(52:38, CD, Uranium Club/Just For Kicks, 2018) Wer mit der Musik von Regal Worm vertraut ist, weiß, dass wo Regal Worm drauf steht, auch Mellotron drin ist. Den Stellenwert sieht man schon in der Instrumentenauflistung unten, denn da kommt es an erster Stelle. Das heißt jetzt zwar nicht, dass 50 Minuten am Stück Mellotron zu hören ist, aber es ist bei Regal Worm ein charakteristisches Merkmal und wird in allen Varianten (Streicher, Flöten, Chöre) eingesetzt. Den Hörer erwartet eine Art Symphonic Prog, in der gelegentlich auch Jazz-, Canterbury- oder leichte Zeuhl-Einflüsse untergebracht sind. Manche Passagen haben gerade angesichts der Gesangsperformance…
Autor: Juergen Meurer
(71:07, CD, Spheric Music, 2018) Hinter Axess verbirgt sich der Leverkusener Elektronikmusiker Axel Stupplich, den Szene-Kenner beispielsweise auch mit den Projekten Pyramid Peak oder Pyramaxx verbinden. Sein neues Album enthält sieben Titel mit Spielzeiten zwischen 9 und 12 Minuten. Für Elektronik-Verhältnisse also nicht unbedingt Longtracks. Dies passt allerdings zur Grundausrichtung dieses Albums, denn es geht hier nicht um langgedehnte, sperrige Klanglandschaften und auch nicht um Sequenzer-betonte, flotte Elektronikmusik, wofür ja Lambert Ringlages Spheric Music Label bekannt ist. Nein, diesmal hat sich Stupplich ganz bewusst für ein ausgesprochen ruhiges, entspanntes Album entschieden, das perfekt geeignet ist, mal einen Gang runterzuschalten und…
(64:55, CD, Eigenpressung/Just For Kicks, 2018) Endlich hat er es geschafft, der George. Georg, um genau zu sein. Denn unter dem Namen Finally George tritt der Hamburger Musiker Georg Hahn an. Schon in den 80ern mit der Band Cakewalk unterwegs, bringt er nun nach vielen Jahren Tätigkeit als Produzent – endlich - mit „Life Is A Killer“ sein erstes Soloalbum heraus. Das ‚endlich‘ kann man auch ganz ohne Häme stehen lassen, denn Hahn ist mit „Life Is A Killer“ ein vorzügliches Produkt gelungen. Hahn zeigt sich selbst vielseitig, wird aber dennoch von einigen Gästen unterstützt, unter anderem vom Styx-Schlagzeuger: Finally…
(26:59, CD, Backseat/Soulfood, 2018) Auf seinem dritten Album punktet der Amerikaner Brett Newski gleich mit humorvollem, einfallsreichen Cover. Und auch die Musik kann durchaus Spaß machen, doch sollte gleich die Idee verworfen werden, dass es sich hierbei um ein Prog-Album handeln könnte. Schon die Spielzeiten sprechen eine andere Sprache, denn der abschließende Titel ‚So Long‘ ist a) gar nicht mal so lang, und b) trotzdem mit 3:14 der Longtrack des Albums, haarscharf vor dem zweiten Longtrack ‚Yesterday You Said Tomorrow‘ (3:13). Passt schon, denn es geht hierbei um Indie Rock im 90er-Stil. Dabei wird Brett Newski (vocals, lyrics, guitars) lediglich…
(33:37, CD, Elite Records/Broken Silence, 2018) Marla und David Celia sind schon seit Jahren gemeinsam aktiv und haben bereits viele Liveauftritte hinter sich, unter anderem in Deutschland, Russland und Kanada. Kanada? Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass David Celia aus Kanada stammt und die beiden dort auch mittlerweile leben. Sie sind nach wie vor weltweit unterwegs und momentan auch in Deutschland zu sehen. Hinter Marla verbirgt sich Marlene Winkler, die sich mit dem in Kanada recht bekannten David Celia zusammen getan hat. Auf ihrem Erstling treten sie in Quartett-Besetzung an: Marla - vocals / acoustic guitar David Celia -…
