
Progressive Electronica • Ambient • Shoegaze • Drone Pop •
(42:07; Vinyl, CD, Digital; Warp Records; 01.05.2026)
Es gab in den frühen bis mittigen Neunziger Jahren eine kreative und spannende Hochzeit in Sachen progressiv-atmosphärischer Electronica und vor allem stand das berühmte Warp-Label für viele Qualitäts-Releases im experimentellen Bereich eben dieser.
Autechre mit "Incunabula" oder die frühen Aphex Twin mit "Selected Ambient Works" waren Meisterwerke ihrer Gattung.
Ich konnte mich daran seinerzeit nie richtig satt hören und die Londoner Seefeel waren mit "Succour" (dem zweiten Longplayer) und einer wesentlich elektronischeren Gangart als noch zu Debützeiten eine weitere Perle im Warp-Stall.
Nun, über bald 30 Jahre später gibt es nach zwei Mini-Alben zuletzt wieder mal ein kompaktes Album, wenn auch nur knapp über 40 Minuten. Es braucht bei dieser Art Töne/Sequenzen nicht viel und die Zeitreise darf beginnen, sind Bands wie Seefeel doch sofort mit ihrer ganz eigenen Soundakrobatik identifizierbar.
Ein Hauch Drone Pop und Shoegaze gibt dem ganzen immer dieses sehr individuelle im Klang, erinnert mich auch gerne an weitere Klassiker wie Locust, Scala – Projekte eines Mark von Hoen, die bis heute ebenfalls Klassiker der melancholischen Electronica/Pop darstellen.
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Verschachtelt und progressiv verspielt – mit dieser Art Nebelschwaden als Sound-Fundament – driften die Londoner durch diese Rille, als hätte es die letzten 30 Jahre nie gegeben. Ich möchte dies als absolutes Kompliment verstanden wissen, weil: dieser Sound, diese Art Electronica als organisch kreativen, nah am Dream/Shoegaze Pop agierend, fand man so in den letzten Dekaden eher selten bis überhaupt nicht.
Butterweiches Flimmern in Songs wie 'Falling First' oder der Trip in 'AM Flares' nehme ich mit weit offenen Armen entgegen, brauche hier auch keine Revolution in Sachen moderner Sound-Stilistika. Stattdessen freue ich mich genau über dieses audiophil experimentelle Design, dieses Back To The Roots abseits aktueller Drone-Stereotypen.
Bands wie Seefeel, Autechre, Solar Quest mit ihrem wundervollen "Orgship" empfinde ich auch heute noch als außerordentlich originelle nostalgische Ambient/Electronica Klassiker und mit dem überschaubar langen "Sol.Hz" gibt es ein feines Longplayer-Comeback der Briten.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Beats International zur Verfügung gestellt.


