Laura Piazzai & Clive Nolan – From The Outside In

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(58:40, CD, Eigenpressung/ Just For Kicks, 2019)
„From the Outside In“ ist ein weiteres Album des britischen Keyboarders Clive Nolan, welches er gemeinsam mit der italienischen Sängerin Laura Piazzai aufgenommen hat. Den meisten dürfte Nolan kein Unbekannter sein, so sind seine Aktivitäten, vielfältigen Projekte und Bandmitgliedschaften (u.a. Pendragon, Arena, Shadowland, Caamora, Strangers on a Train) doch seit Jahren ein fester Bestandteil der Progressive Rock Szene. Nun konnte es sich der gute Clive zum wiederholten Male nicht verkneifen, erneut außerhalb seines sonst üblichen Betätigungsfeldes aktiv zu werden. Musicals oder opereske Werke sind ebenfalls ein Bereich, in dem er mit weiteren zum Teil namhaften Künstlern seine Ideen umzusetzen versucht. Die Nolan Kenner werden sich u.a. an seine Produktionen mit Tracy Hitchings sowie Agnieszka Świta erinnern. Als Beispiele hierfür sind das 2017 veröffentlichte Boxset „King’s Ransom“, aber auch die früheren Veröffentlichungen wie „She“ und „Alchemy“ zu nennen.
Was die aktuelle Veröffentlichung betrifft, könnte die Kombination aus italienischer Rockröhre und dem Master of Prog ein interessantes Erlebnis sein, zumal Komponist und Arrangeur Clive Nolan bei seinen Projekten schon für die ein oder andere Überraschung gesorgt hat, allerdings leider nicht immer mit großem Zuspruch.

Wer jetzt komplett neues Songmaterial erwartet, dürfte etwas enttäuscht sein, da „From the Outside In“ in erster Linie eine Sammlung älteren Materials ist, welches von Clive umgeschrieben bzw. neu arrangiert und von Laura auf ihre Weise interpretiert wurde. Ergänzt wurde die Produktion durch einige speziell für dieses Album komponierte Songs. Namhafte Gastmusiker, wie Bassist John Jowitt (Ark, IQ, Frost*, Arena, Jadis, Neo ), Gitarrist Mark Westwood (Shadowland) und Gitarrist Karl Groom (Threshold, Shadowland, Strangers On A Train) verstärken u.a. dabei das Duo Piazzai und Nolan. Bleibt die Frage, warum Nolan nun alten Wein in neuen Schläuchen anbietet, zumal dieser bekannterweise nicht unbedingt dann besser mundet? War es vielleicht die Intention, einer bislang nicht so im Blickfeld und Bekanntheitsgrad stehenden Sängerin eine Plattform zu bieten? Gut, das ist jetzt nicht zu klären. Bleiben wir bei dem Dargebotenen. Unterm Strich ist es nicht viel Neues und lässt sich bei einem Stilmix zwischen Melodic Rock, AOR, Neo Prog, Rock, Pop, Mainstream und auch Musical einordnen. Alles in allem schon mehrfach woanders gehört und das häufig mit vielversprechenderen Kompositionen. Natürlich sorgt Nolan für eine ordentliche Produktion, die sicherlich seinen eigenen Qualitätsansprüchen gerecht werden mag, ob das allerdings für eine Kaufentscheidung ausreicht, müssen seine Fans entscheiden. Wer in der Vergangenheit an den Altproduktionen mit Tracy Hitchings Gefallen gefunden hatte, darf es gerne auch hier versuchen. Was den Gesang der Künstlerin betrifft, dürften die Meinungen wie so oft auseinandergehen, wie immer entscheidet der Geschmack.

Fazit: Mit „From the Outside In“ präsentieren Laura Piazzai und Clive Nolan ein sehr mainstreamiges Abum. Eingängig, gefällige Titel, die trotz ordentlicher Arrangements nur wenig Überraschungsmomente aufweisen und daher leider nicht zwingend haften bleiben. Da muss jeder Fan für sich selbst entscheiden, ob er seine Sammlung damit erweitern möchte. Wer den Stilmix aber mag und sich ohne musikalische Höhenflüge unterhalten lassen möchte, der wird sicherlich an diesem Album Gefallen finden.
Bewertung: 8/15 Punkten

Besetzung:
Laura Piazzai – Vocals
Clive Nolan – Keyboards, Orchestration

Gastmusiker:
John Jowitt – Bass
Mark Westwood – Acoutic Guitars, Electric Guitars
Karl Groom – Electric Guitars
Andy Sears (Twelfth Night) – Vocals
Scott Higham (ex Pendragon) – Drums
Roberto Barcellini – Acoustic Guitars
Sergio Quagliarella – Drums
Gohan Ince – Bass
Oscar Mapelli – Electric Guitars

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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