(56:31, CD, Andromeda Relix, 2017) Die italienische Formation Marygold war bereits in den 90ern aktiv, seinerzeit noch als Genesis und Marillion Cover-Band. 2006 veröffentlichten sie dann ihr Debütalbum „The Guns Of Marygold“, das Eigenkompositionen im Neo-Prog Bereich enthielt, damals aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Mehr als eine Dekade sind sie nun mit ihrem zweiten Album zurück. Was hat sich in der Zwischenzeit getan? An der Besetzung hat sich rein gar nichts geändert, nach wie vor besteht das Quartett aus: Guido Cavalleri - voice / flute Massimo Basaglia - guitar Stefano Bigarelli - keyboards Marco Pasquetto - drums. Als Gäste kommen…
(82:13, 79:58, 2CD, Sony Music, 2018) Nach einer zwischenzeitlichen Phase der Zurückhaltung hat sich der französische Elektronikpionier Jean-Michel Jarre in den letzten Jahren durch einige Alben und Live-Auftritte wieder ins Gespräch gebracht. So gab es einen weiteren Teil aus der Oxygène-Reihe sowie die beiden Ausgaben seiner in kurzem zeitlichen Abstand erschienenen Electronica Werke. Nun gilt es, 50-jähriges Jubiläum zu feiern – Respekt! Moment mal, 50 Jahre?! Stammt nicht sein Hit-Debüt „ Oxygène “ aus dem Jahr 1976?! Das ist richtig, doch seine ersten Gehversuche gehen tatsächlich zurück in die End-60er. Und so stammt dann auch das älteste Stück dieser Scheibe,…
(52:57, CD, Eigenproduktion/recordJet, 2018) Rund vier Jahre nach „Closed Doors To Open Plains” erscheint ein neues Album der norddeutschen Band, die in der Zwischenzeit auf Trioformat geschrumpft ist. Der damalige Sänger Malte Twarloh ist nicht mehr an Bord, Schlagzeuger Marco Grühn wurde durch Julian Hielscher ersetzt und ist lediglich noch auf einem Song zu hören. Von der musikalischen Ausrichtung her hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts wesentlich verändert, wenn man mal davon absieht, dass durch Twarlohs Ausstieg die Position am Mikro neu zu besetzen war. Schon damals war dies nicht unbedingt das ausschlaggebende Kaufargument für eine Seasons Of Time-Scheibe,…
(120:00, Blu-ray, Eagle Vision/Universal, 2018) Vorweg einmal ausnahmsweise etwas weiter ausgeholt. Der Schreiberling ist in den 70ern mit den üblichen Verdächtigen wie Yes, Genesis, Gentle Giant, King Crimson etc. aufgewachsen und gerade Yes hatte den eigenen Musikgeschmack entscheidend geprägt und war viele Jahre lang die absolute Nummer 1 in der eigenen Top-Liste, nicht zuletzt bedingt durch das Mitwirken des Tastenmagiers Rick Wakeman. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert, aus Gründen. Doch zurück zur aktuellen Veröffentlichung. Yes feiern 50-jähriges Jubiläum und das sollte entsprechend gewürdigt werden. Nun muss oder darf man in der Zwischenzeit ja nachfragen, welche Variante von Yes…
(53:27, CD, Eigenproduktion, 2018) Vor gefühlt 40 Jahren entdeckte der Schreiberling in Amsterdam einen Plattenladen namens Boudisque und erschloss sich damit eine faszinierende Quelle für den Erwerb von Prog-Scheiben aus allen möglichen Ländern. So stieß man dort auf Bands wie Harmonium, Gotic, Kenso, oder Kaipa, um nur einige zu nennen. Zu den interessanten Entdeckungen gehörte seinerzeit auch die französische Band Shylock, die deutlichen King Crimson-Einfluss zeigte und sehr zu gefallen wusste. Der Weg von Shylock zu Yang ist – abgesehen vom Zeitfaktor – gar nicht mal so weit, denn der Kopf beider Bands war bzw. ist Gitarrist Frédéric L’Épée. Mit…
