(55:11, CD, Eigenverlag, 2015) Hinter dem Namen The Home Guard verbirgt sich ein britisches Duo, das mit dem vorliegenden Album seine dritte Veröffentlichung in dieser Konstellation auf den Markt bringt. Daniel Kazimierow und Christopher Tyner legten 2007 mit “A Head Of Steam” ihr Debütalbum vor; es bestand aus zehn kurzen Pop-Rock-Songs und der Opener ‘Year Zero‘ war mit knapp sieben Minuten das einzige längere Stück. Zwei Jahre später erschien “Forlorn Hope And Glory" mit fast identischer Ausrichtung; auch dort wieder zehn kurze Songs, der siebenminütige „Longtrack“ befand sich am Ende des Albums. Beide Platten enthalten Spuren von Prog. Das Debüt definierte sich meist noch über…
Autor: Juergen Meurer
(50:53, CD, Black Widow, 2015) Angesichts des Bandnamens kann es leicht zu Verwirrungen kommen, denn Bands dieses oder sehr ähnlichen Namens gibt es allein im Prog-Bereich mehrere. In diesem Fall handelt es sich um eine französische Formation, die das vorliegende Material bereits 2009 einspielte, aber erst ein halbes Jahrzehnt später finalisierte und schließlich in diesem Jahr bei Black Widow veröffentlichte. Keine große Überraschung übrigens, denn es ist nicht ihr erstes Werk auf dem italienischen Label, vgl. etwa "Great God Pan" (1998) oder "Masters Of Magic" (2001). Die Franzosen verbinden 70er-Hard Rock mit Doom- und Psychedelic-Elementen und einer Prise Symponic Rock. Der…
(37:28, CD, Black Widow, 2015) Auf manche Dinge ist Verlass. Beispielsweise auf Black Widows‘ Lieblingsaraber aus Norwegen, genannt Arabs in Aspic. Sie sind nach wie vor bei den Italienern unter Vertrag, halten erneut den Zweijahres-Veröffentlichungsrhythmus ein, sind im Line-up (siehe unten) konstant geblieben und bieten wie immer gut gelaunten 70er-inspirierten Prog. Sie sind ein Quell guter Laune und versprühen diese auch wieder auf den neun neuen Songs. Wie immer sind die Kompositionen kurz und prägnant, knackig und mit flotten Arrangements versehen, und machen schlichtweg Spaß. Das ist nichts Verkopftes, sondern eine extrem lässig gespielte Form von Prog, die von 70er-HardProg…
(58:25, CD, AltrOck Productions, 2015) Wer bei dieser multinationalen Formation das Sagen hat, wird sehr schnell klar: Saitenpower ist hier angesagt. Allerdings eben nicht – wie man jetzt erwarten könnte - in Form von brachialen Heavy Metal Riffs. Nein, Rêve Général kommen aus einer ganz anderen musikalischen Ecke. Saitenmacht bedeutet hier nämlich: zwei Gitarristen, zwei Violinisten, zwei Cellisten, dazu noch Schlagzeug und vereinzelt Bass. Keine Keyboards, dafür aber umso mehr Saiten-Dominanz. Schaut man sich an, wo die beteiligten Musiker unter anderem vorher schon aktiv waren, wird schnell deutlich, in welche Richtung “Howl“ geht. Es fallen nämlich Namen wie Volapük, Etron…
(35:43, CD, Lizard Records, 2014) Zum Abschluss unserer (bis auf den Dienstag übergelaufenen) "italienischen Woche" steht auf dem Speiseplan mal etwas anderes als der übliche Italo-Symphonic Prog. Auch wenn das des Rezensenten Leibgericht ist, es muss ja auch mal Abwechslung her. Und so soll es heute mal um eine andere musikalische Ausrichtung gehen. Was das Quintett aus Piacenza anbietet, hat nur randwertig mit dem in letzter Zeit ausgiebig vorgestellten typischen 70er-inspirierten Symphonic Prog zu tun. Während bei der Beschreibung der Musik von Spettri und Co. typischerweise ein Begriff wie "Bombast" fallen muss, trifft auf Lagartija genau das Gegenteil zu. Hier…
