
Post Rock • Post Punk • Dark Rock
(1:06:22 + 15:00; Vinyl (2LP), 2CD, CD, Digital; Season Of Mist/Soulfood, 17.04.2026)
Musikalisch zeigt "Sceaduhelm" von Crippled Black Phoenix erneut eine große Spannweite, wirkt dabei aber erstaunlich geschlossen. Post Rock, Post Metal, Post Punk, Doom, Gothic, Dark Folk und Artrock laufen hier nicht als bloße Aufzählung nebeneinander, sondern greifen ineinander, überlagern sich und ergeben am Ende ein einheitlich dunkles Klangbild. Trotz der stilistischen Vielfalt entsteht kein Flickenteppich, sondern ein durchgehender Spannungsraum.
Dabei erfüllt das Album nur bedingt die Erwartung eines ausgedehnten Slow Burners. Die meisten Stücke bauen sich zwar langsam und behutsam auf, wirken dabei aber deutlich fokussierter als in früheren Phasen der Band. Die Spannung entsteht eher durch Verdichtung als durch ausgedehnte Entwicklung.
Ein Album, das sich mit jeder Umdrehung weiter ins Unterbewusstsein frisst. Auf der bewussten Ebene bleibt vieles zunächst schemenhaft, denn obwohl die Songs mit zahlreichen Widerhaken versehen sind, zeigt sich ihr Wiedererkennungswert oft erst nach und nach. Strukturen und Motive setzen sich fest, ohne sich sofort vollständig greifen zu lassen.
Der instrumentale Einstieg 'One Man Wall of Death eröffnet den Raum mit schwerer, dunkler Post-Rock-Atmosphäre. 'Ravenettes' kippt danach in reduzierten, treibenden Post Punk, der sich über Wiederholung langsam ins Gedächtnis arbeitet.
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'Things Start Falling Apart' und 'No Epitaph / The Precipice' bleiben stärker im klassischen Spannungsfeld von Crippled Black Phoenix, wirken dabei aber kompakter und direkter. 'Hollows End“' und 'Dropout' arbeiten mit minimalen Verschiebungen, die eher unterschwellig zersetzen als offen eskalieren.
'The Void' (sieht man einmal von der Erzählstimme ab) hingegen ist nicht mehr als ein ein klassisches Interlude, und 'Hollows End', mit seiner unterschwelligen Type-O-Negative-Atmosphäre, geht, verglichen mit anderen Songs der Platte, verdammt schnell ins Ohr.
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In der zweiten Hälfte verdichtet sich die Atmosphäre weiter: 'Under the Eye' und 'Tired To The Bone“ tragen eine erschöpfte, beinahe resignative Grundhaltung, während 'Vampire Grave' und 'Colder And Colder“ eher über stille Beharrlichkeit als über klassische Höhepunkte funktionieren.
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Der Abschluss :Beautiful Destroyer' lässt vieles bewusst offen und verweigert jede klare Auflösung.

Die Bonus-EP "Horrific Honorifics Number 2.5" öffnet einen anderen Blickwinkel und arbeitet bewusst mit Fremdmaterial: 'Manhattan Skyline' von A-ha, Mission Of Burmas 'That’s When I Reach for My Revolver' sowie 'Invisible People' der False Prophets. Die Stücke werden nicht einfach gecovert, sondern konsequent in Richtung CBP-Düsternis verschoben. Sie ist um ein Vielfaches besser gelungen als die letzte Platte mit Coverversionen!
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Justin Greaves - Guitars, Drums, Samples, Kaosolator, Melotron
• Belinda Kordic - Vocals, Persussion
• Justin Storms - Vocals
• Ryan Patterson - Vocals
• Wes Wasley - Bass
• Lucy Marshall - Piano, Synth, Hammond
• Rene Misje - Guitar, Guitar effects
• Andy Taylor - Guitar
• Iver Sandøy - Percussion
• Robin Tow - Percussion
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Season Of Mist zur Verfügung gestellt.

