Cinematic Post Rock • Progressive Rock/Metal • Instrumental
(54:00; Vinyl, CD, Digital; Dunk!Records; 26.06.2026) Die zwei bisherigen Alben der Londoner Million Moons habe ich so nicht mehr auf dem Ohr, wahlweise Schirm. Die Musiker fahren richtig dick auf, servieren ihren sehr atmosphärischen, epischen Instrumental-Rock/Metal mit ordentlich Widescreen, so dass an mancher Stelle kein Auge trocken bleibt.
Irgendwo zwischen bombastischem Devin Townsend Pomp, modernem Prog Metal siehe Vola u.ä. und dem typischen Melancholie-Bad klassischer Postrock-Größen weiß die knappe Stunde mit viel Dramatik in den meisten Momenten maximale Wirkung zu erzeugen.
Cineastisch bis ins letzte Detail ausformuliert wissen die Briten mit wunderschönen leisen Passagen und rifflastigem Bombast ihre Bandbreite zu definieren. Die instrumentalen Songs sind detailverliebt und wissen dem Genre mit viel Kreativität und Spielfreude einen qualitativ starken Zuwachs hinzuzufügen.
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'Titan Of The Deep' macht allein schon mit dem Namen des Titels klar, hier wird geklotzt im Opener und die neun Minuten bauen einige Kathedralen von Sounds hoch – versprochen! Ein sehr starker, filmisch präsenter Einstieg mit dicken Riffs, majestätisch cineastischem Teppich – alles schön in die Breite driftend, so mag ich das.
Rührt alles unmittelbar an den Synapsen, dicht und monumental heavy – gleichzeitig sphärisch und melancholisch sanft mit akustischen Elementen. Die flimmernden, flirrend filmischen Sound-Frequenzen ergänzen sich harmonisch zu den plinkernden, tragischen Postrock-Passagen. Richtig düster wird's nicht, eher bildhaft schön, episch, progressiv/tänzelnd schwingt man in unterschiedlichen Nuancen von Ast zu Ast.
Trotz der schieren Power bekommen die weichen verspielten Drums immer wieder Räume, die dann in stürmisch-hymnischen Abschnitten in passend, typischer Genre-Rezeptur zubetoniert werden. 'Last Days Together' beschreibt auf sehr berührende, emotionale Weise den Abschied vom Weggefährten des Haupt-Songwriters Edward Thompson, seinem geliebten Labrador. Diese kleinen Geschichten definieren diese Platte – ständig schwingt das Pendel zwischen zerbrechlicher Anmut und mächtig gewaltigen Bergen von majestätischer Heavyness.
Als Fan der Materie kann trotz der komplexen Strukturen, der umarmenden dramatischen Melodik sofort alles vollumfänglich aufgesaugt werden. Emotionen sind auch auf diesem Album der Schlüssel und die instrumentale Reise trägt, lässt man sich darauf ein. Das perlend fragile Intro zu 'Black Sun Rising' erinnert mich positiv an die filmisch, verwaschene Schwärmerei meiner Lieblinge von Hammock. Irgendwann treiben eine liebliche Piano-Melodie und mahlende, progressive Drum-Strukturen den Song in die Dynamik, in die aufrechte Position und mit breiten Schultern greift dieses Kraftpaket unnachgiebig nach einem. Man muss Bombast und Epik lieben, dann darf einen diese Platte mit aller Macht verschlingen.
Nach Score klingend rollt und marschiert 'Thundering Footsteps', hat in seiner stimmungsvollen Schönheit einiges von den Japanern MONO, nur dass der Ansatz hier mehr instrumental-proggy, metallisch-orchestral funktioniert. 'Secret Histories' prescht dynamisch und powerful ins Licht, so finde ich überhaupt, haben die Londoner immer viel gleißendes Licht in ihren Strukturen, Arrangements und Melodien. Mit stimmig akzentuiertem Saxophon schmeichelt und streichelt 'Memories Of A Past Life' erstmal die Sinne. Piano und spannende Steigerung Richtung metallisch kraftvollem Crescendo macht auch aus diesem Song ein aufwühlendes Monument.
Ein wirklich dicker majestätischer Klotz, dieses Album, und wer auf große Melodien, filmische Melancholie, lange Songs, massive Gitarren-Wände, Epik und Pathos steht, der teste dieses breit aufgestellte Postrock/Metal-Album bitte an.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Abbildungen: Million Moons/Bandcamp


