(73:29, 75:59, Doppel-CD, Bi-Za Records, 2017) Der Albumtitel spielt auf den an dieser Stelle kürzlich vorgestellten Hagen von Bergen an, dessen Wohlgefallen die Platte offenbar findet. Frank „Hagen von Bergen“ Schüßler hat das Bi-Za Records Label gegründet und dort unter anderem dieses prall gefüllte Doppelalbum veröffentlicht, er war auch für das Mastering zuständig. Es liegt nahe, dieses Werk mit dem „Hargest Darken“-Album des Labelchefs zu vergleichen. Parallelen gibt es, man agiert schließlich im gleichen Genre und präsentiert eine für dieses Label charakteristische Spielart. Ähnlich gestaltetes Digipak, prall gefüllte Silberlinge, und eine Art elektronischer Musik, bei der zwar gelegentlich die altbekannte Berliner Schule durchschimmert - bei Fiesel…
Autor: Juergen Meurer
(35:39, CD, Tribal Stomp, 2017) Hinter dem Pseudonym „The Perc“ verbirgt sich nicht etwa eine auf Perkussionsarbeit fokussierte Band Marke Blue Man Group, sondern der deutsche Musiker Tom Redecker. Auch der Begriff Funk im Albumtitel führt in die Irre, denn in diese Richtung geht Redeckers Musik nun gar nicht. Vielmehr geht es hier um eine recht eigenwillige Mischung, die grob eher in die Krautrock-Ecke einzuordnen ist. Veröffentlicht wurde „Koto Funk“ auf Tribal Stomp, einem 2004 gegründeten Sublabel von Sireena Records. Redecker ist seit den 80ern als „The Perc“ tätig, im Verbund mit Emilio Winschetti veröffentlichte er Alben unter dem Namen The…
(64:12, CD, Spheric Music, 2017) Mit gewohnter Zuverlässigkeit meldet sich Spheric Musics Dauergast Robert Schroeder wieder zu Wort. Auch diesmal, wie man es von ihm schon kennt, mit einem wunderschönen, entspannten Elektronikalbum, das zuhauf Genre-übliche Trademarks bietet. Wer nie etwas mit der Musik des Aacheners anfangen konnte, wird mit "Velocity" auch nicht überzeugt werden. Doch wer seine Musik mag, wird von diesem Werk begeistert sein. Dass der Musiker auf eine beträchtliche Fanschar verweisen kann, kommt nicht von ungefähr und erhält dieses Jahr eine ganz besondere Bestätigung, wenn Schroeder in Bochum für sein Lebenswerk den Schallwelle-Ehrenpreis erhält. Das aktuelle Album enthält sieben Songs mit Spielzeiten zwischen sieben und…
(49:56, CD, Fading Records, 2016) Drei Jahre nach der Debüt Mini-CD “Mediocrazia“ veröffentlichen die Italiener Il Rumore Bianco ihr erstes Vollzeitalbum. Besetzungstechnisch hat sich in der Zwischenzeit einiges getan: Drei der Originalmitglieder, unter anderem auch Sänger Fiorio, tauchen hier lediglich noch als Gastmusiker auf. Die auf dem Zweitling agierende Besetzung liest sich wie folgt: Alessandro Zara - vocals Michele Zanotti - electric and acoustic guitars / tenor sax Giacomo Banali - electric guitar Thomas Pessina - piano / fender rhodes / hammond organ / synthesizers Alessandro Danzi - bass Dazu als Gäste: Andrea Sbrogiò - drums / percussion Umberto Sartori -…
(71:05, CD, Kissing Sounds, 2016) Die erste Assoziation: Na, so schlecht spielt die Hertha doch in den letzten Monaten gar nicht. Doch hier geht es nicht um Fußball, sondern um elektronische Musik. Hinter dem ungewöhnlichen Namen Kellerkind Berlin verbirgt sich ein Musiker namens Christian Gorsky, der sich von den üblichen Szenegrößen inspiriert der elektronischen Musik verschrieben hat. Er lebt mittlerweile in Bayern, hat dort in der Zwischenzeit mit Kissing Sounds sein eigenes Label gegründet und bereits einige Veröffentlichungen auf dem Buckel. Die Anfangstage seines Projekts führen in Gorskys Berliner Zeit zurück, als er in einem Heizungskeller musikalische Ideen ausarbeitete – daher der…
