Symphonic Prog
(49:11; Digital; Eigenproduktion; 08.05.2026)
Erstaunlich eigentlich, dass der Name Brendan Perkins auf diesen Seiten bisher noch nicht aufgetaucht ist. Genügend Output gibt es jedenfalls von dem britischen Multiinstrumentalisten, wenn auch nur auf seiner bandcamp Seite und nicht in CD-Format. Bedenkt man, dass die erste Album-Veröffentlichung zwanzig Jahre zurückliegt und er mit dem vorliegenden "Trading River Songs" Werk bereits bei Album Nummer 28 (!!) angekommen ist, dann belegt das eindeutig eine bemerkenswerte Ausdauer und Freude am Musizieren.
Schnell wird klar, dass es hier um Symphonic Prog der etwas seichteren Art geht. Der Protagonist spielt alle Instrumente selbst und ist auch für den (gar nicht mal seltenen) Gesang zuständig. Das verdient allemal Respekt. Und er macht seine Sache durchaus gut, seine Stimme passt hervorragend zu den dargebotenen sechs Kompositionen. Sicherlich kommt ihm auch seine langjährige Erfahrung (über 40 Jahre) als Soundtechniker zu Gute.
Der Opener 'Rest At The Shoreline' darf gleich als Maßstab für das ganze Album herhalten, denn auf diesem Titel wird beispielhaft genau das präsentiert, was auch auf den weiteren rund 40 Minuten zu erwarten ist. Es wird viel Wert auf melodische Parts gelegt, der Gesang hat gelegentlich etwas Raues an sich, was durchaus Charme hat. Sanfte Mellotronstreicher untermalen den schönen Song, ein Gitarrensolo weckt Erinnerungen an einen gewissen Mike Oldfield.
Ein weiterer Anspieltipp ist der 10-Minüter ‚Binbrook Skyline‘ mit Gesangsmelodien, die gut ins Ohr gehen, Mellotronchor Einlagen und erneut einem kleinen Abschnitt, der an Reed oder Oldfield denken lässt. Doch ebenso sind typische Neo-Prog-Gitarrenpassagen integriert. Es gibt keinerlei Härte oder abgefahrene Parts, das würde einfach nicht passen. Obwohl – warum nicht mal gerade deshalb so einen Ausreißer einbauen?
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Man mag kritisieren, dass auf Dauer die Songs etwas zu ähnlich gestaltet sind, doch in der Bewertung überwiegt das angenehme Gefühl, mal wieder melodischem, soften Symphonic Prog zu lauschen. Der Leser sollte nicht dem Trugschluss erliegen, dass bei einem 1-Mann-Projekt eines Multiinstrumentalisten der größte Teil rein instrumental gehalten ist – nein, in diesem Fall spielt der Gesang sogar eine wichtige Rolle. Insofern erneut: Respekt!
Bewertung: 10/15 Punkten
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Besetzung:
Brendan Perkins - vocals / all instruments
Gastmusiker:
Helen Flunder - additional vocals (4)
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Abbildungen: Brendan Perkins


