Arena – Double Vision

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(55:59, CD, Verglas Music, 2018)
Warum nicht gleich mit dem Fazit zum letzten Arena Album “The Unquiet Sky” an dieser Stelle beginnen? Vor allem, wenn’s auch hier passt, nämlich: “angenehm abendfüllender Cinemascope-NeoProg von gewieften alten Hasen.” Damit wäre schon (fast) alles gesagt zum aktuellen Longplayer der Mannen um Mick Pointer und Clive Nolan.

Eben nur fast, denn “Double Vision” wagt den Brückenschlag zum 97er Erfolgwerk “The Visitor”, war bereits dort ein Titel gleichen Namens vertreten. Doch logischerweise hat sich die Band in den letzten Jahren nicht nur personell verändert, so dass von damals neben dem Duo Pointer / Nolan immerhin noch Gitarrist John Mitchell mit von der Partie ist, während seit 2005 den Platz am Mikrofon Paul Manzi inne hält, sowie Bassist Kylan Amos das Line-up vervollständigt.

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Die Arrangements wurden bei der NeoProg-Institution gerade seit dem 2005er Restart etwas direkter, griffiger und weniger verspielt ausgerichtet, ohne auf die typischen Arena-Trademarks aus bombastischem NeoProg, mächtigen, hymnischen Melodien und feiner Gitarrenarbeit zu verzichten. “The Unquiet Sky” legte bereits von der Power her eine gewaltige Schippe drauf, “Double Vision” greift nun vermehrt das epische, etwas härtere Flair der Vergangenheit auf, bietet mehr Soloparts und hat noch mehr “Back To The Arena Roots” Feeling.

Bereits der wuchtige Opener ‘Zhivago Wolf’ ebnet den Weg für die nächsten 56 Minuten bester Neo Prog Unterhaltung. Weiteres nettes Detail: bei ‘Scars’ zitiert man mit den Worten “Help Me” und in der Melodieführung das mehrteilige “Crying For Help” Opus aus den ersten beiden Arena Alben. Weiterhin wagt man sich mit dem über 22-minütigen, das Album abschließenden ‘The Legend Of Elijah Shade’ wieder mal an einen üppigen, gehaltvollen Longtrack heran, der den instrumentalen Ausschmückungen wesentlich mehr Platz einräumt, ebenso mit düsteren Parts und mehreren Stimmungswechseln aufwartet.

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“Double Vision” geht damit als die bisher stärkste Veröffentlichung mit Paul Manzi durch. Definitiver Gewinner des Albums ist einmal mehr Gitarrist John Mitchell, der eben genau jene schwelgerischen Soli und differenzierten Sounds beisteuert, um Arena noch etwas mehr im NeoProg-Abendlicht glitzern zu lassen.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 9, GH 9, KR 9, KS 11)

Arena (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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