(74:53, 78:48, 2CD, BI-ZA Records, 2016) Freunden elektronischer Musik sind auf diesen Seiten bereits diverse feine Veröffentlichungen von Labels wie Lambert Ringlages Spheric Music oder Bernd Scholls Mellow Jet Records vorgestellt worden. Nun taucht ein weiteres Label auf, das eigenen Worten zufolge „progressive elektronische Musik“ zu Gehör bringt. Die Rede ist von BI-ZA Records, einem künstlereigenen Independent-Label aus dem Hunsrück. Ins Leben gerufen wurde es von Hagen von Bergen, im wahren Leben Frank Schüßler. So ist es keine Überraschung, dass die erste Veröffentlichung, die an dieser Stelle besprochen wird, von ihm selbst stammt - weitere Präsentationen auch anderer Künstler des Labels dürften folgen. Es…
»Überraschendes Comeback – oder: Wie kommt man von Prog auf Matthias Reim?« Es gibt in letzter Zeit einige Bands, die nach vielen, vielen Jahren Sendepause urplötzlich mit einem neuen Album auf der Matte stehen. So nun auch Neuschwanstein. Grund genug, mal bei Gründungsmitglied Thomas Neuroth nachzufragen, wie es zum Entstehen des aktuellen Albums gekommen ist. Ich hatte längere Zeit nicht komponiert und war noch unschlüssig, was neue Musik betraf. Der Anruf des ehemaligen Flötisten kam gerade zur rechten Zeit. Wenn es auch ein trauriger Anlass war - der ehemalige Manager war gestorben - so führte dieser Anruf doch zum ersten Anlauf für…
(78:09, CD, Progressive Promotion Records, 2016) It’s t time again. Thomas Thielen alias "t" legt mit “Epistrophobia” sein bereits sechstes Soloalbum vor. Es ist mit fast 80 Minuten randvoll bepackt und wartet mit eigenwilliger und höchst interessanter Musik auf. Die Songs heißen ‚Chapter 4 - A Poet’s Downfall‘, ‚Chapter 5 – Contingencies‘ und ‚Chapter 6 – That Place Beyond The Skies‘ – erkennbar also die Fortsetzung des 2015er-Albums "Fragmentropy". Und hiermit ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt, denn "Epistrophobia" ist Teil einer Trilogie. Das Cover ist wieder typisch für den Künstler, musikalisch hatte Thielen bereits auf den vorangegangenen Veröffentlichungen seinen eigenen Stil…
(42:11, CD, Apollon Records Prog, 2016) Hinter dem Namen Pymlico verbirgt sich der norwegische Multiinstrumentalist Arild Brøter. Bei dieser Platte handelt es sich aber keineswegs um einen kompletten Alleingang, sondern um das Werk einer gut eingespielte Band um die Brøter Brothers, was man den einzelnen Songs auch anhört. Pymlico sind aktuell: Arild Brøter - drums / percussion / keyboards / additional electric guitars Ǿyvind Brøter - analog and digital keyboards / acoustic & electric pianos Axel Toreg Reite - bass guitar / bass synth Stephan Hvinden - electric guitars Marie Færevaag - saxophone / piano / voice / percussion. Folgende Gastmusiker…
»Zurück zu den Ursprüngen« Roine Stolt hat in den letzten Monaten abseits der aktuell inaktiven Flower Kings durch verschiedene Aktivitäten auf sich aufmerksam gemacht, die auch hier zur Sprache kommen sollen. Doch vor allem soll es um die von ihm wieder ins Leben gerufenen Kaipa gehen, die sich Kaipa DaCapo nennen und mit ihrem neuen Album Dårskapens Monotoni ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt haben. In Kürze darf man das auch live erleben, Grund genug also, mal bei Roine nachzufragen. Zur englischsprachigen "Original"-Version des Interviews Kaipa veröffentlichten in den Siebzigern drei Symphonic-Prog Klassiker. Danach wechselte man den Stil drastisch und verschwand schließlich in…
