Bur' scheint schneebedeckt, jedenfalls lässt die Oldfield'sche "Schlittenglöckchen"-Schlagzeugspur…
(46:04, CD, Sulatron/Broken Silence, 2015) Nach elf Jahren ohne Studioveröffentlichung brachten Zone Six 2015 dieses Lebenszeichen zu Gehör. Es spricht wie erwartbar vor allem Fans von Space-, Acid- und Krautrock an, ist aber eine erdigere, rockigere Erfahrung als viele andere Sulatron-Erzeugnisse. Dafür zeichnet unter anderem Rainer Neeffs (Pancakes) Gitarrenspiel mit herrlich warmem Fuzz verantwortlich, aber auch die spacig groovende Rhythmus-Gruppe aus Komet Lulu (Bass) und Sula Bassana bzw. Dave Schmidt, der hier zur Abwechslung Schlagzeug spielt. Die Synthesizer-Fraktion sorgt von Martin Schorn aka Modulfix bedient stets für genügend Auf- und Vortrieb. Love Monster by Zone Six Proggern und speziell Anonymen…
(43:33, LP, Sulatron/Broken Silence, 2015) Seven That Spells kommen wie ihre Labelkollegen Otrovna Kristina aus Kroatien, anders als diese sind sie aber fest in der Kraut- und Psychrock-Szene verankert – was sich unter anderem an legendären Auftritten beim Duna Jam 2010 und 2012 sowie einem ganztägigen Auftritt beim Roadburn-Festival 2009 in Tilburg festmacht, der vier Gitarrenverstärkern das Leben kostete. Auf Langzeitwirkung setzt auch "Superautobahn" – die drei Tracks sind zwischen elf und 22 Minuten lang und ihr Jam-hafter Zuschnitt kommt mit melodisch relativ sparsamen Mitteln aus: "Ein Riff pro Song. Monotonie." (Label-Info). An 'The Wall' fällt der gutturale Gesang auf, an…
(34:05, CD, Sulatron/Broken Silence, 2016) Die Band aus Kroatien hat insofern ein starkes Alleinstellungsmerkmal, als dass sie die einzige Gruppe im Programm des Labels mit dem allsehenden orangen Vögelchen ist, als sie einfach nur geradeheraus vergleichsweise Psychedelik-freien Rock spielt. Aufgrund des Gesangs in ihrer Muttersprache klingt das Gebotene teils wie eine Mischung aus Pothead und Heroes Del Silencio – also recht apart. Anspieltipp: 'Dosao Sam Da Ostanem'. Spartipp: Die CD kostet derzeit bei Sulatron nur noch 10 Euro. Bewertung: 7/15 Punkten Surftipps zu Otrovna Kristina: Facebook YouTube Bandcamp Spotify
One Pleasant Shade of Darker Grey Hatten wir uns zwei Tage zuvor noch über trotz Ausverkauf für Klaus(trophobiker) hervorragend geeignete Konzertbedingungen bei The Pineapple Thief gefreut? Im Turock blieb Fates-Warning-Fans an diesem Freitagabend kaum die Luft zum überaus angebrachten Jubeln und noch weniger der Raum, um die Hände zum Klatschen einzusetzen. An der Zugkraft der uns vorab nicht bekannten Support Acts kann das eigentlich nicht gelegen haben. Sprach der nette, betont nicht spoilernde Kollege vom Deaf Forever: "Die sind beide sch….e, aber ich will nicht zu viel verraten." Und in der Tat – das vom griechischen Sextett Fallen Arise Gebotene…
(45:35, CD, Sulatron/Broken Silence, 2012/2015) Der Basslauf, der 'Mountain Of Fire & Miracles' von der ersten bis zur neunten Minute durchzieht, schlängelt sich wie das Säuseln von Kaa, der hypnotisierenden Königspython, fast unmerklich ins Bewusstsein, bereitet auf den bald einsetzenden Schamanengesang und die unterstreichenden Rhythmus-Gitarrenriffs vor, bis wir vollends willenlos auf der wiegenden Leadgitarre Richtung Berggipfel entschweben. Sun Dials "Mind Control" erschien bereits 2012 auf LP und wurde 2015 von Sulatron Records mit zwei Bonustracks versehen auf CD wieder veröffentlicht. Geboten wird eine recht frische Psychedelic-Spielart, untermischt mit Krautrock und etwas repetitiver Elektronik. Produziert hat Hugo Chavez-Smith. Bei 'Radiation' strahlen…
(45:35, CD, Sulatron/Broken Silence, 2015) Die Mailänder "zelebrieren einen intensiven und authentischen Neo-Psychedelic-Rock, der stark vom Underground-Sound der späten Sechziger geprägt ist", so die Label-Info. Das "Neo" erschließt sich dem Rezensenten noch nicht, die Sixties-Sounds umso mehr: Vom "plonkenden" Wummerbass über Fuzz-Gitarre und Schweineorgel bis hin zu den Science-Fiction-Samples auf 'This World Was Being Watched Closely' klingt hier wirklich alles wie aus einem Londoner Archiv geborgen – einschließlich der "Telefonstimmen"-Effekte auf dem Gesang. Sitar und Bouzouki sorgen für ein erweitertes Klangspektrum, während 'The Stain' Progger einfach ungemein mellotional stimmt. Höhepunkt des empfehlenswerten Werkes ist nicht der viertelstündige Longtrack 'Sun Spectre',…
