(76:36, CD, MiG , 2002/2016) Bei „Another Green Mile“ handelt es sich nicht um ein neues Werk aus dem Hause Schulze, sondern um eine Neuauflage eines Albums, das 2002 als Teil eines 5CD-Boxsets veröffentlicht wurde. Diese „Contemporary Works II“-Box war streng limitiert, jetzt haben Fans problemlos Zugriff auf diese Musik. Und dies lohnt sich wirklich, denn es handelt sich hierbei um ein Album, das partiell ein wenig aus dem Schulze-Rahmen fällt. Dies gilt insbesondere für den Auftaktsong ‚Between Twilight And Dawn“. Diese gut 13-minütige Nummer kommt gänzlich ohne Sequenzen aus, hier geht es nicht um eine rhythmische Schulze-Komposition, sondern man bekommt…
Autor: Juergen Meurer
(45:56, 18:50, 1.5 CD, Kscope/Edel, 2016) Ein neuer Star am Himmel, wenn man den ganzen begleitenden Texten glauben darf. An welchem denn, am Prog-Firmament? Eher nicht. Am Pop-Himmel? Vielleicht. Nach einigen Hördurchläufen lässt sich feststellen, dass das Debütalbum dieser britischen Musikerin nicht nur unzählige Songs enthält, die sich gnadenlos in den Gehirnwindungen festzusetzen vermögen, sondern dass der eine oder andere Song auch einige kleine Überraschungen enthält. Die Art des Gesangsvortrags variiert, bisweilen mag ihre Art der Intonation ein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Achtet man mal etwas genauer auf die instrumentale Begleitung, wird man beispielsweise die dezenten, bisweilen eher im Hintergrund ablaufenden…
(40:15, CD, Sony Music, 2016) Jean-Michel Jarre muss man nicht groß vorstellen, seine wegweisenden Klassiker sprechen für sich und gehören in jede Sammlung elektronischer Musik. Und es ist auch nicht gerade so, dass er in Rente gegangen ist. Im Gegenteil, Jarre zeigt sich momentan aktiv wie schon lange nicht mehr. So zum Beispiel mit den beiden Ausgaben seiner in kurzem zeitlichen Abstand erschienenen "Electronica"-Reihe und seiner aktuellen Tour. Jetzt erscheint wieder ein Album aus dem Hause Jarre. Man könnte sagen „alle 20 Jahre wieder“, denn 1976 kam sein Klassiker "Oxygène" heraus, 1996 folgte "Oxygène 7-13", nun liegt "Oxygène 3" vor. Während Arbeit an den "Electronica"-Alben hatte Jarre…
(49:49, CD, AES Music = Eigenproduktion/, 2016) Zum Auftakt schmeichelt sich ein Mellotron ein, doch kaum hat man sich eingekuschelt, legen die Herrschaften gleich mal richtig krachend los. Was hier in rund 50 Minuten geboten wird, hat die Umschreibung Progressive Rock wahrhaft verdient. Hinter An Endless Sporadic steckt im Wesentlichen der amerikanische Multiinstrumentalist Zach Kamins, der zusammen mit Drummer Andy Gentile 2008 und 2009 jeweils ein Minialbum unter diesem Namen herausbrachte. Gentile ist mittlerweile nicht mehr mit von der Partie, aber eine Schweden-Connection gab es damals schon: Sowohl Roine Stolt als auch Jonas Reingold waren bereits beim 2009er-Album „An Endless Sporadic“…
(40:00, CD, Festival Music, Just for Kicks, 2016) Der Brite Dec Burke ist in der Prog-Szene keine unbekannte Größe, er agierte als Sänger bei Bands wie Frost, Darwin’s Radio, oder jüngst bei Audioplastik. Auch als Solokünstler hat er schon auf sich aufmerksam gemacht, und aktuell geht er mit seinem dritten Album an den Start. Alle acht Songs stammen aus seiner Feder, er agiert ebenfalls als Gitarrist und steuert Synthesizer-Spiel bei. Doch Burke spielt hier nicht den Alleinunterhalter, er erhält tatkräftige Unterstützung von einigen namhaften Gästen, und so tauchen im „Booklet of Secrets“ bekannte Namen auf: Am Bass ist Kristoffer Gildenlöw dabei, am…
