Lazuli – Saison 8

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Lazuli(43:59, CD, Eigenproduktion, 2018)
“Saison 8” heißt das neue Album der französischen Prog Rocker Lazuli. Das kommt nicht von ungefähr: Das neue Album ist bereits das achte Lebenszeichen der Band, die sich durch wiederholte Touren in Deutschland einen Ruf als exzellente Live-Band erarbeitet hat und auch mit den Vorgängeralben beeindruckt hat. Gleichwohl gilt: nach wie vor kommt die Band nicht über den Titel des “Geheimtipps” hinaus. Das wird gewiss auch daran liegen, dass Bandleader Dominique Leonetti auch auf dem vorliegenden Werk die von ihm geschriebenen Texte in französischer Sprache singt.

Ruhige Pianoklänge zu Beginn des Openers ‘J’attends un printemps’ leiten das Album ein. Auch mit dem sanften Einstieg des Sängers Dominique Leonetti bleibt die Grundstimmung verhalten. Erst nach knapp drei Minuten ist endlich die ganze Mannschaft an Bord, um im Refrain den Höhepunkt des Auftakts zu zelebrieren.

Einen ganz ähnlichen Weg schlagen auch weitere Tracks ein: Bei ‘Un linceul de brume’ beginnt die Band verhalten und pirscht sich regelrecht durch die Strophen, um nach hinten raus in einem abschließenden Instrumentalpart dann doch enorm an Wucht und Dramatik zuzulegen. Und auch ‘Les côtes’ fällt in dieses Muster, mutet in der ersten Hälfte theatralisch an, um sich in der zweiten Hälfte dem fast schon harten Rock zu ergeben und den Franzosen freien Lauf zu lassen.

Keine Angst: Nicht alle Songs bauen sich nach diesem Prinzip auf. ‘Mes semblables’ bietet sich zum Beispiel als formidable Single Auskopplung an, kommt recht schnell zum Punkt und ist ein recht eingängiger kleiner Stampfer. Und auch die restlichen Lieder sind eher eingängig und bleiben im üblichen “Leise Strophe, lauter Refrain” Muster. Lediglich das abschließende balladeske ‘Les 4 mortes saison’ möchte nicht zünden und plätschert leider etwas dahin.

“Saison 8” ist ein sehr erwachsenes, ausgereiftes Album, das seinen Platz irgendwo zwischen Progressive Rock und Art Rock findet. Dabei beeindruckt immer wieder die instrumentale Vielfalt, die in einzelnen Songs demonstriert wird. So haben die Franzosen durch die Léode, die von Claude Leonetti bedient wird, seit jeher ein Alleinstellungsmerkmal in der Musikwelt und nutzen dieses Instrument, um Klänge zu erzeugen, die eben nicht so typisch für eine Rockband sind. Zudem weicht Drummer Vincent Barnavol ab und an auf die Marimba aus, und auch Keyboarder Romain Thorel lässt hin und wieder das Waldhorn ertönen.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 9,GH 11, AI 11, JM 11, KS 11)

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Über den Autor

Höre eigentlich alles, was mit großartigen Melodien aufwarten kann, habe mich in den letzten Jahren nach und nach jedoch eher den Richtungen Alternative und Prog zugewandt, bin aber auch sehr offen für die leisen Töne.

2 Kommentare

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Lazuli – Saison 8

von Andrew Ilms Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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