Eunoia – Psyop Of The Year

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Eunoia - Psyop Of The Year (Nefarious Industries, 01.04.22)(31:12; CD, MC, Digital; Nefarious Industries, 2022)
Der Mathcore war schon immer ein Genre, das durch seine musikalische Vielfalt bestochen hat. Oder sollte man sagen, eine Musikrichtung, von der die meisten bis heute gar nicht wissen, für was sie eigentlich steht? Denn technisch, brutal und dissonant kann man auf mannigfaltige Art und Weise sein. Ein Faktum, das besonders deutlich wird, wenn man sich die bekanntesten Vertreter des Genre ansieht. Denn Between the Buried and Me, Car Bomb, Converge, The Dillinger Escape Plan, Protest The Hero oder auch Rolo Tomassi sind ihrem Wesen nach doch sehr unterschiedlich.
Ob es da wirklich hilfreich ist, wenn eine Band der Eigenbeschreibung neben Mathcore noch ein weiteres Genre hinzufügt, kann daher bezweifelt werden. Vor allem, wenn diese Klassifizierung mit einer völlig neuen Stilrichtung daherkommt: Blackened Grunge.

Dass eine Band wie Eunoia, die sich genau diesem Genre-Mix verschrieben hat, dann letztendlich bei Nefarious Industries ihr zu Hause gefunden hat, ist da nicht wirklich verwunderlich. Denn das US-amerikanische Label ist bekannt dafür, Bands unter seine Fittiche zu nehmen, die, drückt man es vornehm aus, etwas anders geartet sind als der Durchschnitt. Eine Plattenfirma, die reicher an Überraschungen ist als eine Pralinenschachtel. Denn bildlich gesprochen findet sich neben feinsten Kreationen der musikalischen Chocolatiers auch immer wieder Experimentelles wie gekochter und mit Schokolade überzogener Rosenkohl.
Dass es auch leckere herzhafte Rezepte mit Schokolade gibt, steht außer Frage. Wie vielen Hörern die Rosenkohl-Rochers von Eunoia jedoch schmecken werden, das steht in den Sternen.
Ungewohnt und durchaus interessant ist es nämlich allemal, was das Trio bestehend aus Logan Nichols, Bryce Aasen und Ian MacAdam auf “Psyop Of The Year” veranstaltet hat. Disharmonische, oft schleppende Grooves, die mehr Jazz-Rock als Metal sind, doch durch das nervöse Schlagzeugspiel und die verzerrten Gitarren eine aggressive Wirkung entfalten. Hinzu kommt ein Gesangsstil, der zwischen Grindcore und Black Metal liegt und das Ganze tatsächlich immer wieder mit der dreckig-rebellischen Ästhetik des Grunge unterlegt. Eine experimentelle Tour de Force die nur wirklichen Gourmets schmecken dürfte.
Bewertung: 8/15 Punkten

Besetzung:
Logan Nichols
Bryce Aasen
Ian MacAdam

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Eunoia – Psyop Of The Year

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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