(49:33, CD, Black Widow, 2015) Geht es um Soundtrack-Spezialisten aus Italien, so wird garantiert als erstes der Name Goblin fallen. In den 70ern gegründet und – wie man nachlesen kann – ja tatsächlich mit einem, wenn auch entfernten Yes-Bezug versehen, haben sie im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Alben veröffentlicht und der langen Zeit entsprechend auch einige Besetzungswechsel durchlebt. In den letzten Jahren habe sie sich besonders breit gemacht, da mehrere Splittergruppen mit Ex-Goblin Musikern existierten bzw. noch existieren. Und auch Cherry Five gehören zur Goblin-Familie. Ein Blick auf das Line-up macht das zunächst nicht offensichtlich, denn es tauchen weder…
(66:58, CD, Black Widow, 2015) Im scheinbar unendlich großen Pool italienischer Prog-Bands ist Spettri ein weiterer neuer Name, doch der Begriff "neu" ist in diesem Zusammenhang nicht wirklich angebracht. Wie wir uns ja sicherlich alle erinnern, gab es diese Band bereits in den frühen 70ern, die Gründung führt sogar ins Jahr 1964 zurück. Okay, vielleicht etwas dick aufgetragen - mehr als Insider-Status hatten Spettri wohl eher nicht, speziell außerhalb Italiens. Und mehr als das titellose Debüt aus dem Jahre 1972, 39 Jahre später bei Black Widow wiederveröffentlicht, gab es auch für lange Zeit nicht. Jetzt aber kam es tatsächlich zu einer…
(44:25, CD, Relapse Records, 2015) Und wieder mal was Neues von Goblin. Schön! Mal sehen, was Simonetti und Co. diesmal fabriziert haben. Der gemeine Goblin-Fan dürfte sicherlich schon so seine Vorstellungen haben, was von den Soundtrack-Spezialisten zu erwarten ist. Erste Überraschung: Urgestein Claudio Simonetti, mit seinen Keyboards maßgeblich am typischen Goblin-Sound beteiligt, ist ja gar nicht dabei! Na dann wenigstens Maurizio Guarini, ein weiterer Goblin-Keyboarder der alten Zeiten? Auch nicht?! Wen hat denn Gitarrist Massimo Morante um sich geschart? Wie – Morante ist auch nicht dabei?! Hat es denn überhaupt etwas mit den Horrorspezialisten zu tun? Aber ja! Immerhin ist…
(55:11, CD, Black Widow, 2015) Weiter geht’s in der Reihe "Neues aus Bella Italia". Nach der kürzlich besprochenen Panther & C. geht mit La Fabbrica Dell’Assoluto ein weiterer Newcomer an den Start. Im Folgenden der Einfachheit halber FDA genannt, auch wenn damit gemeinhin etwas ganz anderes verbunden wird. Auch sie stammen aus Italien (Rom, um genau zu sein), agieren als Quintett und sind grob ins Genre Symphonic Prog einzuordnen. Aber ihre Interpretation dieses Begriffes ist dann doch eine leicht andere. Während Panther & C. zu den Bands zu zählen ist, deren Wohlfühl-Symphonic-Prog leicht ins Ohr geht, sehr gefällig und perfekt…
(36:44/39:42, CD/DVD, Black Widow, 2015) Errata Corrige ist eine eher wenig beachtete italienische Prog-Band aus den Siebzigern. Sie veröffentlichte 1976 ein Album namens “Siegfried, Il Drago E Il Siegfried“, das durchaus etwas mehr Beachtung verdient hätte. Immerhin entwickelte sich die Vinylfassung speziell im asiatischen Raum zu einem gefragten Sammlerstück und erzielte entsprechende Liebhaberpreise. Nach relativ kurzer Zeit löste man sich wieder auf, zuvor gab es noch ein zweites Album namens “Mappamondo“. Dank Vinyl Magic erhielt der geneigte Fan später die Chance, das Debüt des italienischen Vierers zu akzeptablen Preisen auf CD kennenzulernen; man konnte seinerzeit sogar einen englisch vorgetragenen zusätzlichen Song…
