Autor: Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

11.0
Reviews

(45:05, CD, Vinyl, Digital; Sun King Music, 17.11.2023) Hör' blues uff… Oder so ähnlich. Das Hauptanliegen der bayerischen Kapelle ist bereits durch den Albumtitel zu erahnen – "Can’t Kill Rock'n Roll"! Auch wenn man bei The Sonic Brewery eher auf der Blues-Rock-Schiene rangiert. Aber das mit allen Facetten und reichlich Abwechslung – Mundharmonikasoli inklusive. Mit dem einleitenden Titeltrack und einem gitarrentechnischen Sitareffekt sorgt man erst einmal für klare Verhältnisse und lässt hinsichtlich energetischer Unwucht auch nichts anbrennen. Diesen Impuls lässt die Brauerei nicht ungenutzt und kontert auf dem Fuß gleich mit dem treibenden 'Don’t Wanna Die', einer knapp siebenminütigen Stampede…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(45:26, CD, Vinyl, Digital; Dunk! Records, 10.02.2023) Wie schon die drei Alben "Emersion", "Apogryphal Gravity" und "Metempsychosis" zuvor ist auch "The One Above" tief in der griechischen Mythologie verankert, womit man das Komplettwerk des postrockenden Vierers aus dem Schweizerischen Fribourg als zusammenhängendes Konzept versteht wissen müsste und könnte. "The album can be interpreted in two ways. Either by starting from the title track and therefore starting the allegory from the top, or from the last track of the album and working one's way out of the cave." Bei instrumentalem Stuff, wie ihn auch Hubris. veräußert, lässt sich ein Konzept sowieso…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(40:43, CD, LP, Digital; Pelagic Records/Cargo, 02.02.2024) Der Brocken des neuen Jahres kommt dann wohl von Bipolar Architecture, die mit "Metaphysicize" nun ihr, nach dem bezeichnenden "Depressionsland", zweites Album an den Start wuchten. Mit kompromissloser Härte treffen hier schwarzmetallische Umtriebe auf flirrenden Post Rock, wobei die hin und wieder vernehmbaren Inseln der Harmonie und Glückseligkeit - wie zu erwarten - überaus trügerisch sind. Wähnt man sich zu Beginn von 'Metaphysicize' - also in dem das Album einleitenden Titelsong - in einer postrockenden Jubelarie, so kippt die Stimmung schnell und ein Metalstorm aus den überambitionierten Vocals von Sänger Sarp Keski (der…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(45:53, CD, Vinyl, Digital; Tonzonen/Soulfood, 23.02.2024) "Samsara… ist die Bezeichnung für den immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen oder den Kreislauf der Wiedergeburten in den indischen Religionen Buddhismus, Jainismus und Teilströmungen des Hinduismus und Manichäismus" (Wikipedia). Dann kann der Trip ja losgehen. Vor allem, wenn der zusätzlich in Beziehung zu einem "Joyride" steht. All things are possible, wobei Samsara Joyride ihren Wiener Proberaum kurzerhand in die Nähe der Rancho de la Luna im Joshua Tree National Park verlegten. So hat es immerhin den Anschein, kommt doch mit "The Subtle And The Dense", übrigens das Albumdebüt der…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(42:49, Vinyl, Digital; Tonzonen Records/Soulfood, 23.2.2024) Hier rumpelt es mächtig im Gebälk und das Schubmodul macht auch keinen Hehl daraus, dass fast schon unendliche Mengen an potentiellen Energien am Schlummern sind und nur darauf warten, geweckt zu werden. Der Dreier aus Bochum machte genau vor zwei Jahren auf sich aufmerksam, als auf einmal das Debüt-Album "Modul I" auftauchte und uns mit einem herzlich roughen Crossover aus Stoner & Psychedelia erfreute. Das Konzept des ersten Moduls wird aus dem Weltraum nun für "Lost In Kelp Forest" in die weitestgehend unerforschten Tiefen der Ozeane verlagert. Der Ansatz, die Energie und die Ambitionen…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(43:27, Vinyl Digital; Sulatron Records/Broken Silence, 26.1.2024) Hier wird gebügelt. Und das großflächig. Mit der Betonung auf "flächig"! Weil Minerall (kein Schreibfehler!) endlose Flächen und - später - Räume erschaffen, in denenman sich restlos verirrt. Und das ist Berufung als auch Intention bei diesem Trio, das sich getroffen und musikalisch soweit für gut befunden hat, dass man gemeinsam jammte und aus diesen Jams nun das Debütalbum zurechtgebügelt wurde. Mit Dave Schmidt (aka Sula Bassana, Zone Six), Marcel Cultrera (Speck) sowie Thomas Handschick (Kombynat Яobotron) sind in die Sache Eingeweihte am Werk, die hier ihre Leidenschaft für Session-Stuff ausleben, der in…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(50:49, Vinyl, Digital; Eigenvertrieb, 26.01.2024) Wenn man es krachen lässt, dann aber richtig. Nake erscheinen mit einem Doppelwumms in Form ihres Debüt-Albums. Die Kopenhagener werfen dabei alles in die Waagschale, dessen sie habhaft werden können - angefangen bei extensivem Tool-Riffing, das uns schon beim Opener 'Offering' aus den Socken haut bis hin zu Dream Theater-Georgel, womit alles auf Progressive Rock, Progressive Metal und Postmetal gebürstet wird. Die insgesamt acht ein- bis zehnminütigen überambitionierten Ovationen an diese Genres kommen dann auch komplett instrumental, auf dass sich der geneigte Hörer komplett in dieser Musik verlieren kann und sich sein eigenes Kopfkino zimmere.…