Diebisches Vergnügen … … hat dieser Abend mit einer noch zu behandelnden Ausnahme wohl allen Anwesenden bereitet: Menschen, die u.a. als Merchandise-Fee jeden Auftritt der Tournee gesehen haben, sprachen sogar von "one of the best shows on the tour". Aus Sicht von Bands und Veranstalter setzte der Umstand positive Akzente, dass das Konzert schon geraume Zeit ausverkauft war – Prog sells! Aus Perspektive der Besucher wurde dankbar vermerkt, dass der Einlass bei knatterkalten Temperaturen dennoch zügig verlief und es in dem wunderhübschen "soziokulturellen Zentrum Altenberg", das sich mit dem LVR-Industriemuseum das Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg teilt, dennoch nie unerträglich…
(49:32 + 65:52, 2 CD, Sulatron/Broken Silence, 2015) Die K-Zone ist eine Interzone, in die sich Mitglieder der Bands Electric Moon, The Pancakes und Zone Six seit 2011 begeben, um "Krautrock in seiner ursprünglichen Form" zu zelebrieren: "Freie Musik in freiem Fluss, archaisch, trancig, experimentell, kosmisch abgedriftet und mit fettem Vintagesound" (Label-Info). Kommt alles hin. 'Liebe' zum Beispiel beginnt bezeichnenderweise verhallt tastend und irgendwie "unverhofft", baut sich dann aber zu einer mächtigen Gefühls- und Soundwand auf. Diese Doppel-CD hier versammelt alles, was die Krauter bislang auf Vinyl rüberwachsen ließen, einschließlich des Materials einer Split-LP mit Lamp Of The Universe. Dayz…
(72:19, 2 LP, Sulatron/Broken Silence, 2016) Wer SciFi-Krautrock meets Dark Psychedelic schätzt, oder sich zumindest hübsch vorstellen kann, für den schlägt diese Sonnenuhr eine Feierstunde. 'Meltdown' eröffnet den Space-Reigen der Briten mit einer Sirene, die flotte Rhythmik, warme Vintage-Orgel- sowie Flötenklänge und perlend blubbernde SpaceMachine-Sequenzen deuten eine Flucht in die Troposphäre an, wonach auf 'Aurora' bald 'Contact' hergestellt wird. Der gestaltet sich sehr elektronisch und sollte daher beispielsweise Tangerine-Dream-Fans verzücken können. https://www.youtube.com/watch?v=NXBake5LViE 'Sun Gate' zeigt eine melancholisch-beschaulichere Seite von Sun Dial, während das von warmen Vibraphon-Sounds profitierende 'Regenerator' wieder zurück in den Weltraum zu führen scheint. 'Ascension' fliegt uns zu einem kosmischen…
Es gibt live, Baby! Update unserer Tour- u. Festivaldaten, u.a. mit: Blind Guardian, Dillinger Escape Plan, Les Discrets, DispersE, Einstürzende Neubauten, Freak Valley Festival, Gazpacho, Gong, Jambinai, King's X, Klone, Leprous, Midsummer Prog Festival, David Maxim Micic, Nap, Night of the Prog, Orango, Plini, Queensryche, Rockfels, Stern-Combo Meissen. Und es gibt die Tonzonen Labelnight, Baby! Mit dieser voraussichtlich rauschenden Nacht feiert das bemerkenswerte Label am 24. März in der Kulturfabrik Krefeld sein fünfjähriges Wirken für erogene Tonzonen. Den Soundtrack dazu liefern die wunderbaren Knall, die liebenswürdigen Love Machine sowie die hoch fliegenden The Spacelords. Tickets gibt es demnächst für lachhafte…
Unser Excel-Fuchs (und ProgStats-Ideenspender) Christoph ist wie schon für 2016 freundlicherweise auch noch einmal tief in den Jahrgang 2016 ("anno servandi 2") von BetreutesProggen.de eingestiegen und hat dabei unter Anwendung progressiv-statistischer Verfahren und Gesänge unter anderem herausgefunden: Von 19 Betreuern (z.B. Anni hat '16 nicht rezensiert, aber interviewt und gecornert) wurden nach Christophs Zählung 469 Medien besprochen - mit einer Durchschnittsbewertung von 10,40 von 15 möglichen Punkten. Die Anzahl der im Einzelnen gezückten Noten in Summe: 1 – 0 2 – 1 3 – 0 4 – 5 5 – 3 6 – 10 7 – 16 8 – 31…