(62:18, CD, Essentia Mundi, 2018) Christian Fiesel ist, neben Hagen von Bergen, ein wesentlicher Bestandteil der „Hunsrücker Schule“, wie bereits an anderer Stelle beschrieben. Sein Name fällt auf diesen Seiten in schöner Regelmäßigkeit, was er sich durch seine beeindruckende Produktivität sicherlich auch verdient hat. Man beachte, was er allein als aktuelle Veröffentlichungen nur in 2018 schon alles vorzuweisen hat. Die Rede ist hier von einer Mischung aus Ambient und elektronischer Musik, die mal nicht hauptsächlich von der Berliner Schule geprägt ist, sondern ihren eigenen, sozusagen den Hunsrücker Weg, geht. Das bedeutet, dass man hier keine Sequenzerläufe hört, sondern Klanglandschaften, die…
(76:41, CD, Eigenproduktion, 2018) Dem Cover ist dies zwar nicht zu entnehmen, aber der Bandname liest sich offenbar nicht als Fors (oder F or S), sondern als Abkürzung F.O.R.S. Da es sich um ein Quartett handelt, wäre die erste Vermutung, dass es sich um die entsprechenden Anfangsbuchstaben der Vornamen (oder Nachnamen) der beteiligten Musiker handelt. Doch das passt in diesem Fall nicht, wie die nachfolgende Auflistung zeigt: Roland Hegi - guitar Harry Schärer - bass Felix Waldispühl - drums Dorothe Wetter - keyboards. Die Homepage gibt dann endgültig Aufschluss über den Bandnamen, F.O.R.S. steht nämlich für „Famous Or Random Stars“.…
(56:04, 75:42, 46:16, 3-CD, The Peter Banks Musical Estate, 2018) Der ehemalige Yes-Gitarrist Peter Banks verstarb am 7. März 2013 in London. Fünf Jahre nach seinem Tod wird nun unter dem Namen „The Peter Banks Musical Estate“ durch eine Reihe von Wiederveröffentlichungen auf die Karriere des zu Unrecht in der öffentlichen Wahrnehmung in der Prog Gemeinde etwas zu kurz gekommenen Briten aufmerksam gemacht. Weder mit der von ihm nach seinem Yes-Ausstieg gegründeten Band Flash noch mit der Formation Empire, die ebenfalls drei Studioalben herausbrachte, erreichte er nennenswerten kommerziellen Erfolg. Neben dem kürzlich hier vorgestellten Doppelalbum “Be Well, Be Safe, Be…
(61:00, Blu-ray, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2018) Die argentinische Formation Bad Dreams scheint ein gern gesehener Gast auf dem Cruise to the Edge-Törn zu sein, denn sie treten nun zum wiederholten Male dort auf. Die vorliegende Ausgabe bietet einen Mitschnitt ihres Auftritts von 2017. Dort spielten sie Material ihrer beiden ersten Alben „Apocalypse Of The Mercy“ und „Deja Vu“. An Bord waren: Gabriel Agudo - vocals / guitar Jorge Tenesini - keyboards / sequence programming Alex Calvera - bass Ariel Trifunoff - guitar Fernando Cornejo - drums. Die gleiche Besetzung also, die noch im gleichen Jahr das Album Chrysalis herausbringen sollte.…
(48:24, CD, Manticore Records, 2018) Spätestens mit dem auf dem Frontcover abgebildeten Untertitel wird klar, dass die Assoziation nicht unbegründet ist, die beim Albumtitel aufkommt - der King Crimson Klassiker wurde hier nicht grundlos ausgewählt: „A deep journey into the poetry and music of Greg Lake“ heißt es hier. Greg Lake selbst war Initiator dieses Albums, das er ursprünglich selbst einspielen wollte. Geplant als abgespeckte Versionen, nur mit der akustischen Gitarre begleitet, wollte er Klassiker aus seinem Repertoire in einer etwas anderen Form präsentieren. Als er feststellte, dass es mit der Gitarrenbegleitung nicht so funktionierte, wie er wollte, kam die…