Weiterlesen
12.0
Reviews

(42:25, Vinyl, Digital; Mas-Kina Recordings, 29.09.2023) Heidewitzka, geht "Resilient" zur Sache. Sechs Jahre brauchten Kambodsja für ihr neues Album, wiewohl die lange Zeit auch sicher kein 'Holiday in Cambodia' für die Band war. Das Machwerk ist auf jeden Fall ein Indiz für beeindruckende Spielfreude und instrumentale Fertigkeiten. Aufgenommen im ehemaligen Wohnhaus des norwegischen Nationaldichters Herman Wildenvey fand man die Ruhe, um gepflegt zu lärmen. Aber das mit Anspruch und einem deutlichen Hang zum Progressiven - 'Shade To The Sun' knallen uns die Norweger beispielsweise in siebeneinhalb Minuten um die Ohren. Resilient by Kambodsja Zwischen The Mars Volta, Animal As Leaders,…

Weiterlesen
11.5
Reviews

(46:10; Vinyl, CD, MC, Digital; Abraxan Hymns/ADA, 15.09.2023) Nach "Red" (2007), "Blue" (2009), "Yellow & Green" (2012), "Purple" (2015) und "Gold & Grey" (2019) bekommt das Farbkontinuum nun tatsächlich einen Riss. Denn das aktuelle Album der Baroness beendet die bandeigene Farbenlehre und nennt sich pragmatisch "Stone". Was nicht unbedingt eine Zäsur darstellt, denn die gab es bereits mit der Gitarristin Gina Gleason, die auf dem letzten Album als Neuzugang vorgestellt wurde. Nur, was damals eben eine sorgfältige Annährung an die neuen Gegebenheiten war, was auf der Länge von "Gold & Grey" nicht immer funktionierte, zeigt sich jetzt auf "Stone" ausgereifter,…