(60:06, CD, Gepetto Music Eigenproduktion, 2016) Unter dem Namen Gepetto wird man im Zweifel zunächst nicht das finden, worum es sich hier handelt. Bei Gepetto Music wird man nämlich auf die Seite eines Amerikaners geleitet, doch hierbei handelt es sich um eine französische Formation. Angesichts des eher schwachbrüstigen Zehnminuten-Openers „Lady“ können böse Zungen behaupten, dass das vorliegende Werk ebenso viel (oder besser: wenig) mit Prog zu tun hat, wie der US-Namensvetter. Doch glücklicherweise ändert sich dies im Verlaufe des Albums - zumindest in Ansätzen. Zuständig für die musikalische Reise vom Himmel zu den Sternen sind: Julien Pinilla - chant / piano /…
(67:15, CD, Inner Nova Music, 2016) Ihr Debütalbum wurde im Juni 2015 an dieser Stelle besprochen, nun sind Circuline mit ihrem Nachfolgewerk zurück. Und sie halten das hohe Niveau des Erstlings , das wird schon nach dem ersten Hördurchgang deutlich. Eigentlich keine Überraschung, denn die Besetzung ist fast unverändert, nämlich Andrew Colyer - keyboards / sound design / vocals Darin Brannon - drums / percussion / keyboards Natalie Brown - lead vocals William “Billy” Spillane - lead vocals / rhythm guitar Paul Ranieri - basses Beledo - guitars Lediglich mit Letztgenanntem taucht ein neuer Name auf. Dafür, dass die Saitenarbeit…
(50:35, CD, White Knight Records/Just for Kicks, 2016) Mit “Keep Sending Signals” veröffentlichen die Waliser 25 Yard Screamer ihr viertes Fulltime-Album. Vor zehn Jahren waren sie mit dem Mini-Album „Blacklight“ gestartet, damals noch in Trio-Besetzung. Seit 2013 und "Something That Serves To Warn Or Remind" ist Tom Bennett als viertes festes Mitglied dabei. Wie bereits das 2013er Werk erscheint auch "Keep Sending Signals" beim Label von Rob Reed und Will Mackie. Die Besetzung liest sich wie folgt: Tom Bennett - guitars / keyboards Matt Clarke - bass guitar / keyboards / spoken word Nick James - guitars / keyboards / fretless bass /…
(65:09, CD, Sound Resources/Just for Kicks, 2016) Glass Hammer sind schon seit über 20 Jahren aktiv und inzwischen eine Art Institution für Symphonic Prog. Über diesen langen Zeitraum gab es viele Besetzungsänderungen, lediglich Keyboarder Fred Schendel und Bassist Steve Babb, formerly known as Stephen De'arqe, sind von der Besetzung des 93er Debütalbums „Journey Of The Dunadan“ noch an Bord. Dabei war speziell Schendels Tastenspiel schon immer ein prägendes Merkmal des Glass Hammer Sounds. Im Laufe der zwei Dekaden hat es gerade bei der Gesangsposition diverse Veränderungen gegeben. Spätestens mit Jon Davisons Auftauchen in der Band war der Yes-Bezug aus der Musik von…
(68:16, CD, Autumnsongs/Just for Kicks, 2016) Man legt die CD völlig unbedarft in den Player, ohne eine Ahnung zu haben, um wen oder was es bei Holon geht. Und spätestens beim zweiten Song fällt fast zwangsläufig der Name Rhys Marsh, denn genau an diesen Musiker erinnert die Musik auf diesem Titel. Kein Zufall, denn besagter Norweger ist prägend an diesem Album beteiligt. Doch der Kopf hinter diesem Projekt ist ein gewisser Ronny Pedersen aus Trondheim, der sämtliche Songs komponierte. Er spielte außerdem sämtliche Gitarrenparts ein und steuerte gelegentlich Bass, Sitar und Programmierungen bei. Gleich die Entwarnung für die Programmierter-Rhythmus-Allergiker, es…