Back to the roots Roine Stolt has been very busy in the past months, not only with his collaborations with Jon Anderson and Steve Hackett, but also with his revitalization of the 70ies legend Kaipa, due to Hans Lundins project to be called Kaipa daCapo. They will be on tour soon, good reason to talk with Roine about his new project. German version of the interview Kaipa released three symphonic classics in the Seventies. After changing their style drastically they disappeared in the early 80ies. At the end of the 90ies there was a plan to have a Kaipa re-union…
(39:12, CD + DVD, Tigermoth Records/Just for Kicks, 2016) Les Penning dürfte den meisten Mike Oldfield-Fans bekannt sein, denn er arbeitete in den 70ern mit eben diesem Musiker zusammen - beispielsweise auf dem Klassiker „Ommadawn“. Das Timing dieser Veröffentlichung ist exzellent, denn sie fällt in etwa mit dem Oldfield-Comeback „Return To Ommadawn“ zusammen. Das Umfeld passt auch, denn Penning hat sich hier mit Robert Reed zusammengetan, dessen Faible für Oldfields Musik spätestens dank seiner „Sanctuary“-Alben hinlänglich bekannt ist. Auf „Sanctuary II“ ist Penning übrigens auch zu hören. „Belerion“ enthält vierzehn Songs, von denen sechs bereits 1976 in Zusammenarbeit mit Mike Oldfield für ein damals geplantes…
(54:41, CD, Progressive Promotion Records, 2016) Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Teil 1 der “Once We Were”-Reihe von Steve Hughes hier vorgestellt. Da war schon absehbar, dass der Nachfolger nicht lange auf sich warten lassen würde, und so kam es dann auch. Die Aufnahmen zu diesem Album stammen aus dem Zeitraum Oktober 2014 bis Mai 2016. Auch Teil 2 gibt es im Digipack, diesmal im Blauton gehalten, wobei die Coverzeichnungen erneut von Jim Trainer stammen. Der ehemalige Big Big Train-Trommler Hughes erweist sich erneut als sehr vielseitig, er zeichnet für Kompositionen und Texte verantwortlich sowie für…
(18:28, Mini-CD, Eigenproduktion/Just for Kicks, 2016) Das vorliegende Minialbum ist als Appetithappen auf das kommende Vollzeitalbum des schwedischen Duos um David Lundberg gedacht. Lundberg wurde gerade auch mit seiner Band Gösta Berlings Saga hier besprochen, Mattias Olsson, war und ist in zahlreichen Prog-Bands wie Änglagard, Il Tempio delle Clessidre, Kaukasus, The Opium Cartel, White Willow oder auch solo mit dem Projekt Molesome aktiv. Das von den Beiden bediente Instrumentarium liest sich wie folgt: Mellotrons, Mother Modular System, pipe organ, VCS 3 synthesizer, Roland vocoder Plus, turntables, optigan, Yamaha CS-10, Hohner pianet T, mini moog synthesizer, Wurlitzer, pocket piano, Juno-60 synthesizer, persephone, baritone guitar, electric…
(72:59, CD, Black Widow, 2016) Die Ursprünge dieser Formation reichen bis in die frühen 70er zurück, als sich junge Studenten zusammentaten, um Progrock-Coverversionen zu spielen. 1973 begannen sie eigenes Material zu schreiben. Wie es damals bei italienischen Bands angesagt war, wählte auch sie einen nicht gerade einprägsamen Namen und entschied sich für Consorzio Acqua Potabile. Noch im gleichen Jahr führte man „Gerbrand-Opera Rock“ in einem Theater auf. Ein 77er-Konzert wurde später veröffentlicht, danach wurde es still um die Band. In den 90ern tauchte sie mit neuen Alben wieder auf, spielte unter anderem zusammen mit Pendragon und trat 1999 auf dem ProgDay Festival…
