Amadeus Awad – Death Is Just a Feeling

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Amadeus-Awad(45:59, CD, Melodic Revolution Records/Just For Kicks, 2015)
Was steckt wohl hinter diesem Mozart-Preis? Moment, ist ja gar nicht Award. Awad. Ach was. Heißt der dahinter steckende Musiker etwa tatsächlich so? Ein Blick ins Booklet und man erfährt – nichts. Rein gar nichts, abgesehen von den Liedtiteln, der Internet-Adresse, dem üblichen Hinweis, dass „all rights of the Producer …“, sowie der kryptischen Aussage „it wasn’t raining on the 22nd of May 2015“ – was immer das an dieser Stelle auch bedeuten mag. Ein schwaches Bild, was den Informationsgehalt betrifft.

Das instrumentale Intro ‚Opia‘ lässt zunächst einmal alles offen – da wird sehr melodiös musiziert, ein Erzähler kommt hinzu und man wartet gespannt, ob sich das Ganze eher in eine kitschige Richtung entwickelt, oder ob es der Beginn eines exzellenten Progalbums ist. Entwarnung: eindeutig Letzteres. Mit ‚Sleep Paralysis‘ folgt gleich das Highlight. Schon nach wenigen Sekunden geht ordentlich die Post ab und der Fan von Ayreon und Konsorten dürfte sofort hellauf begeistert sein. Schnell stellt sich die Frage: Wer trommelt denn da so brillant? Irgendwie kommt einem die Art und Weise bekannt vor. Die Recherche ergibt, dass dies niemand Geringerer als Marco Minnemann himself ist. Und das spürt man dann auch auf dem Rest des Albums, was schon mal ein fetter Pluspunkt ist.

Auch im gesanglichen Bereich geht alles in Ordnung. Hier wird Vieles schnell klarer, wenn man sich mal auf der Homepage des Labels umschaut. Die Aufgaben am Mikro teilen sich Anneke van Giersbergen, Arjen Lucassen und Elia Monsef, als Erzähler fungiert Dan Harper. Kein Wunder also, dass eine gewisse musikalische Verwandtschaft zu Ayreon auszumachen ist. Vervollständigt wird die Gästeschar durch Nareg Nashanikian am Cello, Rafi Nashanikian an der Klarinette, und James Keegan, der auf einem Stück trommelt. Für den Rest ist der Libanese Amadeus Awad (bürgerlich: Ahmad Awad) selbst zuständig: acoustic guitars, electric guitars, bass, keyboards, orchestration.

Awad startete als junger Gitarrist in einer Deep-Purple-Coverband, um sich später seiner Solokarriere zu widmen. Das vorliegende Album ist nicht sein erster Gehversuch, er hat bereits diverse Veröffentlichungen vorzuweisen. Und dass er kein blutiger Anfänger ist, merkt man dem Album auch schnell an. Geboten wird hier nämlich exzellent austarierter Heavy Symphonic Prog auf sehr hohem Niveau, der auch in den ruhigeren Momenten überzeugen kann. Awad schafft es, auch die mächtigeren Abschnitten nie zu überladen. Ein tolles, stimmiges Album. Prog-Metal-Fans kommen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde der melodiösen Symphonic-Rock-Ausrichtung. Die Tendenz geht eher zur 12.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11)

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Amadeus Awad – Death Is Just a Feeling

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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