Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky

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(51:18, CD, Vinyl, Digital, InsideOut Music/Sony Music, 2021)
Nachdem Steve Hackett in den letzten Jahren seine Genesis-Historie ausgiebig würdigte, doch begleitend auch immer wieder Studio-Alben mit eigenem Material veröffentlichte, geht es nun nach recht langer Zeit weitgehend wieder zurück in den intimen Rahmen eines Akustikalbums. Nicht ganz unschuldig ist sicherlich daran auch das derzeitige brach liegende Konzertgeschehen, sowie die beschränkten Möglichkeiten dafür, im kompletten Bandkontext ins Studio zu gehen.

„Under A Mediterranean Sky“ unternimmt ganz dem Album-Namen folgend, einen klanglichen Streifzug durch die Mittelmeerregionen, in warme, südliche Gefilde und wurde durch diverse Reisen des Künstlers in jene Gefilde inspiriert. Doch im Gegensatz zu früheren Alben bestimmen zwar verspielten akustischen Gitarrenklänge den Sound des Albums, doch tritt gelegentlich orchestrale Untermalung dazu, was UAMS einen deutlich sinfonischeren, klassischen Anstrich verleiht. Die rein instrumentalen Arrangements werden in erster Linie von besinnlichen, verträumten Stimmungen getragen, dienen perfekt als imaginative Urlaubsreise.

Besonders der von der Insel Malta inspirierte Album-Opener ‚Mdina (The Walled City)‘ setzt vermehrt auf den Kontrast zwischen vollem, dramatischen Breitwandsound und sparsamer Gitarrenmelodien, wirkt stellenweise wie ein Soundtrack zu einem klassischen Sandalenfilm. Gleichfalls greift Steve Hackett die unterschiedlichen Kulturen des Mittelmeers auf und verbindet Flamenco-Elemente (‚Andalusian Heart‘) mit arabischen Einflüssen (‚Sirocco‘), unternimmt thematische Ausflüge von französische Regionen aus (‚Joie de Vivre‘) über die kroatische Küste (‚Adriatic Blue‘) bis in griechische Gefilde (‚The Memory Of Myth‘). Zudem ist mit dem aus dem 18.Jahrhundert stammenden ‚Scarlatti Sonata‘ eine Interpretation des italienischen Komponisten Giuseppe Domenico Scarlatti vertreten. Bei dem schwungvollen ‚The Dervish And The Djin‘ werden als inhaltlicher Gegesantz dann die Geister aus der Flasche entlassen und wesentlich mehr Expressivität geboten.

Das Werk entstand in enger Zusammenarbeit mit seinem langjährigen musikalischen Partner Roger King, der sich neben den Keyboards und der Programmierung vor allem um die orchestralen Arrangements kümmerte.

Desweiteren verfeinern folgende Musiker die Klangexkursionen:
John Hackett – Flöte
Malik Mansurov – Tar
Arsen Petrosyan – Duduk
Christine Townsend – Violine
Rob Townsend – Saxophon.

Wer bereits andere Akustikalben von Hackett schätzt, findet auf „Under A Mediterranean Sky“ eine leicht orchestral aufgewertete Fortsetzung dieses Ansatzes. Hinzu kommen deutliche Einflüsse von World Music aus verschiedenen Kulturkreisen, wodurch ein interessantes Kaleidoskop an Sounds aus dem Süden sichtbar wird.
Bewertung: 10/15 Punkten

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Abbildungen: Steve Hackett / InsideOut Music

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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