Weiterlesen

…on the road again Nach der Pflicht die Kür. Denn so werden Livealben auch gern mal bezeichnet. Immerhin befindet sich in der Discographie jeder gestandenen Band mindestens eine Live-Veröffentlichung. Und nach drei Studioalben und immerhin schon vierzehn Jahre Bandgeschichte, darf man das schon einmal – nämlich ein Live-Album veröffentlichen, das von eben diesen Qualitäten der Band zeugt. Die Plauener Progressive-Rocker von Polis veröffentlichten vor kurzem mit "Unterwegs" ihr erstes Live-Statement, über das es von Sänger Christian Roscher eine ganze Menge zu berichten gibt… Nun ist es raus, "Unterwegs", euer erstes Live-Album. Kann man das bei euch, wie bei anderen Bands,…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(37:40, CD, Vinyl, Digital; Totem Cat Records, 27.10.2023) Lucid Sins tanzen zwar auf ihrem neuen Album im Dunkeln. Was aber auf keinen Fall irgendwelche Assoziationen zum Boss aufkommen lassen sollte. Doch in den Wäldern Schottlands kann es schon mal passieren, dass es ein wenig düsterer scheint. Womit diese Sache dann ja auch geklärt wäre. Ruaraidh Sanachan and Andreas Jönsson, die Lucid Sins im Allgemeinen repräsentieren, kommen zwei Jahr nach ihrem gefeierten "Occulation" nun mit "Dancing in The Dark". Einem lässigen Trip in die Wälder Schottlands: You stumble through the forest.  Alone and far from home. All paths have returned you to…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(48:50, CD, Digital, Eigenveröffentlichung/Just For Kicks, 10.11.2023) Das klingt wieder einmal überaus pathetisch und unheilverkündend – "Future Impact Of Past Diversions". Passt aber auch zu dem Genre, dem sich Confusion Field verschrieben haben. Mit ihrem zweiten Album setzten die Finnen in Sachen Melodien und Hooklines in Bezug zu ihrem Debüt noch einen drauf und klingen gelegentlich wie Bands wie Asia, Saga oder It Bites zu ihren besten Zeiten. Und eben die lagen in den Eighties – was dann eben auch für die Synthesizer gilt, die hier breiig, klebrig und Fäden ziehend alles zukleistern. Aber eben das macht die Musik von…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(43:52, CD, Digital, OOB Records, 1.9.2023) Was sagte einst Kaiser Joseph II nach der Aufführung der Oper "Die Entführung aus dem Serail" zu Mozart? "Zu viele Noten, streich' er einige weg, und es ist richtig." Worauf Mozart antwortete "Es sind genauso viele Noten, wie nötig sind." Was uns sofort zu Residuos Mentales und deren aktuellem Album "A Temporary State Of Bliss" bringt. Ganze fünf Jahre nach dem Debüt "Introspection" blaupaust das griechische Duo wieder den instrumentalen Prog, dass es eine Freude ist. Mit ganz vielen Breaks. Und noch viel mehr Noten. Mit vier Tracks in Prog-kompatiblen Lauflängen von fünf bis…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(39:10, Vinyl, Digital; Subsound Records, 1.9.2023) "Wissen durch Leid" (griech.: "Pàthei Màthos"), diesen Grundsatz kennen wohl diejenigen am besten, die einst im Studium noch eine Sechstagewoche hatten und hier tagtäglich acht bis zehn Stunden im Hörsaal verbrachten. Die Phrase aus Aischylos' "Agamemnon" heftete sich der sardische Multiinstrumentalist Valerio Marras aka S A R R A M nun ans Revers und nimmt uns auf seinem aktuellen Album mit, tief hinab in die Dungeons der alten Zeit, in denen die alten Götter gar nicht mal so fröhlich Urständ feierten. Mit reichlich düsteren Aussichten watet S A R R A M tief im…

Weiterlesen
10.0
Reviews

(57:35, Digital, Bi-Za-Records, 02.01.2024) Hargest Darken ist der Richard Wahnfried des Hagen von Bergen. Der sich hier in die aus elektronischer Musik, Dark Ambient und Ethno gebildeten Grenzgebiete zeitgenössischer Musik begibt. Die Trennung in Hagen von Bergen auf der einen und Hargest Darken auf der anderen Seite macht durchaus Sinn, gibt es doch, obwohl man sich hier auch durchaus verwöhnen lassen kann (und das nicht nur vom titelgebenden Wind), eben nicht nur anheimelndes Soundgut und einschmeichelndes Traumfutter. Der 'Zipfelzapfen', der hier gleich in zwei Varianten enthalten ist, nämlich dem 'Völkinger Wasser Mix‘' sowie dem gleich mal sechszehneinhalb Minuten schweren, rituellen…