(42:06, CD, Songsupport Music, 2015) Mit Blick auf das aktuelle Kaipa da Capo-Album ist es von Interesse, dass kürzlich auch ein Soloalbum des Kaipa da Capo-Sängers Michael Stolt erschienen ist. Fans der frühen Flower Kings kennen ihn sicherlich noch als Bassisten und fähigen Sänger dort. Ein Blick auf die Songliste zeigt, dass neun der zehn Stücke im Drei- bis Vierminuten-Bereich angesiedelt sind. Lediglich der Opener ist mit acht Minuten Spielzeit geradezu opulent ausgefallen. Er heißt ‚Andra Sidan Sjön‘ und ist ebenso in Schwedisch gesungen, wie alles andere. Insofern also gleiches Vorgehen wie beim aktuellen Kaipa da Capo-Album. Und dieser wunderschöne Song ist dann auch gleich das Highlight…
(68:19, CD, Foxtrot Records, 2016) Kaipa sind zurück – und zwar in Form der Reinkarnation Kaipa Da Capo. Erneut zurück muss man wohl sagen, denn eigentlich sind sie dies ja bereits seit dem 2002er-Album „Notes From The Past“ - nämlich in der Kaipa-Version des Keyboarders und Mitbegründers Hans Lundin, der bekanntlich auch Roine Stolt ursprünglich angehörte. Da diese Formation noch aktiv ist, musste für dieses Quintett hier also ein neuer Name her, der gleichzeitig aber die Herkunft klarstellen sollte. Kaipa Da Capo also. Da liegt die Frage nahe, wo steckt denn nun mehr „echte“ Kaipa drin, welche Band führt die Tradition…
(71:31, CD, Spheric Music, 2016) Seit vier Jahren veröffentlicht der französische Elektronikmusiker Bertrand Loreau in schöner Regelmäßigkeit seine Alben auf dem Label Spheric Music von Lambert Ringlage. Sein 2015er-Album wurde an dieser Stelle bereits vorgestellt, nun liegt der Nachfolger vor. Diesmal entstand sein Album in enger Zusammenarbeit mit Lambert, der auch aktiv an diesem Werk beteiligt ist. Die Entstehungsgeschichte ist dem Innencover zu entnehmen. Loreau ist in einem Projekt namens Patch Work Music involviert, das ein jährlich stattfindendes “Synth Fest” in Nantes organisiert. Dort stellt man unter anderem altes Equipment der Elektronikszene live vor, wie beispielsweise Fairlight Sampler oder Moog Modular…
(52:20, CD, Eigenproduktion, 2015) Das zweite Album des französischen Elektronikmusikers Laurent Schieber hat nicht lange auf sich warten lassen. Das 2014 erschienene Debüt Blue Dream hatte bei Fans der Berliner Schule schon Eindruck hinterlassen, und auf dem zweiten Album „AMIRA“ bestätigt Schieber, dass dies keine Eintagsfliege war. Das Album hat auch einen Untertitel, der dem Musiker offensichtlich wichtig ist, denn er wird auf dem Frontcover direkt oberhalb des Albumnamens (also eigentlich ein „Übertitel“) abgedruckt: „the music of my heart for my sweetheart – somewhere amidst music, time and love“. Und so ist der Albumname auch schnell erklärt, denn es handelt sich…
Es gibt gleich drei Meldungen zum Thema Kaipa. Zunächst eine sehr traurige Pressemitteilung, die wir an dieser Stelle zitieren: Mats Löfgren, Leadsänger von Kaipa in den Jahren 1977 bis 1980, ist Mitte Oktober nach langer schwerer Krankheit zuhause im Kreise seiner Familie verstorben. Er lebte seit vielen Jahren auf der Insel Bali (Indonesien), wo er eine Pension für Feriengäste geführt hat. Mats Löfgren (1951-2016) war Leadsänger bei Kaipa, der führenden schwedischen Prog-Band der Siebzigerjahre und ist auf zwei Kaipa-Alben zu hören. Das sind die LPs „Solo“ (1978) und „Händer“ (1980). Seine markante und wohlklingende Stimme prägen diese Platten. Besonders „Solo“…
