The one and only International Kneipen-Psych!
Go Mahhh? Sächsisch für Koma? Oder eine abgewandelte Form von Gomorrha? Fragen über Fragen, welche die Veröffentlichung des Debüts „Doppelgänger“ begleiten. Selbst beschreibt das Kollektiv seinen Stil mit "International Kneipenpsych aus Berlin". Womit das mit dem Koma durchaus Sinn ergibt. Der „Doppelgänger“ nun gebärdet sich als zugedröhnter Fuzzkopp, der über transzendente Nahkoma-Erfahrungen verfügt. Womit wir eigentlich schon mittendrin sind…

Bandpics © Klara Ferrara
Der ursprüngliche Name und die Schreibweise lauten eigentlich „Go Maith“ – Irisch (Gaeilge) für "gut" oder "großartig" –, aber wir mussten den Namen in die phonetische Schreibweise "GO MAHHH" ändern, da er ständig falsch ausgesprochen wurde. Dadurch wurde er zu etwas ganz Eigenständigem.

Nach ihrem Einstieg entwickelte die Band einen neuen Sound; genau deshalb trägt das Album den Titel „Doppelgänger
Es scheint, dass sich die Band während der Aufnahmen zu „Doppelgänger“ umstrukturiert hat, da hier verschiedene Musiker an Bass und Drums zugange sind?
Ja, wir haben die erste Hälfte des Albums mit den ursprünglichen Mitgliedern Cash Hutchinson (Schlagzeug) und Ben McMahon (Bass) aufgenommen, aber – wie das Leben so spielt – kamen uns andere Dinge dazwischen, sodass sie das Projekt leider nicht zu Ende führen konnten. Wir konnten jedoch andere Freunde für die Band gewinnen: Max Bastian (Schlagzeug) und Leo Ávila (Bass). Beide sind großartige Musiker, die zuvor bereits in fantastischen Bands gespielt haben – Max bei Love’n’Joy und Leo bei Chicos De Nazca. Nach ihrem Einstieg entwickelte die Band einen neuen Sound; genau deshalb trägt das Album den Titel „Doppelgänger“.
Mit eurem Heavy Psych katapultiert ihr die Hörer wahrlich in eine andere Ära. Wo liegen eure Einflüsse?
Wow, so viele... Eigentlich zu viele, um sie alle zu nennen, haha. Beatles, Black Sabbath, Barış Manço, Selda Bağcan, Osees, King Gizzard, Beak, Electric Wizard und viele mehr.
Wie lief das mit Noisolution?
Wir wussten, dass Noisolution einen hervorragenden Ruf genießt – dank unserer Freunde von Tommy And The Teleboys, die ebenfalls bei dem Label unter Vertrag stehen, sowie Jari von Navel, der dort früher veröffentlichte. Damian wandte sich an Max, der schon einmal mit Noisolution zusammengearbeitet hatte. Dieser riet ihm, Arne einfach eine E-Mail mit einigen unserer neuen Songs zu schicken. Arne meldete sich recht schnell zurück und lud uns zu einem Treffen ein, um über eine mögliche Veröffentlichung zu sprechen.Seitdem haben Arne und Gundula unglaublich viel für uns getan, und wir sind mehr als glücklich mit der Zusammenarbeit. Das Label hat uns enorm dabei geholfen, neue Hörer zu erreichen, unsere Musik auf CD und Vinyl zu veröffentlichen sowie Rezensionen und Interviews in Magazinen und Online-Portalen wie eben auch ‚Betreutes Proggen‘ zu erhalten. 🙂
„Doppelgänger“ klingt, als würde Hippies Stonerrock machen. Das heißt, die Verbindung aus Transzendentem und Greifbarem verschwimmt. Zufall oder Absicht?
Es ergibt sich ganz natürlich, sobald wir gemeinsam im Proberaum stehen. Wir alle bringen unsere eigenen Geschmäcker und Einflüsse in die Band ein, und das verschmilzt dann zum GO-MAHHH-Sound. Wir probieren ständig Neues aus, um unsere Live-Shows zu verbessern – etwa indem wir neue Zwischenspiele (Interludes) kreieren, die Übergänge zwischen den Songs variieren oder andere Instrumente einsetzen. Unser Ziel ist es, dass das Publikum die Show mit einem besonderen Erlebnis und einer bleibenden Erinnerung verlässt.

