Esthesis – The Awakening

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Esthesis – The Awakening (unsigned, 14.11.20)(59:45, CD, Eigenproduktion, 2020)
Da landet doch tatsächlich am Ende des Jahres noch ein Album auf dem Tisch, das direkt den Weg in die eigenen Top 10 für 2020 findet, und das nach gerade mal zwei Hördurchgängen. Die Musik hat also beim Rezensenten gleich gezündet, und dieser Eindruck ist nach weiteren Durchläufen auch bestätigt worden.

Wer ist also Esthesis, dieser wunderbare Newcomer? Die Band stammt aus Frankreich und ist das Projekt des Multiinstrumentalisten Aurélien Goude, der sämtliche Songs geschrieben hat und ihnen seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Dabei wird er von exzellenten Mitmusikern begleitet. Die Besetzungsliste liest sich so:

Aurélien Goude – keyboards / vocals / lap steel guitar / bass guitar
Baptiste Desmares – lead guitar
Marc Anguill – bass guitar
Florian Rodrigues – drums

Mathilde Collet – backing vocals on ‘Still Far To Go’.

Esthesis (Foto: Mathilde Collet)

Der Opener ‘Downstream’ bringt es gleich auf satte 16 ½ Minuten Laufzeit und hat das Zeug zu begeistern. Esthesis bezeichnen sich als beeinflusst von britischem Prog Rock der Siebziger, Filmmusik, Ambient, Metal, Pop – und genau das setzen sie hier auch in ihrer eigenen Handschrift um. Es sind von Pink Floyd beeinflusste Passagen zu hören, die Stimme des Hauptprotagonisten ist eher sanft und warm und passt perfekt zu den in englischer Sprache vorgetragenen Songs. ‚Downstream‘ ist melodiös, atmosphärisch, abwechslungsreich und mit Liebe zum Detail ausgestaltet. Wie auch auf so manchem darauf folgenden Song spielt das Klavier eine wichtige Rolle, doch gerade die Tastenarrangements sind vielfältig. Ohne jemals überladen zu wirken, spielen die Tasten eine dominierende Rolle. Da kommt dann unter anderem ein Mellotron ins Spiel. Und auch das Wechselspiel zwischen sehr leisen und atmosphärischen Abschnitten und flotteren Passagen funktioniert hier exzellent. Spätestens mit dem anschließenden Song, dem 8 ½ minütigen ‚No Soul To Sell‘ kommt dann auch ein weiterer Einfluss zum Tragen: Steven Wilson. An manchen Stellen erinnert es sogar in Stimmung, Atmosphäre und Aufbau an das Meisterwerk „Hand.Cannot.Erase“!

Und so geht es auf diesem Album weiter mit beeindruckenden Kompositionen, die das enorme Potenzial dieser Formation belegen und Fans oben genannter Anhaltspunkte anrät, sich mit dieser Band mal auseinanderzusetzen. Es lohnt sich!

Es sei noch angemerkt, dass “The Awakening“ gar nicht mal das Debütalbum der Franzosen ist. Ein Jahr zuvor haben sie bereits eine hörenswerte EP mit dem Titel „Raising Hands“ herausgebracht, die es auf immerhin rund 35 Minuten Spielzeit bringt, was bei manchen Bands schon als Full-time Album durchgeht. Spätestens mit „The Awakening“ sollte die Zeit aber vorbei sein, dass einem eine derart talentierte Band aufgrund völliger Unkenntnis durch die Lappen geht. Sie sind zweifellos auf einem sehr guten Weg und man darf noch so Einiges von ihnen erwarten. Und als erster Schritt sollte sich mit diesem Album der Name Esthesis in der Prog-Szene ‚rumsprechen. Und sie werden sich etablieren!
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 11, JM 13, KR 12)

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Abbildungen: Esthesis

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Esthesis – The Awakening

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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