ArtPop • Jazz Rock • Avantgarde
(38:59; CD, Digital; Eclipse Music; 08.05.2026)
Elifantree – eigenwilliger Name, der auf diesen Seite bisher auch noch nicht aufgetaucht ist. Dabei hätte es schon genügend Gelegenheiten dazu gegeben, schließlich ist dies nicht ihr Debütalbum. Das erschien nämlich bereits 2010 unter dem Titel "Love & Trees". Mittlerweile ist man bei Album Nummer Acht angelangt. Da sollte also dringend mal Abhilfe geschaffen werden, zumal es sich bei dieser finnischen Formation um eine ausgesprochen einfallsreiche Band (im Wesentlichen ein Duo) handelt.
Im Opener ‚Mantra‘ werden gleich mehrere Dinge deutlich. Einfache Kost ist hier nicht zu erwarten, doch trotzdem schmeicheln sich hier sehr interessante Ideen in die Gehörgänge, zumal mit Anni Elef eine ausgesprochen kompetente Sängerin zu erleben ist, die angesichts des Eröffnungstracks erst einmal in die Jazz-Schublade gesteckt würde. Die Arrangements von Pauli Lyytinen machen aber auch schnell klar, dass eine Kategorisierung des Trios (vervollständigt durch Drummer Olavi Louhivuori) nicht gerade leicht fällt. Jazz meets Prog meets Avantgarde meets Artpop vielleicht? Auf jeden Fall sehr spannend. Und wie mag es wohl weitergehen?
Auf jeden Fall unkonventionell. Der Gesang ist wieder recht eigenwillig, wobei es gar einen kleinen Ausflug Richtung Gilly Smyth (Gong) gibt. Erneut spielen die Tasteninstrumente eine tragende Rolle, später kommt ein wildes Saxophon hinzu. Selbiges kann aber auch sehr zart ins Spiel gebracht werden wie im direkt darauffolgenden Titelstück, bei dem ein eingebauter Marimba-Sound für ein zusätzliches Extra sorgt.
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Danach dann der (mit knappem Vorsprung) längste Song des Albums, der genau das nicht ist, was der Titel andeutet, nämlich ‚Uncool‘. Ganz im Gegenteil, toller Artpop mit vielen kleinen Details, dazu zählt auch der Einsatz des EWI (elektronisches Blasinstrument oder „Blaswandler“). Das klingt bisweilen etwas wüst, doch geht dann plötzlich und völlig überraschend in einen fantastischen Schlussteil über, der durch Orgel und Saxophon klingt wie Van Der Graaf Generator zu besten Zeiten. Toll!
Das abschließende ‚Reminiscence‘ startet mit Mellotronflöten, es folgt Gesang, der ein bisschen an Kate Bush erinnert – das Ganze recht ruhig und bedächtig und schöner Kontrapunkt zu vorangegangenen etwas wilderen Ausflügen.
Elifantree – eine Band, die voller Überraschungen steckt!
Bewertung: 12/15 Punkten
Tracklist:
- Mantra (5:27)
- Louder Love (7:38)
- Florescence (5:30)
- Uncool (7:39)
- Papersky (2:37)
- Chiang Mai (4:02)
- Reminiscence (6:01)
Besetzung:
• Anni Elef - vocals / synthesizers
• Pauli Lyytinen - saxophone / EWI / effects / mellotron / drum machine
• Olavi Louhivuori - drums
Surftipps:
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Abbildungen: Elifantree