(57:30, CD, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2018) Ein schmales Digipak, auf dem vielen Nullen und Einsen abgedruckt sind – keine Überraschung angesichts des Albumtitels, der irgendwie bekannt vorkommt. Und in der Tat, die Amerikaner haben bereits 2015 ein Album namens „Ones & Zeros: Volume 1“ veröffentlicht. Jetzt ist halt Nummer 0 dran – kann man so machen. An der Grundausrichtung hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert, auch die Zusammensetzung zeigt Konstanz, lediglich an der Schlagzeugposition findet sich ein neuer Name (Spinal Tap! d. unartige Schlussred.). Der wiederum aber gar nicht so neu ist, denn Durham war bereits in der…
(60:19, CD, Afraid of Sunlight Records/Cargo Records, 2018) Beim Namen Syrinx fällt dem Rezensenten spontan ein Panflötist ein, der zwei Alben zusammen mit Ex-Yes Keyboarder Patrick Moraz aufnahm. Das hat aber nichts mit dem vorliegenden Album zu tun, trotzdem liegt man mit dieser Assoziation gar nicht mal so falsch, denn das dominante Instrument auf diesem Werk ist die Flöte. Allerdings keine Panflöte, sondern die in verschiedenen Variationen eingesetzte Blockflöte. „The Moon On A Stick“ ist das zweite Album dieser Formation, 2015 debütierte man mit „Wind In The Woods“. Die Beteiligten auf diesem Album sind: Volker Kuinke - alto, soprano, tenor,…
(69:56, CD, Progressive Promotion Records, 2018) Apogee, das Projekt des deutschen Musikers Arne Schäfer, ist mittlerweile beim achten Album angekommen. Zählt man Soloalben unter seinem Namen dazu, wird es schon zweistellig. Doch bekannt geworden ist Schäfer sicherlich als federführendes Mitglied der Band Versus X, die Mitte der 90er auftauchte, und auf diversen Alben ihre Form des Retroprogs zelebrierte. Dabei spielte auch der exzellente Keyboarder Ekkehard Nahm eine wesentliche Rolle. Doch das letzte Studioalbum („Primordial Ocean“) von Versus X liegt bereits eine Dekade zurück. Stattdessen veröffentlicht Arne Schäfer seine Alben als Apogee in schöner Regelmäßigkeit alle drei Jahre. Auch wenn man…
(75:00, CD, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2018) Der Untertitel dieses Albums lautet “Musical SciFi By Andy Tillison Diskdrive”. Aha – hinter diesem Projekt versteckt sich also der Tangent-Boss. Dass er dieses Werk nicht einfach unter seinem Namen veröffentlicht, zumal er fast alles selbst eingespielt hat, macht durchaus Sinn, denn was der Prog-Fan gemeinhin mit der Musik des Briten verbindet, deckt sich vermutlich nicht mit dem, was hier geboten wird. Und so wäre möglicherweise die Überraschung oder Enttäuschung recht groß, lieber also einen separaten Namen wählen. Kalman Filter also, nach einem mathematischen Verfahren benannt. Mit der Musik von Tangent oder Parallel Or…
(58:11, 64:04, Doppel-CD, The Peter Banks Musical Estate, 2018) Peter Banks arbeitete bereits 1967 mit Chris Squire in zusammen, bekannt wurde er dann als erster Gitarrist bei Yes, mit denen er zwei Alben aufnahm. Übrigens kam von ihm wohl der Vorschlag für den griffigen Bandnamen. Seine Nachfolger Steve Howe und Trevor Rabin erreichten einen ganz anderen Bekanntheitsgrad, doch Banks war nach seinem Ausstieg bei Yes nicht untätig und hat neben seinen Aktivitäten bei Empire (nicht das Magazin) und Flash auch einige Soloalben veröffentlicht, die zeigen, dass er durchaus ein vielseitiger, kompetenter Gitarrist war. Peter William Brockbanks starb am 7. März…