
Space Rock/Pop • Vintage Kraut Rock
(41:50; Vinyl, CD, Digital; Chimp Limbs Records; 05.06.2026)
Konnten die Vorgänger stets begeistern – sind der komprimierte, meist treibende Sound der Band auch wahnsinnig eingängig und schnittig – weiß man auch mit der fünften Rille "Ruin Everything" diesen längst eigenen Stilmix mit poppiger Attitüde zu bestreiten. Acht Songs mit Längen zwischen drei und sieben Minuten kommen wie eh und je auf den Punkt.
Wer die Vorgänger mag, wird sich hier schnell an bekannten Drehorten wiederfinden. Überraschungen bringt dies eher weniger mit sich, dafür weiß die Qualität innerhalb der Songs ohne weiteres jedes Qualitätsmerkmal der Schweden zu unterstreichen.
Man bleibt also bei seinen Leisten und liefert Gewohntes auf hohem Niveau ab. 'Hökvind' ist ein geiler Opener, sieben Minuten stoisch, immer etwas mehrstimmig arrangiert, dichte Grooves und die Hypnotik des guten Krautrock.
'Artificial Sunlight' klingt auch genauso – etwas Sunshine 60's-Pop, Psychedelia und wieder ein durchgehend trippiger Groove. Dass die Schweden musikalisch immer mit nem halben Bein in klassischen Pop-Strukturen agieren, gibt dem Sound eh schon immer diese schwer eingängige Aura. 'Nån Annan Dag' ist dann die Kirsche auf der Sahne oder so, hymnische Harmonien wie bei meinen schwedischen Helden von Kent. Man ist hier schon sehr weit draußen, fast schon klassisch im alternativen Rock/Pop angekommen. Tolle Gitarren-Leads und wehmütige Hooks zuhauf..großartig.
'Time Is A Killer' hat dann auch so ein Main Riff, alles mehr Pop als klassischer Psych Rock. Waren die Landsleute von Gin Lady bei ihrer letzten Rille "Before The Dawn Of Time" schon sehr nah am Seventies Classic Pop/Rock, gehen Les Big Byrd hier und da sogar noch 1,2 Schritte weiter. Passend zum Sommer macht das Laune, ist nicht innovativ, aber bietet in der Zusammensetzung der Sounds schon ein eigenes Setting.
Der instrumentale Titelsong schrammelt dann wieder mit feinem heavy Fuzz auf den Gitarren, dicht arrangierten Drum-Grooves, vielen sphärisch-kosmischen Synth-Effekten und hebt einfach gut ab. Trippy und lässig Vintage geht's dann im siebenminütigen 'Big Flood' mit Harmony Vocals, sommerlicher Melancholie und feiner Melodik zur Sache. Schwer eingängig greifen auch hier diese Pop-Harmonien ins Geschehen ein, sodass der Sound moderner Neo-Psych-Indie-Bands ein nicht zu leugnender Einfluss sind. 'Searchlight' ist ebenfalls leichtfüßig und viel Hall und spacige Melodik tun ihr übriges.
Kurzum, ein stimmig, kurzweilig arrangiertes Album mit vielen schönen Hooks, leichtfüßig sommerlichen Arrangements und generell viel Licht im Sound.
Bewertung: 12/15 Punkten
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bandcamp. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Surftipps:
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Abbildungen: Les Big Byrd/Bandcamp