Unser Excel-Black Belt und ProgStat(ist)iker Christoph hat folgende traurige Liste für Euch erstellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gemeinsam mit ihm hoffen wir, dass niemand mehr dazu kommt... 2016 verstorbene Rock-, teils auch Progrock-Künstler Januar David Bowie 08.01.1947 – 10.01.2016 Dale Griffin (u.a. Mott the Hoople) 24.10.1948 – 17.01.2016 Glenn Frey (Eagles) 06.11.1948 – 18.01.2016 Jimmy Bain (u.a. Rainbow, DIO, Wild Horses) 19.12.1947 – 24.01.2016 Colin Vearncombe "Black" 26.05.1962 – 26.01.2016 Paul Kantner (u.a. Jefferson Airplain, KBC Band) 17.03.1941 – 28.01.2016 Februar Maurice White (Earth, Wind and Fire) 19.12.1941 – 03.02.2016 Vanity 04.01.1959 – 15.02.2016 Hans Reffert (u.a. Guru Guru)…
Es gibt live, Baby! Update unserer Tour- u. Festivaldaten, diesmal u.a. mit: a-ha, Anathema, Blues Pills, The Contortionist, Deafheaven, Destrage, Les Discrets, GONG, Hattler, Iamthemorning, Midsummer Prog Festival, Moulettes, Ne Obliviscaris, Periphery, Rockaue, Wucan. Und es gibt unsere Tour der Woche, Baby: die phantastischen Mother's Cake - präsentiert von BetreutesProggen.de! Mother's Cake - "No Rhyme, No Reason" 28.12. Hamburg, Gruenspan, St. Hell Festival 2017 12.01. Groningen (NL), Eurosonic 08.03. Ulm, Roxy 10.03. Mannheim, Forum 11.03. Osnabrück, Bastard Club 12.03. Göttingen, Exil 14.03. Hannover, Lux 15.03. Bielefeld, Forum 16.03. Oberhausen, Drucklufthaus 17.03. Wuppertal, LCB 18.03. Bremerhaven, Rock Center 19.03. Rothenburg, Villa 21.03.…
Geliebter Mummenschanz Die bereits 18. Ausgabe des ProgPower Europe (PPE) Festivals erwies sich als so etwas wie Karneval für Progger: exzessive Verstöße gegen das Vermummungsverbot, Wildfremde aber Gleichgesinnte verbrüdern sich zu reuefreiem, lustvollem Tun. Naja, vereinzelt mag frühmorgens mal ein kurzer Katermoment vorgekommen sein. Freitag Verkaterte Morgen hatten wir potenziell einen weniger, denn aus rein terminlichen Gründen hatten wir uns gegen die "Burn-in"-Veranstaltung am Donnerstag mit Dreamwalkers Inc. entschieden, waren aber pünktlich zugegen, als PPE-Mitbegründer Martijn Balsters das Festival offiziell eröffnete. Und so hieß es alsbald "Welcome to the Masquerade!" Das israelisch-norwegische JointVenture Subterranean Masquerade brachte bis zu acht Menschen auf…
In Ulft und um Ulft herum Die Kollegen vom iO Pages-Magazin hatten gemeinsam mit Booking-As Rob Palmen (u.a. Glassville Music) der diesjährigen Ausgabe ihres Festivals ein magisch anziehendes Line-up verpasst. So unwiderstehlich, da konnte nicht einmal der Umstand schrecken, dass selbst niederländische Verwandte und Freunde noch nie in diesem Ulft oder gar im Veranstaltungsort Dru Cultuurfabriek gewesen waren. Doch auf unserer kurz entschlossen angesetzten Tour stellte sich schnell heraus: Ulft in der Provinz Gelderland ist für Rheinländer noch recht gut erreichbar. Das in Terborg genommene Quartier (da in Ulft - und drum herum - schon lange alles ausgebucht war) entpuppte…
Die Jahres-Top-10 der Redaktion Wie schon im Vor- und unserem ersten Jahr in der Betreuung haben wir auch heuer wieder gerne unsere Charts für Euch zusammengetragen. Die Betreuer geben hier die für sie „zehn wichtigsten Veröffentlichungen des Jahres“ unter den 2016 erschienenen Audio-Medien mit mindestens einigem Prog-Appeal an – ganz nach Gusto durchnummeriert oder ungewichtet. Und auch ohne gleich die große #ProgStats-Maschinerie anzuwerfen, sehen wir schnell, dass es eine eindeutige, zauberische "Gewinnerin" gibt: Apropos zauberhaft - liebe Leser, an dieser Stelle bedanken wir uns auch gerne für Eure stets geschätzte Aufmerksamkeit und Euer Feedback zu unserem Treiben. Bitte passt auf…
Es gibt live, Baby! Update unserer Tour- u. Festivaldaten, diesmal unter anderem mit 7for4, Don Airey, Ayreon, Kofi Baker's Cream Experience, Blues Pills, Central Park, Deep Purple, Desertfest Berlin, Dream The Electric Sleep, Echoes, Einstürzende Neubauten, Elbjazz, Floyd Division, Haken, Hamburg Blues Band, The Intersphere, Karibow, Marillion, Mars Red Sky, Night of the Prog, Pain Of Salvation, Pavlov's Dog, Procol Harum, Steve Rothery, Samsara Blues Experiment, Sleep, Southern Empire, John Wesley. Live-Foto Mars Red Sky: Tobias Berk