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    Du bist hier:Home»Reviews»Clive Nolan - King's Ransom

    Clive Nolan - King's Ransom

    0
    By Horst-Werner Riedel on 3. Mai 2018 Reviews

    (176:16/58:10, 3 CDs + DVD Boxset, Eigenvertrieb/Just for Kicks, 2017)
    Über viele Jahre hinweg drückt der britische Musiker, Komponist und Produzent Clive Nolan der progressiven Musikszene seinen unverkennbaren Stempel auf. Nur eine seiner zahlreichen Stationen seines Schaffens war in den 90er Jahren Strangers on a Train. Parallel und mit deutlich mehr Erfolg wirkt er seit Jahren federführend in diversen populären Bands der Gegenwart mit. Bei diesen handelt es sich im Wesentlichen um Pendragon, Shadowland und nicht zuletzt auch um Arena.
    Der studierte Musiker, der neben Keyboards unter anderem auch Violine, Violoncello und Viola spielt, beschäftigte sich bereits in seinem Hauptstudium mit Komposition, Orchestrierung, musikalischem Arrangement und Dirigat. Beste Voraussetzungen sich vielschichtig mit dem Thema Musik auseinanderzusetzen und sich letztendlich immer wieder außerhalb des progressiven Rocks zu bewegen.

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    Was Nolan dann auch mit seiner Liebe zur Rockoper oder zu Musicals unterstreicht. Unter dem Projektnamen Caamora veröffentlichte er 2008 eine auf dem Roman von Sir Henry Rider Haggard basierte Rock-Oper mit dem Titel "She". 2013 folgte Nolans Musical "Alchemy", diesmal bemühte er keine literarische Vorlage, sondern schrieb sein Libretto sowie die Musik selbst. Mit dem vorliegenden Album "King's Ransom" schuf er 2017 mit 176 Minuten klassisch moderner Instrumentierung, einer drei CD+DVD Hardcover-Box, inklusive dreier Booklets sein nächstes opulentes Werk.

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    "King‘s Ransom" spielt im viktorianischen Zeitalter und handelt nicht unerwartet von Liebe, Lust, Leidenschaft, Intrigen, Verbrechen und Heldentum. Drama, Pathos, da lassen sich schon mal Vergleiche zu Andrew Lloyd Webber, aber auch zu den erfolgreichen Werken von Rick Wakeman´s "Journey to the Centre of the Earth" oder Jeff Wayne´s "War of the Worlds" heranziehen. Es handelt sich nicht, wie so oft üblich, um ein rasch vergessenes Album. Nein, es ist ein Nolan-Event, ein progressives Musical und eine bombastische Rock-Oper in einem.
    Was wäre solch eine Inszenierung ohne illustre Mitstreiter? So bedient sich Nolan bei der Besetzung der Gesangspassagen einiger namhafter und fähiger Sänger/innen. Die bekanntesten dürften der Pallas-Sänger Alan Reed, sowie die charismatische Magenta-Sängerin Christina Booth sein.
    Musikalisch sind die Rollen den jeweiligen Beteiligten wie auf den Leib geschrieben.
    Die Prog-Freunde - eher skeptisch bei derartigen Rockopern - werden besonders über den zweiten, deutlich progressiveren und orchestraleren Teil von "King‘s Ransom" erfreut sein. Gegenüber dem Vorgänger "Alchemy" ist es insgesamt noch eine Spur epischer, mit hörbar mehr Orchester und Chor. Nolan hat es verdient, dass sich die Hörer auf die gesamten 176 Minuten einlassen, allerdings dafür aber auch die entsprechende Ausdauer mitbringen müssen.

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    Mit "King‘s Ransom" hat Nolan erneut ein wirklich gutes Musical – eine gute Rockoper geschaffen; die bisweilen fast kitschig erscheinenden Kompositionen und Songstrukturen finden rasch den Weg ins Ohr. Das dürfte auch im Sinne und das Ziel des Komponisten gewesen sein.

    FAZIT: Wer Freude nicht nur an einer aufwendig gestalteten Rock-Oper-Box hat, sondern musikalisch diesem Genre etwas mehr abgewinnen kann, viel Zeit mitbringt und keine allzu große Abneigung zu Bombast hat, wird den Kauf sicherlich nicht bereuen.

    Line-Up auf "King‘s Ransom"

    Vocals:
    Professor Samuel King - Clive Nolan
    Eva Bonaduce - Gemma Ashley
    William Gardelle - Guy Barnes
    Dr. Josephine Kendrick - Verity White
    Tom Worthy - Robbie Gardner
    Colonel Luther Scovil - Chris Longman
    Helena Blake - Christina Booth (Magenta)
    Captain Fergus Maunder - Alan Reed (ex Pallas)
    Edwin Deeks - Chris Lewis
    Jacob Alderdyce - Ross Andrews
    Martha Kitson - Joy-Amy Wigman
    Paper Boy - Emily Frechter

    Musiker:
    Clive Nolan - Keyboards und Orchester
    Mark Westwood - Gitarre
    Scott Higham - Drums
    Kylan Amos - Bass
    Morten L. Clason - Flöte
    Penny Gee - Violine
    Alaster Bentley - Oboe

    Chor und Background-Vocals:
    Ron Milsom, Magdalena Grabias, Christine Piontek, Jan-Jaap de Haan, Vincent Dortel, Arnaud Nouard, Ross Andrews, Ian Baldwin, Caron Morgan, Natalie Barnett, Ethan Barnett, Ollie West, Colin Greene, Emily Frechter, Katie East, Gemma Ashley, Clive Nolan
    Bewertung: 10/15 Punkten (KR 8, HR 10)

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    Horst-Werner Riedel

    Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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