(37:28, CD, Black Widow, 2015) Es ist ja nun wahrlich nicht so, dass sich in der italienischen Prog-Szene nichts tut. Ganz im Gegenteil, immer wieder kommen neue Bands ins Rampenlicht, und es ist schon erstaunlich, wie viele erstklassige Newcomer am Start sind. Grund genug also, in den nächsten Tagen an dieser Stelle diverse neue italienische Bands vorzustellen. Den Anfang unserer "italienischen Woche" macht die Formation Panther & C. aus Genua. Angesichts der Bilder im Booklet sollte man hier allerdings nicht von Newcomern sprechen, denn hier sind offenbar alte Hasen am Werk. Es handelt sich um ein Quintett, bestehend aus Alessandro…
(47:41, CD, Progressive Promotion Records, 2015) Nach dem 2012er-Album "RewoToweR", seinerzeit bei Progrock Records erschienen, meldet sich die italienische Formation mit neuem Album auf neuem Label zurück. An der Besetzung hat sich nichts geändert, man tritt nach wie vor als Quintett an. Schon relativ schnell wird klar, dass hier offensichtlich ProgMetal internationalen Standards geboten wird. Die ersten Songs bieten das, was man branchenüblich erwarten würde, routiniert und sauber eingespielt. Doch bevor sich eine gewisse Eintönigkeit einschleicht, wechseln die Italiener dann plötzlich das Genre. Als Musterbeispiel sei der leider nur kurze Titel 'Wrinkled Maiden' genannt, eine Nummer mit Pop-Appeal, vorgetragen von einer…
(45:00, CD, Progressive Promotion Records, 2015) Das Nachfolgealbum des 2014 erschienenen "Terragaia"-Albums hat nicht lange auf sich warten lassen. Doch schnell zusammengeschustert klingt es nicht, ganz im Gegenteil: Die belgischen Space-Progger definieren sich hier zwar nicht neu, aber ihren typischen Stil haben sie verfeinert und ein Album hingelegt, das wie aus einem Guss wirkt. Hinter den vier Instrumentalnummern steckt ein einfaches numerisches Konzept: Der Opener 'Nimbo' hat eine Spielzeit von 11:11 – ganz schön närrisch. Es folgt 'Rimboe' mit 11:12, 'Cacimbo' mit 11:13, und der Longtrack des Albums, 'Limbo', mit – man ahnt es schon – 11:14. Lustig, diese Combo.…
(68:29, CD, Sony Music, 2015) Jean Michel Jarre ist ja eher dafür bekannt, Dinge in wirklich großem Stil anzugehen. Sein neues Werk, das auf zwei Teile angelegt ist, ist kein Jarre-Album im herkömmlichen Sinn. Er hatte sich vorgenommen, mit ausgewählten Musikern zusammenzuarbeiten, und hat sie dementsprechend allesamt persönlich angesprochen. Und zwar suchte er den direkten Kontakt zu den Musikern, ohne Umwege über Management etc., was unter anderem auch intensive Reisetätigkeiten implizierte. Auf diesen Reisen holte er sich keine Absagen, sondern alle Angesprochenen sagten zu. Grundtenor war, dass Jarre seine Kompositionen den entsprechenden Beteiligten zukommen ließ und diese sich dann nach…
(57:43, CD, Spheric Music, 2015) Es ist noch nicht einmal ein halbes Jahr her, dass ein aktuelles Album von Robert Schroeder an dieser Stelle besprochen wurde. Und schon gilt es wieder, ein neues Werk vorzustellen. Ein Umstand, der für den Aachener Elektronikmusiker gar nicht mal ungewöhnlich ist, denn er zeigt sich in den letzten Jahren als außergewöhnlich aktiver Musiker. Speziell, seitdem er seine Alben auf Lambert Ringlages Spheric Music-Label veröffentlicht, was offensichtlich auf einer ausgesprochen guten Zusammenarbeit beruht. Und wie die Zeit vergeht … - tatsächlich ist ein Jubiläum zu feiern: Schroeder und Spheric Music arbeiten nun schon seit zehn…
