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    Du bist hier:Home»Reviews»Karnivool - In Verses

    Karnivool - In Verses

    6
    By flohfish on 15. Februar 2026 Reviews

    Karnivool - In Verses (InsideOutMusic;Sony Music; 06.02.2026)
    Progressive Metal • Alternative Metal • Art Rock
    (63:07; Vinyl (2LP), CD, Digital; InsideOutMusic/Sony Music; 06.02.2026)
    Man kann über Wartezeiten reden.
    Über 13 Jahre.
    Über Mythos, Erwartung, Prog-Pathos.

    Oder man macht bei Minute 1:08 von 'Ghost' einfach lauter.

    Drop.
    Bass.
    Abriss.

    Karnivool eröffnen "In Verses" nicht mit Fanfare,
    sondern mit Groove.
    Und was für einem.
    Dieser Basssound ist kein Fundament –
    er ist eine Naturgewalt.
    Audiophiler Genuss?
    Eher audiophile Machtdemonstration.

    Instrumental allerdings:
    Wer hier die eine große, sofort zündende Hook sucht,
    wird länger suchen.
    Und länger.

    Denn dieses Album funktioniert nicht wie ein Ohrwurm.
    Es funktioniert wie eine Klette.
    Es bleibt hängen,
    fast unbemerkt,
    mit tausend kleinen Härchen aus Rhythmus, Textur, Detail.
    Ein Riff hier,
    ein verschobener Akzent dort,
    ein Spannungsbogen, der sich nicht anbiedert.

    Das ist kein 'Set Fire To The Hive'-Moment.
    Das ist schleichende Infiltration.

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    Und dann diese Stimme.
    Ian Kenny –
    ja, genau der.
    Kein Effekthascher,
    kein Dauer-Drama.

    Sondern ein langsames, stetiges
    Sich-in-die-Gehörgänge-Fressen.

    Melodien, die nicht sofort schreien „Hit!“,
    sondern sich einnisten.
    Unterstützt vom Groove,
    getragen vom Bass,
    umgarnt von dieser dichten, warmen Produktion,
    die im Studio mit Forrester Savell offenbar wieder auf Molekularebene gefeilt wurde.

    'Opal' wuchtet,
    'Animation' pulsiert tight und nervös,
    'Reanimation' wird dunkler und lässt sogar Guthrie Govan ein Solo in den Raum stellen –
    aber nichts davon drängt sich plump auf.

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    "In Verses" ist kein Album für den schnellen Dopaminkick.
    Es ist ein Grower.
    Ein echter.

    Mit jeder Umdrehung schärfer,
    mit jedem Durchlauf dichter,
    mit jeder Wiederholung süchtiger.

    Irgendwann merkt man,
    dass man einzelne Passagen mitbrummt.
    Dass man auf Drops wartet.
    Dass man diesen Bass braucht.

    Und spätestens dann
    hat sich die Klette
    endgültig festgesetzt.
    Bewertung: 14/15 Punkten


    Tracklist:
    1. 'Ghost' (06:25)
    2. 'Drone' (04:59)
    3. 'Aozora' (06:55)
    4. 'Animation' (04:58)
    5. 'Conversations' (08:01)
    6. 'Reanimation' (feat. Guthrie Govan) (07:12)
    7. 'All It Takes' (2025 Remastered Version) (05:28)
    8. 'Remote Self Control' (05:40)
    9. 'Opal' (06:09)
    10. 'Salva' (07:50)

    Karnivool - In Verses (InsideOutMusic;Sony Music; 06.02.2026)
    Credit: Courtney McAllister

    Besetzung:
    • Ian Kenny - Lead vocals
    • Drew Goddard - Lead guitar
    • Mark "Hoss" Hosking - Rhythm guitar
    • Jon Stockman - Bass guitar
    • Steve Judd - Drums

    Gastmusiker:
    • Guthrie Govan (track 6)

    Surftipps:
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    • YouTube
    • Wikipedia
    • Rezensionen, Liveberichte & Interviews

    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

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    Alternative Metal Art Rock Australien CD Digital Drew Goddard Guthrie Govan Ian Kenny InsideOut InsideOut Music Jon Stockman Karnivool Mark Hosking Oktober Promotion Progressive Metal Sony Music Vinyl
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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    6 Kommentare

    1. Janet on 15. Februar 2026 21:36

      Und warum dann „nur“ 13 Punkte? Was soll‘n die denn da noch besser machen?

      Reply
    2. Georg on 18. Februar 2026 2:47

      Von mir gibts 15 Punkte….für die feine Form der Rezension!

      Reply
      • Janet on 21. Februar 2026 9:38

        Ja, absolut! Absolut wundervolle Rezi!
        Wahrscheinlich ist es bloß mein eigenes Empfinden, dass es ein Widerspruch ist, wenn unter diesem berührenden, faszinierenden Text dann keine 15/15 drunter steht.
        Aber alles gut – 13 ist eh meine Lieblingszahl 🤓 – dieses Album aber halt ein früher Anwärter aufs Album des Jahres. Von mir gibts 0 Fehler und 15 Punkte!

        Reply
        • flohfish on 15. Juni 2026 14:08

          Ich habe meine Wertung soeben von 13 auf 14 Punkte aufgewertet

          Reply
          • Janet on 17. Juni 2026 8:28

            Very much appreciated 🫠💚

            Reply
    3. Markus Dotzler on 1. September 2026 17:53

      Per Zufall über diesen Artikel gestoßen, der perfekt zusammenfasst, was ich über dieses Album denke. Für mich 15/15 – für Album und Rezension.

      Reply
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