(25:40, Mini-CD, RJPRMusic, 2016) Bei Dolcetti handelt es sich um ein italienisches Duo, bestehend aus Erik Tulissio (acoustic & electronic drums) und Gianni Rojatti (guitars & everything else). Wobei mit “allem anderen” wohl hauptsächlich Tasteninstrumente gemeint sein dürften und eine Vielzahl von Effekten, die immer wieder mal eingestreut werden. Ganz korrekt ist diese Aussage übrigens nicht, denn auf einem Stück ist noch Valerio Simonini an Keyboards zu hören. Als Erstes sticht ins Auge, dass in der hier besprochenen CD-Version von den acht Songs sieben exakt die gleiche Laufzeit anzeigen, nämlich 3:34 Minuten. Der einzige davon abweichende Song ist nicht eben…
(66:31, CD, Sireena Records, 2000/2016) Die aus Hannover stammende Formation Ramses tauchte erstmals 1975 mit ihrem Debütalbum „La Leyla“ auf, das seinerzeit auf dem renommierten Label Sky veröffentlicht wurde. Mit ihrer Mischung aus Melodic Rock und Symphonic Prog sprach sie Fans von Bands wie Eloy oder Jane an. Im Dreijahres-Rhythmus folgten „Eternity Rise“ und „Light Fantastic“, danach gab es eine lange Pause. Etwa Mitte der 90er fanden Ramses wieder zusammen, zum Jahrtausendwechsel spielten sie mit dem vorliegenden „Control Me“ ein neues Album ein. Was sich schon spätestens mit dem 81er-Album angekündigt hatte, wurde hier nun sehr deutlich: Die Gruppe orientierte sich vom sinfonischen Ansatz…
(44:03, CD, Eigenverlag / Just for Kicks, 2016) DBL – bei diesem Kürzel könnte man schnell in leichte Panik ausbrechen, wenn man es als die übliche Abkürzung für Data Base Lock interpretiert, denn danach muss alles schnell gehen. Doch Entwarnung: Hier stehen die Buchstaben für die Nachnamen der drei Protagonisten. Und das sind folgende Herrschaften: Joe Dworniak - bass guitars / synthesizers / backing vocals Greg Bone - lead and rhythm guitars / backing vocals Chris Lapsa - lead vocals / rhythm guitars / synthesizers. Neben einem vierstimmigen Chor sind noch folgende Gäste zu nennen: Robert Wyatt - trumpet Jim Watson…
(74:41, CD, Eigenverlag, 2016) Vor rund fünf Jahren veröffentlichte der Multiinstrumentalist Michael Altenberger sein Debütalbum „Elf Entdecker“. Ebenso wie dieses ist „Dark Matter“ im Alleingang eingespielt - alle Instrumente live, und ohne programmierte Rhythmen. Wiederum gilt es elf Songs zu entdecken, die Altenberger als einfallsreichen Musiker zeigen. Dabei arbeitet er hauptsächlich in sinfonischen Gefilden, Ausgangspunkte der Kompositionen sind diverse Tasteninstrumente. Zwar sind mit ‚Pantha Rei‘ und ‚Qi‘ auch reine Klaviernummern vertreten, aber ein reines Keyboardalbum ist "Dark Matter" nicht geworden. Vielmehr weiß Altenberger Gitarrenparts geschickt zu integrieren. Und nicht nur das, auch interessante rhythmische Details sind festzuhalten, so erinnert der abschließende Elfminüter ‚Endurance‘ beispielsweise stellenweise an Pierre Moerlen’s Gong.…
(35:44,45:42, Doppel-CD, Eigenverlag/Just for Kicks, 2016) Das Doppelalbum beginnt mit dem Titelsong. Wer nun erwartet, darin eine Art Quintessenz dessen zu finden, was dann noch folgt, liegt völlig falsch, denn Kyros starten mit einer 29-sekündigen Soundcollage. Doch gleich das folgende, ausgesprochen spritzige ‚Technology Killed The Kids II‘ liefert einen exzellenten Einblick, was die Londoner zu bieten haben. Und das ist eine ganze Menge, denn auf dem gesamten Album sprudeln die Ideen. Der genannte Song ist gleich ein Highlight von "Vox Humana" - das ist ausgesprochen peppiger, moderner Progrock. Erfreulicherweise hält die Band dieses Niveau weitgehend und erfreut den Hörer dabei mit gelegentlichen Überraschungen. Adam…