(56:16, CD, Melodic Revolution Records, 2015) Die New Yorker Formation meldet sich mit sechs neuen Kompositionen auf ihrem nun bereits siebten Studioalbum zurück. Es ist das dritte Album in Folge auf dem Melodic Revolution Records Label, bei dem man sich offensichtlich gut aufgehoben fühlt. Gegründet wurde die Band von Gitarrist/Keyboarder/Sänger Stephen Speelman und Schlagzeuger Victor Tassone, seit dem Vorgängeralbum "Spots" wird die Bassposition durch David Mickelson besetzt. Dieses Trio erhält auf "Shifting The Equilibrium" eine personelle Verstärkung, deren Qualität sich positiv auf die Weiterentwicklung des Sounds von Unified Past auswirkt. Die Rede ist von einem fest installierten Leadsänger, was prinzipiell eine…
(49:11, CD, Beste!Unterhaltung/Broken Silence, 2015) Hinter diesem auf den ersten Blick seltsam anmutenden B-andnamen steckt eine siebenköpfige Damenriege aus der lettischen Hauptstadt Riga. Hauptsongschreiberin und Lead-Sängerin ist Diāna Sus, die auch elektrische und akustische Gitarren sowie Banjo bedient. Ihre Mitstreiterinnen sind Anneli Arro (Schlagzeug, Perkussion, Gesang), Mariko Arro (Bass, Gesang), Elizabeta Lāce (Harfe, Gesang, Tasteninstrumente), Elizabete Balcus (Flöte, Gesang), Liene Dravniece (Akkordeon, Gesang, Klavier) und Marta Trofimova (elektrische und akustische Gitarren, Gesang, Ukulele), dazu kommen noch drei Gast-Cellistinnen. Da ist also mächtig Frauen-Power angesagt. Fokus auf akustische Instrumentierung und starker Folk-Einfluss – das ist wohl der erste, naheliegende Gedanke. Womit…
(38:56, CD, Musea, 2014) Mal wieder ein Album, bei dem auf Groß- und Kleinschreibung zu achten ist. Der korrekte Name dieser Formation ist "la YnE". Und dahinter steckt zunächst einmal eine Person, deren Name dieses seltsame Konstrukt schnell erklärt. Sämtliche Songs auf diesem Album stammen nämlich von einem gewissen Matti Laine. Allaine, pardon, alleine eingespielt hat er es allerdings nicht. Welche Instrumente er hier höchstpersönlich einbringt, lässt sich weder im Booklet noch auf der Homepage herausfinden. Erst auf der Bandcamp-Seite (s.u.) wird man diesbezüglich schlauer: "Keyboards, synthesizers, basses, additional guitar, e-bow, programming, editing, radio, loops, samplers, sample programming" – also…
(60:35, digital, 2015) Martin Neuhold ist ein deutscher Musiker, der seinen bisherigen musikalischen Output auf seiner Bandcamp-Seite anbietet. Er selbst bezeichnet sich selbst als "Ambient und Downtempo Artist", der in jungen Jahren mit Progressive Rock aufgewachsen ist und seinerzeit nachhaltig geprägt wurde von Bands wie Genesis, Yes, King Crimson, Barclay James Harvest, sowie speziell auch von Camel, deren Alben "Mirage" und "The Snow Goose" ihn besonders begeisterten. Als er später begann, selbst Musik zu machen, war sein großer Traum, eines Tages selbst einmal ein Album in dieser Richtung aufzunehmen. Es sollte ein instrumentales Konzeptalbum werden mit dem typischen Keyboard-Sound der…
(73:05, digital, Eigenveröffentlichung, 2015) Logischerweise vermutet man im Zweifel erst mal, dass einem hier Jazz geboten wird. Doch Jaz hält sich nicht dran, denn die musikalische Ausrichtung ist eine andere. Wer steckt hinter dem Namen Jaz? Es handelt sich nicht um eine Band, sondern den französischen Musiker Jean Marc Corvisier, der eine beeindruckende Zahl an Soloalben fertig gestellt hat, die fast ausnahmslos als freie Downloads auf seiner Homepage angeboten werden. Veröffentlichungen in Form von CDs existieren meines Wissens nicht. Corvisier ist Jahrgang 1962 und begann mit seinen Soloalben bereits vor über 20 Jahren. Er beschreibt sich selbst als Liebhaber der…