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    Du bist hier:Home»Reviews»Steve Hackett - The Charisma Years 1975-1983 (Vinyl-Boxset)

    Steve Hackett - The Charisma Years 1975-1983 (Vinyl-Boxset)

    0
    By Daaty on 25. Juni 2016 Reviews

    The Charisma Years (40:52, 38:35, 39:03, 36:52, 33:51, 37:01, 59:00, 24:26, 11 LP, Charisma/Universal, 1975-1983/2016)
    Fans von Steve Hackett werden dieser Tage mit Veröffentlichungen geradezu überschüttet. Mit "The Total Experience - Live In Liverpool" steht nicht nur in Kürze eine neue Live-DVD/Blu-ray/CD an. Auch sein Backkatalog wird vielfältig in neuer Form unters Volk gebracht.

    Kürzlich erst erschienen die Alben "Please Don't Touch", "Spectral Mornings" (vgl. dazu auch die hübsche EP)
    und "Defector" als Deluxe-Ausgaben auf CD/DVD. Diese waren wiederum Teil des CD/DVD- Boxsets "Premonitions", das Ende vergangenen Jahres auf den Markt kam. Daneben wurde dieser Tage auch eine Budget-CD-Box mit fünf Alben aus der Charisma-Zeit veröffentlicht. Auch Vinyl-Freunde bleiben nicht außen vor. Mit "The Charisma Years 1975-1983" steht der große schwarze Bruder von "Premonitions" seit Mai in den Läden. Die Box beinhaltet alle sechs Studioalben, die Steve Hackett auf dem Charisma-Label veröffentlicht hat. Als besonderes Schmankerl, und erstmal auf Vinyl,  gibt es dazu zwei weitere Live-Doppelalben aus den Jahren 1979 ("Live At The New Theatre, Oxford") und 1981 ("Live At Reading Festival, Reading") sowie ein weitere Live-EP mit dem Titel "I Know What I Like". Die Studioalben sind remastered und in den Fällen von "Please Don't Touch" und "Defector" von Steven Wilson remixed. Beim Artwork hat man sich detailliert an den UK-Originalausgaben orientiert. Somit erscheint "Voyage Of The Acolyte" im Gatefold-Cover und die Alben "Please Don't Touch, "Defector" und "Highly Strung" enthalten jeweils bedruckte Innenhüllen aus Pappe. Auf die Bonustracks von diversen CD-Ausgaben wurde verzichtet. Einzige Abweichung von den originalen UK-Track-Listings ist der Song 'Cell 151', der nun in voller Länge auf "Highly Strung" enthalten ist. Seinerzeit war das nur auf der US- und der Kanada-Veröffentlichung der Fall. Die Wilson-Remixe halten sich behutsam nahe an den Originalen und beheben allenfalls einige kleine Unzulänglichkeiten der Originalversionen. Deutliche und für manche Hörer eventuell verstörende Unterschiede wie bei den Nick Davis-Remixes der Genesis-Alben braucht man hier nicht erwarten.

    A1SeWDaZghL._SL1500_Die Alben dieser Box dokumentieren nicht nur eindrucksvoll den hohen Stellenwert Hacketts als Gitarrist im Progressive Rock, sondern fördern auch eine immense stilistische Bandbreite zu Tage, die nur wenige Künstler unseres Genres für sich in Anspruch nehmen können. Bei Hackett leben musikalische Extravaganzen in friedlicher Koexistenz mit melodieseligen Balladen und ausladenden Epen. Insbesondere die ersten drei Soloalben darf man fraglos als absolute Klassiker des Prog-Rock bezeichnen. Dass ein Werk wie "Spectral Mornings" mancherorts nur mittelmäßige Bewertungen bekommt, ist eigentlich nur mit prog-puristischer Engstirnigkeit zu erklären. Der einzige wirkliche Ausreißer in dieser Sammlung ist das 1981 erschienene Album "Cured", das in einer für Hackett ungewöhnlichen Schlichtheit daher kommt und weitestgehend bemüht klingt. So scheint der Albumtitel eher einen Zustand zu beschreiben, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht war. "Highly Strung", das letzte Album für Charisma, konnte glücklicherweise wieder eher an frühere Werke anknüpfen.

    Besondere Beachtung verdienen die beiden Livealben. Die Aufnahmen überzeugen klanglich. Verglichen mit der vor einigen Jahren erschienenen CD-Box "Live Archives", auf der ein Konzert von der gleichen Tour mit nahezu identischer Tracklist dokumentiert ist, erzielt die Aufnahme aus Oxford einen klaren Punktsieg. Das Gleiche gilt für den Mitschnitt vom Reading Festival 1981. Auch live zeigt Hackett sein breites musikalisches Spektrum mit einer gut eingespielten Band. Allenfalls in gesanglicher Hinsicht kann der eine oder andere Titel den Studioversionen nicht ganz standhalten.  Dik Cadbury schlägt sich allerdings wacker als Countertenor und Sally Oldfield-Ersatz in 'Shadow Of The Hierophant'. Beim Reading Festival sitzt Ian Mosley hinter der Schießbude und wirkt dabei erheblich engagierter als in jüngerer Marillion-Vergangenheit, die eher von einer etwas schleppenden Gelassenheit geprägt ist. Unter anderem profitieren davon auch die Stücke 'Overnight Sleeper' und 'Funny Feeling' von Album "Cured", das bekanntlich ohne lebendigen Schlagzeuger auskommen musste.

    "The Charisma Years 1975-1983" ist für Vinyl liebende Hackett-Fans eine lohnende Anschaffung, die durch die bislang unveröffentlichten Livealben an Reiz gewinnt. Verarbeitung und Gestaltung der Box, die Pressqualität der schwarzen Scheiben und der Klang lassen keine Wünsche offen. Auch die Tatsache, dass der gute Steve mit dem Album "Cured" ein kleines Zwischentief hatte, ist längst kein Grund dafür, ein Haar in der Suppe zu suchen. Zusätzlich gibt es im Übrigen einen Download-Voucher für alle Titel von "Premonitions", also sogar etliche zusätzliche Songs und einen weiteren Live-Mitschnitt, der auf Vinyl nicht vorhanden ist. Letztlich unterstreicht diese Box nochmals, dass das Erbe seiner Ex-Band Genesis in keinen besseren Händen sein könnte. Für das Gesamtwerk auf dem Charisma-Label verbietet sich jede andere Benotung als ...
    Bewertung 15/15 Punkten

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    Daaty

    Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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