Weiterlesen
7.0
Reviews

(41:48, LP, Digital; Subsound Records, 29.09.2023) Das Duo aus dem italienischen San Benedetto Del Tronto hat es schon wieder getan – nämlich den Soundtrack zu einem imaginären Horrormovie kreiert. "Le Casalingue (The Satanic Rites of Cobram)" ist nun, nach den heimeligen Scores "Maciste Nell’Inferno Dei Morti Viventi (Peplum Holocaust)" (2014), "Squartam Tutta (Black Emanuelle Goes To Hell)" (2016) sowie "Lo Albicocco Al Curaro (Decamerone 666)" (2018) nun schon die vierte Musik für Splattermovies, wie sie vor allem in den Siebzigern ihr Unwesen trieben. Mit verzerrten analogen Synthesizern, dito Bass und mit Schlagzeug erzeugen Kotiomkin denn auch LoFi-Atmos, die so gleich…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(35:43, CD, LP, Digital; Chrysalis/Cargo, 12.01.2024) Dass ihr Song 'Hanging' bei ihr selbst erst so richtig zündete, als sie diesen in einer Kneipentoilette auf dem Handy anhörte, sagt so Einiges aus über "Big Sigh", dem vierten Album von Marika Hackman. Lange hat es gedauert, ehe sie den "Any Human Friend"- und "Covers"-Nachfolger verwirklichen konnte. Ein schmerzhafter Prozess, der sich auch im Titel des Albums widerspiegelt. Die Fertigstellung von "Big Sigh" glich einem Befreiungsschlag, was man auch den Songs anhört. Die daher eigentlich kein Indiz dafür liefern, warum die Engländerin so lange damit haderte. https://www.youtube.com/watch?v=B-MYQ0MWpVs Opulent und geschmeidig kommt gleich der…

Weiterlesen

Schlussstrich und Neustart Härter sind sie geworden, die postrockenden Ostfriesen. Und somit ein wenig näher an der Wesensart ihres Namens. Gar zierlich springt das Mammut (bzw. Mammoth) zur Quelle und hinterlässt dabei reihenweise Ab- und Eindrücke. Sechs lange Jahre nach dem Debüt "Paternoster" erscheint nun mit "Infinite Heights" endlich der Nachfolger, zu dem es darum auch jede Menge Fragen gibt… Warum sechs Jahre von "Paternoster" zu "Infinite Heigths"? Hanno: 'Relais', 'Muscle Memory' und 'Alterite' haben wir kurz nach der Veröffentlichung von "Paternoster" geschrieben und schon auf unserer 2019 Tour mit The Clouds Will Clear gespielt. Es gab auch eine Menge…

Weiterlesen
9.5
Reviews

(38:36, CD, LP, Digital, Denovali Records, 27.10.2023) Tatyana Larina, eine der Hauptprotagonistinnen in Puschkins "Eugen Onegin", spielt bei MaskXSouls "Onegin" eine ganz spezielle Rolle. Diese tritt nämlich auf dem Debüt-Album des Projekts um Alexander Korenkov, Tatiana Selivanova (Vanilla Quartz), Jason Kohnen (The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble) und Dimitry El-Demerdashi (Mansur) mit 'Tatyana’s Dream I', 'Tatyanas Letter', 'Tatyana’s Dream II' und 'Tatyana’s Soul' gleich mit vier Tracks in Erscheinung. Wobei es Zufall ist, dass die Sängerin dieser Stücke auch auf den Namen Tatiana hört. Den Ursprung fand "Onegin" in der gleichnamigen Single, die am 06. Juni 2022, dem 222. Geburtstag von Alexander…

Weiterlesen
11.0
Reviews

(58:26, CD, Digital; Fluttery Records, 15.12.2023) Pragmatisch "001" betitelt kommen Suspension Bridge Workshop tatsächlich erst einmal mit ihrem Debütalbum. In der klassischen Trio-Besetzung Gitarre (Michael Bouvet spielt nebenbei noch bei Arms Of Tripoli), Bass und Gesang haben sich die Kalifornier dem klassischen Postrock der 90er, also den von Bands wie Slint, Tortoise und Karate gespielten, verschrieben, mäandern sich aber mit ihren clever angelegten Instrumentals schon einmal an die Gestade progressiven Rockens, ambitionierten Riffings oder opulent ausstaffierten Cinematic Rocks. So schlicht der Albumtitel auch ist, so tragen die einzelnen Titel doch überaus fantasievolle Namen wie 'This Is Not A Math Rock…

Weiterlesen