Cinematic Post Rock • Post Metal
(40:55; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 19.06.2026)
Die Franzosen gehören natürlich längst zu den etablierten Zugpferden im Stall von Pelagic. Auch Lost In Kyiv wenden sich, nach zuletzt globalen, eher urbanen Themen auf ihrer neuen Rille persönlichen, direkteren Fragen zu, denn offenkundig dreht sich unser Dasein immer mehr um geistige Gesundheit, mentale Ausnahmezustände, Beziehungsebenen und Traumata.
Mit viel Dynamik, einer wahnsinnig gut abgestimmten Schnittmenge aus schweren, brachialen Riffs, treibenden Parts, elektronischem Feinschliff und auch weiblichen Vocals lander man auf komprimierten knapp 41 Minuten einen Volltreffer..
WE’RE ALL GOING TO BE FINE explores the tension between hope and inner collapse, and how modern life can disconnect us from ourselves and each other. The songs were inspired by personal experiences, societal pressure, and the idea that we often become our own worst enemy. We were also inspired by the work of Carl Gustav Jung (who is the voice at the end of the album), especially his ideas about exploring the human psyche, as well as themes from movies like "Eternal Sunshine Of The Spotless Mind" or "Melancholia". We always wanted to write music around strong themes, and for the first time, we decided to focus on something more internal than on previous albums. Our last four albums, except maybe Nuit Noire, were more about broader and more general themes. This time, we wanted to explore the fragility of mental health and the human psyche, the relation we have with ourself. – Lost in Kyiv.
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'Enlightened' begrüßt den Hörer als atmosphärisches Intro, dafür schieben schleppende, massive Riffs in 'Burst" erstmal Ballast vor sich her. Den Franzosen gelingt es hervorragend jenen genretypischen Schleifpunkt zu finden, wo sich melancholische, aber auch zerrend-mahlende Riffs in die Quere kommen und gemeinsam in den Abgrund blicken. Zwischendrin gibt es Sprachsamples, die typischen Stille-Momente, ehe mit fast poppigen Synths und episch-malerischem Sog nochmal wunderschön aufgefächert wird, bevor der Song wehmütig ins Off driftet.
'Mantra' ist ein treibendes, energetisches Bollwerk – dicht inszeniert kämpft sich der Song durch jede noch so undurchdringliche Wand, nutzt erneut spannende Electronica-Partikel und groovige Loops und klingt in seiner Melodik sehr dystopisch.
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'Eclipse' klingt auch so: perlende Gitarren, Loops, Hall, Echos und dieser Hauch Melancholie, der sich dann aber mit zunehmender Steigerung, Leidenschaft und Druck auf den Instrumenten in die Bewegung bringt, um Licht kämpft. Die ineinander fließende Schnittmenge aus organisch wühlender Heavyness, gepaart mit all den stimmigen Sounddetails elektronischer Natur, geben der Platte einen ausladend cinematischen Drive, der mit jedem Hördurchgang tiefer blicken lässt.
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Als absolutes Highlight weiß die Kollaboration mit i-Häxa-Sängerin Rebecca Need Menear zu gefallen. 'Becoming' ist dabei ein ätherisches Stück, spielt schön dynamisch mit leise/laut, und wirft mit tollem Refrain einige positive Energie ab. Der fast zehnminütige Trip 'Euphoria' und 'Liminality' grooven wie Sau, perlen und transzendieren mit prägnanten Synths, markantem Akkorden und drückendem Bass, heben dich gerade bei Erstgenanntem ein paar Meter über den Boden – versprochen.
Auch hier kippt der Sound irgendwann in stille, filmische Szenarien. Eine erzählerische Frauenstimme, melancholische Akkorde, Innehalten. Wie man dann wieder die in die Vollen spielt, die Wand hoch zieht, die Drums antreibet, weiß mich dank des massiven Sound-Teppichs zu begeistern.
Lost In Kyiv kommen perfekt auf den Punkt, erfinden nichts neu, sind aber in ihrer Energie, ihrer Unmittelbarkeit, der doch sehr speziellen Art der Melodien und Arrangements ein Juwel für Genre-Freunde.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Besetzung:
• Jean-Christophe Condette - Bass, Synths
• Dimitri Denat - Guitars
• Maxime Ingrand - Guitars, Synths, Machines, Programming
• Jérémie Legrand-: Drums, Programming
Surftipps:
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• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Hold Tight PR zur Verfügung gestellt.



