Ambient-ish Post Something •
(40:00; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 24.04.2026)
Ein gleichzeitig sehr intimes, aber auch opulentes Universum ist dieses neue Pelagic-Gewächs und hebt sich in Sachen schwebender Elektronik und Nähe zum alternativen Pop schon entspannt vom restlichen Label-Programm ab.
Der Londoner Musiker Pete Lambrou nennt seinen Stil selbst "Ambient-ish Post Something" und ja, dies passt hervorragend, verschwimmen die Einflüsse bei VLMV zu einem ästhetisch, sehr eigensinnig schönen Sound-Gewächs.
Sehnsuchtsvoll feingliedrige Vocals, ein stetes Zusammenspiel aus Ambient, sehr sphärischem Elektronik Pop, wunderschöne Synth-Flächen, ein subtiler, aber erlebbarer Groove/Beat oder hintergründiger Loop – der viele der Tracks nicht zu verweht und still erscheinen lässt – sogar eine vorsichtige Nähe zum anspruchsvollen Pop erheben dürfte ('In Absentia').
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Der Titel des Albums ist einem Gedicht von Sara Teasdale (1918) entliehen, die sich dann zusätzlich auch in einer Kurzgeschichte von Ray Bradbury niederschlägt. Das Bild einer menschlichen Zivilisation, die sich in Auflösung befindet, einer Welt die mit ihrem technischen Fortschritt oft eher gegen sich selbst und die Natur gerichtet ist, als vernünftigerweise eine Symbiose herzustellen.
Der Musiker selbst spricht davon, einen spielerisch-kreativen Zugang mit all der Elektronik, den Synthesizern und Möglichkeiten gesucht zu haben und ja: dieser Sound ist wundervoll, fantasievoll, versponnen, spannend, mal symphonisch, orchestral, dann minimal, leise, mit sanften Grooves, Flächen und tiefer Melancholie/Sehnsucht hantierend.
Indie-Electronica, Modern Classical und ambiente Post-Mechanismen werden zu einer sehr eigenen Ausdrucksform, die mit den zerbrechlichen Vocals von Mastermmind Pete Lambrou ihr stetes Zentrum generieren. Ich fühlte mich hier und da an die Solo-Arbeiten eines Thom Yorke (Radiohead) oder Jonsi (Sigur Rós) erinnert. Etwas Moby-Traurigkeit dank der sphärischen Pop-Elemente und meine schwedischen Wave-Lieblinge von den Northern Territories sind einfach nur zusätzliche Orientierungspunkte.
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Minimale Strukturen, sanfte Streicher, driftend, etwas verwehte Synth-Loops, warme, perlend-organische Beats lassen diese sehr intime Musik fließen, schweben, träumerisch dahingleiten und man kann diesen fast kammermusikalischen elektronischen Sog vollumfänglich umarmen. Mit Prog hat dies alles natürlich nichts am Hut – Nischen-Enthusiasten und Freunde sämtlicher Post/Electronica-Stilistik finden in VLMV ein mögliches Kleinod in 2026.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.

