Progressive Doom Metal • Atmospheric Rock
(47:07; Vinyl, CD, Digital; Reigning Phoenix Music; 18.09.2026)
Die "Celestial"-EP war ein feiner Wink Richtung Zukunft, und mit "Obscured Horizons" setzen The Eternal genau an dieser Schnittstelle zu weiteren Hochmomenten an. Düstere Themen sind natürlich weiterhin das Fundament der Band.
In einer Welt voller Schatten, Masken und ständiger emotionaler Erosion versucht die Band trotzig, ins Licht zu gehen, und diese offenen Nuancen finden sich in einem deutlich erweiterten Dynamik-Spektrum wieder.
Einiges mehr an rockigen Parts und melodisch-hymnischen Einflüssen wird man auf dieser neuen Rille gewahr, und nach einigen Durchgängen entpuppt sich die Platte als frohlockend dauerhafter Ohr-Schmeichler. Ich musste dank der progressiven 70s-Synths, des abwechslungsreichen Spiels zwischen melodischem Rock und dramatisch-düsterem Metal nicht nur einmal wieder an Amorphis denken.
Gerade deren letzte, eher harmonisch-weiche Rock-Rille darf hier als Querverweis herangezogen werden. Dass mit Niclas Etelävuori am Bass und Jan Rechberger an den Drums Musiker ebendieser im Bestand sind, sei ruhig noch mal erwähnt, denn diese Einflüsse sind bei The Eternal nicht ganz unerheblich.
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Grundsätzlich bleibt man fast ohne derbe Vocals, die weniger harten Riffs sind oftmals näher am atmosphärischen Dark Rock, man schiebt aber regelmäßig progressive, schwere Parts ins Geschehen, ohne den Fokus auf emotionale, stimmungsvolle Melodien mit künstlicher, unnötiger Aggression zu pushen. Sänger Mark Kelson hat einfach die passende, eher sanfte, gefühlvolle Stimme, und diese prägt den melancholisch-kraftvollen Sound von The Eternal.
Ob episch, schwermütig und balladesk oder griffig nach vorne rockend, alles ist gut ausbalanciert und die Platte lebt von diesen Dynamiken. Ein weicher Drum-Sound, viele schöne elegische Parts, ein oftmals schwebender, engmaschiger Flow lassen die rockig-metallische Progressivität gleichermaßen Freunde des Dark Metal, aber auch den etwas progressiver ausgerichteten Hörer mit ruhigen Kontrasten einiges zum Entdecken finden.
Nach vorne peitschende Songs wie 'Existing To Expire' stehen klar in der Tradition des melodischen finnischen Dark Metal wie Sentenced oder Charon, schwermütig-ruhige Schlenker wie das emotionale 'Colours Fade', 'I've Seen the Dreams' und vor allem der Abschluss 'Awaken' zeigen die sensible, etwas vertrackte Seite der Band.
Hier spielt der Sänger seine Qualitäten vollmundig aus, ergänzende mehrstimmige Vocals versüßen das Ganze zusätzlich. 'Yesterday's Gone' hat noch diesen Hauch orientalischer Melodik, den frühere Releases um ein Vielfaches mehr aufboten. Hier und da zeigt die Band Zugeständnisse in Richtung mainstreamiger Rock-Elemente, ohne sich auch nur eine Sekunde dabei zu verkaufen.
Ich liebe 'Harmony Breaks' mit seiner ausladend rockigen Intensität und den schönen Arrangements/Melodien. Ein Paar echt große Momente ohne jegliche Ausfälle machen aus "Obscured Horizons" ein richtig starkes Event, bei dem hier und da auch Floyd'sche Parts und symphonische Elemente um die Ecke schauen.
Bewertung: 12/15 Punkten
Tracklist:
01. Lament For The Hollow (05:04)
02. Existing To Expire (04:10)
03. Colours Fade (04:59)
04. Harmony Breaks (05:05)
05. I’ve Seen The Dream (04:14)
06. Liminality (06:59)
07. Obscured Horizons (05:11)
08. Yesterday's Gone (05:13)
09. Awaken (06:07)
Besetzung:
• Mark Kelson – Guitars & Vocals
• Richie Poate – Lead Guitar
• Niclas Etelävuori – Bass Guitar
• Jan Rechberger – Drums & Percussion
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