(69:46, CD, Lazy Bones Recordings/Just for Kicks, 2016) Wenn drei hoch dekorierte Könner ihres Fachs zusammen musizieren, kann das Ergebnis kaum überraschen – bei "From The Law Offices Of Levin Minnemann Rudess" handelt es sich um ein höchst anspruchsvolles und komplexes Werk, bei dem die Spielfreude der Beteiligten deutlich zum Ausdruck kommt. Mal abseits von ihren Stammbands King Crimson, Dream Theater und Aristocrats bzw. Steven Wilson haben sich die Koryphäen erneut verabredet, um nach dem 2013er-Debütalbum nun das Nachfolgewerk vorzulegen. Auch diesmal ist dabei eine sehr ansprechende Mischung aus Jazzrock, Retroprog und zappaesken Einlagen entstanden. Siebzehn Instrumentals enthält das Album, die teils recht…
(70:14, CD, Eigenproduktion, 2014) Ende 2014 erschien das erste Soloalbum des französischen Elektronikmusikers Laurent Schieber, der seine Musik unter dem Namen Sequentia Legenda präsentiert. In den 80ern mit Elektronikmusik der klassischen Berliner Schule groß geworden, zeichnet sich bei ihm Altmeister Klaus Schulze schnell als Hauptinspirationsquelle ab. Als Untertitel zum Projektnamen Sequentia Legenda ist auf der Coverrückseite als Schlagwort „a vision of sequencing“ angegeben. Das trifft den Kern, denn Schiebers Musik baut stark auf ausgedehnte Sequenzerläufe auf. Den Kompositionen wird viel Zeit gegeben sich zu entwickeln, Themen werden oft wiederholt und in Nuancen immer wieder leicht verändert. So verwundert es nicht, dass die gerade…
(79:40, CD, Trail Records, 2016) Der Untertitel dieses Albums macht gleich einmal klar, worum es hier geht. „Collection Of Modern Russian Psychedelic Music“ heißt es da. Neun Bands sind vertreten, sie bieten Songs mit Spielzeiten zwischen fünf Minuten und einer Viertelstunde an, sodass man hier auf eine mit knapp 80 Minuten randvoll bepackte CD kommt. Auf den finnischen Colossus-Samplern konnte der Symphonic Prog-Fan bisher reichlich neue Bands entdecken - Ähnliches gilt für dieses Album, nur eben in einem anderen Genre. Wenngleich es natürlich nicht so opulent ausfällt, wie es die Colossus-Sampler üblicherweise tun. Für den Nicht-Fachmann auf dem Psychedelic-Gebiet ist es kein Wunder, dass die meisten…
(61:39, CD, Trail Records, 2016) Nachdem kürzlich Malaysia für diese Seite entdeckt wurde, ist nun ein weiteres, nicht gerade unbedeutendes Land dran, nämlich China. Zhaoze, vorher auch als „The Swamp“ bekannt, stammen aus Guangzhou, haben bereits einige Alben veröffentlicht und bringen mit “Intoxicatingly Lost“ beim amerikanischen Label Trail Records nun ihre erste Platte auf dem westlichen Markt heraus. Zhaoze ist ein Quartett, bestehend aus: Hoyliang - guquin / xino / keyboards Littledream - guitar Roy - bass Seasean - drums / glockenspiel. Die Chinesen spielen eine Mischung aus Post-Rock und World Music, vermengt mit einer Prise Progressive Rock. Und dabei bringen sie…
(56:35, CD, Oltre La Musica, 2016) Dieses italienische Quintett stammt aus dem Raum Mailand und wurde 2009 ins Leben gerufen. 2014 erschien sein Debütalbum “Ad Maiora!“, dem nun das zweite Album folgt. Die Band zeigt sich sehr gut eingespielt, was auch nicht weiter verwundert, da sich an der Besetzung im Vergleich zum Erstling nichts verändert hat. Und so liest sich das Line-Up wie folgt: Enzo Giardina - drums Flavio Carnovali - electric guitar Moreno Piva - electric bass / backing vocals Paolo Callioni - vocals / tambourine Sergio Caleca - keyboards / electric guitar Ad Maiora bieten mit acht Eigenkompositionen abwechslungsreichen Progressive Rock.…