Zwischen Jethro Tull (die Querflöte) und AC/DC (der ‚Let There Be Rock‘-Drive auf ‚Mind Assault – The Road‘) ist noch jede Menge Platz für Go Mahhh?
Als Band lieben wir alle diese Art von Sound, und ‚Mind Assault‘ gibt vielleicht schon einen guten Hinweis darauf, in welche Richtung es als Nächstes gehen könnte. Wir lieben es, die Leute zum Tanzen zu bringen und zu sehen, wie sich das Publikum bewegt. Für uns als Musiker gibt es kein schöneres Gefühl. Das nächste Album wird also womöglich einen treibenderen, härteren und tanzbareren Sound haben – natürlich gespickt mit einigen weiteren Überraschungen.
Auffällig bei euch (das fiel tatsächlich auch bei der Saalepartie auf) ist, dass ihr in einem auf Instrumental ausgerichtetem Genre auf Vocals setzt. Wie wichtig sind die Texte für euer Konzept?
Ich genieße das Schreiben der Songtexte tatsächlich sehr. Man kann sich wunderbar darin verlieren, eine Geschichte zu erschaffen. Ein Beispiel dafür ist unser Song ‚Blood Transfusion‘: Er handelt von einem Vampir mit Kater, der auf der Suche nach einem ‚Konterblutbier‘ ist – eine ziemlich abgedrehte Idee, die aber großen Spaß gemacht hat. Wir haben diese Idee sogar in einem Musikvideo umgesetzt, das wir in einer unserer Stammkneipen gedreht haben – dem Café Linus in Rixdorf, Neukölln. Ein riesiges Dankeschön an das Team dort, das uns bei der Umsetzung geholfen hat! Schaut euch das Musikvideo unbedingt mal an!
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Was genau ist eigentlich ‚International Kneipen-Psych‘?
Es ist gewissermaßen ein erfundener Begriff, der aber durchaus einen wahren Kern hat. Wir waren auf der Suche nach einem einzigartigen Genre, um unsere Musik zu beschreiben. Einige unserer liebsten Auftritte haben wir in Kneipen gespielt, da es dort meistens heiß, laut und wild zugeht.Außerdem haben wir als Band nach gemeinsamen Konzertbesuchen in Berlin oft bis in die frühen Morgenstunden die Jukebox einer Kneipe bedient und alles Mögliche gespielt – von Outkast bis Metallica. Wir fühlen uns also eng mit der Berliner Kneipenkultur verbunden, und genau daher stammt dieser Begriff.
Wie kam die international besetzte Band zusammen? Lassen sich diesbezüglich die dezenten worldmusikalischen Einflüsse erklären?
Wir leben alle in Berlin – einer sehr internationalen Stadt –, daher hat sich das ganz natürlich ergeben. Wir besuchten dieselben Konzerte und Bars. Tatsächlich habe ich Damian und Max unabhängig voneinander in derselben Nacht im Jahr 2021 kennengelernt – ein ziemlicher Zufall. Ich war bei einem Festival in der Kulturbrauerei und traf draußen zufällig auf Max. Er lud mich ein, mir den Auftritt seiner Band (Hello Pity) oben im Veranstaltungsraum anzusehen, und seitdem sind wir befreundet. Damian traf ich später am selben Abend vor der 8mm Bar, weil wir beide ein rotes Hemd trugen sowie lange Haare und einen Schnurrbart hatten (quasi Doppelgänger, haha). Es stand also wohl in den Sternen, dass wir uns alle kennenlernen würden!
Überwiegen bei euch Improvs/Jams oder "Kompositionen"?
Das kommt wohl darauf an. Meistens bringe ich eine Idee, ein Riff oder eine Melodie mit und stelle sie den Jungs vor, und dann arbeiten wir alle gemeinsam daran. Jedes Mitglied bringt seine eigenen Ideen, seine Einzigartigkeit und seinen Stil ein, bis daraus der „GO MAHHH“-Sound entsteht. Es ist eine echte Teamleistung und ein Prozess, der viel Spaß macht! Wobei wir uns manchmal auch in 20-minütigen Jams verlieren, haha.

Surftipps zu Go Mahhh:
• Linktree
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Das Pressematerial wurde uns mit freundlicher Unterstützung von Noisolution zur Verfügung gestellt.

